Deception vs. Protection bei Continuation Bets

    • Skyw4lker2k
      Skyw4lker2k
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2008 Beiträge: 412
      Es geht um folgende Situation:


      Die Grösse meiner C-Bets ist praktisch immer gleich, so um die 2/3 bis 3/4 Potsize im Raised Pot, H2U. Das hat den angenehmen Vorteil, dass die Gegner - vor allem Regulars - nie genau wissen können, wie es um meine Hand steht.
      Probleme entstehen eigentlich erst dort für mich, wo es sehr drawy Boards gibt (Bsp: Q,T,9 mit zwei Spades; du hältst bspw. ein Overpair). Einerseits muss man auf solchen Boards maximal protecten, wenn ich mal eine Hand habe und nicht einfach "nur" C-Bette. Andererseits möchte ich durch die Potsize Bet nicht meinem Gegner gleich "telefonieren", dass ich ne Made-hand habe und schlechtere Hände vergraulen

      Was stuft ihr in solchen Situation wichtiger ein: Protection oder Deception?
  • 6 Antworten
    • xn321
      xn321
      Bronze
      Dabei seit: 13.01.2008 Beiträge: 9.287
      wet board ohne ende protecten und fertig
    • Thorsten77
      Thorsten77
      Black
      Dabei seit: 28.05.2006 Beiträge: 12.896
      Du orientierst Deine Betsize einfach daran, wie draw-lastig das Board ist. So hast Du Protection und Deception gleichzeitig...
    • Heitauer
      Heitauer
      Bronze
      Dabei seit: 19.06.2007 Beiträge: 294
      ich orientier mich bei der Größe der Conti auch einzig und allein an der drawlastigkeit des boards, egal ob ich getroffen habe oder nicht.

      Allerdings zweifel ich manchmal auch daran, ob deception auf NL25 gegen jeden Gegner Vorrang haben muss. Wenn ich mit nem set Kings auf K83 rainbow board dastehe ist halt die Versuchung groß etwas größer zu betten. Ich verkneifs mir trotzdem meistens, Ausnahmen kann man mal gegen Vollfische machen die sowieso nur ein paar Orbits überleben und gegen absolute Callingstations.

      Bei wet boards ist es im Prinzip dasselbe, allerdings ist es hier halt meistens so, dass der Gegner das board oft teilweise getroffen hat (deswegen machen wir ja die PS bet for protection). Somit wird es halt sehr teuer wenn wir nichts getroffen haben, weil unsere bets größer sind, und der Gegner öfter weiterspielt.
      Trotzdem sollte man lieber mal die conti weglassen auf nem board das der Gegner sehr gut getroffen haben könnte, als ihm odds zum drawen zu geben oder durch ne kleine conti anzuzeigen, dass man nichts hat.

      Bei wet boards würd ich die bet im Gegensatz zum dry board immer groß machen, egal gegen welchen Gegner. Vom Gegner hängt hier nur ab, ob ich sie öfters mal weglasse oder nicht.
    • Skyw4lker2k
      Skyw4lker2k
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2008 Beiträge: 412
      Okay, sieht nach einem ziemlich klaren Konsens aus. Da werde ich mein Spiel hinsichtlich der Conti-Bets wohl anpassen und nicht mehr ein so starres System verfolgen.

      Danke auf jeden Fall für die Antworten ^^
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Du solltest dir auf niedrigen Limits (ich gehe mal davon aus du spielst maximal NL 100 wg. Silber / Einsteiger-Forum) keine allzugrossen Sorgen darum machen, nicht exploitable zu sein - die Gegner sind einfach nur so schlecht, dass sie das ueberhaupt nicht mitkriegen.

      Stattdessen solltest du die C-Bet-Size einfach immer nur "optimal" machen. Optimal heisst hier, soviel wie noetig und so wenig wie moeglich - ok, kompliziert ....

      * Auf dry Boards hat dein Gegner normalerweise entweder etwas getroffen oder nicht,
      wenn du hier volle Pot-Size bettest wird er zwar etwas oefters folden als wenn du
      nur halbe Pot-Size bettest, aber nicht annaehrend oft genug dass es das
      zusaetzliche Risiko wert waere.

      Vor allen Dingen Voll-Fisch kuemmert sich normalerweise recht wenig um deine
      Bet-Size oder welche Odds er bekommt - er guckt nur auf seine Karten und
      entscheidet ob sie ihm gefallen oder nicht.

      Du kannst hier also ruhig klein betten.

      * Auf wet Board musst du natuerlich protecten, solltest also etwas hoeher betten.

      Das waeren mal die Basics.

      Gegen Fische kann man allerdings noch weitere Anpassungen vornehmen:

      * Fisch merkt meist nicht, wenn du deine Bet-Size deiner Hand-Staerke entsprechend
      variierst

      * Gegen Voll-Fisch kannst du auf dry-Board ruhig halbe PS C-betten und volle PS
      wenn du ein Monster hast - der ist viel zu verliebt in seine eigenen Karten um das
      mitzukriegen.

      * Auf super wet Board solltest du dir eher ueberlegen ob du ueberhaupt c-betten
      willst und ob du eher Wert auf Protection oder Pot-Control legst.

      Das "maximum Protection on wet Boards" ist so nicht richtig:

      Mal angenommen, du hast A :diamonds: A :hearts: auf einem 8 :spades: 9 :spades: 6 :clubs: Board in einem multiway Pot gegen 3 Voll-Fische - du hast utg auf 4 BB geraist und 2 Caller + BB bekommen, es sind also 16.5 BB im Pot, der BB checkt zu dir. Ich checke hier, und zwar mit der Intention zu folden oder zu callen, werde hier aber niemals betten oder gar eine Bet raisen.

      Man muss sich hier doch einfach ueberlegen:

      * Habe ich es noetig hier gegen Fisch meine Range zu balancen ?

      Wohl kaum, Fisch hat entweder was getroffen oder nicht.

      Ich muss hier nicht unbedingt betten nur aus Angst, sonst nicht ausbezahlt zu
      werden wenn ich das naechste Mal 7 :spades: T :spade: habe. Fisch interessiert
      nicht was ich habe, er guckt nur auf seine zwei Karten und entscheidet dann ob
      ihm diese gefallen oder nicht.

      * Ok, also welche Equity habe ich gegen seine Calling- bzw. Raising-Range.

      Wenn ich hier C-bette und geraist werde, bin ich so gut wie immer beat -
      selbst wenn ich momentan noch ahead bin wird Fisch hier oft irgendeinen
      Draw oder Pair + Draw haben und ich hab' keine Ahnung welche Turn- bzw.
      River-Karten fuer mich "sicher" sind und welche nicht.

      So, und die Leute die jetzt sagen dass sie sich bei der Groesse der Bet einzig und allein and der Drawlastigkeit des Board orientieren lesen sich das oben bitte nochmal durch:

      Muss ich hier wirklich gegen Fisch meine Range balancen ?

      Sobald wir nicht darauf achten muessen, wie gross wir betten wenn wir etwas getroffen haben, koennen wir die C-Bet doch als reinen Bluff ansehen und sie so gross machen wie es halt noetig ist.

      Wenn ich z.B. weiss, dass mein Gegner nahezu jede Flop-Bet callen wird egal wie gross sie ist und dann am Turn dann check/foldet, dann C-bette ich doch eher klein wenn ich nichts getroffen habe um billiger einen Turn zu sehen, wo ich den Pot von ihm wegnehmen kann.

      Gruss,
      Jack
    • Blinzler
      Blinzler
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2005 Beiträge: 7.456
      Original von jackoneill
      Wenn ich z.B. weiss, dass mein Gegner nahezu jede Flop-Bet callen wird egal wie gross sie ist und dann am Turn dann check/foldet, dann C-bette ich doch eher klein wenn ich nichts getroffen habe um billiger einen Turn zu sehen, wo ich den Pot von ihm wegnehmen kann.
      das ist jetzt aber nicht dein ernst, oder ;)

      unter dieser annahme müsste man den flop so hart betten, wie er gerade noch callt for max value.

      allerdings ist die idee richtig, dass wenn villain am flop eh nur seine karten spielt, nur so klein zu betten als bluff, wie wir mindestens müssen, damit er gerade noch foldet und als valuebet halt so groß, dass wir den maximalen ev haben.

      so kann es durchaus gut sein, auf nem drawy board klein zu betten, wenn villain dann anfängt mega aggro dagegen zu halten, oder auf nem dry board klein zu betten, wenn wir dadurch ein A hi evenutell nochmal zum callen zu kriegen, wenn das eben nen großteil seiner callingrange ausmachen würde.

      gegen aufmerksame gegner ist eine relativ feste size aber gut, also nicht bluffs 1/2 und valuebets pot oder so, aber auch hier gilt, man darf durchaus variieren, wenn man dadurch mehr ev bekommt