Handrange und Equityberechnungen

    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      Hi!
      Hab gerade den Strategieartikel "SSS: Wie helfen die die Elephant-Stats" durchgelesen und darin ist mir folgender Satz untergekommen:

      >>> Dank dem VPIP und dem PFR bist du in der Lage, dem Gegner eine Handrange zuzuordnen. Durch diese ist es möglich bessere, fast schon perfekte Preflop- und auch Postflopentscheidungen zu treffen. Du ermittelst einfach seine Handrange und triffst anhand der Equity deine Entscheidung, ob du raist oder foldest. <<<

      Das ist nämlich genau mein Problem... ich weiß nicht wie ich das in der Praxis in so kurzer Zeit anwenden soll. Könnt ihr mal sagen wie ihr das genau macht.

      Ok mein Ansatz wär mal dieser:
      -> Ich schreib mir mit Hilfe des Equilators eine Liste auf, mit der ich dann erstmal weiß, welche Handrange mein Gegner hat. Wenn z.B. ein Gegner einen VPIP von 16% hat, seh ich mit dieser Liste gleich, was die besten 16% der Starthände sind und mit welchen er dementsprechend wahrscheinlich mitgeht.
      Macht ihr das auch so? Bzw habt ihr das so gemacht, als ihr noch nicht genau wusstet, wie viel Prozent VPIP welche Handrange ergibt?

      Und wie ich in so kurzer Zeit dann auch noch die Equity berechnen soll ist mir ein Rätsel. Bzw. tu ich mir mit Equity-Berechnungen allgemein noch schwer. Könntet ihr mir ein ausführliches Beispiel aus der Praxis schildern, wie ihr das angeht?

      Viiiiielen Dank!
  • 9 Antworten
    • primorac
      primorac
      Black
      Dabei seit: 06.04.2007 Beiträge: 12.414
      So blöd das jetzt klingt aber das ist einfach eine Frage der Zeit/Erfahrung. Irgendwann weißt du einfach dass 3% = JJ+,AK sind, oder 5% = 99+,AQ+. Das alle PPs zusammen 6% sind oder alle Broadways 14%. Du weißt dann auch dass du mit AK gegen eine 3% Reraising Range noch etwa 40% brauchst um pushen zu können.
      Ich habe sehr sehr sehr viel Zeit mit dem Equilator (bzw. damals noch Pokerstove) geübt. Viele Szenarien und Hände nachgeprüft etc., einzelne Hände gegen verschiedene Ranges laufen lassen, Equity auf verschiedenen Boardstrukturen angeschaut.

      Den Fehler den du nicht machen solltest ist zu denken dass ein Spieler der z.B. 16vpip und 12pfr hat auch IMMER die TOP 12% der Hände raisen wird und die TOP 13-16% limpen.
      Hierzu hilft auch mal ein Blick in andere Strategiesektionen wie BSS oder auch FL.
      Welche Hände werden bevorzugt wie gespielt? Wenn ein 16/12 Spieler an einem FR Tisch UTG limpt dann hat er oft ein kleines PP, einen SC oder eine ander spekulative Hand wie Axs. Ebenso wird er aus UTG wenn er raist niemals die kompletten 12% haben und wenn er vom BU raist wird er idR sehr viel mehr als 12% haben. Hier helfen positionsbezogene Stats weiter.

      Mein Tipp ist: Experimentiere soviel wie möglich mit dem Equilator herum und verbringe viel Zeit im Handbewertungsforum.

      lG
      Primorac
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      ok danke!!!

      Ich möchte nun die nächsten Tage versuchen, SSS auf nur sehr wenigen Tischen zu spielen, um während des Spielens auch mit dem Equilator arbeiten zu können. Ich weiß, viele nehmen den Equilator nur nach einer Session um die gespielten Hände zu überprüfen. Aber wenn irgendwie möglich, möchte ich ihn während dem Spiel einsetzen.

      Leider hab ich sehr wenig Erfahrung damit und möchte daher hier mal ein Praxisbeispiel posten. Ich hoffe, ihr könnt mir dabei weiterhelfen, wie ich den Equilator sinnvoll einsetze.


      Beispiel - Preflop / SSS / NL50
      Hero sitzt im Button. Meine Hand: AQo
      Keine Limper, ein Spieler raist aus MP2 auf 2$. Alle Folden bis zu mir.
      Dieser Spieler aus MP2 hat einen VPIP von 18% und einen PFR von 8%.

      Ich gebe also im Equilator beim MP2 eine Handrange von 8% ein, da dieser Spieler ja geraist hat und ich somit den PFR berücksichtigen muss.

      Es sind also 2,75$ im Pot (2$ Raise + Blinds) und mir stellt sich die Frage All-In oder Fold (Call gibt es bei der SSS preflop ja nicht).

      Wie kann ich nun den Equilator sinnvoll einsetzen, damit ich weiß: "Ja, ich geh All-In" oder "Nein, ich folde"?
      Wenn ich meine Hand im BU eingebe (AQo), bekomme ich eine Equity von 47%, während mein Gegner knapp 53% bekommt. Bedeutet das, dass ich folden soll, da ich weniger Equity als der Gegner hab?
      Ich befürchte so einfach ist es nicht, oder? da ich ja auch noch irgendwie die Pot Odds miteinberechnen muss. Kann mir dabei der eingebaute "Mindest-Equity"-Berechner weiterhelfen? Aber der ist ja nur für Situationen, in denen mein GEGNER All-In geht, oder?

      bitte um hilfe, wie ihr den Equilator hier einsetzt.
      würde mir seeeehr helfen
    • Flame98
      Flame98
      Bronze
      Dabei seit: 29.10.2008 Beiträge: 2.387
      ersteinmal musst du dir dann ausrechnen wieviel EQ du benötigst.
      gibt es den EquityArtikel schon ab Silber?

      EQ = von dir zu zahlende Einsatz/(entstehender Gesamtpot*0,95)

      Ist dieser Wert jetzt geringer als deine 47 % dann solltest du pushen, wenn bei der Rechnung allerdings ein höhere Wert als 47 % rauskommt, solltest du folden
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      aaahh interessante formel, dank dir :D DDD!

      wie heißt denn der Artikel, ist das der "SSS: Preflopspiel für Fortgeschrittene"? dann muss ich mich zuerst noch auf Gold hochspielen
    • cyan2k
      cyan2k
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 1.891
      außerdem musst du noch miteinrechnen, dass wenn einer mit PFR 8% raised, und du gehst am Button all in, dass er nicht mit all seinen Händen callt, sondern auch oft foldet!
      Sprich du brauchst keine Equity gegen seine RaisingRange, sondern gegen seine CallingRange.
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      oje, ich hoff das steht dann auch alles im artikel
    • Naems
      Naems
      Bronze
      Dabei seit: 27.05.2008 Beiträge: 1.919
      Beispiel:

      Jemand hätte den VPIP von 30%, und ich und er landen im headsup am flop
      Ich JJ FLOP: A K 9 oder so, würde man dann spielen weil man im A: alle möglichen Hände gibt ; würde man nicht spielen weil man im zutraut any
      Ax oder Kx zu spielen?
    • GoodFellaGO
      GoodFellaGO
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2007 Beiträge: 1.004
      Position? IP? OOP? stacksize? Fold to Cbet wert vom villain?

      ist so allgemein schwer zu beantworten.

      wenn der 30Vpip fisch Limp/Call UTG spielt und ich ihn isoliere contibette ich das board all day long weil er extrem viel wegfoldet.

      kommt halt immer auf die situation an...
    • ivoz
      ivoz
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2006 Beiträge: 500
      wie primorac schon sagte, nach ner zeit weisst du dinge einfach, du fängst ja bei 1+1 auch nit an zu rechnen, sondern kennst einfach sofort die antwort (hoff ich jedenfalls;) ). mal ein genaues preflop beispiel. bei folgender rechnung lass ich mal die blinds ausssen vor, wegen rake. du openraist mit 20BB aus MP auf 4BB.
      BU 3 bettet dich. du musst nun noch 16 BB investieren um 24BB (wir gehen davon aus das BU auf nen push nicht mehr foldet) zu gewinnen.

      24/16= 1.5

      1/( 1.5+1 ) = 0.4

      du musst also 40 % EQ gegen seine 3bet-range haben um nach +EV zu handeln. wann du mit welchen händen gegen was für ranges wieviel % EQ hast, weisst du halt nach ner zeit und kannst du mit rumspielen des equilators üben. ich hoffe ich konnt bissl helfen ;)