Die Geschichte mit meinen Katzen ...

    • ErikNick
      ErikNick
      Bronze
      Dabei seit: 10.07.2006 Beiträge: 5.921
      ... die bereits des Öfteren an der einen oder anderen Stelle angesprochen wurden.
      Ja ja, ihr könnt mich gerne Fragen, wenn ihr ein Katzenproblem habt aber NEIN! Ich nehme zur Zeit keine mehr auf - bei 7 ist einfach Ende im Gelände. Das liegt zu einem Großteil daran, dass Katzen einfach keine anderen Katzen bei sich rumhocken haben wollen.
      Wenn das so ist, warum habe ich dann 7? Ganz einfach ... weil 2 leider schon verstorben sind ... na gut, mal von vorne:
      Als ich mein Babe damals aufgerissen habe (kann man das so sagen?!?) hatte sie 2 Stubenkater, die sich gegenseitig die Zeit in der Etagenwohnung vertreiben sollten, während sie die Brötchen verdiente und die Kinder in der Schule waren. Nachdem wir umgezogen sind, lernten die beiden Burschen die freie Natur kennen und lieben. War ja soweit ganz nett, aber ansonsten alles normal.
      Dann brachte uns der Freund unserer Tochter eines Tages ein Katzenbaby an. Das war in der Scheune seines Vaters geboren und dann später von der Mutter zurückgelassen worden (klingt grausam, kommt aber einfach vor ... Katzemütter wechseln in bestimmten Abständen das Nest wegen Läusen/Flöhen und sonstigem Ungeziefer und natürlich wenn sie das Gefühl haben, das Versteck sei nicht mehr sicher ... dabei bleibt manchmal jemand zurück ... ). Er hatte sich das also aus sicherer Entfernung einen Tag lang angeguckt, aber obwohl er das Kleine nicht angefasst hatte, kam die Mutter nicht zurück. Er brachte uns dann schließlich in seiner Verzweiflung das völlig dehydrierte, dem Hungertod nahe, verlauste, verflohte, verwurmte Häuflein Elend und aus noch ungeklärter Ursache hat unser Dorftierarzt (der macht sonst nur Pferde und Kühe und so und sagt Sachen wie "Können Sie mal vorlesen was hier auf der Flasche draufsteht? Ich finde meine Brille nicht" (lag vor ihm)) dieses Kätzchen wieder auf den Damm gebracht.
      Das kleine Mädchen haben wir dann mit einem Fläschchen aufgezogen. Die Kleine schrie sofort, wenn man sie im Zimmer alleine gelassen hat und schlief überhaupt nur ein, wenn sie Körperkontakt hatte, am liebsten auf Bauch oder Brust wegen dem Herzschlag ... das waren ein paar ... hm ... interessante Nächte. Sie schlief schon bald im Bett und arrangierte sich zügig mit den beiden mittlerweile nicht mehr ganz so taufrischen Junggesellen. Sie flitzte die Tapeten hoch und jagte den Mauszeiger auf dem Bildschirm (ach, das war herrlich, wenn sie stundenlang auf dem Monitor lag und von oben runterhackte, dass der ganze Tisch wackelte). Sie schlief weiterhin ungern allein und lag auch schon mal auf meinem Mausarm, während ich versuchte, den noch zu benutzen.
      Im Frühjahr durfte sie dann raus ... das war toll. Meine Frau hat sofort einen hysterischen Anfall bekommen, als die Kleine durch das Loch im Zaun in den Nachbargarten gestiefelt ist und nicht mehr zu sehen war. Nun ... ihr kennt meine Frau nicht, aber vielleicht hilft euch das: Keine Minute später hatte auch ich mich durch das Loch im Zaun gequetscht und flitzte hinter der Kleinen her ... so ging das 3 Tage lang, bis ich meine Frau davon überzeugte, dass das Kätzchen den Weg alleine finden würde. Dann entdeckte meine Frau sie im Apfelbaum ... na ja, das ging ja noch, der ist recht niedrig ... dann in der Weide - schon was schwieriger ... und schließlich musste ich mich in den Ahornbaum begeben, wo ich noch lange, nachdem das Kätzchen wieder bei Frauchen war, fest hing.
      Eines Tage lese ich dann in einem Buch über Katzen, dass sie so ab dem 6. Monat empfängnisbereit sind ... oha ... unsere war bereits 10 Monate alt... ich diskutierte also gleich mal mit einer Frau entsprechende Gegenmaßnahmen - erfreulicherweise kam die Kleine dann 3 Tage am Stück nicht nach Hause. Abgesehen vom Gezeter meiner Frau dachte ich mir bereits meinen Teil. Nun hatte ich auch eine Erklärung dafür, warum das Kätzchen so verzweifelt vor einem der beiden Altkater rumgekugelt ist und geheult hat ... der alte Kater hat sie recht irritiert angeguckt und sich davon gemacht, sie aber immer hinterher. Ich dachte damals, die will spielen - ja von wegen. Die war rollig! Juchhu ...
      Der Tag kam (meine Frau ein Nervenbündel, die Katzenmutter ließ sich davon etwas anstecken) und der Tag ging auch wieder ... Mitternacht ging's dann los. Die junge Mutter hat eigentlich alles richtig gemacht, aber dennoch ist das erste von den vier Babys leblos zur Welt gekommen. Nun ... also ... ich gebe nicht so ohne weiteres auf. In einem schlauen Buch fand ich weise Worte die da sagten, dass man mit kräftigen Massagen, am besten mit einem Frotteetuch, den Kreislauf stimulieren soll (mein Problem war allein dieses 'kräftig' zu dosieren, man will ja da keine Sauerei anrichten). Nach 20 Minuten hatte ich den leblosen Körper in Bewegung versetzt und konnte den Kleinen an eine Zitze anlegen.
      Also ... wir fragten uns an dieser Stelle eigentlich nur noch, wie und wo wir die alle unterbringen würden. Die Idee auch nur eines der Kätzchen wegzugeben kam uns irgendwie gar nicht. Die Katzenmutter sah das allerdings anders: Nachdem sie die Kleinen abgestillt hatte (nach 3 oder 6 Monaten, ich weiß gar nicht mehr) begann die relativ normale Phase des 'Verstoßens' ... bei weiteren Versuchen ihr an die Nippel zu gehen, wurde sie immer gröber bis sie ihre Brut schließlich fauchend durchs ganze Haus jagte. Dann lauerte sie den Kleinen noch ein paar Wochen lang hinter jeder Ecke auf, um sie zu verkloppen ... schließlich sah sie ein, dass die wohl da bleiben würden und mittlerweile kommen alle halbwegs miteinander aus - wobei die Geschwister ein recht inniges Verhältnis untereinander haben, nur Mutti zickt rum.

      Kurz bevor ich zu dem FL-Seminar nach Frankfurt fuhr, war eines der Jungtiere von einem Ausflug nicht zurückgekommen. Wir haben das ganze Dorf umgegraben, fast einen Monat lang gesucht, Plakate aufgehängt und uns alle möglichen ähnlichen Katzen angesehen, die in Straßengräben gefunden wurden - nichts. Während ich in Frankfurt Hottes Ausführungen lauschte, hat jemand meiner Frau einen Kater gezeigt und gesagt: Von dem kriege ich Bindehautentzündung, den bring ich jetzt ins Tierheim ... ähm ... na ja, war ja gerade ein Platz frei. Es war aber ein echter Alptraum den 10 Wochen alten Neuankömmling zu integrieren - die anderen fanden das schlicht Scheiße. Nach einem halben Jahr ging's dann aber so halbwegs.

      Diesen Sommer ist einer unserer beiden Altkater an Nierenversagen gestorben, na ja, mit gut 17 Jahren war das nicht ungewöhnlich, obwohl er bis zum letzten Tag seine Würde bewahrt hat und immer noch den obersten Platz auf dem Kratzbaum für sich beanspruchte - er war der stillschweigend akzeptierte Rudelführer oder wie man das auch nennen mag.
      Als es dann Herbst wurde rannte in dem Einkaufszentrum, in dem unsere Tochter arbeitet, ein junges Mädchen mit einem Kätzchen in der Jackentasche rum und hat jeden gefragt, ob er das Tier haben will. Unsere Tochter guckt sich das an und entdeckt ein nicht mal 6 Wochen altes Kätzchen. Noch Fragen? Der Kleine hat sich mittlerweile eingelebt und sich seinen Platz in unserem Bett erkämpft (und ich dachte, mit 4 wäre es schon voll da ... gnnaaah ... ). Im Frühjahr wird er kastriert und darf dann auch raus. Bis dahin übt er schon mal an den Tapeten ... Er versteht sich mit dem Vorjahres-Zugang prächtig und gemeinsam biegen sie sich die anderen zurecht.

      Euch ist natürlich klar, dass das nur die ultra-ultra-Kurzzusammenfassung war, oder?

      Nur eins noch: So süß das auch sein mag, wenn es einem zufällig und definitiv ungewollt passiert, es gibt einfach zu viele Katzen um noch mehr zu produzieren. Von daher gilt meine ganze Verachtung den gedankenlosen Züchtern, die trotz massiver Staus in den Tierheimen (einige bei uns nehmen schon keine Katzen mehr an) einfach weitermachen. Also ich wollte keinen mit dieser Story auf den Geschmack bringen, wirklich nicht! Unsere sind jetzt alle kastriert und sterilisiert.
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