Was müssen implied odds ausgleichen?

    • Schmitten
      Schmitten
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2005 Beiträge: 531
      Folgendes Szenario (NL, DeepStack):
      Ich halte am Flop einen OESD mit einem oder zwei Gegner. Würde mein draw treffen, gehe ich davon aus, sicher die beste Hand zu halten.
      Nach einem Semibluff raist mein Gegner und ich bekomme Pot Odds von 1:4. Für meinen OESD brauche ich aber Pot Odds von 1:5. Also betrachte ich meine implied Odds. Ich setze den Gegner auf eine starke Made Hand und denke, er zahlt mich aus. Also rechtfertigt sich ein call, da im Nachhinein die 1:4 locker drin sind.

      Ich habe 8 outs, also mache ich meine Straight am Turn in 17% der Fälle. Ich bezahle mathematisch gesehen einen zu teuren turn. In einem der Fälle verdiene ich, da meine Hand gewinnt. In fünf von sechs Fällen trifft mein draw nicht und ich muß check/fold spielen.

      Frage: darf ich meine implied odds jetzt trotzdem nur für die Hand betrachten die ich gerade spiele, obwohl ich nicht nur ein mal einen zu teuren turn kaufe, sondern sechs mal um ein mal zu gewinnen?
      Eigentlich muß die Gewinnerhand doch nicht nur einen überbezahlten turn ausgleichen, sondern alle sechs! Oder nicht oder was?
  • 3 Antworten
    • Denz
      Denz
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 15.517
      Eigentlich muß die Gewinnerhand doch nicht nur einen überbezahlten turn ausgleichen, sondern alle sechs! Oder nicht oder was?


      richtig, deswegen solltest du möglichst den gesamten gegnerstack gewinnen wenn du triffst. Zudem musst du die Möglichkeit mit einbeziehen am turn eine freecard zu bekommen da in einigen fällen der villain zwecks pot control oä c/b spielen wird.
      Du solltest darauf achten ob es sich bei einem flush draw lohnt die Hand weiterzuspielen da gute Gegner meist nicht den gesamten stack gegen ein 3 suited board verlieren. Ein straight draw ist da gut getarnt...

      OOP würde ich gegen den Pre-flop raiser mit einem draw aber seltener donken und meistens c/c spielen, da ich ihm so die chance nehme mich hinaus zu betten (ausser er überbettet den pot was selten vorkommt).
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      OK, ehrlich gesagt verstehe ich nicht was du sagen willst, versuche aber etwas allgemein zu erklären. Vielleicht beantwortet das die Frage.

      Du hast 1/6 Chance die OESD zu treffen. In 5 von 6 Fällen triffst du nichts und der Geldbetrag mit dem du callst ist verloren. In einem von 6 Fällen triffst du deinen Draw. Du kriegst jetzt auf jeden Fall den Pot (,d.h. preflop Bets+dein Semibluff Raise+Gegnerischer Reraise+dein Call) und du kannst weitere Wetten gewinnen.

      Beispiel 1:
      Du hast am Flop eine OESD, checkst diese und dein Gegner bettet. Der Pot ist am Flop 12$ groß und dein Gegner bettet 6$. Deine Odds sind 1:3. Du erwartest aber das dein Gegner an Turn und River zusammen nochmal PS bettet. Nun würdest du 18$ Dollar direkt gewinnen und 24$ implied. Bitte zähle deine eigenen am Turn+River reingesteckten Chips nicht mit, diese sind nämlich kein Profit. Mit dem imaginären Pot hast du 6:42 Pot Odds, kannst also callen.

      Hoffe da stimmt alles
    • Schmitten
      Schmitten
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2005 Beiträge: 531
      Original von DestructOne
      Bitte zähle deine eigenen am Turn+River reingesteckten Chips nicht mit, diese sind nähmlich kein Profit.
      Ich zähle nur die über die callbaren Pot Odds hinaus bezahlten Beträge am Flop, also nur dass, was die implied odds an den letzten beiden Straßen rausholen sollten um den call zu rechtfertigen. Und genau das ist es, was ich zuviel bezahle, alles bis zu den Pot Odds ist ja mathematisch gerechtfertigt. Also müssen die IO des einen Falles des "Huch ich hab getroffen" fünf mal die des "nix, also check fold" ausgleichen.