PPs auf Setvalue callen OOP [SH] auf dry boards

    • Trebuchet
      Trebuchet
      Bronze
      Dabei seit: 10.01.2007 Beiträge: 1.116
      Ich habe mich gedanklich einmal mit dem Problem auseinandergesetzt, PPs OOP auf Setvalue zu callen. Ich habe nämlich den Eindruck, dass der Value von Sets OOP nicht unbedingt gegeben ist.

      Hasenbraten hat die Thematik auch in einem Vid erklärt, weiss aber nicht mehr in welchem.

      Wenn ich einen openraise erhalte, beispielsweise vom UTG oder MP, kann ich mit einem PP 22-99 nicht unbedingt restealen aus den Blinds, da die Range zu eng ist und ich häufig gecallt werde, sprich OOP zu häufig in einem reraised Pot spiele und meist (ausser ich hitte mein Set) einen pure bluff spiele.

      Openraist Villain aus dem CO oder vom BU, kann ich mir genug FE geben, so dass ich das 2-handed 3-betten kann. 3-handed kann mans eigentlich auch gut callen.

      Gehen wir jetzt davon aus, dass Villain aus UTG (A :spade: K :heart:) openraist und ich im SB 2 :club: 2 :heart: calle und der Flop kommt.


      K :spade: 2 :diamond: 4 :heart:

      Sehr schönes dry board, auf dem Villain nahezu immer eine continuation bet macht. Ich habe also hier 2 Varianten: c/c und c/rAI.

      c/c Flop, db/r Turn: Das Problem: wenn ich donkbet/raise spiele, callt Villain mit dem TPTK den Turn oft nur und überlegt sich, wie er am River auf eine grosse Bet spielt. Ich sehe ihn am River auf sehr viele Karten ausser einem K oder einem A häufig auf eine grosse Bet folden. Der Pot ist am River schon sehr gross und da muss er sich ernsthaft überlegen, ob er das hier noch callen kann, nachdem der Gegner 2 Streets gross gebettet hat. Also kriegen wir in vielen Fällen nur die Flop-Conti und die Turn-Donk.

      c/c flop, c/r AI Turn: Hier repräsentieren wir eine sehr starke Hand. Wenn der Turn c/r AI gelingt, haben wir sehr viel FE, die wir aber nicht wollen. Der Gegner kann hier sein TPTK nur sehr selten weiterspielen. Das Problem ist allerdings, dass wir den Turn checken - meistens wird sich der Gegner den cb nehmen und am River stehen wir in einem kleinen Pot - also müsste Villain am River improven und seine Hand überspielen, wenn wir den River noch einmal betten, dass wir ihn AI kriegen.


      Variante Flop-All-In:

      c/r Flop: wahrscheinlich die beste Variante, den Gegner AI zu kriegen, aber sehr häufig wird er hier am Flop nicht AI gehen und den Flop nur callen. Auf eine grosse Turnbet foldet er dann auch sehr häufig. Am Turn noch einmal zu c/r kann man nur bei reads und bei sehr wenig Gegner, am Turn zu checken wäre hier in den meisten Fällen ein Fehler und liegen gelassener Value.


      Ich überlege mir gerade, ob es eine -EV Sache ist, PPs aus den Blinds heraus gegen einen UTG + MP Raise zu callen und dann OOP mit einem Set Value zu maximieren...

      Was denkt ihr so darüber?


      Bei Wet boards ist die Sache einfacher, da versucht man aus protection Gründen AI zu kommen und hofft, dass Villain etwas hält was man schlägt. ;)
  • 2 Antworten
    • feYVGaMbLe
      feYVGaMbLe
      Bronze
      Dabei seit: 18.05.2007 Beiträge: 478
      Du überlegst hier abgekoppelt von Deinem Image, den Villains und Tableflow, ob
      Du OOP mit Pockets überhaupt max. Value extrahieren kannst. Deine
      Überlegungen stimmen schon so aber Du lässt dabei wichtige Spielvariablen ausser Acht.

      -> Deine Annahmen stimmen, wenn Du per default diese Lines nur mit 'nem Set spielst

      Natürlich wird Villain dann nicht besonders viel Geld investieren, weil Du hier
      dann sogut wie immer 'n Set halten wirst.

      Kurzum, Du wirst readable, was die meisten NITs or weaktighten "TAGs" sind.

      1. Kannst Du solche Lines auch mal mit UI Pockets spielen und wirst häufig genug den Pot mitnehmen/noch vorne liegen.
      2. Kannst Du solche Lines auch mal als Bluff einstreuen
      3. Kannst Du solche Lines auch mal mit KQ, KJ als Move spielen
      (Draws nehm' ich jetzt mal raus, weil Du ja von dry boards sprachst)

      --> natürlich musst Du Dir hierfür die passende Gegner aussuchen.

      Gegen 'ne Callingstation oder sehr agressiven LAG solltest Dir sowas einfach
      klemmen - obwohl man da gegen AggroLags auch noch schöne Möglichkeiten hat.

      Insgesamt kannst Du Dein Spiel also variabler und looser gestalteten,
      um die Payouts Deiner Valuehands zu erhöhen. Villain kann Dir hier dann
      nicht mehr per se 'n Set geben und wird dementsprechend 3x überlegen,
      ob er sein TPTK so schnell mucken wird.

      Vorraussetzung hierfür sind allerdings hinreichende Reading- und
      Postflopskillz, zumal Du hier - in Deinem Beispiel - dann auch noch OOP
      dastehst. Abschließend ist es nicht falsch tight zu spielen und noch
      weniger sich erstmal nicht in marginale Spots zu begeben, weil obige
      Vorschläge natürlich Postflop- und Readingsskills vorraussetzen. Hat man die
      (noch) nicht, kann das sehr schnell nach hinten losgehen. Spielt man die
      Alternative, muss man dann halt auch akzeptieren, dass man solche Spots
      schwer EV+ spielen kann und auch nicht immer max. Value aus seinen
      Valuehands extrahieren kann.

      Naja, das Ganze ist jetzt nur sehr oberflächlich ausgeführt aber ich denke das
      reicht erstmal, um 'ne gewisse Einsicht in die Thematik zu vermitteln.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn dein Gegner so oft folded auf deine C/R's, wieso bluffst du ihn dann nicht dauerhaft von seinen Händen runter, wenn du OOP bist?