NL/PL50 - Minbets aus UTG und MP

    • Nihiliste
      Nihiliste
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2008 Beiträge: 468
      Spiele derzeit PL50 SH tight (VPIP: 19, PFR: 15, 3Bet: 4.5, Flop AF:4, Turn AF: 3.1, River AF: 1.7), vielleicht zu tight, denn meine seltenen 3Bets werden extrem ernst genommen, so dass ich selten mit großen Händen preflop AI komme und wenn dann auch gegen Monster...
      Habe auch das Problem, dass ich zu viel auf 3Bet folde (77%!), da ich damit den Großteil meiner Range aufgebe, vor allem OOP. Bei gegnerischen Stacks von <80BB folde ich auch immer meine PPs brav, da sie nicht mehr rentabel auf Setvalue gespielt werden können.

      Bei der letzten Session hab ich einen recht guten LAG beobachtet, der ständig minbetet hat. Die meisten Leute (inc. mir) hatten damit Probleme, da sie seine Hände sehr schlecht einschätzen konnten.
      Nun überlege ich, die Minbets zumindest testweise in mein Spiel einzubauen.

      Die Idee ist (hab so was ähnliches schon irgendwo gelesen, aber da fing ich mit Pokern an und fand es zu hoch) aus UTG und MP nur 2BB zu raisen (bzw. 1/2 Pot also 2,2BB) und aus CO und BU weiterhin 3,5BB zu raisen.
      Natürlich geht es dann um die gesamte Range die ich spiele also
      any PP, Axs+, ATo+, KJo+, 98o+, 54s+, 75s+, Q9s+ (Range 24%), die je nach Position immer gleich geraised wird.

      Mir fallen da spontan folgende Vor- und Nachteile ein:

      Vorteile:
      - ich erweitere Meine Range im UTG und MP auf die vom CO/BU
      - trotz der kleinen Bet erzeuge ich Druck und bin postflop Aggressor
      - besseres Potcontrol postflop für mittelere bis gute gemachte Hände
      - werde ich mit PP 3Betet, so ist ein Call auf 3Bet (vor allem IP) immer noch rentabel und die implied Odds bei getroffenen Trips dürften gewaltig sein. (QQ+ Overpair, AQ+ TPTK gehen meist broke)
      - ich kann auf lighte 3Bet, lighter 4Betten (und könnte theoretisch auf ne 5Bet noch folden)
      - mehr Flops, mehr Erfahrung longtherm

      Nachteile:
      - Bekomme oft viele Coldcaller aus MP, CO und BU die auf mich Position haben
      - Oft kriegt man bis zum River den Pot nicht mehr gross genug mit seinen Monstern

      Den ersten Nachteil versuche nat. durch gute Tableselection zu verringern. Normalerweise suche ich loose Leute rechts von mir und die tighten links von mir.

      Ja das ist erstmal die Idee, die ich die nächsten 10K Hände ausprobieren würde.

      Hat jemand Erfahrung mit solchem Spiel?
      Welche Nachteile übersehe ich?
      Sichtbare leaks anhand der Statis oben entdeckt?
      Hab ich insgesamt gerade Blödsinn geschrieben? :D

      Eine Disskussion wäre nice!
  • 2 Antworten
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Hier beißen sich halt zwei Punkte: Einerseits sprichst du vom Spiel gegen TAGs/LAGs (mitdenkende Spieler), andererseits gegen Fisch. Gegen wen willst du denn da mit Vorliebe spielen?

      Die Fische werden deine Minbets halt häufig callen und dann stehst du OOP am Flop und hast wieder einen komischen Spot. Natürlich ist der Pot kleiner, welches von dir beschriebene Vorteile hat, andererseits ist es ein Nachteil wenn du gegen einen Fisch gut triffst.

      Umso höher du Preflop bettest und die Fische vermehrt callen, desto höher ist doch dein Gewinn, da sie unterm Strich mit schlechteren Händen callen. Da solltest du eher die Fische zu Fehler zwingen als Preflop auf die Protection von guten Händen zu verzichten.

      => Gegen Fische machen höhere Betsizes (raisesizes) Sinn.

      Du willst deine Range aus UTG/MP erweitern? Warum? Die Position ist halt ein riesiger Nachteil und durch deine kleinen Bets wirst du gezwungen werden häufig die Pööte OOP spielen zu müssen. Für mich wäre das kein Traum.

      Und dann kommen die Regs. Die callen dich dann ebenfalls light und werden versuchen viele Flop zu moven. Und du natürlich wieder OOP. Was hast du denn da vor gegen zu tun? Denn die Vorteile, dass du selbst leichter moven kannst, trifft ja auch auf deine Gegner zu. Sie können Preflop any2 callen, häufiger mal was treffen und wenn nicht können sie eben bluffen. Auch für sie werden Bluffs (Flopraises oder Floats) deutlich günstiger. Möchtest du das?

      Wenn du gegen aggressive Gegner Probleme hast und dir keinen anderen Tisch suchen willst, dann reagiere halt darauf. Entweder lighter raisen, gerade OOP, oder halt die 3-bets callen und Postflop moven oder 4-betten, entweder 4-bet/fold als Bluff oder auch mal 4-bet/call mit recht guten Händen (99-JJ/AQ etc.). Da gibt es schon einige Möglichkeite im Spiel zu beliben.

      Würde ich alles bevorzugen als mit komischen Händen aus UTG zu minraisen...
    • Nihiliste
      Nihiliste
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2008 Beiträge: 468
      Danke! Hast das Problem mit vielen Pots OOP sehr deutlich beschrieben.
      Es ist ein sehr großer Nachteil, den ich auch sehe (und fürchte ;) ). Allerdings frage ich mich, ob die vielen kleinen Vorteile diesen nicht aufheben.

      Original von MiiWiin
      Hier beißen sich halt zwei Punkte: Einerseits sprichst du vom Spiel gegen TAGs/LAGs (mitdenkende Spieler), andererseits gegen Fisch. Gegen wen willst du denn da mit Vorliebe spielen?
      Also sofern ich Zeit habe kriege ich die Tische meist so hin, dass rechts von mir 2 Loose Spieler sind (meist Fische) und rechts tighte (am liebsten Rocks/Tight passive die nie 3Betten, aber das ist kaum möglich) meist TAGs.
      Folgerichtig sitzen die Fische meist in den Blinds während ich im UTG bin, und da hoffe ich geradezu, dass sie callen!
      Die schlechten TAGs (und dies ist wohl die Hälfte der TAGs auf NL50) haben ihre feste Range und sie passen diese oft nicht an, egal wie groß die Bet ist.
      Trotzdem ist es klar, dass ich viel mehr Pots mit mehreren Villains spielen müßte und nicht selten OOP...

      Original von MiiWiin
      Die Fische werden deine Minbets halt häufig callen und dann stehst du OOP am Flop und hast wieder einen komischen Spot. Natürlich ist der Pot kleiner, welches von dir beschriebene Vorteile hat, andererseits ist es ein Nachteil wenn du gegen einen Fisch gut triffst.

      Umso höher du Preflop bettest und die Fische vermehrt callen, desto höher ist doch dein Gewinn, da sie unterm Strich mit schlechteren Händen callen. Da solltest du eher die Fische zu Fehler zwingen als Preflop auf die Protection von guten Händen zu verzichten.

      => Gegen Fische machen höhere Betsizes (raisesizes) Sinn.
      Der Nachteil des kleinen Pots bei guten made Hands ist auf jeden Fall da.
      Kleiner Trost. Auch der Pot wird ja durch 2-3 Villains genauso groß, wie im HU bei normalen Raise, weshalb wirklich starke Hände oft normal ausgezahlt werden. Es findet dabei eine Verschiebung der relativen Handstärken statt, die ich nat. berücksichtigen muss.

      Der Gedanke ist die Winning Hands von UTG und MP von den großen Händen JJ+, AQ+ in Richtung spekulative Hände wie PPs und SCs zu verlagern.
      Natürlich komme ich Situationen wo ich in Multiwaypots meine Overpairs und TPTK aufgeben werde, dafür dürfte die Menge der großen Pots mit Trips und Drawhands erheblich steigen.


      Original von MiiWiin
      Du willst deine Range aus UTG/MP erweitern? Warum? Die Position ist halt ein riesiger Nachteil und durch deine kleinen Bets wirst du gezwungen werden häufig die Pööte OOP spielen zu müssen. Für mich wäre das kein Traum.

      Und dann kommen die Regs. Die callen dich dann ebenfalls light und werden versuchen viele Flop zu moven. Und du natürlich wieder OOP. Was hast du denn da vor gegen zu tun? Denn die Vorteile, dass du selbst leichter moven kannst, trifft ja auch auf deine Gegner zu. Sie können Preflop any2 callen, häufiger mal was treffen und wenn nicht können sie eben bluffen. Auch für sie werden Bluffs (Flopraises oder Floats) deutlich günstiger. Möchtest du das?

      Wenn du gegen aggressive Gegner Probleme hast und dir keinen anderen Tisch suchen willst, dann reagiere halt darauf. Entweder lighter raisen, gerade OOP, oder halt die 3-bets callen und Postflop moven oder 4-betten, entweder 4-bet/fold als Bluff oder auch mal 4-bet/call mit recht guten Händen (99-JJ/AQ etc.). Da gibt es schon einige Möglichkeite im Spiel zu beliben.

      Würde ich alles bevorzugen als mit komischen Händen aus UTG zu minraisen...
      Für 4-bet/call mit 99-TT bin ich echt zu weak. Auf NL50 laufe ich da normalerweise in QQ+ und bestenfalls Coin gegen AK. Und 4-bet/fold finde ich bei den Betgrößen 3,5BB - 11BB - 33BB dann sehr krass. Das würde ja fast schon für diese Minbets sprechen (2BB - 6BB - 18BB). Ach so ich spiele meist PL50, weshalb ich nicht stärker als 6BB 3Bettet werden könnte.

      Nehme mir Deinen Beitrag auf jeden Fall zu Herzen. Ausprobiert hab ich das Ganze auch noch nicht, da dies eine eher spontane Idee war. Ich muss mich mal da hinsetzen und alles genau überlegen, ob es überhaupt sinnvoll ist. Solche Antworten wie deine bringen mich da schon deutlich weiter!
      Bitte mehr! :D

      Weitere Sachen die mir auffallen (ich seh alles durch rosarote Brille).
      - Deception schon preflop
      - Manche folden ihre Blinds auch auf 2BB Bet, es muss ja nicht oft klappen, damit es profitabel ist...

      Sollte da was ausgereiften zusammenkommen, mache ich es vielleicht vor dem Aufstieg auf NL100 wenn die BR richtig dick ist ;)

      Ansonsten wäre weitere Kritik begrüßenswert!