nach einer losing session abschalten?

    • mochentes
      mochentes
      Bronze
      Dabei seit: 22.05.2008 Beiträge: 2.595
      Jeder kennt denke ich dieses Szenario:

      Man wacht morgens auf und denkt sich, dass man richtig bock auf pokern hat. man setzt sich also hin und spielt eine session und wird einfach mal in ungefähr relativ händen relativ viel geld los. suckouts, bad beats etc.
      wenn man sich jetzt sagt, okay, ich möchte jetzt fürs erste aufhören, damit ich nicht tilten werde, finde ich das in ordnung.
      wenn man jetzt sich um andere sachen kümmert, nervt es mich extrem, wenn man im hinterkopf die ganze zeit hat:
      -shit, habe heute relativ viel geld verloren.
      -sollte nachher nochmal spielen, damit ich heute vielleicht wieder BE komme oder ins plus gehe
      -o.ä.

      mich stört nun an mir selber, dass ich dieses gefühl nicht so ganz abstellen kann und poker im hinterkopf habe.

      was macht ihr?
      schlimm finde ich es, wenn man an anderen leute seinen frust (in welcher harmlosen form auch immer) auslässt.

      thx for advice und erfahrungen!
  • 10 Antworten
    • TergothShak
      TergothShak
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2008 Beiträge: 260
      Also ich finde das abschalten nach ner Loosing Session ist vernünftig. Je öfters man verliert, desto leichtsinniger wird man auch , weil Gedanken wie "Ich kann doch nicht ewig verlieren" etc. dann dafür sorgen dass man noch mehr Geld verliert. Gerade so entstehen ja die langen loosing Streaks. Andererseits muss man auch beim Pokern die Einstellung haben, dass einen das nciht den ganzen Tag verfolgt. Gut leicht gesagt, bei mir klappts auch nciht immer, aber ich habs geschafft meine Enttäuschung imme rim Zimmer verlassen. Weil andere können ja nichts dafür wenn man mist baut, bzw man pech hat.

      Fazit: Lieber neue Kraft tanken und ablenken, dafür 10 Tische in Folge verloren, als nochmal 10 Tische zu verlieren und dann total aggro weg vom PC zu gehen ;)
    • mochentes
      mochentes
      Bronze
      Dabei seit: 22.05.2008 Beiträge: 2.595
      mich interessiert halt eher, wie du es machst, sprich den ärger im zimmer lässt.
    • TergothShak
      TergothShak
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2008 Beiträge: 260
      hat auch erst gedauert, aber ich hab nen kleinen Raum hier wo ich halt nur Poker drin zocke. Da hängen die Handcharts ausgedruckt usw. Da steht der Glücksbringer ;) und da ich da sonst wirklich kaum was mache ist es jetzt nach nen paar Monaten ( 2 - 3 ) wirklich so, dass ich wenn ich aus dem Raum gehe den Ärger sozusagen da lassen kann. Ausserhalb des Raumes erinnert mich kaum was an Poker und so ist schon nach ner Minute der Ärger vergessen. Wobei ich auch ehrlich sagen muss ich hab bisher nur low limits gespielt. Wie ich reagiere wenn ich mal 1000$ statt 50$ in ner Stund everliere, das weiss ich noch nicht :)
      Achso, hinzukommt dass ich Poker als Hobby sehe und nicht als Zwang oder Einkommensbeschaffung
    • Laccyby
      Laccyby
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2008 Beiträge: 3.197
      Original von TergothShak
      hat auch erst gedauert, aber ich hab nen kleinen Raum hier wo ich halt nur Poker drin zocke. Da hängen die Handcharts ausgedruckt usw. Da steht der Glücksbringer ;) und da ich da sonst wirklich kaum was mache ist es jetzt nach nen paar Monaten ( 2 - 3 ) wirklich so, dass ich wenn ich aus dem Raum gehe den Ärger sozusagen da lassen kann. Ausserhalb des Raumes erinnert mich kaum was an Poker und so ist schon nach ner Minute der Ärger vergessen. Wobei ich auch ehrlich sagen muss ich hab bisher nur low limits gespielt. Wie ich reagiere wenn ich mal 1000$ statt 50$ in ner Stund everliere, das weiss ich noch nicht :)
      Achso, hinzukommt dass ich Poker als Hobby sehe und nicht als Zwang oder Einkommensbeschaffung
      warst du auf ner waldorfschule? :D
    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Finde das auch relativ schwer. Nicht nur nach einer Losing Session abzuschalten, sondern auch nach einer Winning Session. Da man die ganze Zeit denkt "läuft doch so gut, könnte meine Gewinne ja noch weiter ausbauen".
      Am besten ist wohl wenn man tatsächlich etwas anderes zutun hat. Geht mir zumindest so. Wenn man aber ansonsten nur rumgammelt oder Dinge tut bei denen man sich nicht körperlich oder geistig anstrengen muss, denke ich ist es "ganz normal" das ein Dinge beschäftigen die man gerade vorher getan hat. Gerade bei einem leicht Suchtgefährdeten Spiel wie Poker.
      Ein eigenes "Arbeitszimmer" ist sicher nett, kann sich aber sicher nicht jeder leisten. Ich kann ansonsten nur Sport zum Ausgleich zu einer Kopf- und Sitztätigkeit wie Pokern empfehlen.
    • McKenna
      McKenna
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2006 Beiträge: 247
      Du solltest dir tatsächlich nach Möglichkeit für dich ein Setup, -ein Setting-, schaffen, dass es dir erlaubt, deine Session als ein (isoliertes) Ritual, eine besondere Tätigkeit, zu sehen, wo Dinge passieren, die du nicht in deinen Alltag lässt und die mit deinem sonstigen Leben nichts zu tun haben.
      Insofern finde ich TergothShaks Ansatz sehr gut. Die Dinge zum Beispiel räumlich zu isolieren, kann ein sehr gutes Mittel sein. Du hast dann deinen „Pokerspot“ und das ist dann dein spezielles Environment. Ähnlich wie vielleicht für Manchen zum Kino Popcorn gehört. Oder zum Fussball vorm Fernseher Bier. Und so, wie man Dinge in eine bestimmte Situation „hereinnehmen“, kannst du sie auch aus einer Situation herausnehmen. Bei Tergoth bleiben alle Gefühle, was Poker etc. anbetrifft, -Positive wie Negative-, an diesem räumlichen Punkt in der Wohnung zurück. Dieser Punkt ist sein „Anker“. Näheres, wie Anker funktionieren, kannst du in den Tilt-Artikeln für Silber nachlesen.

      Jetzt hat nicht jeder die Möglichkeit, so einen räumlichen Ankerspot in seiner Bude einzurichten. …doch, geht auch, du kannst dir damit behelfen, zur Pokersession etwas zu verändern, zum Beispiel Musik aus, Fenster zu, Raum verdunkeln, spezielle Beleuchtung. Sind nur Beispiele. Was genau, bleibt deiner Phantasie überlassen =) . Es geht darum, dass Bewusstsein so zu unterstützen, dass es erkennt, dass hier eine besondere Situation herrscht, die nach Ende der Session aufgehoben wird, sodass du wieder in deinen Alttag zurückkehren kannst.

      Eine andere und zusätzliche Möglichkeit ist natürlich auch, dass du dir auch mental ein Setting schaffst, dass es dir erlaubt, die Geschehnisse beim Poker und deinen Alltag sauber zu trennen. Das kann dir helfen, die Geschehnisse am Tisch richtig zu verarbeiten. Zum Beispiel hier von mir für dich folgende Einstellungshilfe:


      „…Donkerei und Verlieren ist neben Gewinnen Realität beim Poker. Punkt. Willst du wirklich zulassen, dass dir die ganze Donkerei im Netz dein Leben verhagelt? Dir die Freude an Allem nimmt? Poker ist ne schöne Sache, aber du solltest der Zockerei nicht erlauben, Kontrolle über dich und dein Leben zu gewinnen. Du bist ja wohl als Mensch mehr als bloß ein Internetjunkie, der mit zittrigen Fingern und irrlichterndem Blick versucht, auf den Micros ein paar Cent zu ergattern. Lass dir von Poker und den damit verbundenen miesen Stimmungen nicht dein Leben versauen! Poker kann Spass machen und kann auch für manche lukrativ sein, aber bis es soweit ist, ist es auch ok so, wie es ist. So, wie es ist. Es ist nur Poker. Nur ein Spiel. Keiner von deinen Mitmenschen hat es verdient, von dir wegen so einem Scheiss angemacht zu werden. Und du hast es nicht verdient, dich selbst deswegen klein zu machen und runterzuziehen. Mach dir stattdessen klar, welche verborgenen Sehnsüchte und Ambitionen, -vielleicht von Erfolg oder Wohlstand-, da unbewusst bei dir mitschwingen. Mach dir das klar und dann tritt alles in die Tonne. Und fang an zu spielen. Just for fun. Spiele. Dem eigentlichen Sinn nach. Nicht, um Geld zu gewinnen Sondern nur, ...NUR mit einem Ziel: Dein bestes Poker zu spielen!! Und hör auf, dich fertig zu machen, weil du mal 50 Kröten verloren hast. Sieh dich um, wie’s in der Welt aussieht. Was dir beim Poker passiert, ist nichts. Nichts! Und deshalb auch nicht wert, dass du dich als selbstbewusster Mensch herunterziehn lässt…HABEN WIR UNS VERSTANDEN?“


      ...Ok? Hast du den Punkt? Reframe dich so (Reframing: Silberartikel), dass du das Erlebte zurücklassen kannst nach einer Session wie eine Jacke, die du ausziehst und dich andersherum vorher wirklich einstimmst auf eine Session, deinen Stiefel spielst, und dann aufstehst wie aussem Kinosessel oder meinetwegen einem bösen Traum (wenn das den Verlauf der Session besser trifft) :D und du dein lebenswertes Leben dann auch leben kannst ohne dich von …“Poker“ herunterziehen zu lassen.
    • Casihasi
      Casihasi
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2008 Beiträge: 183
      Danke McKenna, der Ansatz Beitrag gefällt mir.

      Auch wenn er nicht an mich gerichtet war. :P
    • DerEismann
      DerEismann
      Silber
      Dabei seit: 17.07.2007 Beiträge: 2.076
      Schwierig. Nach ner normalen Losing-Session (4-5 Stacks) kann ich noch relativ gut abschalten. Merke aber auch da schon eine gewisse Lustlosigkeit, z.b. fahre ich dann öfter los, um mir was zum Essen zu holen, anstatt selber zu kochen, da einfach keine Lust mehr irgendwas zu tun.
      Frust bau ich aber auch während der Session schon ab, indem ich einfach die Donks beleidige. :)
      Beobachte allerdings auch, dass es mit den Limitaufstiegen schwerer wird den Kopf wieder freizubekommen. Wayne 5 NL 5Stacks. 500$ auf NL100 verballert zu haben, ist da schon was Anderes.
      Bei meinem bisher größten Down von 15 Stacks auf NL100, konnte ich erst nach ner Zopiclon + Bier einpennen, war vorher noch zu aufgeregt.
      Wird irgendwann sicher noch spaßiger auf NL200+.
    • Bluejanis
      Bluejanis
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2007 Beiträge: 2.991
      man merkt schon wie einen das runterzieht. Wenn es grad nich so läuft und die freundin dann was machen will, war ich auch schon genervt von ihr, obwohl sie ja nix für kann, ich erzähl ihr jetzt aber auch nicht ob und wieviel ich jetzt gewonnen oder verloren hab
    • Crovax
      Crovax
      Black
      Dabei seit: 10.09.2006 Beiträge: 11.334
      Es kann auch helfen in fixen Zeitabständen zu denken...

      Also so mache ich es zumindest.

      Während ich zB damals noch auf die BR im Cashier oder den heutigen Auszug im Pokertracker oder meine GesamtDB angeschaut habe, da habe ich immer in Sessions oder auch einzelnen Tagen gedacht. bzw habe auch meine BRs jeden Tag in einer Excel Tabelle geführt. Das Problem ist man denkt ständig nur an den Peak und wieviel man davon nun entfernt ist... das führt langfristig zu viel frust, weil man eben nur an sehr wenigen Tagen im Jahr überhaupt einen neuen Peak erreicht.

      Inzwischen mach ich nach jedem Monat einen Cut, das heisst es wird mir bei HM immer nur this Month dargestellt und ich mache nur noch am 1. des Monats einen Kassensturz und aktuallisiere meine Excel Datei.

      Das hilft mir insofern, dass ich immer nur sehe ich bin im Monat immernoch soundsoviel im plus und dass ich mal mehr hatte kann ich besser verdrängen.
      Und wenn ich mal nen gesamten Monat overall im Minus war, dann hab ich das eben abgeschlossen und starte so für mich persönlich wieder bei 0 und rechne eben auch immer erst wieder ab da.

      Die einzelnen Sessions schlagen da einfach weniger aufs gemüt ist zumindest mein Eindruck.