Psychologisches "Stoploss" setzen bei verlustigen Tischen ?

    • caterham
      caterham
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2005 Beiträge: 136
      Mir ist heute mal was aufgefallen was mich nicht wirklich wunderte, worüber ich aber nun doch länger nachgedacht habe.

      Zum Hintergrund:

      Hab soeben knapp 3h auf pokerstars 0.1/0.2 auf drei Tischen gleichzeitig gespielt, da ich nach einem kleinen down gestern auf partypoker mal wieder ein Erfolgserlebnis haben wollte. Da ich mich zu 99% an den Chart halte und denke, das mein Spiel immer gleich gut/schlecht ist hat mich das Ergebnis der drei Tische doch schon zum Nachdenken angeregt:

      Session Ended .................. Location ............. Game ......... Win/Loss
      2006-01-26 9:34pm ..... Poker Stars Long ..... $0.10-0.25 ..... $ 10.55
      2006-01-26 9:34pm ..... Poker Stars Long ..... $0.10-0.25 ..... $ 1.05
      2006-01-26 9:33pm ..... Poker Stars Long ..... $0.10-0.25 ..... $ -4.55

      Wie immer bei subjektiver Wahrnehmung hatte ich das Gefühl an Tisch 1 jeden Draw zu treffen, an Tisch 3 hatte ich das Gefühl das alles gegen mich spielt und die lucker mal wieder einen Supertag haben - ganz klar subjektive Wahrnehmung, gepaart mir viel zu kurzer zeitlicher Erhebnung.



      Nun meine Frage:

      Wenn bei annähernd gleichem Spiel und bei anzunehmenden gleich guten/schlechten Gegnern in den Microlimits solche Schwankungen zutage kommen (ich weiß statistisch gesehen sind nur 200 Händen pro Tisch MßLL, aber trotzdem) - viel wichtiger aber: beim Anklicken der Tische solche Gefühlsschwankungen zu Tage treten ("Ach, hier klappt eh nix" bis hin zu "An dem Tisch bin ich Supermann, ich treff alles") wäre es dann nicht eventuell ratsam, schlecht laufende Tische nach einer gewissen Zeit/Verlust zu schließen und sich woanders hinzusetzen ?


      Rein statistisch und von der Wahrscheinlichkeit her gibt es sicherlich am langen Ende keinen Unterschied im Ergebnis der "all one big session" aber rein emotional und vom Unterbewußtsein her könnte es doch sein, das man an solchen kurzfristig schlecht laufenden Tischen automatisch auch schlechter spielt, bzw. emotional angegriffen wird und so die berühmt-berüchtigte selbstverwirklichende Prophezeiung eintritt oder ?


      Am Rande dazu:
      Bei Börsengeschäften kann man mit stoploss seine emotionalen Gefahren (bei Verlust nicht zu verkaufen) automatisiert in den Griff bekommen - kann man das eventuell von der psychologischen Seite her eventuell vergleichen ?

      Denn wie gesagt geht es mir hier nicht um die statistischen Schwankungen (dafür fehlen zu den 600 gespielten Händen noch annähernd 7 - 9.000), sondern es geht mir rein um die psychologische Komponente...
  • 3 Antworten
    • Kugelfang
      Kugelfang
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2005 Beiträge: 5.942
      Wenn du jemand bist, der durch solche emotionalen schwankunge anders spielt, ist es sicherlich ratsam, verluistreiche tische zu leften.
      Das würd ich aber erst bei sehr großen verlusten machen.

      Es kann aber auch zB daran liegen dass der tisch sehr stark ist, vllt solltest du bessere table selection betreiben und die gegner beobachten - sind diese schlecht und du verlierst, lohnt es sich vllt, zu bleiben.

      Bei starken downs ist es sicherlich ratsam, den tisch zu wechseln oder ne komplettpause zu machen
    • caterham
      caterham
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2005 Beiträge: 136
      Guten Morgen,

      nicht nur am Wochenende, auch heute morgen ist es mir wieder aufgefallen: 3 Tische 0.25/0.50, 2 laufen echt gut - einer miserabel, man bekommt einfach nichts in die Hand und wenn doch mal dann triftt man den Flop nicht. Hab den Tisch dann irgendwann gewechselt und von da an lief es nicht nur bei den ersten beiden sondern auch bei dem dritten.

      Es mag sein das es nur eine psychologische Krücke ist, vielleicht ist es auch die selbstverwirklichende Prophezeiung - aber ich glaube aktuell da dran. Weiterhin glaube ich auch, das das tableimage eine Rolle spielt und wenn die anderen sehen das nichts kommt und du einige Hände hintereinander verloren hast dann hat das eine ganz andere (für die anderen Spieler positivere) Wahrnehmung, als wenn du einige Hände gewinnst. Und so kommt meiner Meinung nach das eine zum anderen.

      Daher werde ich meine für mich als gut herausgestellte Spielweise beibehalten, einen stark verlustigen Tisch zu schließen und an einem neuen Tisch neu anzufangen - und die guten laufen zu lassen ;)



      @kugelfang
      tableslection mache ich noch nicht, da ich zum Beispiel heute morgen überhaupt froh bin fullring auf meinem Limit zu spielen. Sobald ich auf PP wieder einsteige und mein Pokeroffice vollkommen verstanden habe dann werde ich mich auch ums tableselection kümmern. Während des Spiels schaue ich mir natürlich meine Gegner an, das ist klar - aber nicht bevor ich ins Spiel einsteige...

      Einen so starken Down hatte ich bislang noch nicht, aber das kommt bestimmt noch. :)
    • sholvar
      sholvar
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2005 Beiträge: 4.826
      -Die Buchautoren sind der Meinung, dass es sich auch mathematisch lohnen kann, einen Tisch zu verlassen auf dem man nur Minus macht. Schliesslich kann neben Pech auch eine schlechte Tischsituation dazu führen, dass man kein Geld macht. Der gewonnene Vorteil dadurch ist aber so gering, dass er wohl nicht nachweisbar ist.

      -Wenn ich ein zweites mal rebuyen müsste um ordentlich weiterspielen zu können, dann geh ich schonmal vom Tisch und such mir nen anderen. Auch wenn der Tisch an sich nen garnicht so schlechten macht. Meist hat man nur so wenig Hände von vielen Gegnern am Tisch, dass es durchaus sein kann, dass man ein paar solids-sharks dabei hat, die halt aufgrund der Varianz noch keine Indikatoren für ihre Stärke gezeigt haben.