Scheitern vor Schwellen

    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      An was ich momentan leide ist zugegebenermaßen ein Luxusproblem, denn an sich läuft es bei mir momentan hervorragend mit 4,7BB/100 seit über 5k Händen.
      Dennoch wurmt es mich maßlos und in gewisser Hinsicht sogar mehr als ein schnöder Downswing es tut.

      Das Problem:
      Ich setze mir zu Beginn einer Session das Ziel, eine bestimmte Schwelle zu erreichen, z.B. 400$. Dann spiele ich ne Zeitlang echt gut, erreiche die Schwelle und beschliesse die Session zu beenden. Natürlich spiele ich noch alle Tische zuende, bis die Blinds wieder bei mir sind.
      Dabei mache ich dann nen kleinen Verlust, sodass ich wieder knapp unter 400$ bin. Da ich mir in den Kopf gesetzt habe, die Session über 400$ zu beenden, spiele ich also weiter........und mache noch mehr Verluste - solange, bis ich völlig entnervt aufgebe, was dann gelegentlich auch darin gipfelt, dass ich die Session insgesamt im Minus beende.

      Jetzt könnte man sagen, was soll's, alles normale Varianz und 400$ sind ja schliesslich auch nur 1$ mehr als 399$.
      Aber andererseits erschreckt es mich einfach, wie exakt sich dieses Szenario bei mir immer und immer wiederholt.
      Das krasseste war, als ich einmal in nem fetten Upswing an der 300 gekratzt hab, es haben wirklich nur noch 1-2 BB oder so gefehlt. Die wollte ich also noch erreichen. Stunden später war dann die ernüchternde Bilanz, dass ich eher die 200 erreicht hatte und damit ne dicke Minus-Session.

      Ganz so krass war es zuletzt nicht, aber es nervt.
      Gestern nacht hab ich mich also von 337$ auf >400$ hochgespielt, falle dann kurz unter die Schwelle zurück, versuche mich zurückzukämpfen und beende die Session nach weiterem Gedaddel auf 367$ (immer noch Plus, ich weiss, aber es is ja schliesslich auch ein Luxusproblem ;) ).
      Heute starte ich also einen erneuten Versuch, und das ganze wiederholt sich exakt so noch einmal.
      Ich hab eigentlich ganz normal weitergespielt, aber leider nahmen ab diesem Zeitpunkt die River Suckouts deutlich zu (Scherze wie z.B. Gegner, die n Set gegen mein KK rivern, Flush vs. 2 pair, Trips vs. 2 Pair, Backdoor Flush Draw von nem Gegner, den ich Reverse Dominated hatte, AK rivert nen König während ich das Ass Reverse Dominated hab, etc. pp.).

      Jetzt kann ich mir eigentlich schon denken, was für Ratschläge kommen (nicht ans Geld denken, lieber in "Anzahl guter/schlechter Entscheidungen" denken, nicht von abstrakten Zahlen unter Druck setzen lassen, etc.).
      Is aber auch egal, ich wollt's einfach mal loswerden.
  • 9 Antworten
    • Behre
      Behre
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 1.463
      :rolleyes:
    • SilverCat
      SilverCat
      Bronze
      Dabei seit: 04.07.2006 Beiträge: 135
      Dieses Problem kenne ich auch nur zu gut. Die Macht der "runden Zahlen"! ;)
      Ich habe für mich drei Lösungsansätze:
      1. Ich versuche mir bewusst zu machen, dass es sich nur um psychologisch wichtige Marken handelt. Durch aufrunden von 398 oder 399 hättest Du vielleicht einen leicht geschönten Effekt, aber ein Erfolgserlebnis. Es erfordert Selbstbewusstsein, mit Zahlen knapp unter runden Summen zufrieden zu sein.
      2. Wenn ich die Blinds auslaufen lassen will, frage ich mich, ob ich nach einer verlorenen Hand weiterspielen würde. Wenn ja, dann höre ich in middle Position oder sofort auf. Wenn ich die Zeit habe versuche soweit über mein Ziel zu spielen, dass ein oder zwei verlorene Hände es nicht gefährden können.
      3. Ich versuche flexibler zu werden, nicht nach "5-Jahres-Plan" zu denken und mich konkreter auf die aktuelle Situation einzulassen ohne allzu einengende Zielvorgabe. Denn nach den 400 kommen die 500, 600 usw., und die runden Zahlen treiben Dich vor sich her und Du wirst nie zufrieden.

      Bin aber auch noch für weitere Anregungen zu diesem Thema dankbar. viele Grüße
    • Chris~
      Chris~
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2005 Beiträge: 935
      its one big session

      so kurzfristige ziele werden dich eher behindern als voranbringen, sprech da aus eigener erfahrung
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Beim Poker sollte man sich niemals Ziele für eine laufende Session oder eine laufende Woche setzen. Setzt euch ein Ziel für alle 50,000 Hände.

      Bei jedem kurzfristigeren Ziel wird euch die Varianz psychologische Probleme bereiten.

      Das einzige kurzfristige Ziel was Sinn macht lautet: Besser spielen!
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Original von Korn
      Beim Poker sollte man sich niemals Ziele für eine laufende Session oder eine laufende Woche setzen. Setzt euch ein Ziel für alle 50,000 Hände.

      Bei jedem kurzfristigeren Ziel wird euch die Varianz psychologische Probleme bereiten.

      Das einzige kurzfristige Ziel was Sinn macht lautet: Besser spielen!
      Wahres Wort, Korn, aber ich muss eigentlich richtigstellen, dass ich nicht direkt mit dem Ziel in die Session gehe - das Ziel ergibt sich dann eher, wenn es gut läuft und man ohnehin auf so eine Schwelle zusteuert.
      Is wohl auch eher ne Frage von Eitelkeit und/oder Selbstbewusstsein, aber man beendet ne Session schon lieber mit 402$ als mit 398$, auch wenn's etwas albern ist.
    • ZarvonBar
      ZarvonBar
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 21.03.2006 Beiträge: 33.550
      Original von SunTzu81
      Original von Korn
      Beim Poker sollte man sich niemals Ziele für eine laufende Session oder eine laufende Woche setzen. Setzt euch ein Ziel für alle 50,000 Hände.

      Bei jedem kurzfristigeren Ziel wird euch die Varianz psychologische Probleme bereiten.

      Das einzige kurzfristige Ziel was Sinn macht lautet: Besser spielen!
      Wahres Wort, Korn, aber ich muss eigentlich richtigstellen, dass ich nicht direkt mit dem Ziel in die Session gehe - das Ziel ergibt sich dann eher, wenn es gut läuft und man ohnehin auf so eine Schwelle zusteuert.
      Is wohl auch eher ne Frage von Eitelkeit und/oder Selbstbewusstsein, aber man beendet ne Session schon lieber mit 402$ als mit 398$, auch wenn's etwas albern ist.
      Nicht nur albern, sondern auch schlicht falsch. ;) Zu viele psychologische Aspekte die da mit reinspielen, wie Korn schon gesagt hat.
    • SunTzu81
      SunTzu81
      Black
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 1.646
      Das Problem mit Zielen für alle 50k Hände ist natürlich, dass man nicht weiss, was ein realistisches Ziel für diese relativ große Spanne ist, solange man nicht schon deutlich mehr als 50k Hände gespielt hat.
      In meiner Datenbank stehen jetzt gut 47k Hände und ich habe seit ich im August auf PS.de angefangen habe sehr viel gespielt.
      Aber es sind eben auch "nur" 47k Hände, insofern fehlt mir da noch der Weitblick, zu wissen, was ich sinnvollerweise anpeilen sollte für die nächsten 50k Hände.
    • Goaranga
      Goaranga
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2006 Beiträge: 1.666
      Original von Korn
      Beim Poker sollte man sich niemals Ziele für eine laufende Session oder eine laufende Woche setzen. Setzt euch ein Ziel für alle 50,000 Hände.

      Bei jedem kurzfristigeren Ziel wird euch die Varianz psychologische Probleme bereiten.

      Das einzige kurzfristige Ziel was Sinn macht lautet: Besser spielen!

      Hmm Stops ändern doch am EV nichts oder? Es müsste also egal sein, ob ich bei +300%/-50% oder +50%/-10% die Schwellen setze oder eine fixe Zeit spiele...
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.556
      Da das Denken in kurzfristigen Zielen keinen Vorteil mit sich bringt, ist es irgendwo zwischen 0 und +X EV sich das abzugewöhnen.

      Es ist allerdings ein natürlicher Impuls, eine Session als einen Kampf zu sehen, den man gewinnen muss, obwohl die Unterteilung in Sessions eigentlich irrational ist - vollkommen Schnuppe, ob zwischen zwei Händen 3 Sekunden oder 3 Tage vergehen.

      Um mich selbst psychologisch auszutricksen, habe ich mir zum Ziel gesetzt nicht mehr als 1000 BB pro Session zu verlieren.

      Ich bin also immer im "Plus" und muss nicht krampfhaft irgendwelchen "Rückständen" hinterherjagen.