Frage: Nash-Gleichgewicht

    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Mir ist heute folgende Frage gekommen.

      Wenn in einer Marktwirtschaft Nachfrage und Angebot im Gleichgewicht sind, also N = A, herrscht dann ein Nash-Gleichgewicht?

      Für die Unternehmen könnte es eigentlich Sinn machen, den Preis zu erhöhen, die Nachfrage dadurch zu mindern, wenn einzelne Verbraucher bereit sind, einen überdurchschnittlich hohen Preis zu zahlen. Der Erwartungswert der Unternehmen steigt nämlich dann, weil halt z.b. 10% der Verbraucher bereit sind das 10000000fache der anderen Verbraucher zu bezahlen.

      Für die Verbraucher könnte es kurzfristig Sinn machen, sich abzusprechen und die Nachfrage bzw. den Preis, den sie gewillt sind, zu zahlen, zu verringern, nur um die Reaktion der Unternehmen abzuwarten, die daraufhin den Preis verringern werden, weil sie nicht auf ihren Waren sitzen bleiben wollen. Das würde den Erwartungswert der Verbraucher steigen.

      Also befindet sich N = A eigentlich nicht in einem Nash-Gleichgewicht oder?
  • 34 Antworten
    • DonCologne
      DonCologne
      Global
      Dabei seit: 28.07.2006 Beiträge: 1.314
      Das Konzepet des Nash Gleichgewichts kommt aus der Spieltheorie und hat mit Nachfragetheorie ersteinmal wenig zu tun.
      Zur Nachfragetheorie gibt es ein ganz vernünftigen Einsteigerartikel auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Marktgleichgewicht. Ebenso steht hier etwas zum Nash-Gleichgwicht http://de.wikipedia.org/wiki/Nash_Gleichgewicht
    • FMAeneas
      FMAeneas
      Bronze
      Dabei seit: 27.03.2006 Beiträge: 1.077
      glaub deine Absicht geht eher in diese Richtung:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Pareto-Optimierung
    • xanic
      xanic
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 1.439
      hey, pareto-ineffizienz muss ich auch grad machen :)
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Es ist mir schon klar, dass Nash-Gleichgewicht bzw. strategisches Gleichgewicht ein Begriff aus der Spieltheorie ist, der sich aber durchaus auf ökonomische Verhältnisse bzw. "Spielsituationen" übetragen lässt.

      Mir geht es darum:

      wenn N = A, macht es dann für einen der beiden (unternehmer oder verbraucher), Sinn von dem Gleichgewicht abzweichen, indem die Unternehmen entweder den Preis erhöhen oder die Verbraucher die Nachfrage künstlich senken.

      Ich denke, das mit der Pareto-Optimierung trifft es ganz gut. D.h. dann, dass es kein Nash-Gleichgewicht gibt, zumindest nicht unter oben genannten (oder nicht genannnten) Annahmen.
    • FMAeneas
      FMAeneas
      Bronze
      Dabei seit: 27.03.2006 Beiträge: 1.077
      @Xanic
      hab mich nur kurz damit beschäftigt als ich mal ne Arbeit zur rationalen Theorie der Demokratie geschrieben habe....
      Habe aber nich wirklich ne tiefergehende Ahnung davon...
      In welchem rahmen beschäftigst du dich damit?
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      wobei paretroeffizient auch nicht wirklich was mit mit angebot und nachfrage zu tun hat...

      grundsätzlich spielt bei vollkommener konkurrenz nash gleichgewicht keine rolle weil niemand eine wahl hat...

      nash gleichgewicht kommt erst bei oligopoltheorien zum tragen aber nur aus der sicht der anbieter! jeder betreibt nutzenoptimierung was zu einem angebotenen preis führt....

      normalerweise geht man von vollkommener konkurrenz aus, anbieter ist preisnehmer und hat keine möglichkeit den preis zu verändern...

      ausserdem ist die nachfrage eine aggregation einzelner nachfragekurven... homo oeconomicus optimiert nur seinen eigenen nutzen... in einem angebot nachfrage diagramm sind preisabsprachen etc. nicht drin! vor allem da bei einer nachfragekurve normalerweise von unendlich vielen nachfragekurven ausgegangen wird...

      wenn preisabsprachen möglich sind würde das theoretisch in der nachfragekurve dadurch gezeigt, das die nachfragekurve absolut preiselastisch ist...

      nachfrage und angebotskurve ist komparative statik und nash gleichgewicht spieltheorie... bei nachfrage und angebotskurve ist die nachfrage direkt schon festgelegt und somit auch das verhalten!

      sprich du kannst die spieltheorie nicht wirklich einbringen weil sich durch preisabsprachen der nachfrager sich die kurve selber verändert.... du kannst die spieltheorie aber nicht einbringen weil die komparative statik nur einen ausgang kennt: das gleichgewicht... wie und auf welchem weg es zum gleichgewicht kommt ist nicht bestimmbar...
    • FMAeneas
      FMAeneas
      Bronze
      Dabei seit: 27.03.2006 Beiträge: 1.077
      Verbraucher werden sich kaum absprechen....(rein theoretisch möglich, aber was hätteste davon)......Aus der Sicht der Unternehmer machts bestimmt Sinn den preis zu erhöhen...(bin noch kein Experte auf diesem gebiet)
    • xanic
      xanic
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 1.439
      dem stimme ich zu. (2 über mir)

      @fragesteller: wirtschaftsinformatik-fernstudent :)
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      löschen
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Wenn die Verbraucher sich absprechen und die Nachfrage künstlich senken, hätte das kurzfristig eine Preissenkung zur Folge.


      @paxinor

      Das leuchtet ein... Die Nachfragekurve impliziert schon etwaiige Preisabsprachen oder Verbraucherabsprachen.
    • xanic
      xanic
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 1.439
      Aber auch zwingend eine mengensenkung, was zur folge hätte, dass nicht alle nachfrager bedient werden.

      da das aber nicht inhalt des modells der vollkommenden konkurenz ist, kann man das eigentlich vernachlässigen.

      mfg
      markus
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      vorsicht: das angebot und nachfrage diagramm ist zeitlich nicht festgelegt...

      man kann nicht von kurzfristigkeit oder langfristigkeit ausgehen...

      die nachfrage ist fix und entweder man ist im gleichgewicht oder man ist durch preissetzung nicht im gleichgewicht... aber von kurzfristig oder langfristig kannst du nicht reden...

      es ist eben wie schon gesagt komparative statik... die nachfrage und das angebot ist fix, wenn sich was ändert, dann ändert sich die nachfragekurve bzw. die angebotskurve...

      irgendwie irgendwann pendelt sich das ganze ein, wie das passiert und wie lange das dauert weiss man nicht... das ist normale marktanpassung wo auch keine strategie von irgendjemand verfolgt wird...
    • cryx
      cryx
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2005 Beiträge: 1.574
      Studieren wir alle das selbe? :) Machen auch grad Marktgleichgewicht, Effizienz, Präferenzen etc.
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      Original von xanic
      Aber auch zwingend eine mengensenkung, was zur folge hätte, dass nicht alle nachfrager bedient werden.

      da das aber nicht inhalt des modells der vollkommenden konkurenz ist, kann man das eigentlich vernachlässigen.

      mfg
      markus
      das ist falsch... wenn die nachfrager aus irgendeinem grund ihre nachfrage zu einem gewissen preis senken gibt es desswegen KEINE nachfrager die nicht bedient werden bzw. nicht zufrieden! es ist ihre wahl nicht zu einem gewissen preis bedient zuwerden, desswegen sind sie zufrieden weil sie selber ihr nachfrageverhalten wählen...

      es gibt nur unversorgte nachfrager wenn der preis extern fixiert wird!
    • DanielJ
      DanielJ
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2006 Beiträge: 192
      Meines Erachtens ist es nicht sinnvoll die Preise zu ändern.

      wenn N = A, macht es dann für einen der beiden (unternehmer oder verbraucher), Sinn von dem Gleichgewicht abzweichen, indem die Unternehmen entweder den Preis erhöhen oder die Verbraucher die Nachfrage künstlich senken.



      Das Gegenstück zu der Nachfrage die Du bei den Verbrauchern anführst ist aber nicht der Preis sondern das Angebot.
      Worum es in Deiner Theorie bzw Frage geht lässt sich mE mit der Preiselastizität beschreiben.

      Die Preiselastizität kennt mehrere Ausprägungsformen. Das wovon ich meine, daß Du es beschreiben möchtest gibt es. Sie bezeichnet eine negative Preiselastizität (Snob-Effekt).

      Dabei steigt die Nachfrage bei einer Erhöhung des Preises.

      Die Frage die Du eingangs gestellt hast erübrigt sich meiner Meinung nach, da dies ja c.p. in der Angebots-/Nachfragekurve enthalten wäre und der Preis erstmal ein Optimum darstellt.
    • sholvar
      sholvar
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 4.826
      Ich bin ein Fan davon über sehr theoretische Situationen zu philosophieren, aber das hier ist zu unrealistisch.
      Entweder wir haben A = N und keiner kann daran rütteln (warum auch immer) oder wir haben nicht A = N. Solang da von beiden Seiten handlungsfähigkeit besteht wird und kann es nicht zu einer Gleichheit kommen. Nämlich weil der Kampf um den vorteilhaftesten Erwartungswert jeden Tag stattfindet. Beide Seiten müssten von ihren Wünschen nach maximalem EV zurücktreten um dann einen Kompromiss zu finden. In diesem Fall würde dann aber keiner mehr am Gleichgewicht rütteln.
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      die handlungsfähigkeit wird in einem angebot und nachfragediagramm gar nicht dargestellt und ist auch nicht zu diskutieren

      angebot und nachfragefunktion sind eine reaktionsfunktion... ich frage zu einem gewissen preis eine gewisse menge nach und ich stelle zu einem gewissen preis eine gewisse menge zur verfügung

      es geht gar nicht um erwartungswert! der erwartungsert auf der nachfragekurve ist für jede preis mengenkombination gleich!

      ob ich nun 1 einheit für 18 oder 5 einheiten für je 7 nachfrage ist für den nachfrager indifferent!...

      das angebot nachfragediagramm ist keine nutzenmaximierung sondern stellt nur dar welche preis mengenkombination schlussendlich am markt ist.... der nutzen ist dann die produzentenrente bzw. die konsumentenrente... aber das hat nichts mit dem gleichgewicht zu tun!

      das ist ganz wichtig zu verstehen.... das gleiche gilt für die unternehmung... sie ihr gewinn ist in jedem der angebotenen mengen 0 (bei volkommener konkurrenz)

      man muss aufpassen was das diagramm überhaupt darstellen will...

      es geht nicht um ev maximation, davon wird im angebot nachfrage modell sowieso ausgegangen... es geht darum welcher preis sich einpendelt bei welcher menge wenn alle marktteilnemer den ev maximiert... die nachfragekurve und die angebotskurve zeigen die punkte wo der ev maximal ist! desswegen hats auch nichts mit spieltheorie zu tun
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      hmm ich sehe das ist ein missverständlich ausgedrückt... natürlich ist 1 eineheit für 18 schlechter an als 7 einheiten für 5... ev mässig...

      ich muss mir eine bessere formulierung einfallen lassen auf morgen um das genau erklären zu können warum "kämpfe" nichts im angebot nachfrage diagramm zu suchen haben...
    • DanielJ
      DanielJ
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2006 Beiträge: 192
      Da bin ich voll Deiner Meinung. Ich war nur der Meinung, dass er darauf hinaus wollte. Sonst ist hier keine Angebots-/ Nachfragefunktion sinnvoll.

      Das was Einangs gefragt wurde, kann man wohl am besten mit einer Preis-Mengenabsatzkurve darstellen.

      Die Frage würde ich auch (zumindest in der Theorie) mit ja beantworten wenn der Nutzen des Verbrauchers steigt.
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