Umgang mit Completes

    • Siffer0410
      Siffer0410
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 407
      Hallo zusammen,
      ich spiele erst seit kurzem die 11$ HU SNG. Bisher komme ich auch ganz gut zurecht, was jetzt nicht heißen soll das ich der totale winnigplayer bin. ;)
      Das HU Spiel macht riesen Spaß und vor allem das Spiel gegen die verschiedenen Gegnertypen macht den Reiz aus.

      Neuerdings fällt mir auf, das viele Spiele preflop nicht mehr raisen, sondern jede Hand nur completen.
      Wie spiele ich am besten gegen diese Gegner? Nur fit or fold finde ich zu weak, aber da die any two halten können weiß ich mir oft nicht anders zu helfen.

      Wäre cool wenn ihr paar Tips für mich hättet.

      Gruß
      HG
  • 10 Antworten
    • SkyReVo
      SkyReVo
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 2.365
      Raise halt die Top 30% deiner Hände und check den Rest behind und donk bzw. checkraise bei Hit oder guter Boardstruktur.

      Ich glaub, ich versteh die Frage noch nicht ganz, kannst du das konkretisieren?
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.461
      Kommt auch sehr drauf an, wie der Gegner Postflop so drauf ist.
      Wenn er oft pre callt aber auf cbets foldet, kannst viel raisen bis er adaptet, dann nur noch Equityhände und playabilityhände raisen.

      30 % ist schon recht gut, je nachdem kann man davon abweichen und entweder tighter oder bisl looser werden.

      Die restlichen %, die man checkt sollte man mit donks und c/raises spielen, um es dem Gegner schwer zu machen. Mit was und wie du es balancierst, musst du je nach Gegner sehen.
    • jtpied
      jtpied
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2006 Beiträge: 3.959
      Die meisten Gegner, die completen sind auch postflop ziemlich passiv und folden oft auf Contis.

      Wären diese 30% ca. die Hände aus dem Equilator, oder sollte man doch mehr auf Playability achten? 30% wären ja ca. 22, Ax, K8, K5s, Q9, Q8s, JT, J9s.

      Dodado, meinst du man soll c/r und donk varieren oder je nach Gegner abhängig machen?
      Ich würde das alleine vom Gegner abhängig machen. Die passiven werden nicht betten, aber auf eine Bet von mir oft folden, die Aggressiven werden auf eine Bet aber auch mal ohne Hand moven, da fänd ich c/r mit maximaler FE besser. Könnte man nicht sogar anfangen erst mal sehr viele Hände zu betten gegen Passive (natürlich nicht auf einem 89T 3-suited Board) und dann einfach zu adapten. Ich denke die werden einfach sehr oft weglegen.
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.461
      Klar, gegen irgendwelche Rocks, die nur TP oder besser weiterspielen einfach donken, die folden Alles weg, man gibt keine Freecards.

      Dann gibt´s noch Viele, die complete/donk any spielen aber sehr oft auf c/r folden, wobei sie donks auch manchma callen oder raisen, dann ist c/r natürlich toll.


      Angenommen man spielt gegen nen guten Spieler, der oft completet, oder minraist, muss man gucken wie oft, wann und wo Donks callt/raist/foldet, gleichermaßen bei c/r agiert, damit man sehen kann, wie man es gut spielen kann.

      Habe selbst früher schwache made hands gedonkt, starke Hände ge c/raist.
      Kann man gegen Viele auch immer so machen, aber irgendwann wird man von Einigen dann doch durchschaut und da muss man dann da donken, wo man normals c/r würde, und umgekehrt, sofern die Lines dem entsprechen, was für den Gegner entsprechend ist, ist dann individuell und vom Spiel her abhängig, weil man nie ne Defaultaussage zu ner bestimmten Situation machen kann.

      Dennoch denke ich, dass man gegen Viele einfach for Value spielen kann, weil die nicht adapten, später muss man sich Gedanken machen, wie man was balancen kann, warum es gut sein könnte und vor allen Dingen sinnvoll.
      Habe ich mir aber noch keine wirklich intensiven Gedanken drüber gemacht.



      Wichtig finde ich noch, dass man so spielen sollte, dass man selbst die FE hat, wenn man pusht und nicht der Gegner.

      Also wenn man donk/3-bet push spielen kann, ohne dass der Gegner committet ist, andersrum man selbst nachm c/r gepusht wird, sollte man eher das Gewicht auf donk/f; donk/push verlagern als zu c/r.

      Und andersrum natürlich, dass wenn man c/r spielen kann, wo der Gegner drüber bluffraisen kann und man selbst noch pushen kann, ihne dass Villain committet ist, kann man gut c/r spielen, weil der Gegner dann die schwierigen Entscheidungen hat und nicht wir.
      Muss man sehen, wie hoch Villain seine Betting- und Raisingsequenzen hat.


      Ist ja im Prinzip das Re-Stealprinzip, aber meines Erachtens sehr sehr wichtig und das wurde bei mir sehr wichtig irgendwann, als die Gegner bluffraisten und man selbst keine arg polarisierten Ranges preisgeben wollte.
    • Siffer0410
      Siffer0410
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 407
      Original von SkyReVo
      Raise halt die Top 30% deiner Hände und check den Rest behind und donk bzw. checkraise bei Hit oder guter Boardstruktur.

      Ich glaub, ich versteh die Frage noch nicht ganz, kannst du das konkretisieren?
      kann ich nur schwer konkretisieren, aber die beitäge hier haben mir schon weiter geholfen. von daher thx @all :rolleyes:
    • jtpied
      jtpied
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2006 Beiträge: 3.959
      @Doda: n1! Ist interessant was du schreibst, wohl eher etwas adavanced, aber trotzdem hilfreich.

      Beim Re-Steal-Prinzip muss man sich wohl vllt. schon vorher Gedanken machen, ob man denn überhaupt so weit gehen will zu shippen. Wenn ja, ist es klar, dass man die Odds für den Gegner möglichst schlecht macht, wenn man es eh nicht vor hat braucht man sich wohl keine Gedanken drüber machen. Ab welchem BI fangen denn die Gegner an zu bluffraisen auf c/r? Auf donk versteh ich es ja noch, aber auch c/r...
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.461
      Original von jtpied
      Beim Re-Steal-Prinzip muss man sich wohl vllt. schon vorher Gedanken machen, ob man denn überhaupt so weit gehen will zu shippen. Wenn ja, ist es klar, dass man die Odds für den Gegner möglichst schlecht macht, wenn man es eh nicht vor hat braucht man sich wohl keine Gedanken drüber machen. Ab welchem BI fangen denn die Gegner an zu bluffraisen auf c/r? Auf donk versteh ich es ja noch, aber auch c/r...
      Ich mache mir immer vorher Gedanken, wann ich pushen kann und der Gegner nicht, es sei denn er overbettet und mache von diesem Standpunkt aus die gewichteten Lines abhängig.


      Hmmm. Bei meiner Spielweise werde ich schon oft gebluffraist, denke auch, dass Einige auf so $30 oder so es drauf haben zu bluffraisen, auf $50 bestimmt. Aber ich spiele nur $200er aufwärts.
      Auf kleinen Limits kann man das wahrscheinlich vernachlässigen, weil die Gegner entweder gar nicht auf die Idee kommen zu bluffen (wenn dann doch, merkt man es, weil es oft wenig Sin ergibt), oder sie bluffen sehr viel, sodass man eher passiver werden sollte, da man mit starken Händen am Ende doch mehr ausbezahlt wird, als dass man 5ma oder so geblufft wird, weil die Maniacs dann trotzdem einen rausbluffen wollen, obwohl es eindeutig ist, dass sie beat sind).

      Irgendwann nach oben hin, oder wenn man oft gegen die selben Gegner spielt, die auch bisl mitdenken, verschwimmt Alles mehr und mehr und man muss bisl mehr aufpassen, dass man nicht zu sehr polarisiert spielt, weil man sonst mehr exploitet werden kann, ist aber nicht sooooo wichtig wie andere Sachen.


      Wie spielst du gegen nen aggressiven c/raiser, von dem du weißt/glaubst, dass er oft blufft, wenn du completest und der Flop 27Qo kommt?
      Wenn ich mich nicht committe, raise ich sowas auch ma auf 2,3-2,5 ca., sofern ich es vorher nicht oft machte, denn wenn Gegner gute Flopstrukturen zum Bluffen erkennen, erkennen sie oftmals auch,d ass der Gegner das Gleiche weiß, der dann oft 3-betblufft. Aus dem Grunde bluff3-bette ich zwar auch, aber gewichte es mehr mit ValueHänden, mit denen ich broke gehen möchte, weil öfter dagegen gepusht wird
      ---
      Gegenüber dem Call. Call auf sonem Flop IP ist ne sehr starke Waffe, weil der C/raiser dann am Turn ganz genau überlegen muss, was er macht, und er 0 Infos über unsere Handstärke haben kann, wir also sehr gute Infos bekommen können. (Darf man nicht so oft machen und nicht so polarisiert, dass es readable wird)

      [Oft ist es so, dass Gegner, die ne schwache Q oder 7 haben, dann eher dazu neigen zu c/c oder zu donken, weil sie günstig zum Showdown wollen.]


      Wenn du die Limits bis $100 BI gecrusht hast, dann geht´s los mit Deceptionplays für Levelvorsprünge. Auf den $11ern würde ich nix balancen, sondern einfach for Value spielen, oder 90 % bluffen, wenn Villain immer foldet. ;)
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Eigentlich muesstest du dich doch freuen, wenn den Gegner es dir erlaubt kostenlos so viele Flops zu sehen.

      Wie ich bis jetzt gelernt habe sollte man am BU sehr tight sein, d.h. maximal ca. 35% aller Haende spielen - und normal waere dass man ca. 7-11% 3-bettet je nach Gegner.

      Wenn er jetzt also zu oft limpt hast du zunaechst einmal den Vorteil, dass du viel mehr Flops kostenlos siehst als du es gegen einen guten Gegner taetest. Hinzu kommt die Tatsache, dass du quasi auf jedem Board Two Pair haben koenntest, der Gegner dich also sehr schwer lesen kann.

      Jetzt kann man natuerlich ueberlegen ob man dann am BB oefters raist - vor allen Dingen wenn der Gegner oft limp/fold spielt. Gegen sehr schlechte Gegner wuerde ich mir aber ernsthaft die Frage stellen, warum man oop unbedingt den Pot groesser machen will. Man hat ja schliesslich Post-Flop eine gewaltige Edge und koennte daher doch viel einfacher versuchen Post-Flop sehr viele kleine Poette zu stealen.

      Gegen etwas bessere Gegner muss man das allerdings auch aus der anderen Perspektive sehen:

      Ich versuche z.B. in einem HU SnG-Match recht frueh herauszufinden, ob mein Gegner zulaesst, dass ich den BU limpe oder nicht. Das wird ja vor allen Dingen bei hoeheren Blinds sehr interessant, wenn ich mir denke dass ich Post-Flop In Position eine grosse Edge gegen ihn habe, ich allerdings konservativ mit meinen Chips umgehen muss da sie ja nunmal begrenzt sind.

      Wenn es ein Gegner also zulaesst dass ich sehr viele Buttons limpe, kann ich In Position viel mehr Haende spielen als ich das gegen einen guten Gegner koennte.

      Von dieser Perspektive her gesehen duerte also klar sein dass man etwas bessere Gegner nicht den Button limpen lassen sollte. Hinzu kommt, dass es gegen einen etwas staerkeren Gegner ja Post-Flop oop sehr tough waere weiterzuspielen.

      Gruss,
      Jack
    • SkyReVo
      SkyReVo
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 2.365
      Du spielst aus dem Button heraus nur 35% deiner Hände?
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Oops, ich meinte natuerlich den Big Blind, nicht den Button.