Wie können mir die Stats bei meinem Spiel helfen?

    • Heiso
      Heiso
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2006 Beiträge: 878
      Ich spiele auf PP FL FR $0.5/1 und habe den Elephant installiert. Ich möchte jetzt mehr auf die Stats schauen und versuchen aus diesen zu lernen und mein Spiel besser darauf ausrichten. Ich sehe die Stats, kann die Spieler auch einer Gruppe zu ordnen, aber mein Spiel nicht richtig anpassen. Ich möchte einfach wissen welche Schlüsse ich aus den Stats ziehen kann.

      Die Artikel in denen erklärt wird, wie man gegen Maniacs, Rocks und Calling Stations spielt, habe ich gelesen.

      Ich möchte die typischen Verhaltensweisen lernen und bei welchen man getrost seine Hand weglegen kann, um Geld zu sparen (z. B.: Wann kann ich nach einer 3-Bet folden bei welchen Spielertyp?).

      Ich hoffe es beteiligen sich hier viele Leute, damit ich mein Spiel verbessern kann, An guten Spielern sollte es hier nicht mangeln in diesem Forum (ich hab mir ganz schön einen abgemüht, bis ich hier hin durfte) =)

      Vielleicht gibt es ein paar Merksätze oder Ihr schreibt das in Stichworten und unterteilt das nach den Spielertypen, damit ich das in meine Birne reinbekomme:

      - Rock: kein Bluff am River
      - Fisch: Bluffbet beim Paired Flop
  • 9 Antworten
    • Loosar
      Loosar
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2006 Beiträge: 1.511
      es gibt zwar einige grundlagenartikel, wie etwa zur equity, aber keinen, in dem standardmoves auf basis stats zusammengefasst wären.

      im goldforum gibt es die approx-charts, die dir konkrete daten geben, auf basis der gegnerischen vpip und pfr einen limper zu raisen oder raiser zu 3betten auch in der bb-defense. man agiert also nicht mehr rein nach position. am besten mal mit dem equilator das approx-chart nachvollziehen und erweitern, etwa für limpranges, dann hat mans auch verstanden.

      auch zur blindverteidigung oder zur contibet gibt es artikel, die bezug auf die stats nehmen. ganz so einfach ist es aber gerade postflop nicht, weil man dort noch die boardtextur mit in betracht ziehen muss, aktionen des gegners preflop, und weitere. du kannst nicht einfach sagen: der hat einen wts = 30, der foldet gerne, also contibet turn.

      man kann hier wenig pauschalisieren. deine beiden beispiele unterschreibe ich so auch nicht.

      die wenigen pauschalen dinge sind leider wirklich sehr pauschal, etwa:

      wenn einer mit niedriger pfr preflop raised, dann sollte er eine gute hand haben. logisch, wenn er nur 5% raised.
      aber auch hier: tut er dies aus dem sb, dann ist seine range schon 17% und hat er einen überhohen ATS dann wird die range noch breiter.
    • SwissDave
      SwissDave
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 637
      VPIP und PFR geben ja schon einen guten Anhaltspunkt, was die Leute für Ranges haben (z.B. bei einem Fisch mit niedrigem PFR muss man einen Raise oder gar cap dann halt sehr ernst nehmen, wenn er allerdings mehrmals in kurzer Zeit raist, ist er wahrscheinlich auf Tilt oder hat sein Spiel komplett umgestellt, normalerweise ändern die Spieler aber ihr preflopspiel selten).

      Die wichtigsten Werte daneben sind AF und WTS.
      AF ist etwas zwiespältig, weil es eine ziemlich hohe samplesize braucht, man muss ihn auch immer in Relation zum VPIP nehmen (hoher VPIP = niedriger AF, auch bei normalem TAG postflop Spiel) und z.B. sagt AF trotzdem nichts darüber aus, was ein Fisch am River raist. Da helfen dann nur Notes oder AF per Street, was wiederum eine noch höhere Samplesize erfordert.

      Trotzdem ist der AF generell ganz nützlich, Fische mit sehr niedrigem AF callen typischerweise jedes TP oder sogar bessere Hände einfach nur down, wenn sie raisen dann nur mit sehr starken Händen, weshalb man oft gut b/f spielen kann solange man sich vorne sieht (sonst c/f oder c/c je nachdem ob der Fisch einer ist der auf check any2 instabettet, oder nur any pair or better, das braucht dann wieder Reads).

      Der fast wichtigere Wert ist der WTS für mich, man muss ihn allerdings immer in Relation zum WSD sehen vor allem bei kleinen samplesizes. Meistens ist bei einem (Mini-)Upswing beides hoch und bei einem (Mini-)Downswing beides tief, so kann man den wahren WTS dann abschätzen. Auch dazu helfen natürlich wieder Reads, ob einer z.B. A high downcallt oder nicht, und auf welchen Boards etc.

      Wenn man dann eine vernünftige Abschätzung hat bedeutet ein hoher WTS (>42), dass man versuchen sollte möglichst viel valuebetten und wenig bluffen, ein niedriger (<35), dass man viel semibluffen oder in günstigen Situationen sogar pure bluffen kann, wenn dann der Gegner allerdings nicht aufgibt, sollte man auch marginale Hände mal c/f können.

      Kommt halt auch darauf an an welcher Street er dann am meisten foldet, aber bei niedrigem WTS vom Gegner ist man mit marginalen Händen (A high) nach einem Turncall oft geschlagen (dry Board) oder hat zumindest keine Valuebet mehr (drawy Board), während man mit einem guten Kicker gegen einen von der ersten Sorte (>42 WTS) oft sogar noch eine Valuebet hat.

      Bei Fischen ist wie gesagt wichtig den Read zu bekommen, was sie auf einen Check von uns machen (instabet any2 oder nicht, kann er busted Draws betten?), und je nach VPIP/WTS abschätzen mit was wir allenfalls noch Valuebets haben.
      Zudem natürlich auch was sie donken, es gibt solche die immer nur starke Hände donken (TP+), es gibt aber auch solche die gute draws donken können oder generell immer donken, aber das merkt man ja schnell. Manche sind auch ziemlich tricky, vor allem das delayen von starken Händen bis zum River und dann raisen ist bei manchen Fischen beliebt, andere wiederum können plötzlich irgendein middle Pair am River zu raisen beginnen. Da braucht man halt dann den entsprechenden Read um zu entscheiden ob man b/f oder b/c River spielen soll, da können einem Stats auch nicht helfen.
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      2 "Standard-Lines" von "dummen Fishen" auf den kleineren Stakes:
      donk Flop => mid bis top-pair manchmal monster
      c/c flop c/r turn => monster!

      gilt natürlich nicht immer, aber im allgemeinen triffts das doch ziemlich oft
    • Heiso
      Heiso
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2006 Beiträge: 878
      Original von NoSekiller
      2 "Standard-Lines" von "dummen Fishen" auf den kleineren Stakes:
      donk Flop => mid bis top-pair manchmal monster
      c/c flop c/r turn => monster!

      gilt natürlich nicht immer, aber im allgemeinen triffts das doch ziemlich oft
      Danke NoSekiller, so hab ich mir das vorgestellt. Sowas kann man sich merken.

      Ich weiß es gibt 1001 verschiedene Fälle, aber ich möchte nur grundlegende Spielweisen bzw. Aussagen von den Stats, die man in den meisten Fällen anwenden kann.

      Wer hat noch mehr Vorschläge?
    • Shefche
      Shefche
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2007 Beiträge: 1.074
      Original von Heiso
      1. Rock: kein Bluff am River

      2. Fisch: Bluffbet beim Paired Flop

      3. Wann kann ich nach einer 3-Bet folden bei welchen Spielertyp?
      1. Kannst du absolut nicht pauschalisieren. Fakt ist das ein Rock zu oft die beste Hand folden wird.

      Wenn Rocky preflop 3bettet und am Flop oder Turn die Contibet auslässt, aber eine Bet noch callt kanns das eig. nur AK sein. Und da macht es Sinn den River mit AT z.B. zu bluffen

      Bluffraises hingegen kannst du knicken. Rocky Bettet nur wenn er was hat. Das Board müsste sich aus seiner Sicht sehr verschlechtern damit hier Chance auf Erfolg besteht.

      2. Ein Fisch zeichnet sich dadurch aus, dass er zu oft marginale Hände downcallt. Ein paired Board wird bei denen mit any 2 gecallt. Bluff macht hier keinen Sinn.

      3. Preflop schonmal garnicht wegen der Odds.

      Am Flop wenn die Odds/Outs nicht passen und du auf einem Trockenen board von nem TAG die 3bet kassierst

      Gegen einen Maniac nur wenn du ne schlechtere Hand als 2nd Pair good kicker hast und das Board trocken ist

      Auf drawlastigen Boards ist Toppair fast immer noch gut genug für einen Calldown.

      Gegen einen Rock kannst du schlechtere Hände wie TPTK ohne draws leicht wegschmeißen


      Am Turn bedeutet ne 3bet von passiv(Rock, Callingstation) mindestens Overpair

      Von aggro(TAG, LAG) mindestens tptk

      Vom Maniac mindestens 2 Holecards, evt schon angesehen.
      Profitabel kannst du hier aber dennoch nur midpairs + spielen. A-High wird schon knapp



      Das alles wird eigentlich in den Artikeln erwähnt. Falls es doch Dinge gibt die dir unklar sind nenn weiter konkrete Beispiele auf die du keine Antwort findest
    • elbarto132
      elbarto132
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2008 Beiträge: 4.622
      und bei so 45/5 gegner musste beachten das es nicht heißt das sie die besten 5% raisen, hände wie AA oder KK limpen die, die raisen eher so hände wie QJs, weil is ja sooooted!
    • Heiso
      Heiso
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2006 Beiträge: 878
      Sorry, ich glaube ich habe mich hier falsch ausgedrückt. Meine Beispiele beziehen auf die Gegner und nicht auf mein Verhalten. Der Rock blufft nicht am River und der Fisch blufft gerne, wenn der Flop zwei gleiche Karten hat.
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      Original von Heiso
      Danke NoSekiller, so hab ich mir das vorgestellt. Sowas kann man sich merken.
      np ;)

      Ich weiß es gibt 10010000000000000 verschiedene Fälle...
      FYP

      Original von Shefche
      Vom Maniac mindestens 2 Holecards, evt schon angesehen.
      :heart: :heart: :heart:


      @topic: wenn mir noch was einfällt versuch ich dran zu denken es hier reinzuschreiben^^

      achja...
      dummer TAG:
      (oop)bet flop, c/c turn, check river => A-high oder bottom-pair (kommt aufs Board an) und callt ne bet am river meißtens noch mal
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Wenn am Turn eine Karte fällt, die einige Draws ermöglicht und der Fisch donkt plötzlich in dich rein, hat er oftmals nur einen Draw aufgegabelt. Gilt auch 3-way.

      Wenn der Gegner HU donkbet/call spielt, wird er den Turn in der Hälfte der Fälle wieder donken. ;>

      Ach, dann noch was: Riverdonks können alles mögliche bedeuten. When in doubt, call!