Warum tiltet mich nur Cashgame?

    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Hallo zusammen!

      Also diese Frage beschäftigt mich seit ca. 3 Monaten.

      Kurz zu mir. Ich spiele seit ca 1,5 Jahren Poker. Die ersten 1,25749 Jahre davon ausschließlich SnGs. Nach etwa 2 Monaten Fischdaseins hab ich das Ganze ernst genommen und bin seitdem ein solider Winningplayer. Lifetimewinnings ca. 15k, alles in Butter. Zu Beginn hatte ich ein mittelschweres Tiltproblem auf den 5 und 10$ SnGs. Mittlerweile hat sich das aber fast in Luft aufgelöst (im SnG-Bereich wohlgemerkt). Seit dem ich die 33er, 54er auf Ongame zocke, würde ich mich als extrem tiltresistent bezeichnen. Man hat halt schon soviel erlebt und wirklich schocken tut mich kaum noch was, alles was zählt ist die richtige Entscheidung zu treffen. Wie gesagt bei SnGs.

      Letztes Jahr hab ich auf Stars mir ne separate Br aufgebaut (über ne Seite die ich hier besser nicht nennen sollte ;) ), bis ich dann merkte, dass das Bonussystem auf Stars für SnGs total für die Füße ist (zumindest für die mid/lowstakes). Also hab ich nen Großteil ausgecasht und dann lagen so ca. 350$ gelangweilt auf meinem Starskonto.
      Vor etwa 3 Monaten hab ich dann angefangen just for fun SH CG zu zocken. Aufs BRM hab ich erst mal gepfiffen und auf NL25 gestartet. Lief zu Beginn alles premium. Nach 1 Monat bin mit 1,2k auf NL50 aufgestiegen.
      Seitdem spiele ich breakeven. Grund: Ich bin zu 50% der Zeit hart am tilten. Und ich bekomm es einfach nicht in den Griff. Typische Situation (gerade passiert) UTG raist ich 3-bette mit KK am BU, UTG callt. Flop 37J. UTG checkt ich bette 3/4pot, UTG min-reraised....hä..mhhhh ich habs gecallt (wahrscheinlich hätte ichs shoven sollen). Turn J, UTG bettet in nen ca. 25$ pot 3$....ich denk mir...ja komm du Pfosten...shove all-in...UTG callt und zeigt JTo. MMhhh....Kurz danach lauf ich an nem anderen Tisch (mal wieder) mit KK in AA pre-flop all-in, gut 2 stacks down.
      Ich weiß son scheiß passiert. Aber dann werd ich immer viel zu spewy mein Adrenalin springt mir schon fast ausn Augen und ich mache irgendwelche fancy 3-bets mit JTs oop und bluff check-raise in total behinderten spots. Erst wenn ich dann nochmal 2 stacks verballert habe, kommt der Punkt: Alter! Easy..du tiltest, hör auf und bleib ma locker.
      Das Kranke ist ja, ich weiß im Prinzip was ich falsch mache, aber bekomme es dennoch nicht in den Griff.
      Und das passiert nur bei CG! Gut bei den SnGs spiele ich natürlich auch nicht immer mein A-Game, aber die Dimension bei CG ist halt ne ganz andere.
      Ich hab schon mal daran gedacht was von meiner SnG BR rüberzushippen und NL50 einfach zu überspringen. Den skill für NL100 hab ich allemal (wenn ich halt nicht gerade tilte). Jo klingt arrogant, bin mir da aber recht sicher.

      Kennt das jemand? Irgendwelche Tipps?
  • 14 Antworten
    • pocketquads
      pocketquads
      Bronze
      Dabei seit: 17.07.2007 Beiträge: 3.639
      willkommen an board, das kennt leider jeder und du bist in keinsterweise eine ausnahme.

      da tiltresistent aber zum skill dazugehört, solltest du auf keinen fall ein einfach ein limit überspringen. Probier dich zusammenzureissen oder mach ein paar tage pause um wieder klar im kopf zu werden.
    • Chibiben
      Chibiben
      Bronze
      Dabei seit: 10.02.2007 Beiträge: 1.433
      lies elements of poker von tommy angelo.

      und: den skill sein a-game zu spielen definiert auch den pokerskill, also fruchtet deine ausrede für einen limitaufstieg nicht ;)
    • MrEpisode
      MrEpisode
      Bronze
      Dabei seit: 12.09.2007 Beiträge: 7.677
      Bei mir war das umgekehrt. Hab mich, wie vielen hier empfohlen wird, mit SSS angefangen und hab da aufgrund der langen Warterei, um dann doch nen Suckout zu bekommen oder nichts zu treffen, total angefangen zu tilten. Einfach immer weiter Geld rein, das sich dann in nichts aufgelöst hat.

      Hab aus diesem Grund mit SnGs angefangen, da hat man immerhin ein festes Buy-In und mehr kann man nicht verlieren. Trotz der teilweise harten Swings in SnGs hatte ich damit kaum Probleme.
      In letzter Zeit spiele ich vermehrt Heads-Up und da fängt das schon wieder ein wenig an mit dem Tilten, versuche das auch noch in den Griff zu bekommen. Vielleicht sollte ich auch wieder nur Fullring SnGs spielen. ;)

      Den Tilt in den Griff zu bekommen ist sicher auch eine sehr angemessene Methode um seine Gewinne um Vielfaches zu steigern bzw. diese nicht gleich wieder zu verblasen.
      Ich rate dir übrigens ab, einfach die Limits zu überspringen, am Ende fängst du dort oben an zu tilten und verlierst das ganze Geld wieder. Manchmal sollte man sich doch erst um sich selbst kümmern. :)

      Viel Glück!

      PS: Warum willst du egtl von SnG auf Cash Game wechseln?
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Ich werds auch nicht tun. Aber sind Cashgames so viel tiltverursachender als SnGs? Wieso? Warum? Weshalb?
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Original von MrEpisode

      PS: Warum willst du egtl von SnG auf Cash Game wechseln?
      weil ich denke, dass ich (vorrausgesetzt ich bekomme die Sache mit dem tilten in den Griff) dort wesentlich mehr Kohle machen kann. Außerdem macht Abwechslung ja auch Spaß. Nach über nem Jahr SnGs only, hatte ich Lust auf was Neues.
    • kriim
      kriim
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2006 Beiträge: 967
      der unterschied ist doch, dass du bei sngs dein geld schon verloren hast und im grunde nur noch gewinnen kannst. bei tournies denk ich mir dann auch immer: tja scheiße, wieder kein final table. aufregen tut man sich schon, aber der tilt wie im cg stellt sich nicht ein, weil selten alles in kurzer zeitfolge aufeinandertrifft. meist liegen tilt und glücksschrei nah beieinander nur wenn dich dann 2,3 suckouts in kurzer folge treffen ist es einfach natürlich das du dich aufregst. gut sind wir, wenn wir das nicht mehr registrieren bzw. akzeptieren und uns über den fehler des gegners freuen.
      im grunde sollte man es eben andersherum sehen. ist meist nur sehr schwierig ;)
    • veK
      veK
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2007 Beiträge: 625
      bei mir wars auch genau andersrum. habe früher cashgame gespielt (allerdings FL) und mich haben die dämlichen gegner einfach derbe aufgeregt und das spiel hat mir überhaupt kein spaß mehr gemacht.

      bin dann zu sngs übergegangen. da kann man sich zwar immer noch teilweise mal aufregen und würde manchen leuten gern mal den schädel auf den filz knallen, aber irgendwie isses trotzdem was anderes als bei cashgame und richtig tilten tue ich da nie. wenn ich mal wieder zu viele bad beats und suckouts bekomme (hatte neulich so nen down), dann mach ich eigentlich rechtzeitig schluss, pause, lese usw. und setze mich dann frisch erholt wieder ran. aber das kommt eher selten vor.
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Original von kriim
      der unterschied ist doch, dass du bei sngs dein geld schon verloren hast und im grunde nur noch gewinnen kannst. bei tournies denk ich mir dann auch immer: tja scheiße, wieder kein final table. aufregen tut man sich schon, aber der tilt wie im cg stellt sich nicht ein, weil selten alles in kurzer zeitfolge aufeinandertrifft. meist liegen tilt und glücksschrei nah beieinander nur wenn dich dann 2,3 suckouts in kurzer folge treffen ist es einfach natürlich das du dich aufregst. gut sind wir, wenn wir das nicht mehr registrieren bzw. akzeptieren und uns über den fehler des gegners freuen.
      im grunde sollte man es eben andersherum sehen. ist meist nur sehr schwierig ;)
      Jo, hast volkommen recht. Aber wie schafft man es sich darüber nicht mehr aufzuregen. Das ist halt sooo leicht gesagt, aber sooo schwer getan. In nem Interview mit Phil Galfond hab ich gelesen, das er vor jeder Hand nen tiefen Atemzug nimmt und versucht sein "mind zu resetten". Das hat mir z.B. schonmal son ganz kleines bißchen geholfen. Wahrscheinlich ist die Wahrheit: Da muss man durch!

      Falls jemand trotzdem nen Tipp hat, bin ich dankbar.
    • kriim
      kriim
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2006 Beiträge: 967
      ich glaube es gibt kaum einen wirklichen tipp den man in diesem fall geben kann. jeder muss da für sich selbst den eigenen weg bzw. das ziel, die innere ruhe, die mitte, finden. erwachsen werden, ruhiger werden, gelassener. alles leicht gesagt, aber so wirds wohl sein. und das braucht seine zeit/erfahrung.
      ich für meinen teil hab meine innere mitte auch noch nicht ganz gefunden. tiltresistent bin ich wohl auch nicht 100%, aber definitiv sehr viel resistenter als früher. mit der zeit und der erfahrung ändert sich wirklich viel. und wenn du erst, wenn ich das richtig im kopf habe, 3 monate cashgame spielst, dann musst du dich dich an die andere art von suckout noch gewöhnen. auch wenn du die erfahrung von den ganzen tournies hast.
      vom limit überspringen würde ich dir auch abraten, weiter oben werden die swings nur größer. darauf muss man sich schon einstellen.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von PaulDusel
      Ich werds auch nicht tun. Aber sind Cashgames so viel tiltverursachender als SnGs? Wieso? Warum? Weshalb?
      Das ist CG nicht per se. Da Deine CG-BR aber "just for fun" aufgebaut wurde, kann ich mir vorstellen, dass Du das unterbewusst auch immer noch so siehst --> "wird schon irgendwie gehen" --> schlechte Entscheidungen (möglicherweise auch durch fehlendes Wissen geprägt) --> Tilt.

      Tilt MUSST Du in den Griff bekommen, daran führt kein Weg vorbei, wenn Du langfristig erfolgreich pokern willst. Schau am besten mal in die Videosektion und fang an über Deinen Tilt nachzudenken. Alternativ habe ich hier und hier noch zwei hervorragende Artikel von MiiWiin zum Thema.

      Du kannst spielerisch hervorragend sein, aber es wird Dir langfristig nichts nützen, wenn Du Dir durch Tilt alles wieder zerstörst. Meine Empfehlung daher: Arbeite daran. Deine BR (welche auch immer ;) )wird es Dir danken.
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Vielen Dank Michimanni für die links zu den Tilt-Artikeln. Kannte ich noch nicht. Vor allem den 2. fand ich sehr gut. Von den Videos hab ich mir ein paar angeschaut, aber irgendwie sind die....naja ich mach mal eins an wenn ich abends nicht einschlafen kann ;)

      Ich hab mir jetzt noch mal in aller Ruhe meine Gedanken gemacht. Hab die angesprochenen Punkte an mir selbst geprüft und versucht sie ehrlich zu beantworten.

      Fazit: Ich werde mich in Zukunft an die "3-Stack-down-Regel" halten. Das ist bei mir auf jeden Fall angemessen. Oft verliert man 2 stacks durch bad beats oder setups und dann greift ja der Gedanken "Mmmhh wenn ich jetzt noch einen verliere, muss ich aufhören". Hoffentlich lasse ich dann meine fancy plays weg (dazu neige ich definitiv, wird in "The poker mindset" als FPS (fancy play syndrom) beschrieben ).
      Ich beschäftige mich zu wenig mit der Theorie. Am Anfang hab ich mir einige Videos angeschaut, aber seitdem passiert in der Richtung kaum noch was. Problem ist halt, dass ich fast nur ungetrackte accounts besitze und wohl auf Lebenszeit zum Bronzefisch verdammt bin. Ich werde mal darüber nachdenken mir nen CR oder DC account zu holen. Evtl. kauf ich mir auch noch ein Buch.

      Zwei positive Aspekt hab ich aber auch entdeckt. Ich achte sehr stark auf table-selection und im chat flame ich nie.

      Hat mir auf jeden Fall schonmal gut getan hier was zu schreiben. Vielen Dank!
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Freut mich, wenn es Dir geholfen hat :)
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Original von PaulDusel
      Ich werds auch nicht tun. Aber sind Cashgames so viel tiltverursachender als SnGs? Wieso? Warum? Weshalb?
      Hi. Das Problem liegt whl im System. Während du bei SNGs einen Zahnstocher einsetzt um einen Baumstamm zu gewinnen, setzt du bei CGs halt direkt den Baumstamm ein um einen andern Baumstamm zu gewinnen.

      Soll heissen: wenn du bei einem SNG mit KK in AA reinläufst ist "nur" dein Einsatz weg, bei einem CG kannst du da gegen obenhin alles verlieren. Ferner, musst du im CG mehr setzen um viel gewinnen zu können, jede Hand unbezahlbar, verlierst du, verlierst du meist alles. Es gibt keine Bubble oder irgendwas, was den Gegner davon abhalten könnte dich All-In zu setzen. Last but not least; ist ein Tilt in einem CG meist viel fataler, da er sehr schnell viel mehr kostet.

      Imo, muss man für CGs psychisch stärker sein als für SNGs.
    • PaulDusel
      PaulDusel
      Bronze
      Dabei seit: 27.11.2007 Beiträge: 1.159
      Original von Th0m4sBC

      Imo, muss man für CGs psychisch stärker sein als für SNGs.
      Jup, da stimme ich zu.

      Ich kann auch schon meinen ersten Erfolg verbuchen. Hab ne 4 stündige Session gespielt und "nur" knapp 1 stack verloren.
      Ja es war eine minus Session, aber ich buche sie dennoch unter Erfolg ab. Bin wieder zweimal mit KK in AA pre-flop gelaufen. Dann hab ich noch einmal einen maniac auf nem t high board ausbezahlt. Ich hatte aces er pocket tens, aber der war so psycho auf die hand konnte ich ihn nie und nimmer setzen.
      Dann gabs noch zwei Hände in denen ich jeweils top two pair gefloppt hatte und von flush draws runtergecallt wurde, welche natürlich am river ankamen. Ich hab den Braten gerochen, hab den river first to act gecheckt, aber auf ihre super schwachen valuebets (jeweils so 1/5 pot) konnte ich dann doch nicht mehr folden.
      Gestern hätte ich in ner ähnlichen Session mal locker 6,7 stacks verballert. Zur Zeit hab ich irgendwie die Pechsträhne meines Lebens, aber was solls. Ich bin mental gerüstet und irgendwann werde ich auch mal en set floppen wenn mein Gegner AA hat. =)