Headsup beim SNG: ICM vs. Sage vs Nash Eq.

  • 8 Antworten
    • Bobbs
      Bobbs
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2006 Beiträge: 4.264
      Das ICM spielt im Headsup keine Rolle, da jeder gleich viel wert ist.
      Beachte dass das HU z.B. bei einem gewöhnlichen SNG mit 50%/30%/20% Auszahlungsstruktur einem SNG entspricht, in dem der erste Platz 20% und der zweite Platz 0% des Preisgeldes bekommt. Die restlichen 30% stehen beiden Spielern ja schon zu.

      Die Nashranges sind eine gute Richtlinie, falls man den Gegner nicht einschätzen kann. Wenn man aber z.B. weiß, dass der Gegner zu loose bzw. zu tight called, lohnt es sich auf jeden Fall seine Ranges anzupassen.

      Btw. Nash und Sage sind theoretisch das selbe, die Unterschiede in den Ranges liegen an den beim Sage System verwendeten Vereinfachungen.
    • strider1973
      strider1973
      Bronze
      Dabei seit: 16.08.2007 Beiträge: 1.714
      Kalle - ICM ist ein Modell, um aus dem cEV den $EV auszurechnen. Bei einem Turnier ist cEV =! $EV; gewonnene Chips sind weniger Wert als verlorene Chips, weil (am Anfang hat jeder 10% der Chips und hat 10% der Gewinnsumme dafür bezahlt, am Ende hat einer 100% der Chips, erhätlt aber nur 50% der Gewinnsumme).
      Im HU spielt man aber nur noch um den 1. Platz, den 2. Platz hat man auf sicher. Wenn man Chips verliert, profitiert auch kein 3. Spieler mehr davon, dessen Position sich dadurch verbessern würde.

      Entsprechend muss man im HU ausschliesslich darauf schauen, seinen cEV zu erhöhen: Man spielt wie im Cashgame und ICM gilt hier nicht mehr.


      Fürs Pushen im HU ist das HU Nash Equilibrium von Holdemresources.net ein guter Anhaltspunkt, wenn Du Deinen Gegner nicht kennst. Wenn Du aber adaptest (zB 2.5BB Bet im SB statt 20BB push mit Q5s, weil der Gegner eine Nit ist und weil wenn er raist, Du sicher geschlagen bist) fährst Du besser als nach Nash (ausser Du weisst der Gegner spielt auch "optimal" nach Nash).
      Fürs Callen gilt dasselbe - idR wird zu wenig gepusht, also würde ich nicht so loose callen wie nach Nash, weil Du dabei meist hinten liegst. Wenn der Gegner aber optimal spielt, dann musst Du nach Nash callen.
    • Kongotto
      Kongotto
      Global
      Dabei seit: 05.05.2007 Beiträge: 5.194
      Super Antwort danke!!

      Ich war verwirrt, weil der Thomas Bihl in seinem SNG Kapitel im Buch Pokermatrix meint, dass beim HU im SNG besonders ICM zum tragen kommen (frei zitiert). Also doch totaler Unsinn was er da im letzten Absatz schreibt.

      Dein Vergleich mit einem HU um 20% der $ ist super und zeigt sofort, dass ICM Wurst für HU ist. Dankeee!
    • strider1973
      strider1973
      Bronze
      Dabei seit: 16.08.2007 Beiträge: 1.714
      Guten Morgen Bobbs! ;-)
    • Bobbs
      Bobbs
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2006 Beiträge: 4.264
      Unsere Antworten sind schon sehr ähnlich strider!
      Da stellt sich mir die Frage, wer von wem abgeschrieben hat. :)
    • L3hnY
      L3hnY
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 3
      vielleicht bietet es sich hier an noch etwas zu SAGE zu fragen:

      Warum gibt es bei diesem modell eigentlich keinen Faktor oder Wert für "connectedness"

      Oder gibts es davon vielleicht auch noch erweiterte Versionen, die man eventuell auch für andere Situationen nutzbar machen kann.
    • Bobbs
      Bobbs
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2006 Beiträge: 4.264
      Das musst du die Leute fragen, die das berechnet haben.:)
      Wahrscheinlich war Connectedness kein besonders starker Faktor und sie haben ihn anstatt ihn mit 1.034 Punkten zu gewichten vernachlässigt.
      Das ist aber nur geraten.
    • itbmotw
      itbmotw
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2007 Beiträge: 2.426
      Original von L3hnY
      vielleicht bietet es sich hier an noch etwas zu SAGE zu fragen:

      Warum gibt es bei diesem modell eigentlich keinen Faktor oder Wert für "connectedness"

      Oder gibts es davon vielleicht auch noch erweiterte Versionen, die man eventuell auch für andere Situationen nutzbar machen kann.

      Wozu eine erweiterte Version (Nein woanders als im HU ist sowas sicher nicht nutzbar)? Entweder man will es einfach haben, dann verwendet man die einfache Version, oder aber man will es genau haben, dann verwendet man direkt Nash (was ja auch nur eine Tabelle ist).

      Was wirklich noch was bringt ist das adapten an den Gegner: Beim puschen sollte Nash einfach Pflicht sein, weniger zu puschen ist ein klares Leak (da gibt es auch nichts zu diskutieren), allerdings callen viele Gegner, gerade auf den unteren Limits zu tight, hier ist daher 90% bis any two gar kein so schlechter Ansatzt, sprich nur aus Image Gründen ab und zu nochmal zu folden.

      Schwieriger wird es für uns beim callen, eine gute Richtliniene liefert auch hier Nash, allerdings ist dieses hier nur optimal, wenn der Gegner auch nach Nash puscht, hier bleibt also nichts andere übrig als den Gegner ein zu schätzen, Vorsicht auch hier nicht zu tight werden (passiert mir auch;) ), als Standard würde ich auf den unteren Limits etwas thigter als Nash sagen und auf den hohen Limits Nash, aber Gegner einschätzen...