AK Preflop cappen?

    • Barbarendave
      Barbarendave
      Bronze
      Dabei seit: 04.11.2007 Beiträge: 822
      Hi!
      Ich bin FL Neuling und habe eine Frage zum Spiel von AK Preflop. Ich habe selbst bisher nur SNGs gespielt(ca. 4000) und somit ist meine Denkweise natürlich sehr abweichend vom FL.
      Also: Man soll ja AK Preflop cappen, oder?
      Ich frage mich dabei aber, was mir das bringt.

      1.: Ich bekomme den Gegner nie zum folden, was ja im NL eine Möglichkeit wäre, den Pot zu gewinnen.

      2.: Ich bekomme nicht die geringste Info über die Handstärke meines Gegners, weil der sowieso callen muss.

      3.:Wenn der Pot im NL größer ist, kann ich eine große CB machen und möglicherweise sofort gewinnen, im FL wird der Pot durchs cappen größer, meine Bet also im Verhältnis kleiner und der Gegner kann oft auf dem Flop korrekt drawen.

      4.: Der wichtigste Grund: Ich treffe den Flop nur in 30% der Fälle, und selbst wenn, kann ich ohne weiteres hinten liegen. Mein Gegner zwar auch, aber vielleicht mus der auch gar nicht treffen.

      Ich würde mich über viele Kommentare freuen.
  • 9 Antworten
    • Psystorm
      Psystorm
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 105
      Der Preflop Cap ist mit sehr starken Händen for value. Du versuchst möglichst viel Geld in den Pot zu bekommen, da du durch deine überdurchschnittliche Equity mehr Geld wieder ausgezahlt bekommst als du einzahlst.
    • MasterBronx
      MasterBronx
      Bronze
      Dabei seit: 03.09.2006 Beiträge: 1.165
      Bei FL versuchst du mit eigenen Bets deinen größtmöglichen EV herauszuholen. Bei AKo heißt dies im Normalfall zu cappen. Danach ohne Treffer mit AKo umzugehen bedarf einiger Erfahrung. Vor dem Flop hast du aber alles richtig gemacht, bekommst also auf lange Sicht Value.

      Wenn du Postflop dann nahezu Fehlerlos spielst, gibt das dick $$$ :)

      Diese Valuegeschichte schlägt sich bei FL auch im Spiel von Draws nieder.
      Wenn du einen starken FD hast und das Board anpaired ist, solltest du versuchen, am Flop gg drei andere zu Cappen - gesetz dem Fall, alle bleiben drin. Selbst wenn einer der drei ein Set hälst, so hast du 28% Anteil an jeder Bet, die in den Flop dackelt und dabei hast du nur 25% gezahlt.
    • Barbarendave
      Barbarendave
      Bronze
      Dabei seit: 04.11.2007 Beiträge: 822
      Ja, das der Raise ein Valueraise ist, ist mir schon klar. Ich meine aber, warum das so ist. Meine Equity ist ja eher geringfügig größer gegen eine 3bettingrange, warum also den Gegnern bessere Potodds auf dem Flop geben, als nötig?
      Wenn der Gegner 88+, AJs+, KQs, AJo+, KQo 3-bettet, hab ich nur 55%.
    • kauai
      kauai
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 2.059
      zu 1) ja das ist richtig, du bekommst ihn nicht zum folden, das ist allerdings auch nicht schlimm, mit AK hast du alle seine Ax Hände schonmal dominiert und villain hat nur einen 3outer. Vs TT-QQ hast du immerhinen nen flip. vs AA und KK siehts halt schelchter aus aber dir range von villain beinhaltet wesentlich mehr Kombinationen mit Ax als die Kombinationen AA, KK.

      zu 2) Gegen reasonable Spieler hast du quasi gegen seine 3-betting range noch genügend equity für den cap. Infos über villains Range hast du insofern weil er eben vs mp3 openraise nur 8% 3-bettet.

      zu 3) Klar kann er drawen, du liegst halt oft vorne und musst ihn bezahlen lassen. Wenn du nur callst mit AK wird er contibetten und du musst callen am flop mit AK und hast auch keine Information wo du mit deiner Hand stehts. Du hast halt nicht den Vorteil des aggressors.

      zu 4) Wenn du mit AK triffst liegst du meistens vorne denn du hast immer Toppairtopkicker. da muss villain erstmal 2pair oder mehr machen. Wenn beide verfehlen liegst du immer vorne und villain ist oft nur auf nem 3 outer alle Asse und K Hände,also genau die er 3-betten wird dominierst du.
    • Barbarendave
      Barbarendave
      Bronze
      Dabei seit: 04.11.2007 Beiträge: 822
      Ok, danke, das hilft mir schonmal. Mein größter Fehler war wohl, dem Gegner höchstens AJ+ in der 3-bettingrange zu geben. Wenn er tatächlich Ax raist, dann ist alles klar, aber macht er das an dem FR Tisch?
    • kauai
      kauai
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 2.059
      Habe mir jetzt mal kurz das Fr chart aus dem bronzebereich angeschaut und ein Beispiel erstellt.
      Du openraist mit Ak aus mp2. villain ist vermutlich ein ps.de tag oder hat ähnlcihe stats. also geben wir ihm hier 88+, AJs,AQs, KQs,AQo.

      Damit hast du preflop nen flip aber evtl haben wir foldequity gegen eine bessere Hand. Ist er evtl etwas weak foldet er auf nem board QJ2 auch noch 88 und 99, also eine bessere Hand. Klar wäre das ein Fehler aber auf den niedrigen limits ein durchaus nicht unüblicher.
      Ich kann mich jetzt nicht so genau mehr an fullring erinnern aber ich denke mal das viele hier ohne charts und nur nach Gefühl 3-betten. Also durchaus KQo aber nicht 88, weil sie ein falsches Verständnis von Handstärken haben
    • SwissDave
      SwissDave
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 637
      Man kann nicht so generell sagen, dass man AK cappen soll. Es kommt sehr auf Gegner, Reads, Positionen etc. an. Meistens hat man aber eine überdurchschnittliche Equity mit der Hand, und darum macht cap auch meistens Sinn.

      Auf den Midstakes haben einige angefangen in gewissen Spots gar nichts mehr zu cappen for deception. Also um dem Gegner nicht zuviel Information über die eigene Hand zu geben und ihn so zu mehr postflop Fehlern zu zwingen. Meiner Meinung nach sollte man damit aber vorsichtig sein, denn es gibt auch andere Varianten um deception einzubauen, z.B. suited Connectors zur capping Range adden. Und bei Überlegungen zu optimalem Spiel ist eher das die bessere Methode. (Siehe z.B. Mathematics of Poker)
      Aber wie gesagt, die Frage ist sehr gegnerabhängig und insgesamt zu komplex um eindeutig beantwortet werden zu können. Das sind dann halt im Prinzip verschiedene Spielstile, die aber ähnlich gut performen dürften, sprich Geschmacksache ;)

      Wichtig ist einfach, dass man seine Lines immer gut balancet. Es würde dann z.B. nicht viel bringen, wenn du gegen thinking Villains nur noch QQ-AA cappst, denn dann könnten sie dich sehr leicht readen (z.B. easy Folds mit 99-TT postflop machen) und dadurch verschenkst du dann zuviel Value. AK kannst du dann also auch als "Bluff" gegen diese Hände verwenden um deine Lines Postflop zu balancen, selbst wenn du den Flop nicht triffst.
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      Original von Barbarendave
      Ja, das der Raise ein Valueraise ist, ist mir schon klar. Ich meine aber, warum das so ist. Meine Equity ist ja eher geringfügig größer gegen eine 3bettingrange, warum also den Gegnern bessere Potodds auf dem Flop geben, als nötig?
      Wenn der Gegner 88+, AJs+, KQs, AJo+, KQo 3-bettet, hab ich nur 55%.
      Nur 55 % ist gut , das ist schonmal eine ziehmlich deutliche edge die es bei FL immer zu pushen gilt .

      Das ist nicht so wie bei NL wenn das Geld nur in die mitte wandert wenn du zu 80% vorne bist ^^
    • Barbarendave
      Barbarendave
      Bronze
      Dabei seit: 04.11.2007 Beiträge: 822
      Danke an alle!