Bericht über Pokersspieler

    • pokermatze
      pokermatze
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 531
      Bericht über Pokersspieler
      [URL]http://fudder.de/URL]

      Der Online-Spieler

      Sebastian, 30, ist auch Jurastudent, zumindest auf dem Papier. Denn den Großteil seiner Zeit verbringt der Freiburger in einem Online-Casino. „Momentan spiele ich an sechs Tischen gleichzeitig“, sagt er. Nebenbei läuft ein Trackingprogramm, das die Bewegungen der anderen Spiele aufzeichnet. 2004 hat er zum ersten Mal im Internet gepokert, seit eineinhalb Jahren verdient er damit seinen Lebensunterhalt.

      Momentan spielt Sebastian noch die Limit-Version, das heißt: Die Einsätze sind begrenzt. Bald aber will er an die Tische ohne Limit – hier sind die Gewinne höher und die Verlustchancen größer. Sobald Oliver 16.000 Euro auf der Seite hat, will er die Spielstufe wechseln.

      Sebastian galt in der Schule als hochbegabt. Mathematisches Talent hat er sicherlich und das braucht er als Pokerprofi. Beim Poker gewinnen immer die unwahrscheinlichsten, also die seltensten der Kartenkombinationen. Anhand des Setzverhaltens des Gegenübers lassen sich Vermutungen anstellen, was der Gegner noch auf der Hand hat. Die Abschätzung und Kenntnis dieser Wahrscheinlichkeiten und Risiken ist es, die den Profi vom Laien unterscheiden.



      Allerdings ist Sebastian eben nicht der coole Bluffer, der mit Sonnenbrille und Anzug im Casino sitzt. Sondern ein Onlinezocker mit geröteten Augen, der vier Mal in der Woche bis vier Uhr in der Früh am Bildschirm hockt und gegen irgendwelche Amerikaner spielt, „weil das die schlechteren Spieler sind.“ Die Zeitverschiebung nimmt er in Kauf, auch wenn dadurch seine sozialen Kontakte leiden. Denn tagsüber schläft Sebastian oft. Neben dem Bett in seinem WG-Zimmer stapeln sich die Pizzakartons.

      Wahrscheinlich wird es einige Ärzte geben, die ihn als suchtgefährdet einstufen würden. Sebastian würde am liebsten sein ganzes Leben lang mit der Spielerei Geld verdienen. „Wenn ich wüsste, dass es noch vierzig Jahre so weitergeht, würde ich das sofort machen. Aber ich kenne genug Leute, die schon alles verloren haben.“ Einen Alternativplan hat Sebastian allerdings auch noch nicht in der Tasche.


      Kennt jemand den Typ?

      Was haltet ihr davon Studim/Arbeit so zu vernachlässigen
  • 1 Antwort