Unfähig, Pech oder Psychologie?

    • Kokolores
      Kokolores
      Bronze
      Dabei seit: 06.11.2006 Beiträge: 50
      Hallo.
      Ich muss mal ein wenig meinem ßrger hier Luft machen.
      So langsam fühle ich mich massivst verarscht...
      Ich spiele FL auf den untersten Limits (.10/.20, um genau zu sein), und ich hab irgendwie ein Problem auf 70$ zu kommen.
      Ich hab das SHC brav zu lesen gelernt, hab mir artig die Artikel durchgelesen, die Tabelle liegt immer neben mir und handele eigentlich streng danach.

      Heute war mal wieder ein schöner Tag... Ich hab ein paar schöne Pötte gewonnen und dachte: "Ja, endlich isses soweit".
      Wie blöd es war, das zu denken. Da ich früher schon ein paar extrem dumme Aktionen gerissen habe, als ich mal wieder Pech hatte, hab ich mich ganz bewußt gezwungen, weiterhin nur nach dem Chart und nach meinen Möglichkeiten (bzw. nach denen der Karten) zu spielen.
      Natürlich musste ich ein paar Folds einstecken, aber darauf war ich gefaßt, da ich am Anfang der Session wirklich perverses Glück hatte und natürlich nicht damit rechnen konnte, dass es weiterhin so laufen würde.

      Nachdem ich ne Reihe von wirklich fiesen Niederlagen einstecken mußte, hab ich, um nem Tilt vorzubeugen, dann erst mal die Tische verlassen (es waren 2). Nachdem ich n bisschen bei anderen Tischen gespannt habe, bin ich dann wieder zu einem Tisch, um selbst zu spielen. Der war mir zu tight, hab also gewechselt. Am nächsten Tisch hab ich dann 1/3 meines Gewinns verspielt. Auf einem zweiten Tisch lief es erst besser (45 ct gewonnen, woohoo!), danach war ich auch da derbe am Verlieren.

      Meine Frage, die ich mir nun absolut nicht beantworten kann, ist: Warum zum Teufel passiert das immer wieder?!
      Spiele ich plötzlich zu loose, wenn ich an meinem (Etappen-)Ziel 70$ fast angekommen bin? Habe ich einfach nur unglaubliches Pech? Bin ich schlicht und ergreifend zu weak?
      Gegen Weakness spricht irgendwie, dass ich auf mehrere Sessions betrachtet wieder break-even spiele, gegen loose play spricht, dass ich Preflop strikt das SHC befolge (hab zu oft gesehen, was passiert wäre, wenn ich doch gecallt hätte... Hab das mal zur Selbstversicherung verfolgt ;) ). Was spricht gegen das Pech?
      Nun, zum einen, dass es schon ein unglaublicher Zufall wäre, wenn Herr Pech mich jedes mal vor meiner persönlichen Schallmauer besuchen kommt, zum anderen spricht dagegen, dass es im Grunde genommen viel zu wenig Hände für nen DS oder ähnliches sind...

      Dafür sprechen allerdings wiederum die Statistiken von PP.
      Was anderes steht mir leider nicht zur Verfügung, aber ich gucke gerne mal wieder rein, in jeder Session mehrfach. Daraus ist zu sehen, dass ich Showdowns mit 80 bis 100% gewinne, dass ich im Mittel so in etwa 18-19% der Hände spiele, dass ich, wenn ich den Flop gesehen habe, zu 11% gewinne (darin sind natürlich Blätter vom BB aus eingeschlossen, die i.d.R. sofort auf dem Flop gefoldet werden sowie Blätter, die man nur einmal callt usw..)...

      Allerdings ist am Ende einer Session wie heute regelmäßig der "played hands"-Posten auf 15% oder so. Bei normalen Sessions lande ich etwa wieder bei 18, 19%. Wohlgemerkt: Preflop spiele ich SHC.
      Es ist wie verhext, an einem Tag gewinne ich 3, 4 Dollar (heute waren es sogar 7 oder so, für mich ist das ein großer Gewinn), am nächsten Tag verliere ich alles davon, manchmal weniger, manchmal auch 1, 2 Dollar mehr.
      Um es mal ganz deutlich zu sagen: Es kotzt mich an!
      Ich komme einfach nicht dahinter. Eine Möglichkeit wäre es, weniger vorsichtig zu spielen, jedes Paar zu spielen und nicht drauf zu achten, was die Gegner machen.
      Leider wird es dadurch total unkalkulierbar, denn es gibt ja auch Leute, die nicht mit nem Ass durchcallen, weil sie noch aufs Toppair hoffen und es dann auch noch bekommen... Die also wirklich winning Hands spielen.
      Damit würde ich also wohl verlieren. Dass ich auch mit AQo gegen Leute mit AQo folde, wie es heute passiert ist (wir beide hatten bis zum River kein Paar, ich war schon nach dem ersten Turnbet des anderen AQ-Spielers draußen... er hat mit High card gewonnen :rolleyes: ), ist für mich einfach vernünftig. Denn ich weiß ja nicht, was er hat ;)


      Puh, das ist wirklich viel geworden, und ich möchte mich bei jedem entschuldigen, der das hier bis zum Ende durchgehalten hat. Da du aber schon am Ende meines Sermons angekommen bist, könntest du mir vielleicht Tipps geben oder deine Meinung zum Thema kund tun?
      Um es nämlich ganz deutlich zu sagen: So macht es auf Dauer keinen Spaß. Nur Gewinnen, um danach wieder break-even oder leicht im Minus zu sein ist auf Dauer ziemlich ätzend.
      Ich poste das mal hier rein, ich hoffe es ist hier richtig aufgehoben.
  • 7 Antworten
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.461
      Das Beste ist es, wenn du diverse Hände für die User in entsprechenden Sektionen posten würdest, mttels hand converter. Dann können dir erfahrene Spieler sagen, was du eventuell falsch machst und besser machen könntest.

      Selbstanalyse ist schwer.
    • cusith
      cusith
      Bronze
      Dabei seit: 11.03.2006 Beiträge: 1.272
      ich glaube das dein Problem is das du das 70$-Ziel im Auge hast und das für dich mental nen Hemmschuh darstellt.

      ich hab manchmal das gleiche problem, du darfst wärend des spiels nicht an deine BR denken. Einfach dein A-Game spielen und nach der session gucken ob du + oder - bist. ansonsten wirds sehr schwer die Grenze von 70$ zu knacken.
    • kaydoc
      kaydoc
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2006 Beiträge: 128
      Auf alle Fälle weiter vorsichtig spielen. Es gibt immer Situationen, wo man sich denkt, ach hätt ich die Hand doch gespielt. Doch die Wahrscheinlichkeiten sprechen meist dagegen und man sollte das long term Ziel nicht ausser Acht lassen.

      Ich hatte auch mal eine 58o als Starthand, natürlich gefoldet. Was kam am Flop? Zwei 5 und eine 8. Genauso mit 44o. Zwei raises vor mir. Also weg mit den Dingern, was kam am Flop? Die dritte vier. Am Ende hab ich aber mehr gewonnen, als verloren. Also weiter vorsichtig spielen und nicht anfangen, den Kram der anderen mitzumachen.
    • Kokolores
      Kokolores
      Bronze
      Dabei seit: 06.11.2006 Beiträge: 50
      Danke für eure Antworten :)
      Ich werde mal sehen, ob ich in Zukunft Blätter sehe, die ich als typisch ansehen würde und die dann mal ins Beispielhand-Forum posten... Fragt sich nur, woran ich das dann festmache. Ich werd jedenfalls die Augen offen halten.
      Da liegt ja mit einiger Sicherheit noch einiges mehr im Argen, glaub ich.

      Und ja, dieses Ziel dürfte mir wirklich eine Hemmschwelle verpassen, das habe ich befürchtet. Möglicherweise ist das also (unter anderem) das Problem. Ich würde lieber bisher 72o gespielt haben, das kann man leichter aus dem Kopf kriegen ;)
      Kaydoc, ich kenn das natürlich auch, jeder kennt es glaube ich. Aber mittlerweile rege ich mich nicht mal mehr darüber auf, wenn ich dann sehe, wie oft sowas in die Hose geht und wie viel Kohle ich gelassen hätte, wenn es anders gekommen wäre. Das verschafft einem ein warmes Gefühl :)
    • NattyDread
      NattyDread
      Bronze
      Dabei seit: 10.06.2006 Beiträge: 6.656
      Schau dir bloß nicht die PP-Stats an. Die stimmen vorne und hinten nicht. Bei 80% Won at Showdown hättest du so ca. +40BB/100. In Wirklichkeit hast du (zumindest bei SH) so 50-55%. Allgemein kann man nur sagen, dass der SHC eine tolle und wichtige Grundlage ist und das Preflopspiel auf den niedrigen Limits praktisch perfektioniert. ABER kann man nur immer wieder sagen, dass es nach der 1 Prefloprunde auch noch 3 Postfloprunden gibt. D.h. wenn du gut Preflop bist, aber noch einige Leaks Postflop hast, weißt du, warum du nur Even-Spieler bist und noch nichts gewinnst. Lies dir am Besten nochmal die Artikel durch. Vor Allem Odds und Outs und eben Standardmoves am Flop sowie die Kontibet. Oder mach mal ein Coaching (entweder Usercoaching im #usercoaching Chanel oder eben ßffentliches Coaching).
    • Kokolores
      Kokolores
      Bronze
      Dabei seit: 06.11.2006 Beiträge: 50
      Danke für deine Tipps. Odds&Outs geht mir nicht gut von der Hand, da ich dafür zu langsam bin, aber meistens geht es ganz gut, indem ich (ohne Zahlen) abschätze, was die anderen so haben oder machen, bzw. wo mein Blatt absolut gesehen steht und ob ich mit dem niedrigsten Pair den Pott wirklich noch aufpumpen will.
      Ich hab mir angewöhnt, für jede Runde eine Einschätzung basierend auf Raises, Calls und Folds durchzuführen, das funktioniert auch gut. Noch dazu guck ich mir halt an, wie die bisher so drauf waren... mit 44 calldown oder sowas, das beeinflusst mich natürlich auch. In der Regel klappt es relativ gut, es sei denn, ich werd geslowplayt (oder slowgeplayt?).

      Die Artikel zum Postflop-Spiel werd ich mir aber garantiert noch mal zu Gemüte führen :)

      Was das % Won @ Showdowns angeht: Ich dachte bisher, dass damit die Quote gemeint ist, mit der man in Showdowns gewinnt. Weil die stimmt bei mir, es sind meistens so gegen 100%, ich gewinne für gewöhnlich, wenn ich den River sehe. Ich weiß das so genau, weil es für mich eben ungewöhnlich ist, die zweitbeste Hand zu haben auf dem River ;)
      Vielleicht liegt aber auch da ein Problem: Zu feige postflop :rolleyes:
    • ZarvonBar
      ZarvonBar
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 33.550
      Original von Kokolores
      Was das % Won @ Showdowns angeht: Ich dachte bisher, dass damit die Quote gemeint ist, mit der man in Showdowns gewinnt. Weil die stimmt bei mir, es sind meistens so gegen 100%, ich gewinne für gewöhnlich, wenn ich den River sehe. Ich weiß das so genau, weil es für mich eben ungewöhnlich ist, die zweitbeste Hand zu haben auf dem River ;)
      Vielleicht liegt aber auch da ein Problem: Zu feige postflop :rolleyes:
      Die Won@SD Anzeige bei PP ist definitiv verbuggt. Aber abgesehen davon deutet deine Aussage darauf hin, dass du Postflop zu tight bist, ich denke die angesprochenen 50% - 55% sollte man schon anpeilen.