SH: UTG-Range - SCs und kleine suited Aces

    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Hallo zusammen,

      mache mir gerade Gedanken zu meiner Opening-Range. Zudem wurde dies schonmal kurz im Handbewertungsforum angeschnitten. Ich spiele im Moment NL100-200.

      Im Moment habe ich eine sehr tighte Range aus UTG, bestehend aus:

      - ATs+, KJs+, AJ+, KQ+, 22+


      Ist der Tisch sehr tight und besteht aus mind. 5/6 BSS-Spielern, nehme ich auch schonmal hohe suited connectors mit rein, aber eigentlich meide ich solche Tische.

      Nun lese ich immer öfters, dass viele Leute hier (Beispiel Handbewerter joosP) in UTG wesentlich mehr spekulative Hände raisen, also auch kleine suited Aces und kleine suited connectors.

      Bin mir mit diesen Handgruppen ziemlich unsicher. SCs treffen zu ca. 20% "nur" einen FD oder OESD, und zu gerade mal 5% 2-Pair+ oder einen monsterdraw. So haben wir zu 75% nix und zu 20% nur einen mäßigen draw, womit wir bei einer all-in Situation am Flop eigentlich immer hinten sind.

      Und mit kleinen suited Aces verhält es sich natürlich nicht viel besser. Treffen wir unser A, spielen wir häufig eine sehr marginale Hand OOP, ein FD sehen wir gerade mal jeden 10. Flop.


      Und das 2. Problem, dass ich sehe, ist, dass immer noch 5 Leute nach uns kommen, wodurch eine 3-Bet nicht allzu unwahrscheinlich ist. Wird unsere Range aus UTG zu groß, können wir nicht 80% hiervon auf eine 3-Bet weglegen, weil wir am Flop OOP spielen. Aber wollen wir bluff-4-bets in einer UTG vs. MP Situation feuern? Und auch bei einen call stehen wir am Flop sehr häufig OOP da.


      Was meint Ihr? Raised ihr kleine suited Aces und suited connectors nur Tischabhängig, oder auch per default?

      Gruß,
      Stefan.
  • 7 Antworten
    • Grinzold
      Grinzold
      Bronze
      Dabei seit: 29.11.2007 Beiträge: 268
      Ich raise SCs und kleine suited aces nur tischabhängig.
      Insbesondere gegen shortstacks kanns leicht deutlich -ev werden, denk ich.
      22-55 fold ich auch per default, wenn mehrere shortstacks am tisch sind.

      Aber gut möglich, dass ich eher zu tight bin, aber bis jetzt bin mit diesen händen (wenn ich sie geraist habe), auch nur knapp break even (allerdings keine samplesize, da relativ neue datenbank).
      Wenn nur fullstacks am tisch sitzen würde ich schätzen, dass es meist knapp +ev ist, wenn du gut spielst.
      Insbesondere wenn der tisch generell viel callt (man häufig auch 3handed einen flop sieht) gehen SCs und PPs im wert hoch. Dann verschenkt man mit einem fold wohl schon value.

      Wenn man viel ge3bettet wird würde ich die hände einfach weglegen. Macht einfach keinen spaß oft aus utg 4betbluffen oder callen zu müssen und ist sicher auch oft -ev.
    • YoungBuck311
      YoungBuck311
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2007 Beiträge: 4.049
      du foldest sh 22-55 default

      nh!
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Suited Connectors haben einfahc eine traumhafte Playability Postflop, so dass man sich recht schnell in sie verlieben kann. :heart:

      Aus UTG halte ich Openraises mit 45s+ (maximale Straightchancen) für gut. Ich mache es selber. Dafür fallen gefährlich dominierte Hände wie AT0 oder KJo raus. Equitytechnisch eine Katastrophe, aber an NL-Tischen sicherlich profitabel (beim FL siehts halt genau andersrum aus).

      Ich habe keine festen Ranges, es komtm sehr auf die Gegner, Tischdynamik und meine bisherige Action an. War ich gerade richtig aktiv, folden ich auch SCs aus UTG.

      Wenn ich jetzt eine vorläufige UTG-Openraise festlegen müsste:

      45s+, ATs+, KJs+, AJo+, KQo+, 22+

      Dominerte Hände Out of Position mag ich überhaupt nicht, ist für Otto-Normal-Spieler auch nicht einfach dass ins +EV zu bewegen. Wenn ich also looser Spielen möchte, würde ich die Range eher auf Hände wie 97s+ erweitern als Ax Hände mit reinzunehmen.


      Wo sind nun die suited Aces? Die kommen bei mir erst ab MP ins SPiel, wobei viele sagen würden "schon" ab MP. ich mag suited Aces, aber vor MP steige ich da ungerne ein. Ab CO klarer Raise für mich, ab MP grenzwertig und je nach Situation. Natürlich haben wir hier auch das Kickerproblem, jedoch ist es nicht sonderlich schlimm, da ich mit A5s auf Axx Flop keine große Action machen muss. Da glaube ich Villain den besseren Kicker wenn es zu massiver Action kommt. Ich spiele dann aber gerne mal auf Pot Control.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Grinzold
      Ich raise SCs und kleine suited aces nur tischabhängig.
      Insbesondere gegen shortstacks kanns leicht deutlich -ev werden, denk ich.
      22-55 fold ich auch per default, wenn mehrere shortstacks am tisch sind.
      Wir reden doch von Shorthanded?!

      Da solltest du 22+ aber mit Sicherheit in deine Range aufnehmen. Und wenn du dort mit mehreren Shortstacks am Tisch sitzt, hast du ohnehin etwas falsch gemacht! ;)
    • Kimbolone
      Kimbolone
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2007 Beiträge: 4.752
      Meine UTG-Range:

      22+, ATs+, AJo+, 45s+, A2s-A5s, KQs

      Das ist so einfach etwa das looseste was ich spiele aus UTG. Meistens bin ich ein bisschen tighter, kann aber gut sein, dass ich auch mal T8s etc. aus UTG raise, wenn ich grad actiontechnisch bissel geschlummert habe.

      Spiele aber auch einen sehr loosen Style.

      Ich finde gerade aus UTG die Angst vor 3bets eher nicht so gross. Erstens adapten viele Spieler überhaupt nicht bzw. beobachten nicht, dass ich die ganze Zeit raise aus UTG, andererseits bekommt ein UTG-Raise immer ein bisschen mehr Credit, die 3bet-Ranges von SB und BB sind sowieso ziemlich tight gegen einen UTG-Raise. Also wenn da eine Nit am Button sitzt, dann raise ich die Range oben all day long.

      Naja, kommt halt immer auf den Tisch drauf an.

      €: Ich spiele NL200
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Erstmal danke für eure ausführlichen Antworten.

      Ich konnte mich mit SCs bisher noch nicht so richtig anfreunden, weil man halt so selten was brauchbares trifft, werde aber denke ich versuchen, diese mehr in mein Preflop-Spiel zu integrieren, wenn die Tische entsprechend stimmen. Gerade mit Tisch-Dynamik und Fein-Adjusting habe ich leider noch deutliche leaks.

      OK, zum Thema exploiting, das kommt wohl wirklich noch nicht vor bis NL200.


      Könnt ihr vielleicht noch eure Win-Rates von SCs für sagen wir 54s - 98s aus UTG in HM / PT3 rausfiltern? Dann wüsste man sofort, ob es generell +EV gespielt werden kann (ob ich es dann kann, sehe ich ja dann später :P )
      Hatte mal eine EV-Berechnung für kleine pockets aus UTG gemacht, und dort haben auch ein paar Leute ihre Win-Rates für 22-55 gepostet, das stimmte ungefähr überein. (Die Tendenz war zumindest ähnlich)


      Gruß,
      Stefan.
    • Grinzold
      Grinzold
      Bronze
      Dabei seit: 29.11.2007 Beiträge: 268
      Original von MiiWiin
      Original von Grinzold
      Ich raise SCs und kleine suited aces nur tischabhängig.
      Insbesondere gegen shortstacks kanns leicht deutlich -ev werden, denk ich.
      22-55 fold ich auch per default, wenn mehrere shortstacks am tisch sind.
      Wir reden doch von Shorthanded?!

      Da solltest du 22+ aber mit Sicherheit in deine Range aufnehmen. Und wenn du dort mit mehreren Shortstacks am Tisch sitzt, hast du ohnehin etwas falsch gemacht! ;)
      Ja, klar SH.
      Auf Nl400+ gibt es auf Everst (da spiel ich atm) selten Tische ohne oder mit nur einem Shortstack, meist sitzt überhaupt kein fullstack fish an den tables (braucht man aber auch nicht, die midstacks machen das mit ihrer schlechtigkeit wett^^).
      Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mit 22-55 und SCs bis jetzt nichtmal BE gespielt hab (raise sie schon desöfteren), vielleicht kann ich diese Hände aber auch einfach postflop nicht gut spielen.
      Bin mir sehr sicher, dass auch in meiner kompletten datenbank (die ich nicht mehr hab) diese Hände -EV waren.

      Ich denke die profitable Handrange hängt einfach von den Gegnern ab. Es lässt sich höchstens eine Untergrenze festlegen und da gehören 22-55 IMO nicht rein.