Multitabling, Entscheidungsprozesse

    • 2weiX
      2weiX
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 2.116
      Hi ho,

      ich habe neulich entschlossen, wieder mal mehr zu pokern. Bis dahin habe ich ab und an ein zwei, drei Tische PLO10 SH gespielt, und öfters mal das 2er R/A auf FullTilt.

      Nun habe ich Pot-Limit HoldEm SH entdeckt. Herrlich. Nur Deppen, die totalen Scheiss zusammenspielen, was natürlich neben dem Spielspaß auch die Varianz erhöht.

      Nun sitze ich da mit 4 Tischen (PLH10 SH) und folde folde folde (vpip von ca 29, was für dieses Limit schon relativ tight ist), und fange an zu surfen. Schlecht.

      gestern habe ich dann also mal gleich 8 Tische probiert... in der Session gings gleich 4 Stacks runter, unter massiver Einflussnahme von Setups, Suckouts etc (flush vs gefloppte quads, flusch gegen FH auf dem river, twopair gegen gerivertes set), doch das soll nicht direkt das Thema sein.

      Thema vielmehr:

      Hätte ich evtl bei weniger gespielten Tischen dem Gegner mehr Aufmerksamkeit geschenkt, und wäre in gewissen Situationen vorsichtiger gewesen beim klicken des "Bet Pot"-Buttons?

      Wer weiss, wer weiss.

      Ich möchte Euch also hier kurz schildern, wie mein Entscheidungsprozess so ungefähr abläuft, und Ihr sollt mir sagen, ob (obv) und wo ich noch Bedarf an "Gehirnkopfprozesse" habe, oder ob ich ggf vielleicht sogar "zuviel" denke.


      Zuerst betrachte ich meine Position.
      je weiter hinten, desto besser.
      Zudem limpe ich mit T9s von LP gerne auch mal mit, 6-way pots sind keine Seltenheit.

      Dann suche ich nach Spielbarkeit.
      QTo -> muck
      KT9s -> muck
      ATs -> muck
      AQs -> spielbar!

      Dann nach der Anzahl der Spieler im Pot
      Limper / Raiser ? Potsize?

      Dann schaue ich kurz auf die Stats der Spieler im Pot
      vpip12-rause von UTG?
      Reraise von LAG vom BU?
      Auch das beeinflusst die Art und Weise, wie ich meine Hände Spiele.
      Im ersten Fall wandert meine AQs in den muck, im letzteren würde ich evtl sogar Squeezen, um HU mit dem LAG zu kommen.

      Dann frage ich mich, was ich mit meiner Hand und der Anzahl an Gegnern im Pot wohl anfangen will. Ich hab so oft gelesen, daß man nicht ohne einen "Plan" in eine Hand einsteigen soll. Ich verstehe das zB so:
      Limpen mit SCs
      - potbet bei treffen von OESD / FD
      - c/c bei midpair/backdoor straight / flush
      - c/r bei TP wenn die SCs overcards sind
      - c/f bei miss

      So in der Art habe ich für viele Hände ein Vorhaben.
      So mache ich mit QQ+ zu 80% eine Potsize-bet preflop (egal wieviele Limper/Raiser vor mir), da ich auf minraises schon sooo oft ausgesuckt worden bin, daß ich lieber riskiere nur die blinds einzusammeln (und im Gegenzug um einen richtig grossen Pot spiele).


      Natürlich bin ich dann relativ unflexibel, da ich mich ja schon vorher "festlege", wie meine Hand verlaufen soll - andererseits werde ich natürlich fein getrappt, wie in diesem Beispiel:

      ich bekomm ein freeplay mit 5d 6d auf dem BB, 6-handed pot.
      flop 7c 7d 3d
      ich setze pot, ein caller.
      turn: 2d (yay mein flush, plus straightdraw plus straightflushdraw!)
      ich setze pot, villain reraised, ich calle all-in
      river egal, der villain zeigt 77



      kann man evtl davon ausgehen, daß bei zunehmender anzahl an tischen die entscheidungen mehr oder weniger automatisch getroffen werden? ich denke schon.

      reichen die von mir beschriebenen punkte aus, um eine gewisse anzahl an tischen zu spielen? oder fehlt da noch eine denke? das ganze ist ja ziemlich "level 1"-denke. allerdings traue ich den gegenern auf diesem level alles zu - von quads bis A high wird da gerne c/c gespielt, einmal durch. wie geht ihr vor, wenn ihr auf 8+ tischen entscheidungen zu treffen habt? rein mathematisch? wie bezieht ihr die stats ein? macht ihr auch gerne mal implied-odds-calls, um einen tighten gegner zu stacken?

      mein spiel ist ziemlich "straightforward", und dadurch natürlich trotz action relativ wenig aufregend.

      ich hoffe jetzt machts sinn, jedenfalls mehr als vorher.
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  • 7 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von 2weiX
      Irgendwelche Thoughts?
      Jep. Was willst Du mit Deinem Post erreichen? Irgendwie ist mir Deine Intention nicht klar.
    • 2weiX
      2weiX
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 2.116
      Original von michimanni
      Original von 2weiX
      Irgendwelche Thoughts?
      Jep. Was willst Du mit Deinem Post erreichen? Irgendwie ist mir Deine Intention nicht klar.

      ich bin im büro und wollte auf "vorschau" um den post später weiterzuschreiben, hab ihn aber abgeschickt. naja. ich bin mir auch nicht sooo sicher, aber es hilft schonmal es aufzuschreiben. ich denke worauf ich hinaus wll ist:



      kann man evtl davon ausgehen, daß bei zunehmender anzahl an tischen die entscheidungen mehr oder weniger automatisch getroffen werden? ich denke schon.

      reichen die von mir beschriebenen punkte aus, um eine gewisse anzahl an tischen zu spielen? oder fehlt da noch eine denke? das ganze ist ja ziemlich "level 1"-denke. allerdings traue ich den gegenern auf diesem level alles zu - von quads bis A high wird da gerne c/c gespielt, einmal durch. wie geht ihr vor, wenn ihr auf 8+ tischen entscheidungen zu treffen habt? rein mathematisch? wie bezieht ihr die stats ein? macht ihr auch gerne mal implied-odds-calls, um einen tighten gegner zu stacken?

      mein spiel ist ziemlich "straightforward", und dadurch natürlich trotz action relativ wenig aufregend.

      ich hoffe jetzt machts sinn, jedenfalls mehr als vorher.
    • Staarrrr
      Staarrrr
      Bronze
      Dabei seit: 08.07.2007 Beiträge: 3.123
      Junge du bist seit 2006 dabei, Level 1 müsstest du schon längst hinter dir haben.

      Hab deinen ersten Post nicht gelesen, weil tl;dr

      Aber:

      Ja, bei z.B. 9 Tischen gibts mehr automatische Entscheidungen. Wenn du dem Limit noch nicht mächtig bist und deine automatischen entscheidungen noch nicht gut genug sind, dann machts kein Sinn so viele Tische zu spielen. Dann lieber 4 oder 6 und ordentlich nachdenken.

      Natürlich guck ich bei 8+ Tables auf die Stats. Die sagen dir, ob du dein TPTK einfach durchballern sollst oder eventuell doch aufpassen muss. Sprich, bei Fischen durchballern und bei guten Spielern aufpassen.

      Mit Mathematik ist mitten im Spiel eher wenig. Intuition und Erfahrung ist gefragt, natürlich weis man, dass man mit nem Flushdraw in einem 8$ Pot keine 8 $ callen sollte, 4$ jedoch schon. Da brauch man auch nicht rechnen für!
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von 2weiX
      kann man evtl davon ausgehen, daß bei zunehmender anzahl an tischen die entscheidungen mehr oder weniger automatisch getroffen werden? ich denke schon.

      reichen die von mir beschriebenen punkte aus, um eine gewisse anzahl an tischen zu spielen? oder fehlt da noch eine denke? das ganze ist ja ziemlich "level 1"-denke. allerdings traue ich den gegenern auf diesem level alles zu - von quads bis A high wird da gerne c/c gespielt, einmal durch. wie geht ihr vor, wenn ihr auf 8+ tischen entscheidungen zu treffen habt? rein mathematisch? wie bezieht ihr die stats ein? macht ihr auch gerne mal implied-odds-calls, um einen tighten gegner zu stacken?
      Zu Absatz 1: Ja, natürlich. Ein Grund, warum z.B. SSSler in der Regel mehr Tische spielen können als BSSler, ist, weil sie postflop kaum schwierige Entscheidungen zu treffen haben. Sie spielen viele Hände automatisiert.
      Wenn man sein Spiel als eine Art Training genau durchleuchten will, sollte man daher in solchen Situationen auch nur einen Tisch spielen, um sich für jeden Zug genug Zeit zu nehmen.

      Wenn Du Dein Spiel verbessern willst, beschäftige Dich zunächst mit den spielerischen Grundlagen. Wenn Du gutes ABC- oder Straight-Forward-Poker spielst, wirst Du auf den unteren Limits schon schnell Erfolg haben. Dafür solltest Du den hier angebotenen Content nutzen und der reicht dafür auch absolut aus.
    • 2weiX
      2weiX
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 2.116
      Original von pokerstamm
      Junge du bist seit 2006 dabei, Level 1 müsstest du schon längst hinter dir haben.

      Hab deinen ersten Post nicht gelesen, weil tl;dr

      Aber:

      Ja, bei z.B. 9 Tischen gibts mehr automatische Entscheidungen. Wenn du dem Limit noch nicht mächtig bist und deine automatischen entscheidungen noch nicht gut genug sind, dann machts kein Sinn so viele Tische zu spielen. Dann lieber 4 oder 6 und ordentlich nachdenken.

      Natürlich guck ich bei 8+ Tables auf die Stats. Die sagen dir, ob du dein TPTK einfach durchballern sollst oder eventuell doch aufpassen muss. Sprich, bei Fischen durchballern und bei guten Spielern aufpassen.

      Mit Mathematik ist mitten im Spiel eher wenig. Intuition und Erfahrung ist gefragt, natürlich weis man, dass man mit nem Flushdraw in einem 8$ Pot keine 8 $ callen sollte, 4$ jedoch schon. Da brauch man auch nicht rechnen für!
      ja, ich hätt auch gern schon NL400 oder so, aber ich hatte leider nie die zeit, mich wirklich eingehend mit dem spiel zu befassen (beruf, kinder etc).

      Original von michimanni
      Zu Absatz 1: Ja, natürlich. Ein Grund, warum z.B. SSSler in der Regel mehr Tische spielen können als BSSler, ist, weil sie postflop kaum schwierige Entscheidungen zu treffen haben. Sie spielen viele Hände automatisiert.
      Wenn man sein Spiel als eine Art Training genau durchleuchten will, sollte man daher in solchen Situationen auch nur einen Tisch spielen, um sich für jeden Zug genug Zeit zu nehmen.

      Wenn Du Dein Spiel verbessern willst, beschäftige Dich zunächst mit den spielerischen Grundlagen. Wenn Du gutes ABC- oder Straight-Forward-Poker spielst, wirst Du auf den unteren Limits schon schnell Erfolg haben. Dafür solltest Du den hier angebotenen Content nutzen und der reicht dafür auch absolut aus.
      SSS habe ich nach meinem Eintritt 2006 ein paar Wochen lang gespielt, und ich bin fast an meiner eigenen Zunge erstickt^^

      Die Frage war ja auch ob ich in meinem Entscheidungsprozess irgendwo was übersehen habe (oder ob ich mir sogar für die unteren Limits zuviele Gedanken mache). Level 2 oder 3 kann ich den Leuten einfach nicht "geben". Ich kenne meine Odds und Outs, und denke daß die gestrige Session einfach unglücklich lief, dennoch wäre es interessant wie Ihr beim Multitablen Eure Hände "katalogisiert" bzw zwischen "Dreck" und "Nuts" einordnet, und wie Ihr dann mit dieser Kategorisierung "In die Hand" geht.
    • MrHo
      MrHo
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 224
      Original von 2weiX
      ich bekomm ein freeplay mit 5d 6d auf dem BB, 6-handed pot.
      flop 7c 7d 3d
      ich setze pot, ein caller.
      turn: 2d (yay mein flush, plus straightdraw plus straightflushdraw!)
      Für was brauchst du den Straightdraw wenn du schon den flush hast?
    • 2weiX
      2weiX
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 2.116
      Original von MrHo
      Original von 2weiX
      ich bekomm ein freeplay mit 5d 6d auf dem BB, 6-handed pot.
      flop 7c 7d 3d
      ich setze pot, ein caller.
      turn: 2d (yay mein flush, plus straightdraw plus straightflushdraw!)
      Für was brauchst du den Straightdraw wenn du schon den flush hast?
      danke für den nitpick.

      ich bin ja seit gestern wieder silber und lese mir den content am flop/am turn durch. ich sehe also, meine überlegungen (s.o.) gingen schon in die richtige richtung, ich muss nur noch etwas "weiter" denken - also ggf je nach hand gegen verschiedene typen von villains verschiedene lines wählen. hilft aber schonmal sehr viel weiter.