Loose calls shorty vs. shorty

    • flocen
      flocen
      Bronze
      Dabei seit: 12.12.2006 Beiträge: 402
      Eine aktuelle Beispielhand 36$ Full Tilt hat mich daran erinnert dass ich zu diesem Thema etwas schreiben wollte.
      Im obigen Beispiel handelt es sich mmn gar nicht um einen sonderlich loosen call, aber die Stacksizes sind halt als beispiel recht schön.
      Was haltet ihr davon in solchen Fällen deutlich looser als nach Nash zu callen? hab ich mir gegen andere Shortys eigentlich angewöhnt und bin damit an sich auch ganz gut gefahren.
      Dafür sprechen mmn folgende Gründe:
      - Wenn der andre shorty gut ist wird er auch sehr loose pushen, da er gerade gegen mich viel FE erwartet
      - Dadurch dass ich folde verliere ich weiter an FE wogegen mein direkter Kontrahent an FE gewinnt (FGS)
      - Ich kann hier meinen direkten Kontrahenten vom Tisch nehmen, was mich deutlich näher an ITM bringt
      - Metagame: Ist der Gegner ein Reg wird er (vielleicht!) in Zukunft tighter in ich reinpushen

      Bei speziellen Reads oder Bubblesituationen ist das ganze natürlich zu überdenken
  • 2 Antworten
    • JayGatsby
      JayGatsby
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 8.968
      Prinzipiell ist die Idee gut, und ich spiele auch oft so.

      Allerdings muss dafür eine Grundvorrausetzung gegeben sein. Ich muss den -EV des Calls durch verbesserte strategische Möglichkeiten wettmachen können.

      Wann sind meine strategischen Möglichkeiten stark verbessert? Prinzipiell ist dies der Fall, Wenn sich meine FE signifikant erhöht.

      Man könnte zusätzlich zu CEV und $EV noch das Konzept des Future EV (FEV) einführen.

      (FEV) Ein Push/Call ist genau dann +FEV, wenn

      (1) der Push/Call nach ICM -EV ist,

      (2) der Push/Call meine FoldEquity so erhöht, dass der ICM -EV in zukünftigen Händen im Schnitt wettgemacht wird.


      Bedingung (1) ist denke ich klar, aber wann erhöht sich meine FoldEquity so stark, dass sie den ICM -EV wettmacht?

      Ohne ein konkretes Beispiel zu nennen können wir die Situation abstrakt wie folgt speziefizieren:

      Der -EV einer vorherigen Hand ist genau dann ausgeglichen,wenn wir im nächsten Orbit einen Spot finden, der mit unserem neuen Stack mehr +EV ist als der -EV meines vorherigen Pushs/Calls.


      Dabei setze ich der Einfachheit wegen erst mal vorraus, dass wir nur den nächsten Orbit haben, um den -EV auszugleichen. De facto bleiben uns oft mehrere Orbits.

      Gute Beispiele, wo dies der Fall ist, sind eben die von Albatross angesprochenen 5handed Beispiele. Wenn ich mich mit einer ~40% Wahrscheinlichkeit zum CL in der Bubble aufschwingen kann, dann kann ich viel -EV in Kauf nehmen, denn in diesen Situationen kann ich soviel mehr +EV Spots in den folgenden Orbits finden.
    • JayGatsby
      JayGatsby
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 8.968
      Eines ist glaube ich auch noch wichtig. Nehmen wir an wir callen für einen Coinflip, und dieser Call hat einen -EV von 0,5%.

      Nehmen wir an ich komme in der nächsten Hand immer First In und meine Pushingrange erhöht sich auf any2.

      Nehmen wir an, der durchschnittliche Erwartungswert meines any2 Pushes beträgt +0,6%.

      Ist der -EV des Calls nun wettgemacht?

      Nein, denn ich habe ja nur in 50% der Fälle die Möglichkeit die nächste Hand any2 zu pushen.