Wirklich Downswings?

    • DanielJ
      DanielJ
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2006 Beiträge: 192
      Ich möchte mal gerne von den erfahreneren Spielern eine Einschätzung haben, wieviele der hier in diesem Forum angebenen Downswings wirklich (im mathematisch/staistischen Sinne) Downswings sind und wieviele auf Konzentrationsschwächen, Leaks, "Glück, daß man sonst mit so schlechtem Spiel durchgekommen ist", etc. basieren. Ich halte das Zweite für die weit dominierende Menge.

      Daran anschließen die These:

      Der finanzielle Schaden der bei Bankrolls entsteht, daß man der Meinung ist in einem Downswing zu sein, ist wesentlich höher als der von "realen" Downswings (keine Leaksuche, Tilt, zu starkes wollen, Konzentrationsmangel,...)

      Richtig oder Falsch?
  • 4 Antworten
    • agentorange
      agentorange
      Bronze
      Dabei seit: 18.05.2006 Beiträge: 125
      kommt auf den spieler, bzw das limit das er spielt und erfahrung die er hat an.

      die meisten downswings die hier von 0.05/0.10 Spielern gepostet werden, sind wohl tatsächlich eher leaks/fehler, je erfahrener der spieler ist umso eher glaube ich an einen wirklichen downswing.
    • Heiliger
      Heiliger
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.635
      Vorraussetzung für einen Downswing ist möglichst fehlerfreies Spiel. Sonst wäre es wohl kein Downswing.
      Wenn man fehlerfrei spielen würde, wäre der Rest nicht mehr beeinflussbar. Der Rest ist also Glück oder Pech, oder anders gesagt Up- oder Downswing.
    • wonm123
      wonm123
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2005 Beiträge: 1.161
      Downswing oder doch Fehler im eigenen Spiel?

      Guten Tag.

      Hier möchte einen kurzen Artikel zum Thema Downswing bei Anfängern schreiben.

      1) Was ist ein Downswing?
      2) Was ist KEIN Downswing?
      3) Wahrscheinlichkeitsrechnung
      4) Schlechtes Spiel
      Schlussbemerkung


      Zu 1) Was ist ein Downswing?

      Ich denke am besten lässt sich die Frage folgendermaßen beantworten:
      "Ein Downswing ist ein unverschuldeter und über einen längeren Zeitraum andauender Verlust von Kapital."
      Was uns zu zwei weiterführenden Fragen führt:
      1) Was ist unverschuldet?
      2) Was ist ein längerer Zeitraum?

      Frage 1) Was ist unverschuldet?
      Als unverschuldet kann man jeden Spielzug (call, rais or fold) bezeichnen, der in dieser speziellen Situation zwar korrekt angewandt worden ist, aber nicht zum Erfolg, sprich zum Gewinn der Hand geführt hat.

      Frage 2) Was ist ein längerer Zeitraum?
      Als längeren Zeitraum kann alles bezeichnen, was über 7 Tage hinaus geht. Vorrausgesetzt, man spielt in diesem Zeitraum regelmäßig, also min. 10.000 Hände, sprich ca. 1.500/Tag. Sollte diese Anzahl an Händen nicht erreicht werden können, so verlängert sich der Zeitraum dementsprechend.

      Zu 2) Was ist kein Downswing?
      Kein Downswing ist demnach alles das, was nicht zu 1 gehört.

      Zu 3) Wahrscheinlichkeitsrechnung
      Im Poker, das haben wir aus anderen Seiten schon gelesen, dreht sich alles um Wahrscheinlichkeiten. "Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das ich mit meiner Hand gewinne" Ein Beispiel: Hero hält zwei Herz auf der Hand, im Flop liegen ebenfalls zwei Herz. Die Wahrscheinlichkeit das ein weiteres Herz bis zum River erscheint, liegt bei 33%, also jedes dritte Mal. Was wiederum bedeutet, das Hero nur ein von dreimal gewinnt.
      Kollidiert hier der Satz von oben "Als unverschuldet kann man jeden Spielzug (call, rais or fold) bezeichnen, der in dieser speziellen Situation zwar korrekt angewandt worden ist, aber nicht zum Erfolg, sprich Gewinn der Hand geführt hat"?
      Nein. Den nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist ja durchaus normal, das Hero nicht jedes Mal gewinnen kann. Hier kommt der Zeitraum zum tragen.
      Jetzt könnte man aber meinen, dass, wenn ich schon zweimal verloren habe, ich ja beim dritten Mal gewinnen MUSS. Auch das ist falsch. Es wäre schön wenn ich nur abzählen bräuchte, das wievielte Mal ich schon einen Flush Draw hatte um beim dritten Mal richtig Gas zu geben. Hier müssen wir wiederum den Zeitraum in betracht ziehen. 10.000 Hände sind schon ein gutes Maß dafür. 100.000 wären allerdings noch besser. Je mehr Hände wir spielen, desto näher kommen wir an unsere Wahrscheinlichkeit.
      Jetzt kann es natürlich vorkommen, das wir auch 5 Mal oder noch mehr unseren Draw nicht treffen. Hier aber schon von einem Downswing zu sprechen, wäre nicht angebracht. Es ist ja auch möglich, das wir zweimal nach Gang unseren Flush treffen. Das ist Glück und Pech.
      Sicher, es kostet Geld wenn unser Draw schon wieder nicht ankommt, aber das gleicht sich alles im Laufe der Zeit aus.
      Ein weiteres Beispiel (nicht ganz ernstgemeint)
      Laut Weltbevölkerungsstatistik ist jedes vierte Kind ein Chinese. In meiner Nachbarschaft hat eine Familie vier Kinder. Keins davon ist ein Chinese ;-)
      Was ich damit sagen will, es kommt nicht auf die kurzfristige Wahrnehmung an. Nur das gesamte ergibt er Bild.


      Zu 4) Schlechtes Spiel
      Niemand von uns möchte hören, das er schlecht spielt. So weit so gut. Aber um besser als die anderen zu werden, muss ich mein eigenes Spiel analysieren und Fehler, die ich als Anfänger logischerweise begehe, auszumerzen.

      Wir haben gelernt, das wir das meiste Geld verdienen und das wenigste verlieren, wenn wir immer den Spielzug mit der höchster Erwartung machen. Und hier wird der größte Fehler begangen. Was ist der Spielzug mit der höchsten Erwartung? Das ist Erfahrung. Sicher, es gibt einige Standards die keiner Erklärung bedürfen, aber die meisten Verbindungen der eigenen Hole Cards mit den Board Cards werden nicht aus Büchern gelernt, sondern aus eigener Erfahrung.
      Ein Beispiel: Hero hält die beiden schwarzen Asse und capt pre Flop, insgesamt 4Spieler. Bis hier ein ganz korrekter Zug. Im Flop kommen 789 in Herz. Jetzt noch mal zu betten wäre nicht korrekt. Aber gerade hier werden die Fehler, die Geld kosten gemacht. Ich habe es schon oft erlebt, wie dann in der Sorgenhotline berichtet wird, das Hero am River von einem Flush weggeluckt wurde. Aber in diesem Fall ist Hero selbst schuld daran. Sicher, das war ein ganz offensichtliches Beispiel. Aber es gibt andere Situationen wo ein Anfänger vielleicht noch bettet oder callt und ein Fortgeschrittener seine Hand schon gefoldet hätte. Das ist schlechtes Spiel.
      Aber es gibt eine Lösung dafür. ßben, üben, üben.


      Schussbemerkung:
      Nicht alles was im ersten Augenblick nach einem Downswing aussieht ist auch einer. Vielmehr sollte erst eine eigene Analyse, oder besser noch eine Fremdanalyse durchgeführt werden. Erst wenn dann rauskommt, das man trotz korrektem Spiel über einen längeren Zeitraum verloren hat, erst dann kann man von einem Downswing sprechen.
    • Tanzhase
      Tanzhase
      Black
      Dabei seit: 14.02.2006 Beiträge: 1.381
      Für mich ist ein DS eine signifikante Abweichung vom Erwartungswert über einen längeren Zeitraum nach unten. Wenn ich ein +2BB/100-Spieler bin, und über 10k Hände -1BB/100 mache, ist das genauso ein DS, wie wenn ich als -1BB/100-Spieler einen Verlust von 4BB/100 mache.

      Fehler macht jeder, dann hätte niemand mehr einen DS. Nur wird es auch einige Spieler geben, die einen EV von -1BB/100 haben, und nach einem Verlust von 100BB über 10k Hands von einem Downswing sprechen, dann ist es halt keiner. Es ist nur schwierig, den eigenen EV zu ermitteln.