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Ackermann verzichtet auf Bonus

    • SportwettenExperte
      SportwettenExperte
      Einsteiger
      Dabei seit: 19.10.2008 Beiträge: 46
      Original von kearney
      Ist sie das? Wo ist der realwirtschaftliche Nutzen eines Aktienmarktes gegeben? Was bringen Derivatgeschäfte?
      Derivatgeschäfte haben schon einen realwirtschaftlichen Nutzen; aber du hast insofern schon recht, dass am den Börsen der Handel wohl zu 99% keinen realwirtschaftlichen Nutzen hat sondern "nur" zu spekulativen Zwecken dient, aber ich sehe das als unvermeidbar an, dass an den Märkten soviel getockt wird.

      Ein Beispiel für den Nutzen von Derivatgeschäften.

      Ein deutsches Unternehmen verkauft in die USA ein Produkt in $. Kalkuliert aber in Euro. Bezahlt wird bei Lieferung. Produktionsdauer: 12 Monate, Durch ein Derivatgeschäft läßt sich hier z. B. das Wechselkursrisiko absichern. Oder durch ein Rohstoffderivat das Kursrisiko für einen Rohstoff der erst im 10. Monat verbaut wird oder durch ein Zinsderivat das Risiko das sich die Vorfinazierungskosten erhöhen.

      Letztendlich entspricht der realiwirtschaftliche Nutzen dem von einer Versicherung.
    • WMer
      WMer
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 602
      Original von karlo123
      Original von WMer
      Der Witz an der Sache mit dem Verzicht auf die Bonuszahlungen seitens Herrn A. ist doch die, dass sie erfolgsabhängig sind. Ich stecke zu wenig in der Materie drin aber ich denke mal, dass das nichts anderes heißt als die ausgegebenen (und wohl nicht revidierten) Unternehmensziele zu erreichen was bei der andauernden Krise wohl nicht der Fall sein dürfte; ergo gibts keine/wenig Bonuszahlungen was den finanziellen Verlust des gesamten Deutsche Bank-Vorstandes wohl in Grenzen hält.

      Es geht nur um Millionen und btw erwartet die Deutsche Bank immernoch einen Jahresgewinn oder????
      Natürlich geht es um Millionen aber wo is das heutzutage nicht mehr der Fall? Die werden schon nicht gleich alle tot umfallen.
    • WMer
      WMer
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 602
      Original von Prussian
      Diese ganze Neid-Diskussion ist schon ziemlich infantil!

      Ich möchte die ganzen Schreihälse mal sehen, wenn morgen ihr Chef zu ihnen kommt und sagt: Ab heute gilt ein neues Gehaltsgefüge!
      Du bekommst nur noch 10% deines jetzigen Gehalts. Wenn alle in der Firma so arbeiten, wie wir uns das vorstellen, kannst Du auch die restlichen 90% als Bonus bekommen. Wenn das (aus welchen Gründen auch immer) nicht klappt -> Pech gehabt!

      Nun kommt natürlich gleich das Argument "Aber bei 1,2 Mio € Grundgehalt würde ich gern auf die restlichen 90% verzichten." - Würdet Ihr nicht!!!
      Ich kenne keinen (weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist :D ), der zufrieden mit 1,2 Mio ist, wenn er auch 14 Mio bekommen kann! - Solche Behauptungen kommen immer nur von Leuten, die nie in diese Verlegenheit kommen werden, zu beweisen, wie ernst sie es mit ihrer Behauptung meinen.

      Sicher kann man darüber diskutieren, ob 1,2 Mio € (bzw. 14 Mio) angemessen sind oder nicht. Jeder der weniger verdient, wird sagen "Aber meine Arbeit ist genauso wertvoll!". Vom moralischen Standpunkt ist das sicher richtig - vom wirtschaftlichen aber eben nicht! Wenn ich im Krankenhaus auf der Intensiv-Station liege, weil mich irgendein besoffener Hirnie über den Haufen gefahren hat, ist für mich ein kompetenter Arzt sogar sehr viel mehr wert, als jeder Herr Ackermann! Der Arzt könnte von mir aus in dem Moment Millionen verdienen. Aus wirtschaftlicher Sicht heulen aber alle seit Wochen rum, weil die Krankenkassenbeiträge der gesetzlichen Kassen zukünftig 15%+x betragen werden, weil u.a. Ärzte (die nach langem Studium+Assistenzarztzeit+Facharztausbildung wirklich nicht üppig verdienen) mal 100€ mehr bekommen sollen.

      Ich finde es schon recht schizophren, ständig zu verlangen, Manager sollen Verantwortung übernehmen, den Wert und Gewinn des Unternehmens Jahr für Jahr steigern und auch noch 70.000 Arbeitsplätze garantieren (natürlich mit ständig steigenden Löhnen versteht sich!) - aber verdienen sollen sie möglichst nicht mehr als der Pförtner im Parkhaus. Keine Frage, sie müssen neue (und damit risikobehaftete) Wege gehen, um dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen (und damit all das zu gewährleisten, was oben genannt wurde) - aber wenn was schief geht, sollen sie gefälligst mit ihrem Gehalt haften ... besser noch mit ihrem gesammten Privatvermögen!!!

      Wäre machbar - wenn man das dann natürlich auch auf alle Arbeitnehmer ausdehnt: Wenn der Chirurg bei einem schwerverletztem Unfallopfer eine riskante Not-OP vornimmt und der Patient stirbt trotzdem -> Schadenersatz aus dem Privatvermögen des Arztes ... der Bankmitarbeiter verkauft dem Kunden eine Anlage und das Investment läuft nicht wie erwartet -> soll er doch sein Haus verkaufen und den Kunden entschädigen (wieso soll die Bank für seinen 'Beratungsfehler' haften?) ... der Busfahrer passt kurz nicht auf und verursacht einen Unfall -> Jahresgehalt zurückfordern und Schadenersatz an die Unfallopfer aus eigener Tasche bezahlen (wieso soll die Firma die teure Haftplichtversicherung bezahlen und für die 'Dummheit' des Busfahrers aufkommen?) ... Das ließe sich sicher unendlich fortführen und für nahezu jeden Angestellten/ Arbeiter ein passendes Beispiel finden.
      Die Frage ist doch, wollen wir das wirklich - mit allen Konsequenzen, die das dann für uns persönlich hätte?

      Sicher wird Herr Ackermann nicht verarmen, wenn er auf seine Boni mal verzichtet. Aber im Gegensatz zu vielen anderen in vergleichbarer Position - und den meisten der Neider hier - verzichtet er auf etwas, was ihm von rechtswegen zusteht. Und es sind ja nicht nur die diesjähgrigen Boni, auf die er verzichtet. Es ist ja noch nicht allzu lange her, dass er wesentlich besser dotierte Angebote von ausländischen Banken abgelehnt hat. Ich kenne natürlich nicht seine Gründe dafür. Aber eine Portion Masochismus gehört schon dazu, wenn man freiwillig eine herausgehobene Stellung in der deutschen Wirtschaft behält :D , wenn man es auch leichter haben könnte.

      Ich glaube, er hätte sich auch mit einem nassen Strick erschießen können. Dann hätte es immer noch genug Schreihälse gegeben, die gesagt hätten: "Dieser Feigling, nun stiehlt er sich aus der Verantwortung!"

      Ich bin nicht gerade ein 'Ackermann-Fanboy', aber ein paar fähige Manager von seinem Kaliber (nach jetzigem Kenntnisstand - man ist da ja etwas vorsichtig nach den ständigen Enthüllungen), könnte Deutschland schon vertragen. So wie ich das sehe, geht es der Deutschen Bank relativ gut, sogar in der jetzigen Krise.

      Ja, ich finde auch, dass viele Menschen in Bezug auf ihre Verantwortung zu wenig verdienen (moralisch gesehen!) z.B. Lehrer, Krankenschwestern, sämtliche Pflegeberufe etc. und ich natürlich ;( - und nein, ich glaube nicht, dass sich das in absehbarer Zeit wesentlich verbessert (aus wirtschaftlicher Sicht!). Und das liegt an unserem eigenen Egoismus- es wäre durchaus möglich, die Pflegeversicherung zu verdoppeln, um die Altenpflegerinnen besser zu bezahlen, wir könnten durchaus mehr Steuern bezahlen, um die Lehrer besser zu entlohnen oder mehr davon zu beschäftigen - wollen wir aber nicht! Und das hat rein garnichts damit zu tun, wieviel Herr Ackermann verdient.

      Und ich habe erhebliche Zweifel, dass einer Bank, die eine Sicherheit von 50 Mrd. € benötigt, damit geholfen wäre, dass deren Manager 2 Mio € weniger Gehalt bekommen (Jeder kann sich ja mal überlegen, wie toll sich seine finanzielle Situation verbessert, wenn er 0,4% seiner Ausgaben einspart. - Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, sind das bei einem Harz4-Empfänger ungefähr 1,50 € im Monat, glaub ich!)

      Wer dann immer noch Gehälter nach moralischen Maßstäben festlegen und dabei die wirtschaftlichen außen vor lassen will, kann ja am Montag zu seinem Chef gehen und ihm sagen, dass er moralisch gesehen mindestens ebenso wertvolle Arbeit leistet wie dieser und er deswegen auch ein dementsprechendes Gehalt haben möchte ... ich glaube da werden sich dann bald viele mit Pockern als Haupterwerbsquelle durchschlagen müssen ... :D
      best post
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.521
      prinzipiell ist das richtig, aber managergehälter werden eben auch durch ihre angebliche verantwortung gerechtfertigt. aber selbst wenn sie den karren vor die wand fahren (ich sage nicht, dass dies in der finanzkrise auch der fall ist), dann tragensie keinerlei risiko.

      ärzte werden bei schweren fehlern verklagt, piloten gehen beim absturz selber mit drauf und fluglotsen landen im gefängnis oder kriegen gleich ein messer zwischen die rippen. bei diesen berufsgruppen macht die verantwortungsargumentation sinn, bei managern nicht.
    • JoxxyK
      JoxxyK
      Bronze
      Dabei seit: 29.04.2006 Beiträge: 1.264
      Original von ownage4u
      Original von JoxxyK
      Auch hier: Die dt. Bank hat mehr als nur einen Vorstand. Allein für die Vorstände sind es daher schon fast 50 Millionen (bzw. jetzt halt wegen schlechter Boni "nur" 33). Und warum soll der Vorstand soviel am Unternehmenswert verdienen, die Angestellten aber nicht? Statt einem 14 Millionen zugeben könnte man auch den 1000 besten Angestellten 14.000 Euro Sonderbonus zahlen oder ein Auto schenken und würde so durch die Mehrmotivation sicher viel mehr Werterzeugung haben als durch Ackermann.
      und jetzt überleg mal, warum das nicht gemacht wird
      Im Vertrieb insbesondere bei Versicherungen ist das ein absolut gängiges Entlohnungsmodell.
    • JoxxyK
      JoxxyK
      Bronze
      Dabei seit: 29.04.2006 Beiträge: 1.264
      Original von christian88
      Als ich hab Bekannte bei der Bank arbeiten. Je nach dem was die da machen werden die auch nach einer Art Provision bezahlt. Zudem bekommen die massig zuschläge und Weinachtsgeld und Urlaubsgeld und und und. Können sich eingentlich nicht beschweren, genauso wie Versicherungsmitarbeiter. War einer schon mal in Frankfurt City in einem Parkhaus? Da kann man gut sehen wieviel Boni die Leute bekommen die nicht im Vorstand sitzen.
      Die Leute in Frankfurt sind ja auch nicht die Angestellten von Banken die im Durchschnitt etwas über 40.000 verdienen. Die Boni der Investmentbanker sind ja auch völlig überzogen.

      Gestern bei Anne Will wurde dies in Zahlen beschrieben:
      Die deutsche Bank zahlt in diesem Jahr an ihre Investmentbanker über 6 Milliarden Euro (!) an Boni. Etwa genauso viel, wie die Bundesländer zusammen dem Rettungspool zur Verfügung stellen. Wenn es dort noch so etwas wie Moral gäbe, würde jeder Investmentbanker in einem Jahr wo die deutsche Bank zweistellige Milliardenbeträge an Investmentverlusten verbuchen musste auf seinen unverdienten Bonus verzichten und die Branche könnte sich so selber helfen.

      Ja, natürlich stimmt es, dass das in den USA noch viel krasser ist (siehe den im Internet kursierenden Praktikantenvertrag von Leman Brothers über 110.000$ pro Monat). Aber das ist dennoch kein Grund. Wie hier schon gut beschrieben wurde, gibt es genug gute Wirtschaftsabsolventen in Deutschland und nur wenige ausländische Firmen die deutsche Manager unbedingt mit Riesenbeträgen abwerben würden.
    • brontonase
      brontonase
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2006 Beiträge: 16.958
      Original von JoxxyK
      Gestern bei Anne Will wurde dies in Zahlen beschrieben:
      Die deutsche Bank zahlt in diesem Jahr an ihre Investmentbanker über 6 Milliarden Euro (!) an Boni. Etwa genauso viel, wie die Bundesländer zusammen dem Rettungspool zur Verfügung stellen. Wenn es dort noch so etwas wie Moral gäbe, würde jeder Investmentbanker in einem Jahr wo die deutsche Bank zweistellige Milliardenbeträge an Investmentverlusten verbuchen musste auf seinen unverdienten Bonus verzichten und die Branche könnte sich so selber helfen.
      warum soll die deutsche bank für andere idioten bei den landesbanken bezahlen.
      die db nimmt ja nichts aus dem rettungspool.
      die sollen die landesbanken mal glatt stutzen was müssen die überall ihre finger im spiel haben, es geht nicht an das man als steuerzahler später zur kasse gebeten wird