Fragen zu Schach

    • DealmeOut
      DealmeOut
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 2.612
      nabend,
      ich schau mir grad n paar spiele von der Schacholympiade an, hab aber selbst ni viel Ahnung von dem Spiel.
      http://www.dresden2008.de/site/de/main.htm ->>live

      Jedenfalls kann mir ja vielleicht einer von euch, die Schach mit nem professionellem Anspruch spielen, sagen wie viele bis zu welchem lvl so die besten Spieler der Welt denken und wann n Tausch für einen Vorteilhaft ist.
      Ich fands krass wie oft die Profis ihre Spielfiguren Läufer gegen Läufer tauschen, ich hab glaub ich mal gelesen dass es unehrenvoll is :D

      Klar kann dann die Position der übrigen Figuren besser sein, aber irgendwie läufts doch dann immer auf n Remis hinaus.
      Zumal die Planung der nächsten Züge total erschwert wird, wenn der Gegner sich nur in 50% der Fälle auf den Tausch einläßt.

      edit:
      Achja und warum baut man soch den König so früh selbst mit ner Rochade ein(3bauern turm und könig auf 6Feldern), er is zwar besser geschützt, ist aber theoretisch schon mit einer Dame Matt zu setzen.
  • 6 Antworten
    • Elazul
      Elazul
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2007 Beiträge: 2.068
      Selbst kein Experte, habe mich nur mal (etwas) mit Schach beschäftigt.

      Zum €: Rochade dient allgemein der Verbesserung der eigenen Stellung. Du schaffst den König an den Rand, dort ist er schwerer angreifbar (natürlich kannst du ihn mit der Dame matt setzen, dazu muss dein Gegner aber seine Figuren auch erstmal enstsprechend positionieren).
      Imo wichtigster Vorteil ist es, den Turm ins Spiel zu bringen. Den kriegst du halt normalerweise schlecht aus der Ecke raus und dein Ziel ist es ja, Druck aufzubauen. Das ganze möglichst auf den d- und e-Linien deswegen auch die Regel, bei Wahlfreiheit mit dem Bauern möglichst nach innen zu schlagen. Das alles machst du eben mit einem Zug, wozu du sonst (mindestens) 2 bräuchtest.

      Zum Rest trau ich mich nicht, davon habe ich zu wenig Ahnung. ;)
    • DaWyatt
      DaWyatt
      Bronze
      Dabei seit: 10.04.2006 Beiträge: 3.434
      Original von DealmeOut


      edit:
      Achja und warum baut man soch den König so früh selbst mit ner Rochade ein(3bauern turm und könig auf 6Feldern), er is zwar besser geschützt, ist aber theoretisch schon mit einer Dame Matt zu setzen.
      Die beide Hauptzwecke sind erstmal:
      -den Turm in das Spiel bringen, er ist in vielen Fällen auf den Zentrallinien viel mehr wert als am Rand
      -den König von den Zentrallinien nehmen, diese werden schneller geöffnet als die zum Beispiel die g-Linie. (oder schneller als man schach sagen kann :D )

      Es gibt sicherlich so manche Spiele, wo der König sehr spät zur Rochade ansetzt, oder gar ganz in der Mitte bleibt. Aber das ist nicht so oft der Fall.

      Achja: auch ein Vorteil der Bauern abseits ist, dass diese noch in der Ausgangsposition sind. Man kann quasi auf Angriffe Reagieren.


      Wenn du meintest, dass man "durchschaubar" wird, weil der andere dann weiss wo er anzugreifen hat. Stimmt, aber er muss ja erstmal beweisen, dass es schlecht war.

      gut, genug gelabert :)
      sorry wenn manches nicht vollkommen richtig ist :) is meine Sicht
    • DealmeOut
      DealmeOut
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 2.612
      danke soweit =)
    • DealmeOut
      DealmeOut
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 2.612
      grad eben:




      warum schlägt der könig nicht den bauern?
      stattdessen holt er sich ne dame - turm schlägt dame - turm schlägt turm - bauer is frei -->weiß hat ne dame und schwarz nur n turm...

      ich verstehs ni
    • funat1c
      funat1c
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 3.133
      Sonst kommt T -> h1 und dann ist die sache direkt aus (Schwarz macht rdm move, weiß holt dame, schwarz schlägt dame, weiß schlägt turn, schwarz rdm, weiß schlägt bauer-> game over)

      habs nur kurz überschlagen, müsste aber passen...
    • RecurringNightmare
      RecurringNightmare
      Bronze
      Dabei seit: 25.03.2008 Beiträge: 4.237
      Professioneller Anspruch ist übertrieben, aber ich habs jahrelang im Verein betrieben und daher zumindest rudimentäre Kenntnisse (mehr alsn SSSler von Poker, aber halt nur Low-Limit und nicht High-Stakes :D )

      Wie weit man vorraus denkt hängt natürlich von der Stellung ab, zum Beginn einer Partie ist da meist viel Standard, die gängigen Eröffnungen sind vielfach durchanalysiert und man weiss einfach wie man auf welche Züge reagieren muss und wie man unabhängig von dem was der Gegner macht die eigenen Figuren dahin bekommt wo man sie gerne hat. Bei dem Level wo die dort spielen haben die sich natürlich speziell auf dne Gegner vorbereitet udn wissen was der gerne mag und was nicht, womit er Probleme hat udn was ihm liegt, etc.
      Sobald man das hinter sich hat wirds interessant, man guckt inwiefern man seinen eigenen Eröffnungsplan durchgebracht hat bzw wie stark er vom Gegner gestört wurde und in welcher Form man den Gegner von dessen Plänen abgebracht hat, und überlegt dann wie man seine eigene Stellung verbessern kann, welche weiteren Pläne man verfolgt etc, aufgrund der Komplexität der Stellung kann man hier natürlich nicht ewig weit vorrausrechnen, aber 2-3-4 Züge solltens eigentlich eh immer sein, je nachdem wie kritisch es grad ist auch mal nen paar mehr, das ganze vereinfacht sich dadurch, dass man ja sieht, welche Optionen dem Gegner offen stehen, er kann zwar 120 (geschätzt) verschiedene Züge machen aber er wird ziemlich sicher einen der 3 besten machen, entweder halt den besten, weil er der beste ist, oder einen von den anderen beiden, in der Hoffnung einen dadurch überraschen zu können (oder natürlich weil entweder er oder man selber ne Fehleinschätzung gemacht hat).
      Sollte sich das ganze dann irgendwann öffnen und die Anzahl der Figuren udn Steine abnehmen kann man deutlich besser rechnen, 8-10 Züge sind schonmal drin, klingt zwar total viel, ist aber garnicht schlimm, denn solange alles läuft wie geplant muss man ja dann immer nur einen Zug weiter denken (den dann zwar in 5-6 Varianten, aber mein Gott, ist echt nciht so wild wenn man das regelmäßig macht). Das Problem ist hauptsächlich, dass man dann doch nicht so gut ist bzw der Gegner halt auch nicht, und daher immer doch irgendwas anders läuft als man geplant hatte, da man nicht dauernd wieder ewig rumüberlegen will plant man dann meistens doch nur wenige Züge vorraus.
      Sollte es zum Endspiel kommen ist das ganze wieder etwas einfacher, sowohl Anzahl der Figuren als auch Komplexität der Stellung lassen eigentlich nciht so viele Optionen zu, man muss dann zwar aufpassen, aber in der Regel hat sich zu dem Zeitpunkt irgendeiner irgendeinen Vorteil erarbeitet und darauf wird dann fokussiert, bzw man weiss dann auch meist wieder was zu tun ist, weil es auch dazu wieder ausgiebige Analysen gibt, die Stellungen gleichen sich zwar nicht aber sie haben ausreichende Ähnlichkeiten um auch da wieder nach bekannten Mustern vorzugehen.

      Überhaupt bringt dabei Erfahrung sehr viel, während ein Anfänger halt oftmals unnötig weit oder zu wenig weit denkt, denkt ein fortgeschrittener Spieler oftmals eher weniger, er weiss einfach was zu tun ist, der Anfänger macht zB voll den umfangreichen Plan, erst irgendeine Figur irgendwohin und dann noch eine zu Unterstützund und dann kombinierter Angriff, dabei verheddert er sich dann in der Zugreihenfolge und alles ist Mist, der Fortgeschrittene weiss dass die beiden Figuren auf bestimmten Feldern stark sind und spielt sie einfach da hin und entwickelt erst dann den Angriffsplan. Oder der Anfänger sieht den Zug des Gegners, guckt was die Figur von dort aus kann und ahnt nichts böses, der Fortgeschrittene weiss warum die Figur da stark ist, guckt welche Figuren des Gegners noch in die gleiche Richtung zielen und hat sofort den Plan des Gegners durchschaut.

      Ein Tausch kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein. Vielleicht will man möglichst schnell die Stellung vereinfachen, weil man gegen einen Gegner speilt, der in einer komplexen taktischen Stellung überlegen ist, oder man mag einfach so lieber das etwas offenere Spiel. Vielleicht will man aber auch einfach schnell alles abtauschen und hofft dass der Gegner dann ein Remis annimmt, weil man einfach keine Lust hat oder der Gegner sehr stark ist.
      Er kann natürlich aber auch einfach direkt vorteilhaft sein, wenn man bspw eine schwach positionierte eigene Figur oder eine der in der Stellung die Entwicklungsmöglichkeiten fehlen gegen eine sehr starke positionierte Figur des Gegners abtauscht, dann verliert der Gegner trotz eigentlich gleichwertiger Figuren effektiv mehr, bzw man selber gewinnt dadurch. Oder man weiss evtl, dass der Gegner mit bestimmten Figuren besonders gern oder besonders stark oder sogar beides spielt, dann ist es natürlich auch sinnvoll, im das wegzunehmen.

      Unehrenhaft ist abtauschen natürlich nicht, so ein Unfug. Ungefähr so tiefgründig wie die Aussage, check-raise sei feige.

      Auf ein Remis läuft es nur Aufgrund eines Tausches noch lange nicht hinaus, durch massives Abtauschen kann man das zwar forcieren, aber dazu gehört doch etwas mehr als nur abgetauschte Läufer, selbst ein Endspiel Turm+2 Bauern gegen das gleiche beim Gegner ist noch sehr anspruchsvoll und bietet eine Menge Fehlermöglichkeiten.
      Deine 50% sind übrigens ne Fehleinschätzung, es fragt sich ja, ob der Gegner schlägt oder ob er abwartet dass man selber schlägt oder evtl zieht er seine Figur weg oder er stellt was dazwischen oder er macht was ganz anderes, man ist meist sehr froh, wenn der Zug des Gegners zu 50% sicher ist, oder genau das Gegenteil denn ein Zug der sich so aufdrängt ist meist aus gutem Grund so offensichtlich.

      Eine Rochade ist einfach praktisch, sonst braucht man viel länger um den Turm ins Spiel und den König aus der Schusslinie zu bringen, zudem sind Bauern in der Grundstellung am stärksten, effektive Verteidigung. Nur mit einer Dame ist da garnichts mattzusetzen, da brauchts noch bissel mehr.

      Zur Stellung:
      Turm gegen Dame ist zwar schlecht, aber wohl das Beste was geht, Schwarz muss sonst seinen Turm gegen den a-Bauern von Weiss hergeben weil der im Begriff ist zur Dame zur werden, dann ist der h-Bauer von Schwarz eh weg und Weiss gewinnt.

      mfg