Spielsucht und Sucht im allgemeinen !

    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Das Thema gab es hier in abgewandelter Form schon mal (wahrscheinlich auch schon öfter).
      Mich würde mal interessieren ob jemand hier ein paar gute links oder Literaturhinweise zu dem Thema hätte. Mich würde interessieren wieso Sucht entsteht (man sucht Ersatz nach etwas?), wie man diese unter Kontrolle kriegt, aber auch was da eigentlich im Körper passiert.

      Wieso? Naja, ich war schon immer leicht Sucht gefährdet. Egal welche Tätigkeit ich ausgeübt habe. Sei es nun Uni, Freundin, Alkohol oder eben Poker. Wenn ich etwas tue, dann halt meistens richtig und irgendwann wird es dann mehr oder weniger zu einer Abhängigkeit. Man bleibt in seinen Gewohnheiten halt irgendwann einfach stecken.
      Letzter Zwischenfall war, wie könnte es anders sein, das Pokern. Wollte mich eigentlich schon Anfang des Jahres von Titan Poker für einige Zeit sperren lassen. Leider ist dies nicht möglich. Habe also weiterhin nen bissel gezockt, müsste zur Zeit nur auch für die Uni lernen, daher wollte ich es etwas einstellen. Nach dem das ganze soweit nicht geklappt hat, habe ich gestern meine komplette BR ausgecashed, damit ich nicht spielen kann. Heute dann die Ankündigung des Million Dollar Races und ich habe mich selber überzeugt, dass das doch ein guter Grund sei doch noch nen bissel zu zocken. Naja. Heute wieder 4 Std gezockt und sonst zu nichts gekommen. Also eben wieder alles ausgecashed und nen Freund von mir mein Passwort ändern lassen, so das ich auch definitiv nicht mehr zurückcashen kann. Denke mal das dürfte soweit funzen, nur hätte ich halt doch gerne ein paar Hintergrundinfos zu dem Thema.
  • 13 Antworten
    • Shatterproofed
      Shatterproofed
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2007 Beiträge: 7.498
      Geh zu einer Suchtberatungstelle und lass dich mal ausführlich beraten wenn du so Angst um dich selbst hast.
      Im gewissen Maße ist alles ne Sucht ... wenn man gewisse Dinge wie soziale Kontakte vernachlässigt etc sollte es einem zu denken geben.

      Sowas gibts in fast jeder Stadt. Musst mal googlen zu deinem Ort passend.
    • Quentin73
      Quentin73
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2005 Beiträge: 17.163
      Wenn du dich so von einer Seite quasi sperren lässt und dich selbst geiselst, quälst du dich sehr. Du bekämpfst die Symptome aber nicht die Ursache.

      Würde dir auch empfehlen ne Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Pokersucht ist heut zu Tage keine Seltenheit mehr, wirst also nicht angeguckt werden als kämst du vom Mars. Wenn du den Mut hast dich hier schon zu äußern dürften offene Gespräche mit Therapeuten auch kein Problem darstellen. Ich drück dir die Daumen.

      btw. bin selbst süchtig
    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Eventuell war das ein bissel falsch dargestellt oder ihr interpretiert da ein bisschen viel rein. Ich denke jeder kennt das. Man muss lernen, surft aber stattdessen im Studivz oder sowas.
      Es ist auch so, wenn ich z.b. in den Urlaub fahre dann ist das verlangen nach ein paar Tagen weg und sobald ich wieder zu hause bin fängt es auch nicht wieder an. Außer ich gehe dann dieser Tätigkeit wieder über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig nach.

      Ich würde einfach gerne etwas zu dem Thema lesen um das ganze dann eventuell auf mich projezieren zu können.
    • Shatterproofed
      Shatterproofed
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2007 Beiträge: 7.498
      aso okay, na klar kenne ich das ... sollte nun auch mathe lernen rede mir aber ein, dass ich beim Mittagessen gerade auch nebenbei surfen kann ;) .
      Setzt dir selber Grenzen wenn es darum geht, z.B. pokern nur zu einer bestimmten Zeit ab 8 bis max 1 oder so. Mehr fällt mir nicht ein ... ein Buch auch gerade nicht. greetz
    • ruudFFO
      ruudFFO
      Einsteiger
      Dabei seit: 05.06.2007 Beiträge: 1.704
      Du musst rausfinden, was Poker so verlockend macht-dazu ist sicherlich gut nochmal die Psychologievideos hier über Zeitmanagment und Automatische Gedanken und Emotionskontrolle anzuschauen.(Seh Gute Serie) Finde heraus wie dein innerer Dialog ist, wenn du wichtige Dinge aufshciebst. (Können Sachen sein wie Negativismus "ich bin zu dumm für die aufgabe, das schaff ich eh nicht mehr", Zynismus-"du trottel denkst doch icht das du mit deinem Studium irgentwann Geld verdienst", Fluchtverhalten "die Aufgabe ist viel zu lang und zu schwer und eigentlich fehlt dir noch information xy um sie richtig lösen zu können", kurzfristige Motivation scheint zu gering "wenn du jetzt poker spielst kannst du inerhalb von wenigen sekunden allen zeigen das du ein gewinnertyp bist und mehr geld machen als alle deine kommilitonen, die die dumme aufgabe lösen".

      Es scheint ja so als ob du eher ein Problem mit Prokrastrination hast-finde also genau heraus, was Pokern reizvoller macht als eine Hausarbeit zu erledigen. Dann Versuch rauszufinden, welche der mit Pokerpersönlichen Werte du in irgent einer Form auch bei der Aufgabe findest die du machen solltest. zb Werte die dir Poker bringt könnten sein wie Anerkennung, finanzielle Unabhängigkeit, Kreativität(Metagame und das Ausspielen des Gegners), Disziplin - die Dinge die Poker für dich interessant machen sind deine Motivatoren. Die Dinge die Lernen weniger interessant für dich machen sind deine Demotivatoren. Danach get es darum heraus zu finden-welche deiner Motivatoren beim Lernen auftreten-die dir so aber nie richtig aufgefallen sind. Mit den Beispielmotivatoren könnte es dann sein -finanzielle Unabhängigkeit-in ein paar Jahren, werd ich mein Studium abgeschlossen haben-je besser meine Studium umso mehr Verdiene ich und habe dann finanzielle Unabhängigkeit, also lerne ich jetzt lieber.
      Kreativität-anstatt alle Stur herunter zu schreiben, kann ich ja durch meinen Schreibstil und Wortwahl kreative Elemente bei den Hausaufgaben für mich finden

      Ein anderer Punkt der sehr schnell Erfolge zeigt, ist das verzichten auf kurzfristige Belohnung-anstatt zu sagen ich mahc etwas das mir Spaß macht(Belohnung ohne Aufwand) und zocke solange ich Lust habe, könntest du damit beginnen zu sagen "eine Aufgabe lösen=eie halbe Stunde spielen"-wenn das lernen dann wieder regelmässig stattfinden, kann du beginnen dein Lernsession zu verlängern und danach erst zu Pokern, anstatt zwischen durch immerwieder

      Vielleicht ist ja etwas dabei, was dir hilft
    • joseph2000
      joseph2000
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2007 Beiträge: 717
      kenn ich. geh mal in die biblithek zum lernen und dann halt nur noch ab19 uhr... zack fertig aus
    • Tunnelblicker
      Tunnelblicker
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2007 Beiträge: 5.260
      Vielen Dank für deinen Post. Mir geht es zwar eher um Sucht im allgemeinen, damit man eventuell auch definieren kann wann den Sucht anfängt und wann es sich "nur um harmlose" Verdrängung handelt, aber ich gehe trotzdem mal auf den Post ein.

      Mein Fluchtverhalten geht genau in die andere Richtung deiner Vorschläge. Ich habe meine ersten 2-3 Semester ziemlich gut abgeschnitten und hänge nun seit 2 Semestern mehr oder weniger rum, weil ich mir immer denke "hat doch bisher auch immer geklappt", "kriegst du auch noch 1 tag vorher hin", "wenn ich wollte könnte ich es ja, aber wem muss ich den noch was beweisen", etc. . Dabei geht es wie gesagt nicht zwingend um Pokern. Das ist zur Zeit nur mein Hobby welches ich ausüben kann, wann immer ich will. Von Prokrastination halte ich nicht viel. Zur Zeit befinde ich mich zwar in einer Phase auf die das zutrifft. Allerdings hat das ganze ja auch einen Grund. Die Frage ist ob ich nicht lernen will, weil ich so gerne Poker. Oder ob ich Poker, weil ich nicht lernen will.
      Wenn ich mir das jetzt so beim schreiben überlege, scheint es mir eher das man Anfangs meistens nur eine Sache verdrängt, wenn man aber dann die Tätigkeit (z.b. Pokern) intensiv ausübt und vor allem zu jeder Zeit die Möglichkeit hat sie auszuführe, fängt man an alle weiteren Sachen auch aufzuschieben. Nur kann ein Süchtiger normalerweise ja nicht zu seiner Sucht zurückkehren ohne Rückfällig zu werden, wobei dies bei mir z.b. nach nem Urlaub ganz gut klappt ohne Rückfällig zu werden. Ich glaube bei mir ist es tatsächlich eher diese Gewohnheiten zu durchbrechen (typisch süchtig?), weshalb ich darüber gerne etwas mehr lesen würde. Und das ich anscheinend immer etwas brauche worauf ich einen großen Teil meiner Energie verschwende (wegrennen von etwas?). Was halt für 2 Semester auch mal die Uni war.
      Ein weiteres Problem ist wohl das ich ziemlich ungeduldig bin (typisches Suchtverhalten?). Eventuell ist auch ungeduldig das falsche Wort, aber ich verschiebe halt ungern etwas auf morgen, solange es sich halt um diese intensive Tätigkeit handelt. Theoretisch ist es für mich ja egal ob ich nun 1-2 Monate nicht Poker und dafür eventuell danach ein bissel mehr wenn ich Zeit habe. Ich brauche das Geld nicht, habe einen Nebenjob und zur Zeit liegt sowohl auf dem Pokeraccount, als auch bei meiner Bank erst einmal genug Geld rum. Aber dieses Ziele setzen "ab xx.xx kannst du wieder Pokern", klappt bei mir einfach nicht, wahrscheinlich vor allem aus dem Grund dass ich dann daran die ganze Zeit denken würde das ich ab xx.xx wieder Pokern darf. Es ist dieses typische Verhalten, wenn man etwas vergessen will, dann darf man nicht daran denken das man es vergessen will, sondern man muss an etwas anderes denken.


      Aber wie schon anfangs geschrieben. Mich würden halt Literatur/Links zu dem Thema Sucht interessieren. Ab wann ist man süchtig? Was ist es was einen süchtig macht? Wo ist der Unterschied zwischen Gewohnheiten und Sucht? etc. .
      Ich lese z.B. zur Zeit das Buch "Psychologie für die Wirtschaft" (eventuell kennt es ja jemand). Es hat auch ein Riesenkapitel über Motivation (bin dort aber noch nicht angekommen ;-) ) und beschreibt halt allgemein Verhaltensmuster von Menschen und woher sie rühren, bzw. wie es zu unrationalen Entscheidungen kommt. Mir geht es dabei auch gar nicht so sehr darum dies alles an mir zu ändern, sondern ich möchte mir dessen nur einfach bewußt sein.


      @joseph: Jo, das ist wohl die Beste Methode. Konnte mich bisher nur noch nicht dazu durchringen das durchzuziehen ;-)
    • reverendiii
      reverendiii
      Bronze
      Dabei seit: 29.06.2006 Beiträge: 945
      manchmal wär ich froh, wenn ich pokersüchtig wäre..
      könnte man wenigstens mal richtig grinden und müsste sich nich ständig irgendwie motivieren ;)
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Moin moin!
      Also ich kann dir nicht wirklich helfen an Tips, aber ich würde mich ganz gerne mal an der Diskussion beteiligen ;)
      Also ich bin zwar noch kein Student, aber ich kenne deine beschriebenen Symptome aus meiner Abi Zeit.
      Ich war immer ein Typ der extreme. Wie du schon sagtest....Wenn ich etwas machte, denn richtig und das Extrem viel meistens auf Nebentätigkeiten.

      Sei es auf SPortarten bezogen(Tennis,Basketball,Fußball..alles jeweils 2-3Jahre gemacht und denn auch alles extrem, das heisst 4x die Woche Training etc) und habe einfach all meine Zeit in das eine Hobby gesteckt, bis es mir einfach irgendwann zuviel wurde und ich ganz auf einmal komplett aufhörte.

      Beim Pokern ists nun auch schon wieder so weit. Blos das es diesmal einfach etwas anders ist, als sonst. Denn anstatt viel Zeit zu investieren und nix rauszukriegen springen doch desöfteren mal ein paar K dabei raus.
      Das macht Pokern noch verführerischer in meinen Augen.

      Dadurch, dass man durch Pokern seinen Lebensstandard echt gut heben kann und das durch ein Hobby, ist es einfach so schwierig Pokern nicht soo Intensiv zu betreiben und vor allem andere wichtigere Dinge nicht zu vernachlässigen.
      Ich spiele mittlerweile bald 1 Jahr und hab mich durch gewühlt und verdammt viel Zeit in das Spiel investiert, aber um ehrlich zu sein bereue ich nix.
      Ich hab in meiner Abi Zeit quasi mit Pokern angefangen und ich will auch nicht behaupten, dass mein Abi dadurch wirklich nicht schlechter geworden ist(Ich wäre so oder so zu faul gewesen viel zu lernen, da ich es noch nie tat und auch eigtl. nicht nötig hatte), aber ich habe die Befürchtung, dass ich mein Studium dadurch zu sehr beeinflussen werde.

      Und zwar merke ich das ganze momentan schon darin, dass ich mich einfach nicht entscheiden kann bzw. genug darum kümmere, was ich denn studieren will. Ich bin in 2 Monaten fertig mit meinem Grundwehrdienst und habe noch keinen weiteren Plan für die Zeit danach. Ich kann locker vom Pokern leben für die nächsten 1-2 Jahre, aber ich will es nicht auf Dauer. Und gleichzeitig will ich die Jahre nicht einfach vor mich herleben und somit meiner Karriere, als was auch immer, schaden.

      Somit zu meiner Frage...Ist es wirklich eine Sucht? Es wäre für mich nicht überraschend, wenn ich süchtig wäre, da ich eben schon immer zu extremen geneigt habe...

      Tut mir Leid, dass das ganze so verwirrend geschrieben ist, aber ich musste 3x einsteigen durch Besucher hier bei mir auf Stube....


      Ach ja...Bund suckt ;)
    • michaelg5pro
      michaelg5pro
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2006 Beiträge: 2.628
      Da du nach Literatur suchst und Studierender bist schau doch ruhig mal noch über deine jetzige Lektüre hinaus in die Bibliothek. (Verzeih es mir, diese Art oberflächlicher Antwort kann ich selbst zumindest häufig nicht haben. Schließlich fragt man in aller Regel, um eine Antwort zu erhalten und nicht um einen Weg zu derselben).

      Anscheinend sorgst du dich bzw. möchtest Klarheit über die Frage süchtig? und auch Entstehung oder welche Faktoren das begünstigen plausibel nachvollziehen. Die meisten Definitionen sind zwar relativ eindeutig, besonders hart sind die klinischen Screenings, z.B. die Krankheitskataloge nach DSM oder ICD, Unklarheit bereitet meist die mehrdeutige Bewertung der Kontrollfähigkeit der Betroffenen, die nicht selten zu übermäßigen Relativierung durchaus vorhandener Suchterkrankungen und in der Folge jahrelanger Verschleppung führt.

      Konkret könnte man nun auch einen Fragenkatalog anreißen, bei dem man ab einer gewissen Anzahl an Bejahungen von Sucht ausgehen kann. Aber was hilft das? Dennoch haben da gewisse Kriterien durchaus eine besondere Aussagekraft; Shatterproofed sprach da z.B. die Vernachlässigung sozialer Kontakte an. Die Tatsache, dass man öfter dann doch Vorsätze ignoriert, also eigentlich dann doch etwas ungewolltes tut und somit ein Kontrolldefizit, auch ein wichtiges Kriterium, zeigt ist m.E. "nur" ein Anzeichen dafür, gefährdet zu sein. Häufig ist dann salopp gesagt noch die deutliche Mehrheit der Lebensumstände und Verhaltensweisen im Lot. Außerdem steht aus, ob man wirklich nur mal wieder nicht widerstehen konnte (bei anderen Malen jedoch durchaus) oder wirklich nie fern bleiben kann.

      Im Übrigen ist auch ruudFFOs Hinweis auf Aufschiebungsverhalten sehr interessant, den du durch Schilderung übers Studium eine berechtigte Grundlage verliehen hast. Es liegt aber keineswegs fern, dass Sucht und Prokrastination zusammen auftreten kann. Anhaltende Aufschieberei kann man beinahe nur durch einen Wandel hinzu viel Disziplin und fundamentalem Einstellungswandel 'heilen', behaupte ich. Problematisch ist insbesondere, dass sie ungeachtet aller Nachteile unendlich viel Raum für Bequemlichkeit bietet, ja selbst eine zu sein scheint, und ebenso leicht zu rationalisieren ist, was man sich an eigenen Äußerungen leicht klar machen kann.
    • PokerSpass
      PokerSpass
      Bronze
      Dabei seit: 05.02.2006 Beiträge: 1.390
      Das Thema Spiel(Poker)-Sucht beschäftigt mich auch schon länger.

      Hier mal ein Buchtip mit Leseproben:
      http://books.google.at/books?id=ryzbShwRsFIC&printsec=frontcover#PPP1,M1

      Scheint mir ein sehr fundiertes Buch zu sein, und die Leseproben haben mir schon geholfen mein Spiel besser zu kontrollieren.

      Bin jetzt schon länger (auch aus gesundheitlichen Gründen) ohne Job.
      Und bei mir hat Pokern als Jobersatz sich ganz schön breit gemacht in meinem Leben.

      Bringt zwar ganz gut Kohle aber leider auch einige (Sucht-)Probleme mit sich !
    • MrQNo
      MrQNo
      Bronze
      Dabei seit: 30.09.2006 Beiträge: 1.767
      Mit Literatur kann ich nicht wirklich dienen. Aber zwei Hinweise für die Recherche:

      Sucht wird abgegrenzt von anderem Verhalten durch Kontrollverlust. Solange du kontrollieren kannst, ob du pokerst, trinkst, kaufst ..., bist du nicht süchtig. Wichtig: Es zählt nicht deine Einschätzung, sondern die - im Zweifelsfall durch geeignete Dritte (gute, ehrliche Freunde; qualifizierte, erfahrene Therapeuten - keine Ahnung, was von beiden seltener ist) festgestellte Realität.

      Zur Frage, wie Sucht entsteht: Nach meinem Kenntnisstand ist zur Zeit die vorherrschende Meinung, dass Sucht durch eine "Umprogrammierung" des Belohnungssystems entsteht. Ich meine mich erinnern zu können, dass der SPIEGEL in den letzten 12 Monaten darüber berichtet hat, dass man durch Kernspintomographie des Gehirns die Aktivierung der entsprechenden Gehirnareale nachgewiesen hat.
    • SwissCheese
      SwissCheese
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 259
      Jop, Mr. QNo hats auf den Punkt gebracht:

      Sucht geht mit Kontrollverlust einher, je länger desto stärker....und mit der Umprogrammierung des Belohnungssystems im Gehirn (womit wir der Sucht erstmal Tor und Tür öffnen). Das sind die Anfänge und von da an durchläuft man mehrere Stadien und von da an wirds auch ganz individuell, da ist halt echt jeder Typ anders, ist verschiedenen Einflüssen ausgesetzt, denkt anders und geht anders mit der ganzen Problematik um. Und kommt halt auch stark auf die Sucht selber an und in welchem Suchtstadium man steht.
      Am schlimmsten hats vorerst mal den erwischt, der sich schlicht total gehen lässt, der die Sucht voll und ganz das Ruder übernehmen lässt. Andernseits ist wiederum derselbe Suchttyp unter Umständen am leichtesten zu retten, während du oft beim 'mittelmässig' Süchtigen jahrelang rumbaggerst ohne nennenswerten Erfolg.
      Ich sag absichtlich nicht heilen, weil ich bezweifle stark, ob Sucht wenn sie mal auftritt wirklich heilbar ist. Man kann sie voll in Griff kriegen, lernen mit zu leben, sie umgehen, sie austricksen usw. aber heilen? Ich glaub nicht dran.
      Mögliche Gründe, warum jemand überhaupt süchtig wird, gibts soviele wies Menschen gibt, sprich, das ist bei jedem wiederum total verschieden, komplett individuell.