Die Sache mit der Equity

    • ceevau
      ceevau
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2008 Beiträge: 26
      Hallo,

      könntet Ihr Frau mal mit einfachen Worten die Sache mit Equity erklären? Wann calle ich, wann pushe ich... kann Ich kenn noch den Einsteigerartikel mit raise:Reststack-Verhältnis... im neuen Einsteigercontent steht dazu ja nix...

      Wieso brauche ich manchmal nur 27 % (willkürlich gewählt) Equity... ich dachte, dass ich gerne über 50 % haben sollte...
  • 12 Antworten
    • Invisigod
      Invisigod
      Bronze
      Dabei seit: 20.03.2007 Beiträge: 309
      Du brauchst nur 27% wenn du auch nur 27% in den Pot bezahlen musst. Vereinfacht gesagt müssen deine Gewinnchancen deinen Einsatz den du in den Pot bringen musst übertreffen.

      Für komplexe Erklärungen lass ich die Profis ran ;)
    • Doomknight
      Doomknight
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2007 Beiträge: 4.687
      "ich hab 5min zeit, erklär mir ma bitte schach"

      was ich damit sagen will, equity is ein sehr komplexes und vorallem sehr weitreichendes thema...das hier auf die schnelle zu erklären ist etwas happig, daher beschränk ich mich mal auf die definition bzw dem prinzip was es wiederspiegelt...

      das von dir aufgeschnappte, dass man manchmal nur 25% EQ braucht und nicht 50% liegt darin, dass wir für obiges beispiel dann nur noch 25% vom zu gewinnenden pot bezahlen müssen...
      ich denke kleine beispiele erklärens am besten:
      - preflop: du bist BB und SB raised (vorher alle ausgestiegen), du pusht mit 20BB und er callt --> 40BB pot
      in dem moment in dem du pushst, zahlst du 20BB... 20/40 = 0,5 = 50% EQ die wir brauchen...
      das ist die "klassische" situation die du bestimmt auch schon im zusammenhang mit EQ gehört hast

      - weiteres bsp., flop: pot sind 10BB und du hast noch 10BB reststack übrig...gegner ist vor dir dran und setzt 10BB, wenn du jetzt hier callen würdest, würdest du 10BB für einen 30BB pot bezahlen... 10/30 = 0,33 = 33% EQ die wir brauchen

      - eins noch das auch jeder kennt, preflop: wir erhöhen auf 4BB und nach uns raised jemand allin, wir haben noch 16BB reststack... müssen also 16BB bezahlen für einen pot von 4+16+20 (unser raise, unser reststack, gegnerisches raise (auf 20BB beschränkt, da wir ja nicht mehr haben))...also 16 für 40 bzw 16/40 = 0,4 = 40% EQ die wir brauchen...

      wo und wie das ganze dann noch zum einsatz kommt für hier leider etwas zu weit, da würd ich morgen noch dran sitzen und wäre nicht fertig, denn dieses grundprinzip findest du überall im poker...

      wir zahlen nur einen gewissen teil vom pot und genau dieser prozentuale anteil vom pot, den wir bezahlen müssen entspricht der gewinnwahrscheinlcihkeit die wir brauchen um nicht -EV zu spielen

      edit: anmerkung zu den beispielen...wollts einfach halten, daher hab ich überall das rake und die blinds vernachlässigt

      edit2: nein ich seh mich definitiv nicht als profi an, mir war grad nur langweilig...
    • kenzulu
      kenzulu
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2008 Beiträge: 88
      sehr schöne Erklärung aber ! :)
    • Flame98
      Flame98
      Bronze
      Dabei seit: 29.10.2008 Beiträge: 2.387
      Hast du deinen Handbewerter Posten abgegeben oder wat?

      Deine Ausführungen sind für den Laien absolut verständlich, deshalb verzichte ich auf weitere ausführungen
    • ceevau
      ceevau
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2008 Beiträge: 26
      super... vielen Dank... mal abgesehen von Deinem etwas spitzen Intro... :D

      rein mathemagisch mach ich bei 50% Equity mit 50,1% Vorteil meiner Karten zu seiner Range ja schon longterm plus... aber dieser ist ja so minimal, dass man ihn evtl. ja sogar vernachlässigen kann.

      Ab wieviel Vorteil geht Ihr in solche Kämpfe?
    • Flame98
      Flame98
      Bronze
      Dabei seit: 29.10.2008 Beiträge: 2.387
      ab dem Moment wo meine EQ höher ist als meine benötigte EQ ;-)
    • Doomknight
      Doomknight
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2007 Beiträge: 4.687
      arg...doppelpost
    • Doomknight
      Doomknight
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2007 Beiträge: 4.687
      @Flame98: nein, wieso? bin nachwievor HB...

      @ceevau: ja sorry, aber sollte nich bös rüberkommen...

      siehst es richtig, wenn wir zB 45,43% brauchen, machen wir theoretisch ab 45,44% langfristig gewinn...
      wenn wir uns auf so knappe geschichten einlassen, tragen wir nur sehr wenig gewinn pro situation (im schnitt gesehen) dabei raus aber die varianz erhöht sich ungemein...
      ein spieler der die varianz nicht mag kann daher knappe spots auslassen, was natürlich nicht dem maximalen EV entspricht, somit wird seine winrate sinken...
      ich persönlich nehm jeden spot mit den ich kriegen kann, was leider auch zur folge hat dass mein spiel selber extrem varianzreich ist, ich swing also immer sehr stark nach oben/unten

      eine genaue zahl ab wieviel % man sich auf "solche kämpfe" einlassen soll kann ich dir da nur schwer sagen, ist eben eine abwägung zwischen maximalen ev und varianz...aber sobald deine EQ mal 1% über der benötigten liegt solltest du auf alle fälle drauf eingehen...
    • BigAndy
      BigAndy
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 22.040
      Denkt dran, den Rake vom Pot abzuziehen, sonst braucht ihr 2-3% mehr Equity zum callen.
    • Doomknight
      Doomknight
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2007 Beiträge: 4.687
      Original von BigAndy
      Denkt dran, den Rake vom Pot abzuziehen, sonst braucht ihr 2-3% mehr Equity zum callen.
      danke für den hinweis....habs glaub wirklich net deutlich genug gesagt, dass wenn man eine EQ macht, an alles denken muss...blinds und rake sind das hauptsächlich...
      da kann schnell mal aus nem fold ein call oder umgedreht werden....
    • Invisigod
      Invisigod
      Bronze
      Dabei seit: 20.03.2007 Beiträge: 309
      Geht man davon aus, dass (zumindest der Anfänger) es nicht schafft eine mathematisch Exakte Berechnung WÄHREND der Hand durchzuführen, so sind extrem knappe Entscheidungen sowieso Geschmackssache.

      Da man zum einen die Handrange des Gegners nie exakt bestimmen kann und zum anderen auch die Equity Berechnung wohl meist nicht während der Hand hinbekommt, erübrigt sich die Frage, wie man mit knappen Entscheidungen umgehen sollte insofern, dass es zur Geschmackssache wird.

      Sollte es sich also mal um eine Entscheidung die sich im <1% Bereich bewegt handeln, kann man es einfach vom Bauchgefühl abhängig machen ob man nun Risiko eingeht oder foldet, da ich zu behaupten wage, dass aufgrund der Ungenauigkeiten eine Entscheidung hier nicht mathematisch begründet werden kann.

      Deshalb sollte man auch nicht rangehen und sagen "mir fehlen hier 0,1%, ein Call wäre also falsch". Vielmehr sollte man die Equity als Richtlinie für Entscheidungen nehmen und somit ein Gefühl für Situationen, Handranges und erwartungswertpositive Entscheidungen finden.
    • ceevau
      ceevau
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2008 Beiträge: 26
      vielen Dank an Euch alle!

      close, plz