biologen gesucht, am besten mikrobiologen

    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      Ich habe hier paar Fragen auszuwerten für eine Prüfung.

      Hänge bei folgender:

      Was ist älter, Zellkern, Mitochondrien, Plastiden? Und warum

      Also ich weiß, dass es der Zellkern ist, aber nicht wirklich warum. Hat es was damit zu tun, dass sich Mitochondrien und PLasiden eigenständig aus Prokaryotischen Zellen entwickelt haben?
  • 23 Antworten
    • toolz555
      toolz555
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2007 Beiträge: 1.918
      Deine Theorie dürfte stimmen. Liegt an der Endosymbionten-Hypothese. Damit sind die Plastiden ursprünglich eingewanderte Mikroorganismen, die nicht verdaut wurden, sondern sich an das Leben innerhalb von anderen Zellen angepasst haben. Da es diese Plastiden und Mitochondrien nur in Zellen mit ZK, muss der schon dagewesen sein, als die Endosymbionten entstanden.
    • skysurfer555
      skysurfer555
      Bronze
      Dabei seit: 03.01.2007 Beiträge: 495
      jo gab halt nen "Urkaryoten" der keine Organellen hatte, aber nen ZK

      dann kamen halt die endosymbiosen woraufhin die organellen entstanden, also zk eher.
    • ForellenBogen
      ForellenBogen
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2008 Beiträge: 126
      bist du dir da ganz sicher das der zellkern das älteste ist ???? so sicher wär ich mir da nicht ... bitte begründung
    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      wieso kann ich dir nicht sagen, es steht zumindest in unserem scriptum so.

      Und da ich ernährungswissenschaftler bin und somit nur geringfügig was mit tellkern und mitochrondrien was zu tun habe, werde ich es jetzt auch nicht in Frage stellen.

      Und ich sagte auch nicht dass es der Zellkern das Älteste ist, sondern nur, dass es älter als mitochondrien und plastiden sind.
    • ForellenBogen
      ForellenBogen
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2008 Beiträge: 126
      Modell zur Entstehung eines Eukaryoten:
      1. ursprünglicher Prokaryot- mit Plasmamembran, DNA und Cytoplasma
      → die Plasmamembran entfaltete sich
      2. es entstand eine Zelle mit Kern und innerem Membransystem (Kern, ER, Kernhülle)
      3. einwanderung von mitos und plastiden

      so habs jetzt aus meim skript raus... also der zellkern ist älter

      hab eigentlich nur daran gezweifelt, weil der zellkern eigentlich eine riesige menge an energie verschluckt die wohl ohne mito nicht zu bewältigen wäre ... hab mich aber anscheinend getäuscht
    • Progamer
      Progamer
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2006 Beiträge: 1.092
      Dass der Kern älter ist würd ich so nicht pauschalisieren! Nach der Wasserstoffhypothese könnten Eukaryonten durch eine Symbiose zwischen einem Archaebakterium und einem Eubakterium entstanden sein!

      Quelle:
      Martin W, Müller M (1998) The hydrogen hypothesis for the first eukaryote. Nature 392(6671): 37-41
    • Progamer
      Progamer
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2006 Beiträge: 1.092
      Doppelpost
    • toolz555
      toolz555
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2007 Beiträge: 1.918
      Naja, hab mir mal nen Vortrag von William Martin angehört. Ist schon ein lustiger Typ, aber seine Theorie mit den Black Smokers hatte schon noch einige Lücken. Allerdings ist das jetzt schon nen Jahr her, keine Ahnung, ob sich da noch was getan hat.
    • Progamer
      Progamer
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2006 Beiträge: 1.092
      Hm ich weiß jetzt nicht genau welchen Vortrag und deshalb was für Lücken Du genau meinst, aber bei den Smokers gehts ja generell um die entstehung des Lebens! Wolltest Du hierauf hinaus?

      Martin W, Russell MJ (2003) On the origins of cells: a hypothesis for the evolutionary transitions from abiotic geochemistry to chemoautotrophic prokaryotes, and from prokaryotes to nucleated cells. Philos Trans R Soc Lond B Biol Sci 358(1429): 59-83; discussion 83-55

      Ansonsten cliffnotes plz! Und außerdem... Lücken oder nicht, der gute Martin forscht auf jeden Fall +ev:
      http://idw-online.de/pages/de/news287965

      Aber nochmal zum eigentlichen Topic, hab nochmal versucht ein bisschen was übern Kern zu finden, hier steht ein bisschen was zu seiner Entstehung:

      Martin W (2005) Archaebacteria (Archaea) and the origin of the eukaryotic nucleus. Current Opinion in Microbiology 8(6): 630-637
    • toolz555
      toolz555
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2007 Beiträge: 1.918
      Der Vortrag war hierüber:
      http://www.nature.com/nrmicro/journal/v6/n11/full/nrmicro1991.html

      Ist wie gesagt schon ne Weile her und ich war damals noch im 3. Semester, weshalb ich nicht wirklich alles verstanden habe. Allerdings gabs am Ende ne recht angeregte Diskussion und die Meinungen der Anwesenden waren recht gespalten, ob es möglich ist, dass in Eisenoxidbläschen eine eine Zellähnliche Atmosphäre enstehen kann. Es ging da noch um das Problem der zu kleinen Redoxpotentiale etc..
      Aber wie gesagt, es waren halt einfach Feinheiten, an denen er Arbeiten musste.
      An sich scheint er ja gute Arbeit zu leisten.
    • DerFreibeuter
      DerFreibeuter
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2007 Beiträge: 23
      Jaja der Bill...ich kann mich noch erinnern was im Institut los war, als er das erste Nature-Paper am Start hatte (habe da 2004/05 meine Diplomarbeit gemacht).

      Zum Thema: Es ist nicht ganz klar, was zuerst da war und ob überhaupt Zellkern bzw. Organellen zuerst "entstanden" sind. Vielmehr könnte es durchaus der Fall sein, daß beides quasi analog entwickelt (bzw. "symbiontisiert") wurde, siehe dazu auch die syntrophische Hypothese:

      http://www.springerlink.com/content/l72pxx77427l16j2/

      Another recent explanation of the origin of eukaryotes called the "syntrophic hypothesis" was presented by López-García and Moreira (1998). Though they were independently proposed, the syntrophic hypothesis is complementary in several aspects to the hydrogen hypothesis. Both hypotheses agree in the suggestion of an anaerobic metabolism for the origin of mitochondrial symbiosis. They are also strikingly similar in some metabolic details of the symbiosis and archaeal molecular features (López-Garcia and Moreira 1998). The major difference between the two hypotheses is in the nature of the original bacterial partnership. As previously stated, in the hydrogen hypothesis, the original symbiosis is thought to have taken place between a methanogenic archaebacterium and a eubacterial ancestor to the mitochondrion. In the syntrophic hypothesis, the original symbiosis is conceived to have taken place between a methanogenic archaebacterium and an ancestral sulfate-respiring delta-proteobacterium. The former provided the central genetic material and nucleic acid metabolism while the latter provided most metabolic characteristics (López-Garcia and Moreira 1998). Mitochondria are thought to have derived from a later, independent symbiotic event. As with the hydrogen hypothesis, further genetic sequencing analyses are necessary in order for the claims of the syntrophic hypothesis to be upheld.

      Toolz555: Studierst du noch in D-Dorf? Ich würd einfach mal nachfragen gehen, Bill ist ziemlich Studi-freundlich. Der hilft da gerne.
    • toolz555
      toolz555
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2007 Beiträge: 1.918
      Studiere nicht in D-Dorf. Allerdings war er mal bei uns als Gastdozent im Rahmen ner Vortragsreihe über Evolution. Da hat so ziemlich jeder Fachbereich mal ne Vorlesung gehalten, von den Virologen bis hin zu den Pharmazeuten usw..
      Der Will hatte da die Einführungsvorlesung gehalten und ich war schon recht beeindruckt. :D
      Ist halt auch so nen witziger Typ. Hat lustige Statements zwischendurch gebracht...
    • Progamer
      Progamer
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2006 Beiträge: 1.092
      Original von toolz555
      Der Vortrag war hierüber:
      http://www.nature.com/nrmicro/journal/v6/n11/full/nrmicro1991.html

      Ist wie gesagt schon ne Weile her und ich war damals noch im 3. Semester, weshalb ich nicht wirklich alles verstanden habe. Allerdings gabs am Ende ne recht angeregte Diskussion und die Meinungen der Anwesenden waren recht gespalten, ob es möglich ist, dass in Eisenoxidbläschen eine eine Zellähnliche Atmosphäre enstehen kann. Es ging da noch um das Problem der zu kleinen Redoxpotentiale etc..
      Aber wie gesagt, es waren halt einfach Feinheiten, an denen er Arbeiten musste.
      An sich scheint er ja gute Arbeit zu leisten.

      Ja kenn das paper hab darüber aber keine Vorträge gehört! Kann durchaus sein dass da nicht alles endgültig geklärt ist, die Entstehung des Lebens an den Black Smokern ist schließlich ne Hypothese! Heute im Darwin Seminar hat Frau Henze auch erwähnt, dass man beim genauen Übergang von unbelebter Materie zum Lebewesen noch ziemlich im Dunkeln tappt! War dennoch sehr interessant und es wurde auf jeden Fall erwähnt, dass heutzutage kein Präzedenzfall bekannt ist, wo Zellen mit Zellkern aber ohne Organellen vorkommen!
    • Cuoco199
      Cuoco199
      Bronze
      Dabei seit: 23.02.2009 Beiträge: 7.395
      unglaublich was es unter Pokerspielern für fachleute gibt, will nicht wissen was im englisch forum los ist :rolleyes:
    • DerFreibeuter
      DerFreibeuter
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2007 Beiträge: 23
      Original von Cuoco199
      unglaublich was es unter Pokerspielern für fachleute gibt, will nicht wissen was im englisch forum los ist :rolleyes:
      Naja, es ist mehr oder weniger mein Job, mich damit ein wenig auszukennen. Für jemanden, der in dem Gebiet arbeitet, sollte das nichts besonderes sein. Ist halt bei jedem Beruf irgendwie so...
    • docjulian
      docjulian
      Bronze
      Dabei seit: 15.12.2006 Beiträge: 7.008
      Also als Mediziner würde dementsprechend auch für Zellkern sein, eben aufgrund der Endosymbiontentheorie.

      Vergleich: Auto hatte einen Motor auch bevor es elektrische Fensterheber gab. Es funktionierte auch ohne vorher, die wurden dann "einverleibt". :s_biggrin:
    • DerFreibeuter
      DerFreibeuter
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2007 Beiträge: 23
      Netter Vergleich, allerdings völlig unzutreffend. Anhand deines Smilies gehe ich mal von einen Scherz aus, dagegen spricht jedoch, daß du Mediziner bist - ich habe die Erfahrung gemacht, daß die leider rein biologisch von nix Ahnung haben. Da hab ich schon so einige Kandidaten erlebt, die auf solche Vergleiche kommen würden. :f_biggrin:

      Und ganz so trivial ist die Sache nicht, da auch die Endosymbionten-Theorie die Frage nicht zweifelsfrei klärt, obwohl davon ausgegangen wird, daß hier eukaryotische Zellen (also mit Zellkern) Mitochondrien "aufgenommen" haben. Im Gegensatz dazu stehen Syntrophische Hypothese und die Wasserstoff-Theorie vom schon erwähnten Bill Martin.
    • Progamer
      Progamer
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2006 Beiträge: 1.092
      Nochmal für alle die keine Lust haben sich mit komplizierten Papern rumzuschlagen, die Theorie ist auch in der Quarks & Co Sendung von 10.02.2009 sehr einfach und anschaulich erklärt [Bill Martin inside]!
      Infos dazu gibts hier: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0210/002_evolution.jsp
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.433
      Original von DerFreibeuter
      Jaja der Bill...ich kann mich noch erinnern was im Institut los war, als er das erste Nature-Paper am Start hatte (habe da 2004/05 meine Diplomarbeit gemacht).
      Hehe. hab auch in DDorf mein Diplom gemacht und kannte den Bill auch, hab ihn auch in Göttingen (glaubes war Göttingen) mal auf ner Tagung gehört. Guter Entertainer.

      Zum Thema kann ich leider auch nicht mehr beitragen, müsste mich hier auch nur auf die genannten Quellen beziehen.
    • 1
    • 2