Equity statt Odds?

    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      Ich hab leider den Equity-Artikel noch nicht gelesen, da ich erst ab schätzungsweise morgen nach langer Zeit wieder Gold-Member werde.

      Aber mal 2 Fragen vorneweg:

      - Schafft ihr es zeitlich neben dem SSS-zocken den Equilator offen zu haben und euch alles mögliche damit auszurechnen?

      - Wenn ich genau berechnen kann, wie viel Equity ich brauche und meine Karten, den Flop und die Range des Gegners in den Equilator eingebe, brauche ich dann eigentlich noch die Odds-Berechnung? Kann ich nicht alles in % mit dem Equilator berechnen, ob sich ein Call lohnt oder nicht?

      thanks
  • 9 Antworten
    • UncleBums
      UncleBums
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 743
      also bei 9 -16 tischen kann ICH keinen equilator offen haben.

      er ist zwar immer offen um bei extrem heiklen entscheidungen hilfreich zu sein, aber meisten hat man dafür einfach nicht die zeit.

      die odds berechnung braucht man immer, denn Equity behinhaltet das prinzip der odds.

      Nach meinen sessions rechne ich schon oft rum, wärend den sessions ist es aber einfach bauch gefühl ob die eq jetzt reicht oder nicht.

      bei ALL IN callen ist equity >all, aber gerade wenn es darum geht einfach nur zu callen oder zu überlegen ob man Pusht, kann man mit dem equilator auch zu falschen schlüssen kommen, bzw sind die operationen die man ausführen muss zu komplex. zb wenn du wissen willst ob ein preflop push lohnt, reicht es nicht deine karten gegen ne raisingrange laufen zu lassen, du musst dein fold eq etc mit berücksichtigen etc.
      odds sind immer gut, vorallem gutes odd ^^
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      ok danke für deine antwort.

      ich könnte aber schon für den anfang mit weniger Tischen spielen, um nebenbei mit dem Equilator rechnen zu können bis ich ein gutes Gefühl dafür habe, für Equity etc. oder?

      Für Odds-Beispiele wo mein Gegner raist und ich vor einer Call/Fold-Entscheidung stehe, kann der Equilator meine Odds-Berechnung aber schon ersetzen oder? Da du ja sagtest, die Equity beinhaltet die Odds-Berechnung...


      Beispiel:
      Angenommen Vor dem Flop limpt jemand, ich bin im BB und calle mit Q :spade: J :spade: (2 Gegner am Flop, 0,25$ am Flop bei NL10)
      Flop K :heart: T :heart: 7 :spade: : Ich checke, Gegner bettet 0,25$

      Angenommen sein VPIP beträgt 15%. Da er vor dem Flop gelimpt hat, trage ich eine Handrange von 15% in den Equilator ein, und meine Hand QJ und bekomme damit eine Equity von 36,7%

      Nun rechne ich noch 0,25/0,75 (die 0,25, die ich callen muss : der Größe des Pots, die nach meinem Call entsteht)
      0,25 / 0,75 = 0,33 = 33% benötigte Equity.
      Ich hab eine Equity von 36,7%, also ein CALL!

      Kann ich den Equilator bei solchen Odds-Entscheidungen wie diesem OESD + Backdoor Flushdraw einsetzen und kann ich die normale Implied Odds Berechnung dadurch weglassen?


      thx
    • BigAndy
      BigAndy
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 22.040
      Equity ist normalerweise bis zum Showdown.

      Wenn du am Flop eine Nicht-All In-Bet callst, dann bist du aber nicht am Showdown sondern nur am Turn.

      Und dort musst du nochmal bezahlen für deinen Draw.

      Daher musst du beim Equilator einstellen, dass er nur bis zum Turn rechnet, dann passt es.
      (rechts neben dem Equilate-Knopf)
    • UncleBums
      UncleBums
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 743
      also da du mit der QJ hand meistens eh nur die Oesd und BFlush outs hast, würde ich dir empfehlen die odds & outs Tabelle neben deinen Moni zu hängen

      http://resources.pokerstrategy.com/Strategy/pdf/ps_chart_de_outs_und_odds.pdf

      ich mein verneinzelt bist du dann noch vorne wenn du Q oder J triffst, das ist aber für den call unbedeutend denke ich

      bei deiner Hand würde ich mit OESD 8 outs + 1,21 Outs für Bdoorflush (8 karten geben dir auf dem Turn deinen flushdraw ohne die straight => 7 karten geben dir den Flush, also 8/47*7/47) und 0.25 outs für backdoortrips

      sind zusammen 9.5 outs => 3,49 zu 1

      nach deiner rechnung müsstest du ja auch jedesmal broke gehen wenn du 2 pair oder überhaupt ein pair triffst, damit wirst du denk ich mal aber verluste einfahren
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      ja ich hab die Odds-Tabelle auch neben mir liegen.
      Aber ich rechne einfach viel lieber Equity aus als Odds.

      also wenn ich so wie BigAndy gesagt hat den Equilator so umstelle, dass er nur bis zum Turn rechnet, könnte ich doch in diesem Fall die Odds-Berechnung mit Odds-Tabelle etc weglassen oder? Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, die Equity-Berechnung ist genauer, da Odds-Berechnung ja viel mit Schätzung zu tun hat. Stimmt das nicht?
    • UncleBums
      UncleBums
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 743
      also das einzige was man schätzt, ist die Tatsache das man hinten ist.

      wenn du zb in der gegnerischen Range Hände wie 88,99, AT A7 hast,

      gegen diese Hände ist deine EQ am flop bedeutend Höher als zb gegen AJ AQ, KT KQ etc. an einem Beispiel:

      geben wir ihm die callingrange:

      77-55, A8s-A2s, KJs-K9s, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s, A9o-A5o, KJo-KTo, QTo+, JTo

      alles was besser ist würde er wohl preflop raisen

      auf deinem Flop wäre deien EQuity 46.673%

      angenommen es kommt auf dem Turn die Q :heart:

      deine eq gegen die callingrange ist: 65.945%

      Du denkst dir GEIL und stellst alles rein und wirst verlust machen, denn:

      plötzlich folded er alles bis auf
      77, KJs-K9s, QTs+, JTs, T9s, 9h8h, KJo-KTo, QTo+, JTo,7h8h
      gegen die deine eq gerade noch 37% ist. vielleicht folded ersogar noch tighter, vlt folded er aber auch garnichts. Und genau das abzuschätzen empfinde ich als viel schwieriger und auch langatmiger als die odds und outs.

      da beschließt du einfach ob du hinten bist welche outs noch clean sind und rechnest deine benötigten odds aus.Klar der equilator ist genauer, wenn du abschätzen kannst, wann du zb mit der Q wieder vorne bist, denn genau die Fälle werden im EQ mit berücksichtigt, in der realität sind die aber viel zu schwer zu unterscheiden
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      ok vielen dank für das ausführliche beispiel!
      ich verstehe was du meinst :)

      Ich bin nur ein bisschen verwirrt, wann ich denn Odds berechnen soll und wann Equity...

      Am Flop wäre die Entscheidung laut meiner Equityberechnung ja gar nicht so schlecht gewesen oder? Nur der Turn vermiest das ganze jetzt wieder.
    • UncleBums
      UncleBums
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 743
      jop, ich rate dir einfach (da du ja noch am anfang bist) einfach nur preflop nach eq zu gehen. wenn du am flop denkst das du vorne bist => alles rein, wenn du denkst du bist hinten => odds&outs
    • yossi
      yossi
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2006 Beiträge: 1.586
      gut *smile*
      da hätt ich bei der gelegenheit noch ne frage: bei den SSS-goldartikeln gibt's ja diese tolle Preflop Reraise-Tabelle, das ich nun auch schon beginne anzuwenden. Soll ich die anwenden oder lieber selber immer die Equity berechnen?