Schach - Selektive Wahrnehmung?

    • Epikur
      Epikur
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2006 Beiträge: 10.293
      hi,

      wollte nur mal ne eine erfahrung die ich gemacht hab
      zur diskussion stellen

      und zwar spiel ich abundzu wenn ich maln paar bierchen getrunken hab, just for fun ne runde schach online

      und da faellt es mir non-stop auf,
      dass wenn ich gegen die absoluten vollpflaumen
      also wirklich ohne mist die absoluten hohlköpfe
      (die ohne den geringsten plan die klötzchen durch die gegend schieben)
      gewonnen hab (soweit wie immer standard)
      und dann mit dem sicheren wissen, dass der gegner ne absolute oberprinte ist ein rematch anbiete, das SEHR OFT verliere..

      ich bin mir relativ sicher, dass es an der kombination
      absolute unterschätzung des gegners + alkohol liegt

      aber dennoch ist es einfach unreal wie sich die spielstaerke der gegner aufeinmal veraendert.. aufeinmal packen die kombinationen aus (ein einstellen von figuren kann man schonmal grad vergessen)
      da denkt man echt, dass ne andere person aufeinmal spielt..

      naja ich weiss, dass es nicht gross von belang ist,
      aber da ich hier im "small talk" bin
      und ich weiss, dass hier einige schachspieler mitlesen
      wollte ich diese, mir seit einiger zeit aufgefallene anekdote einfach mal zum besten geben
      vielleicht hat ja jemand schon aehnliche erfahrungen gemacht

      wo man doch sagt: beim poker verliert man auch gegen schlechte spieler,
      aber beim schach gibts sowas so gut wie gar nicht..
      ich bin da wohl der gegenbeweis ! :D


      naja vermutlich liegts auch zum grossen teil am alk
      aber wie gesagt, manchmal ist es echt unheimlich
      was die gegner aufeinmal für eine transformation unterlaufen.. o_0
  • 1 Antwort
    • Arikarion
      Arikarion
      Bronze
      Dabei seit: 13.09.2006 Beiträge: 849
      Die sind dann so angepinkelt von der Niederlage, daß sie beim Rematch nebenher ein Schachprogramm mitlaufen lassen.

      Online kannst Du halt nur wenigen trauen. Einigen Menschen mit sehr schwachem Selbstwertgefühl scheint die Niederlage des Gegners wichtiger, als daß sie selbst wirklich etwas dazu beitragen.

      Hab auch in meiner Stammcommunity eine Weile ein kleines, jährliches Schachturnier veranstaltet. Bis dann irgendwann ziemlich eindeutig ein Gegner gegen mich beschissen hat, der im Vorrundenmatch gegen einen anderen Schachanfänger kaum wußte, wie man die Figuren vor dem Spiel platziert, geschweige denn, was man mit denen anfängt.

      Nach der ersten (deutlichen) Niederlage gegen mich, wurden plötzlich auffällige Standardzüge ausgepackt. Absurd wurde es dann spätestens an einer Stelle, als - für jeden menschlichen Hobbyspieler ohne jeden ersichtlichen Grund - seine Dame gegen eine sehr schwache Figur von mir getauscht wurde. 2 Schachprogramme von mir, die ich dann mit der Spielsituation konfrontiert habe, warfen allerdings exakt jenen Zug aus. Und das war nicht der einzige Zug, der "perfekt" gespielt wurde.

      Zum Glück verzichtete er auf einen 100%-Einsatz der Software, so daß ich am Ende dank einiger Donkmoves von ihm im Entscheidungsspiel doch noch knapp gewinnen konnte. Aber für die Begründung für sein plötzlich verbessertes Spiel an dem Tag ("ich habe mich da einfach mal konzentriert"), könnte ich ihm noch immer eine scheuern. ;)

      Wie auch immer - laß mal'n Standardschachprogramm über eine der fraglichen Partien drüberlaufen, wenn Du es genau wissen willst. Unterschieden sich die Züge, die das Programm vorschlägt, zu stark von denen Deiner plötzlich erstarkten Gegner, war vielleicht doch der Alkoholkonsum schuld.