Fische, Zukunft und Sucht

    • blauerachat
      blauerachat
      Bronze
      Dabei seit: 11.07.2008 Beiträge: 86
      In einigen andern Threads wurde schon über die Zukunft des Poker diskutiert, was ich in den Diskussionen immer wieder vermiss ist das Poker einen grossen Suchtfaktor besitzt, daher auch in einigen Länder verboten ist. Daher ist meine Meinung das Poker nicht so schnell wieder von der Bildfläche verschwindet.
      Ausserdem frage ich mich was oder wer sind die Fische, sollte man da nicht Unterscheidungen mach von denen die keine Ahnung von der Theorie haben und welchen die es eigentlich besser wissen, doch schlecht spielen heisst tilten, wo ich den wieder Suchtfaktor ins Spiel bringe. Ich habe schon Threads gelesen von Spieler die Broken waren und gesagt habe jetzt ist fertig mit Poker und zwei Wochen später spielen sie wieder.Sinn des Thread ist eine Diskussion über die Sucht im Poker anzuregen, weil es mir scheint das es hier Tabuthema ist.
  • 5 Antworten
    • Knudsen
      Knudsen
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2005 Beiträge: 4.314
      Glaube nicht dass es hier tabuisiert wird. immerhin ist auf der startseite ein link zur glücksspielsuchtberatung.

      dasss poker nicht so schnell verschwinden wird glaube ich auch. spiele öfters billard in so ner spielhölle wo viele automaten rumstehen und da lassen viele leute sehr viel geld, obwohl sie wissen dass sie da verlust machen. ist eben auch ne sucht.

      genauso ist es denke ich auch beim pokern. glaube viele wissen, dass sie schlecht spielen (für die ist es eben unterhaltung, im schlimmsten fall sucht). hoffentlich spielen sich nicht viele in die armut, aber das kann ich als spieler natürich unmöglich beurteilen. diese leute zahlen dann ständig ein. manche lassen es auch, falls sie nicht süchtig sind und ihr schlechtes spiel erkennen. im für mich schlechtesten fall beschäftigen sie sich mit theorie und werden besser.

      ich glaube nicht, dass es viele solche fische gibt, wie du sie beschreibst, die theoretisch gute kenntnisse haben aber dann auf dauertilt nur verlieren.
    • noobyfish
      noobyfish
      Global
      Dabei seit: 28.02.2008 Beiträge: 2.083
      ich glaube dass sich hier bestimmt der grossteil mit dem thema sucht einigermassen auskennt.

      ich muss jedoch sagen dass sich das beim pokern bei mir jedenfalls ziemlich relativiert...

      es gibt zeiten, da spiel ich 18 stunden am stück/tag, jeoch habe ich auch kein problem damit, mal 2 monate oder 3 monate nicht zu spielen...(vielleicht auch länger, hab noch nicht länger als 3 monate unterbrochen :D )

      vielleicht auch deswegen weil ich bisher noch nie so mega-erfolgreich war... spielsucht entwickelt sich ja unter anderem durch die erfolgserlebnisse beim spielen.

      Fische sind meines verständisses nach spieler, die überhaupt keinen skill haben, auf gut glück spielen... daher denke ich gibt es im eigentlichen sinne in den ganzen strategy foren im web keine "richtigen" fische.

      allerdings kann man das auch mal sprachlich betrachten:

      der kleine fisch wird vom hai gefressen.

      also derjenige der longtermed donated(egal ob 100k hands-downswings oder sonstiges), ist der fisch. auch das könnte sein...

      musste mir schon anhören dass ich n fisch bin weil ich ich mit bottom set am flop gegen nen flush protected habe, und nicht auf value gespielt hab. so what? ich denke, dass derjenige gehirnamputiert war und selbst der fisch ist...
      lieber den spatz in der hand als die taube aufm dach, oder nicht?!?
    • arebew
      arebew
      Bronze
      Dabei seit: 12.01.2008 Beiträge: 879
      Original von noobyfish
      spielsucht entwickelt sich ja unter anderem durch die erfolgserlebnisse beim spielen.
      meines wissens ist es genau das gegenteil, was spielsucht verursacht, nämlich das verlieren. frag mich nich nach psychologischen hintergründen, aber ich kenne jmd., der schonmal spielsüchtig war und nochmal den weg da raus gefunden hat. er meinte, dass der größte kick das verlieren war (hat natürlich keinen spass gemacht, aber man kennt die phänomene hier ja auch: chasing losses, tilt...).
    • noobyfish
      noobyfish
      Global
      Dabei seit: 28.02.2008 Beiträge: 2.083
      hmm, beim googlen bin ich auf artikel gestossen die deine meinung untermauern...

      hab mich schon vor meiner zeit als pokerspieler mal mit nem sozialpädagogen über das thema unterhalten... daher komm ich auf meine aussage.

      pädagogen sind zwar von der vorbildung nicht unbedingt kompetent genug um das zu definieren, er hatte halt mit leuten, die seiner meinung nach n suchtproblem haben, etwas mehr zu tun als der durchschnittsmensch...

      aber find ich gut dass de mich korrigiert hast, man lernt doch immer wieder was dazu...
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 8.761
      Bin wahrlich kein Experte, aber oft liest man ja, dass gerade die "near misses", d.h. gefühlt knapp verlieren, suchtfördernd wirken.

      Diese sind bei Poker freilich vorhanden ("ausgesuckt am River" etc.), allerdings auch beim Lotto - denn 4 Richtige sind vieltausendfach häufiger als 6 Richtige, und bestimmt gibt's genug Leute die denken sich bei 4 Richtigen "Oh, fast hätte ich es. War ja schon 2/3 des nötigen Glücks!".


      Ich denke vor allem, dass Sucht und Unterhaltung/Ersatzbefriedigung schwer abzugrenzen sind - das sieht man nicht nur bei Alkohol, sondern eben auch bei sowas wie Lotto oder der "Sucht" nach teuren Klamotten etc.

      Das meiste, wofür man im Leben Geld ausgibt, ist nicht "notwendig" - von der DVD über das Feierabendbier bis hin zum Urlaub. Man bekommt dafür aber dennoch einen Gegenwert - Spaß, Erholung oder zumindest vermeintliche Erholung / Ablenkung. Sich nun anzumaßen, wie hoch dieser Wert für andere Personen ist und ob es daher "Wahnsinn" oder "normal" ist, wenn jemand 40% seines frei verfügbaren Geldes für Autos, Fussball, Lotto oder Poker ausgibt, ist meines Erachtens nach nicht möglich - das muss jeder für sich selbst entscheiden, solange die indirekten Effekte nicht andere belasten (wie es z.B. bei Heroin argumentierbar wäre).