Bin ich "scared money"?

    • glowie
      glowie
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2008 Beiträge: 310
      Hi!

      Ich hab mal ne Frage, woran kann ich erkennen, dass ich "scared money" bin?

      Ich bin noch nicht sonderlich lange dabei, wie man ja auch am Anmeldedatum sehen kann. Habe am Anfang durch ein ziemlich beknacktes Play die Hälfte von den $ 50 verloren, aber bin inzwischen wieder bei $ 70-80. Habe von SSS zu SnG gewechselt, was mir wirklich schon mal viel besser liegt.

      Warum ich darauf komme, dass ich "scared money" sein könnte?
      Nun ja, jedesmal wenn ein 10er-Wechsel meiner Bankroll nach unten ansteht (hört sich blöd an, aber ist so), bin ich entweder total genervt und versuche noch tighter und besser zu spielen, damit ich eben, im Moment sind es $ 70 nicht unterschreite oder richtig sauer auf meine Gegner, wenn sie mich mit jedem Scheiß callen (gerade Push/Fold) und dann auch noch aussucken.

      Auf der anderen Seite, wenn es nach oben geht, freue ich mich meist so dermaßen, dass ich anfange schlechter zu spielen (zumindest habe ich das Gefühl, wenn man sich so die Ergebnisse der SnGs anguckt) und die Marke nicht knacke, sondern wieder in den mitteleren Bereich, also um die $ 75 runtersacke.
      Hört sich blöde an, aber bevor es bei mir einen Aufstieg gibt, dümpel ich erstmal wirklich ne geraume Zeit in der Mitte rum, bis dann irgendwann der Knoten geplatzt ist und es einen 10er weiter nach oben geht.

      Ist das "scared money"? Und wenn ja, was kann ich dagegen tun?

      Danke schonmal!
  • 5 Antworten
    • nimsel
      nimsel
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2008 Beiträge: 1.318
      ok du hast angst dein geld zu verlieren. das ist verständlich.
      wenn du dieses gefühl hast, hilft es vielleicht ein tighteres bankroll management anzuwenden. dann werden die swings in relation zu deiner bankroll geringer. dazu wäre es gut zu wissen, welche limits du spielst.

      im poker muss man sich damit abfinden, dass es nicht immer nur bergauf gehen kann. ein wesenttlicher unterschied zwischen guten und schlechten spielern ist eben auch, dass sich nicht nur ihr a-game unterscheidet, sondern eben auch wie konstant sie ihr a-game spielen können.

      aus meiner sicht (das ist jetzt ganz bewusst die sicht eines amateurs) ist es nötig, dass man ein bisschen die relation zu seinem pokergeld verliert und es auf jedenfall unabhängig von seinem anderen geld, was man zur verfüung hat, betrachtet.

      ich z.B. bin azubi und verdiene meine €800 und ein paar zerquetschte brutto. spiele fl 1/2 und ab und zu 2/4. wenn man da jedesmal nach nem 200bb down sich sagt, ohh das war jetzt aber viel geld im bezug auf das was ich sonst habe, wird man ein ganz schön trauriger mensch. ;)

      also ich habe es jetzt nach über 2 jahren poker geschafft, solange das geld sich in meinem pokeraccount befindet, es teilweise wirklich nur als "zahlen" zu sehen. natürlich ist das nicht zu 100% möglich (ich denke das das keiner kann), aber man sollte es meiner meinung nach versuchen.

      vielleicht konnte ich dir ja ein wenig helfen.

      cliffnotes:
      - tighteres brm
      - sicht bezüglich des "pokergeldes" überdenken

      schönen mittwoch.
    • SanWogi
      SanWogi
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2008 Beiträge: 2.259
      Vor allem mußt du irgendwie lernen, dich auf dein Spiel zu konzentrieren. Die Bankroll ist nicht wichtig, solange du an den Tischen sitzt. Da ist nur dein A-Game wichtig. Hast du den Buy-In bezahlt ist er erstmal weg, egal wie gut du spielst. Und daher kannst du nur noch gewinnen =)
      Sobald du z.B. 4 mal 1,10$ eingezahlt hast, ist deine Bankroll halt 4,40$ weniger. Das Geld ist zwar weg, aber du spielst um bis zu 20$ Gewinn. Das ist der Deal.
    • karlkani21
      karlkani21
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2007 Beiträge: 374
      Vielleicht hilft dir auch der Psychologie Audio-Artikel in der Staretgiesektion.

      Guck mal dort in die Silber Sektion!
    • glowie
      glowie
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2008 Beiträge: 310
      Danke ihr drei!

      @ nimsel: ich spiele die $ 1,20 auf Pokerstars, kleiner gehts da ja nicht, insofern achte ich schon auf mein BRM, bzw. habe ich nicht vor, bevor ich nicht 50 buy ins habe, auf die nächste Stufe aufzusteigen ( $3,40 ).

      Hast natürlich Recht, am besten wäre es zu abstrahieren, aber das bekomme ich eben irgendwie (noch?) nicht hin.
      Vielleicht braucht es auch einfach ein bisschen Zeit, spiele ja noch nicht mal drei Monate.

      @ SanWogi: Stimmt schon, aber ich hab halt immer im Hinterkopf, alles klar, 3 Tische offen, 3,60 (wegen 1,20) sind erstmal weg und die muss ich auch weider reinbekommen, verstehst was ich mein? wie oben schon gesagt, vielleicht lernt man das ja mit der Zeit.
      Auf mein Spiel konzentriere ich mich trotzdem, auch wenn ich nebenbei ans Geld denke. Spiele ja strikt nach Charts und bis auf den ein oder anderen Fehler (die wir ja alle mal drin haben), habe ich schon das Gefühl, mein A-Game zu spielen. Wenn ich merke, ich fange an ungeduldig zu werden und auch sinnlose bets zu machen, hör ich auf.

      @karlkani21, danke für den Tipp, werd ich mir mal anschauen!
    • nimsel
      nimsel
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2008 Beiträge: 1.318
      @ nimsel: ich spiele die $ 1,20 auf Pokerstars, kleiner gehts da ja nicht, insofern achte ich schon auf mein BRM, bzw. habe ich nicht vor, bevor ich nicht 50 buy ins habe, auf die nächste Stufe aufzusteigen ( $3,40 ). Hast natürlich Recht, am besten wäre es zu abstrahieren, aber das bekomme ich eben irgendwie (noch?) nicht hin. Vielleicht braucht es auch einfach ein bisschen Zeit, spiele ja noch nicht mal drei Monate.


      Ist eben ein sehr tiefgründiges Thema. Da könnten die irgendwelche Psychologen wahrscheinlich den ganzen Tag was drüber erzählen.
      Das Geld komplett "auszublenden" klappt wahrscheinlich bei keinem, aber ich bin mir sicher, dass man daran arbeiten kann.