NL10 - Valuemaximierung bei "Non-thinking Player"

    • EvilSucker
      EvilSucker
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2008 Beiträge: 5.688
      Jeder NL10 Spieler kennt sie.
      Sie kaufen sich mit 50BB ein, haben eine Openlimprange von fast 100% und callen mit allen Kartenkombinationen 8+/8+ einen Raise. VPIP fängt bei 60% an und geht im Extremfall bis über 90%, während die PFR nur 1/4-1/3 betragen.
      Postflop wird absolut unsinnig und ohne direkt erkennbares Schema gespielt. Mal wird runtergecallt, mal geraist. Völlig unabhängig von der Hand.
      Man könnte meinen, der Spieler hat sich in HoC nur den Bereich Täuschung durchgelesen, denn er ist wirklich unreadable.

      Ich liebe sie und hasse sie.
      Sie sind meine Haupteinnahmequelle, bringen mich aber trotzdem gelegentlich auf Tilt.

      Ich denke, ihr erkennt das Spielermuster wieder.
      Bisher spiele ich wie gesagt ziemlich erfolgreich gegen die Fische, denke aber, dass man vor allem das Postflopspiel verbessern kann.

      Meine Herangehensweise

      Preflop
      OOP gibt es von mir keine Openlimps mehr und meine Range wird etwas geschmälert. Niedrige SC und PP werden nicht mehr gespielt. Wenn ich direkt OOP sitze, dann wird der Tisch verlassen und neu betreten.

      IP gibt es keine Limps mehr, wenn ein Limp vom NTP (non thinking player) kam und niemand anderes gecallt hat. Bei guten Odds (also mit anderen Spielern) steige ich mit akzeptablen Händen ein und sehe mir den Flop an, ansonsten gilt Raise oder Fold.

      Wenn ich auf CO/BU sitze, wird meine Stealingrange etwas geschmälert und der Limp vom NTP ignoriert. Wenn er meinen Raise callt, dann habe ich Position und bin in den meisten Fällen Favorit.

      Mit dieser Spielweise gebe ich meine Edge nicht auf, die ich als TAG gegen ihn habe, schaffe es aber trotzdem mehr Hände gegen ihn zu spielen.

      Ich denke, dass die Herangehensweise hier OK ist.

      Postflop
      Hier habe ich noch Schwierigkeiten.
      OOP gibt es bei jedem Treffer auf dem Board eine Bet, die meistens gecallt wird. Danach versuche ich den Pot klein zu halten, wenn ich etwas schlechteres als TP habe.
      Ohne Treffer erspare ich mir die Conti, weil Villain in den meisten Fällen auch auf scary Boards noch callt.

      IP calle ich ihn ab TP runter, und bette selbst ggf. auch klein und sobald ich mich klar vorne sehe, gehe ich broke.
      Ohne Treffer auf einem aussichtslosen Board ist die Hand zu Ende und wenn das Board Potential hat, gibt es am Flop eine Conti/Call und versuche dann billig zum Showdown zu kommen.
      Wenn ganz offensichtliche Draws, die in der Range liegen, am River busten, dann gibt es natürlich immer eine Bet, weil hier mit geplatztem Draw nicht gecallt wird.

      Ein A ist insgesamt die absolute scary Card und gegen Action wird aufgegeben, wenn ich gegen ein A auf seiner Hand weit hinten liege.

      Postflop gilt hier eigentlich weitestgehend das gleiche, was auch bei denkenden Spielern gilt, allerdings kann man die Hand schlecht abschätzen, weil die Range zu groß ist, man weiß aber dafür, dass sie auch mit Trash zum Showdown gehen. Man spielt also mehr Hände zu Ende und lässt sich nicht auf die Reads ein, die man bei denkenden Spielern durch die Setzstruktur bekommt.

      Meiner Meinung nach ist diese Line auf jeden Fall spielbar und der Erfolg gegen diese Gegner gibt mir recht, auch wenn es bedeutet, dass ich oft mit einem Midpair meinen halben Stack riskiere.

      Gibt es Verbesserungsvorschläge?
  • 2 Antworten
    • Kavalor
      Kavalor
      Gold
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 17.648
      im prinzip ist dein "No Bluff" ansatz sehr gut, allerdings hat dein konzept paar änderungen.
      Also OOP weniger zu spielen ist in ordnung, allerdings kannst du pockets weiter profitabel auf setvalue spielen, sie callen ja ehe runter.

      zweites versuch mal die gegner in 2 gruppen einzuteilen, Callingstations und Maniacs.

      Gegen Callingstations bedeutet der Reraise die Nuts, weg mit TP.

      Gegen Maniacs ist TPTK die Nuts, da heisst es bet/bet/bet.

      klar sind viele irgendwo dazwischen, aber es gibt sehr viele extreme typen

      Callingstations sind 70/3 typen mit AF von 0,7. Sie raisen TP nicht, sie raisen erst ab set, flush oder sonstiges und lieben es mit dem draw runter zu callen.

      Maniacs können alles haben, aber weil sie alles haben, müssen wir in den fällen, wo wir gut treffen, value extrahieren.

      Die Range tight zu halten ist auf jedenfall ne gute Idee, stealen braucht man auch nicht. Einfach value hände spielen.
    • EvilSucker
      EvilSucker
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2008 Beiträge: 5.688
      Danke für den Hinweis!
      Die Unterscheidung zwischen Maniacs und Callingstations hatte ich vergessen in meiner Ausführung zu berücksichtigen und bin auch im Spiel nicht so stark auf den Unterschied eingegangen.
      Mit den Steals hast du wahrscheinlich recht, da diese nur unnötig die Varianz erhöhen.