Mein verhinderter Amoklauf

    • Nemanja1977
      Nemanja1977
      Global
      Dabei seit: 11.08.2008 Beiträge: 11.069
      Das sind keine Amokläufe im eigentlichen Sinne, sondern sogenannte Schoolshootings. Soviel ich weiss ist ein Amoklauf eine wahllose Handlung, während ein Schullmassaker zielgerichtet ist und einem Plan folgt.

      Ich denke der Brief ist zu großen Teilen echt aber der "Amokteil" entspringt seinen Gewaltphantasien die er damals hatte.
    • TeddyTheKiller
      TeddyTheKiller
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 5.175
      Original von Bommel64
      Original von josch2001
      Original von TeddyTheKiller
      Verhindern können es wohl nur die "Mitläufer" indem sie nicht mehr mitlaufen, aber sowas passiert leider viel zu selten.
      Das kannst du von einem Erwachsenen verlangen bei Kiddies und pupertierenden Jugendlichen sieht das schon anders aus, denke ich.

      Das Problem ist ja, dass der Mitläufer - wenn er nicht mehr "mitläuft" - selber zum Mobbingopfer wird. Das wissen die Kids ja und deswegen machen sies nicht.

      Sehr schöner Text btw!
      @ Josch: Klar kann ich das von Kiddies verlangen, es fällt ihnen zwar schwer das umzusetzen, aber dafür könnten sich ja zB die Lehrer und Eltern, natürlich auf eine Weise, die dazu führt, dass diese "Mitläufer" nicht selbst zu Mobbingopfern werden.
    • klossi
      klossi
      Bronze
      Dabei seit: 14.06.2008 Beiträge: 3.329
      Original von h1as
      interessanter Text, wobei man muss schon unterscheiden, dabei hätte es sich um eine Tat im Affekt gehandelt.

      Während die aktuellen Attentäter erst Jahre später und nach genauer Planung zugeschlagen haben.

      haben sie das? meinst du nicht, dass die amokläufer auch vorher monate- oder sogar jahrelang gequält und gemobbt wurden und es irgendwann einfach zum tropfen kam, der das fass zum überlaufen brachte? genau wie bei dem verfasser des briefes hier, sind seine mitschüler irgendwann zu weit gegangen und er hat in seinem leben und handeln keinen sinn mehr gesehen und wollte mit der waffe auf sie los gehen. so stell ich mir das zumindest vor. kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass solche amokläufe an schulen groß geplant werden. vielleicht geht der täter mit dem ziel in die schule "ich töte jetzt lehrer X und schüler Y weil die mich am meisten gehänselt haben", aber viel mehr wird in der hinsicht wohl nicht passieren.

      wirklich tun kann man gegen dieses mobbing wenig. es ist einfach so, dass es in jeder schulklasse, immer einen gibt, der schwächer ist als andere, vielleicht nicht alles so schnell versteht wie die anderen oder halt introvertierter und so zum außenseiter wird. und es wird immer jemanden geben, der der beste im sport ist, ein größeres selbstbewusstsein hat als die anderen und dem die übrigen schüler dann hinterherlaufen.

      das war bei uns auch so von der 5. bis zur 7. klasse. es gab einen, der etwas dicker war als die anderen und auch so nicht der klügste. der hat öfter mal was abbekommen. und so beschämend es auch für mich selbst jetzt ist, aber ich habe auch mitgemacht. ich habe selten angefangen ihn zu ärgern, aber gelacht habe ich trotzdem wenn ihm wieder jemand ein bein gestellt oder geschubst hat. dafür habe ich mich auch oft mies gefühlt aber andererseits im stillen gedacht "wenn ich mich jetzt dazu bekenne, dass mir der schüler leid tut, bin ich nur das nächste opfer". kinder sind so. es wird sich immer eine hierarchie bilden in solchen gruppen.

      dieser schüler hat auch alle paar wochen einen ausraster gehabt, wenn ihn wieder jemand zu sehr auf's korn genommen hat. dann ist er wahllos auf einen von uns zugerannt und hat ihn mit tritten und schlägen traktiert. die meisten gingen in's leere, er war nunmal der schwächste. wir haben dann meistens nur noch mehr gelacht.

      natürlich gab es da auch gespräche mit dem klassenlehrer, dass wir uns benehmen sollen und ihn integrieren. gebracht haben die wenig. dann haben wir ihn eben für 1 oder 2 hofpausen mit fußball spielen lassen. aber danach ging es wieder los. die worte der lehrer haben wir immer sehr schnell vergessen. ich wiederhole mich jetzt, aber kinder sind so. kinder können grausam sein.

      ich will mich hier nicht als pseudopsychologe aufspielen, der in die köpfe anderer menschen hineinsehen kann. aber ich habe live selbst so einen menschen erlebt, als täter, und war dabei wenn er gemobbt wurde und auch, wenn er versucht hat, sich zu wehren und so ausgerastet ist. ich will gar nicht wissen, was vielleicht passiert wäre, wenn derjenige zugang zu waffen gehabt hätte.

      heute schäme ich mich für das, was ich damals getan habe. aber damals hatte ich weder die weitsicht, noch das rückgrat, um demjenigen zu helfen.


      grade bei solchen amokläufen sehe ich den hauptfaktor bei der isolation und dem mobbing von menschen. das ständige hänseln und mobben, das beibringen von psychischen und sogar physischen narben über monate und jahre hinweg. und jeden tag geht man mit dem beschissenen gefühl zur schule dass da wieder die ganzen peiniger auf einen warten. daran muss man doch irgendwann kaputt gehen.

      sicher gibt es noch andere faktoren: eltern, die vielleicht einen zu hohen leistungsdruck auf einen ausüben oder lehrer, die einen in irgendeiner form ärgern.

      also eigentlich sollte es doch bestimmt wieder um killerspiele gehen, aber auf die bin ich jetzt gar nicht gekommen. vielleicht spielen sie ja auch eine rolle, bei amokläufern als kleiner nebenfaktor. aber der hauptgrund sind sie auf keinen fall.

      meiner meinung nach haben auch politiker, die schon seit dekaden aus der schule raus sind, keine ahnung mehr, was da vor sich geht. das sind auch menschen, die counterstrike nur aus der bild kennen, wo von extrapunkten für kopf- und herzschüsse die rede ist und därme und blut nur so durch die gegend spritzen und das einzige ziel es ist, unschuldige zu töten. und diese menschen, die weder ahnung von aktuellen situationen in der schule noch von "killerspielen" haben, maßen sich an beides in einen topf zu werfen und zusammenhänge herstellen zu wollen? wenn ich mein ganzes leben dachdecker war, erkläre ich dem spekulanten an der börse doch auch nicht, wie er wo etwas anlegen soll.
    • winternight01
      winternight01
      Global
      Dabei seit: 03.12.2008 Beiträge: 1.169
      Als ob die Gründe nicht vorher schon offensichtlich waren...
    • Pokersaft
      Pokersaft
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 25.808
      Original von EriscHgcrFU
      WHAT THE FUCK

      "Psychologische Hilfe lehnte ich ab. Was sollte dies bringen? Besser damit umzugehen, dass ich misshandelt werde? Verständnis für meine Peiniger aufbringen? Lächerlich…."

      "........so etwas in einer Schule möglich wäre), studiere demnächst Psychologie, habe einen........"

      Die Möglichkeit das er seine Meinung geändert hat, bzw. nur seine damalige Vorstellungen gepostet hat, besteht natürlich nicht ....

      bei so Texten merkt man immer wieviel Glück man selber ev. hatte. Meine Schulzeit war geil!
    • bows3r
      bows3r
      Global
      Dabei seit: 07.02.2006 Beiträge: 6.804
      für einen 30jährigen der psychologie studieren wird, ist der brief recht "platt" geschrieben. glaube eher, dass es son fakebrief ist, von jm der "anti killer spiele" meinungen plattzutreten. was er bzgl "killerspiele" sagt ist jedoch wahr, außer acht lässt er allerdings, dass egoshooter natürlich eine gewisse fantasie bedienen. man kann halt einfach nicht abschätzen ob der griff zur schusswaffe pragmatisch ist (mit ihr lassen sich möglichst viele menschen schnell töten) oder aus einer egoshooter vorstellung entstammt. viele killer, die sich an bestimmten menschen rächen, machen dies ja auch lautlos, indem sie den mord planen.
    • Kraterspalter
      Kraterspalter
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2007 Beiträge: 4.825
      Für die fake-schreier, klar erscheint es erstmal ungewöhnlich dass ein gebildeter erwachsener Mensch so schreibt.
      Und der Text ist ja nicht schlecht geschrieben, sondern halt in einfachen Worten.
      Allerdings kann das genauso gut Absicht sein, weil er gerade Jugendliche mit diesem Text erreichen will.

      Ich finde den Text ziemlich beeindruckend, weil hier mal wirklich gezeigt wird, wie sowas fast immer abläuft.
      Und ich habe auch Mobbing-Erfahrung hinter mir, ich habe zwar niemals an einen Amoklauf gedacht, aber das Gefühl das Leben ist wertlos und hat keinen Sinn hatte ich schon.

      Klar, es ist einfach auf die Medien/Shooterspiele zu schieben, aber zu 90%+
      entstehen doch Amokläufe doch aus jahrelangem Mobbing, was nachher die Täter natürlich versuchen zu vertuschen.

      Lösung kann immer nur von außen kommen, das heisst vor allem die Lehrer müssen genau darauf achten, wann es von harmlosen Gerangel zu Mobbing übergeht und direkt dort eingreifen.

      Denn darauf zu vertrauen, dass die Kinder schon einsehen, dass sie was Falsch machen und es lassen, ist ähnlich sinnvoll wie Slotmaschinen spielen zum Lebensunterhalt.
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.492
      der Brief ist wahrscheinlich gefaked, dafür sind die fakten alle zu glatt und decken praktisch jedes gängige klischee ab. gerade das fazit, daß die täter von damals alle tot oder gescheitert sind ist etwas unglaubwürdig.

      nichtsdestotrotz steckt in dem szenario sicher mehr wahrheit als in den themenverwandten medien- oder expertenberichten.
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 17.423
      Original von raily
      Original von josch2001
      Original von TeddyTheKiller
      Verhindern können es wohl nur die "Mitläufer" indem sie nicht mehr mitlaufen, aber sowas passiert leider viel zu selten.
      Das kannst du von einem Erwachsenen verlangen bei Kiddies und pupertierenden Jugendlichen sieht das schon anders aus, denke ich.
      Ohne dich persönlich anzugreifen, das hört sich für mich eher nach einer Ausrede an, die jemand für eigenes uncouragiertes Verhalten in der Vergangenheit benutzen würde.

      Selbst Kinder MÜSSEN wissen was Recht und was Unrecht ist. Jedenfalls in der Regel. Wenn sie das nicht wissen, dann müssen die Eltern dafür geradestehen.
      Also ich war bestimmt schon in einigen Situationen in denen ich danach gedacht habe: WTF warum hab ich da nicht was unternommen bzw. wieso haste das nicht anders gemacht. Aber deswegen muß ich mich hier bestimmt nicht rechtfertigen.
      Andersrum hab ich aber auch schon oft geholfen, vielleicht gerade weil man aus ersterem gelernt hat.
      Hab das schon in verschiedenen Dokus gesehen: Es liegt an verschiedenen Gründen und es ist eigentlich sogar eher normal, daß man keine Zivilcourage zeigt als andersrum.
      Das hat verschiedene Gründe. Beispiel Schlägerei:
      -Angst, logo man will ja nicht selber eins auf die Mütze bekommen
      -Gruppenzwang, Gilt natürlich nur wenn mehrere Leute da sind. Man schiebt die Verantwortung auf jemand anderen und "denkt" wenn die nicht helfen, helf ich auch nicht. Man muss sich eben anders verhalten als der Rest der Gruppe. Das ist gar nicht so einfach wie man denkt
      - Hilflosigkeit. Man weiß evtl. gar nicht was oder wie man die Situation angehen soll. Hier ist vielleicht der Autounfall bei dem keiner anhält das bessere Beispiel. Man hat Angst was falsch zu machen.
      Das sind Entscheidungen die man eher unterbewusst fällt und die laufen bei den meisten Menschen gleich ab. Und das sind Reaktionen von Eewachsenen, vernünftigen Menschen.
      Jetzt erklär mir mal wie das Kinder bewältigen sollen. Sicher gibts vielleicht Ausnahmen, die Regel wird das aber denke ich nicht sein. Man sagt nicht umsonst: Kinder können so grausam sein.
      Weiß nicht wie es bei dir war, aber wenn du mir erzählen willst, daß in deiner Schulzeit niemand gehänselt wurde und wenn doch, dann natürlich immer du derjenige warst der Partei für das "Opfer" ergriffen hat, dann muß ich erst mal schmunzeln. Wenn ich damit unrecht habe (Mit dem schmunzeln) hast du meinen höchsten Respekt.
      Also in meinem Leben hab ich sehr oft erlebt, daß es immer auf die kleinen ging, das ändert sich erst als Erwachsener und der Übergang ist halt fliessend.
      Du sagst: Auch die Kinder müssen lernen was Recht ist. Da kann ich dir nur zustimmen, aber sie müssen es eben erst lernen.
      Und wenn die Eltern dafür gerade stehen sollen, ja, dann isses halt schon zu spät.
    • Binda
      Binda
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 14.09.2007 Beiträge: 2.215
      Original von Faustfan
      der Brief ist wahrscheinlich gefaked, dafür sind die fakten alle zu glatt und decken praktisch jedes gängige klischee ab. gerade das fazit, daß die täter von damals alle tot oder gescheitert sind ist etwas unglaubwürdig.

      nichtsdestotrotz steckt in dem szenario sicher mehr wahrheit als in den themenverwandten medien- oder expertenberichten.
      #2
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.629
      Ich kann mich sehr gut hineinversetzen. Mir gings damals auch nicht grad gut in der Schule, war auch ständig der Prügelknabe. Und die Lehrer habens meist auch nie gecheckt, sogar mal MICH ausgeschimpft als ICH mit meinem Pullover geknebelt auf dem Gang lag -_-
      Aufgehört hat das alles auch erst, als die Spinner von der Schule gingen. Seitdem konnte ich mein Selbstvertrauen zumindest etwas wieder aufbauen.
      Nach dem Abi war das Gröbste dann auch überwunden und seitdem bin ich wesentlich selbstsicherer.
      Ja, ich kann zumindest bestätigen das es meist an anderen minderbemittelten Idioten liegt die glauben die Stärksten zu sein (in der Gruppe selbstredend) und für ihre Langeweile irgend ein Opfer suchen. Aber nach nem Amoklauf sind sie die Unschuld in Person und hätten sowas ja niiiie erwartet.
      Ausgrenzung my ass, das wär mir ja lieber gewesen als ständig mit denen zu kollidieren. Hab auch privat Freunde.
      Anders als der Verfasser des Briefes hab ich mich nie dazu herabgelassen die selbe Schiene zu fahren, sprich zu versuchen mich mit Alk und Kippen zu integrieren. Drogen aller Art hatten bei mir noch nie ne Chance und das wird immer so bleiben. Sollen sie sich damit ruhig kaputt machen :D
      Und jetzt bin ich auch mehr als zufrieden mit meinem Leben.
      Eine Sache müsste dafür angemerkt werden, ohne das alles wäre ich jetzt auch nicht der, der ich bin. Ich bin auch daran stärker geworden (hab dem ein oder anderen dann auch mal eins verpasst als er zu weit ging) und kann mich besser in andere Menschen hineinversetzen als es diese Typen je könnten.
      Soll das gerechte Schicksal die Pfeifen einholen :P

      Meiner Meinung müssen Lehrer auf jeden Fall öfter ein Auge auf sowas haben und nicht alles als Bagatelle abtun. Lehrer sollten wieder erziehen dürfen und den Rohrstock auspacken imho ^^ Manche brauchens einfach.
    • creysec
      creysec
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2007 Beiträge: 1.414
      Sehr guter Text. Ergreifend und nachvollziehbar.

      Leherer können und müssen das stoppen. Viele Lehrer sind einfach scheiße ausgebildet was das angeht. Ja sie können fließend Französisch etc. aber vielleicht hätte der Teil "Pädagogik" in der Uni mehr unterichtet werden müssen. Wie oft man einfach von diesen fällen hört bei denen der Lehrer einfach wegsieht....

      Danke für den Link
    • kallisthenes
      kallisthenes
      Bronze
      Dabei seit: 20.02.2007 Beiträge: 630
      Original von josch2001

      Du sagst: Auch die Kinder müssen lernen was Recht ist. Da kann ich dir nur zustimmen, aber sie müssen es eben erst lernen.
      JA! Nur muss auch wer da sein, der den Kindern auch die Grenzen aufzeigt. Das beginnt aber nicht erst bei den Lehrern, sondern im Elternhaus.

      Hackordnungen wirds bei Kindergruppen immer geben. Nur das Hacken muss klare Grenzen geben. Klingt doof ist aber extrem wichtig. In Zeiten von antiauthoritärer Erziehung ist es offenbar "out" Kinderen klare Grenzen aufzuzeigen. Und dann wundert man sich warum sich die Kinder, bei der Wahl ihrer Waffen im Rangordnungskampf nicht selbst beschränken :rolleyes:


      Ich wurde auch mal gemobbt - In der Volksschule. Die Mädels fanden das aber uncool und schrieben mir geheime Briefe :P
      Tja heute find ichs cool, weil ich dadurch zum selber denken angeregt wurde, selbstvertrauen entwickelte (erst nach dem Schulwechsel) und ich heute ein feines Gespür für soziale Interaktionen habe.
      Natürlich hinterlässt so etwas auch Wunden die nicht ohne Narben verheilen.

      Konkrete Mordpläne hatte ich aber nie. Das hat einerseits mit einem sehr festen Familienverband zu tun und auch damit, dass ich mit Waffen aufwuchs (Jägerhaushalt) und mir immer die große Verantwortung eingebläut wurde. Ich will mit die Sanktionen gar nicht ausmalen, wenn ich mal mit einem Holzgewehr auf Menschen gezielt hätte :(
    • Qlio
      Qlio
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2006 Beiträge: 2.240
      Freut mich, dass das Thema fleißig diskutiert wird..

      Ich denke unser Problem ist, dass sehr viele Eltern bei der Erziehung Fehler machen und Kindergärten und Schulen wichtige Maßnahmen auslassen, die es den Kindern ermöglichen würden, Problemfreier aufzuwachsen. Das Problem sind nicht eventuelle Amokläufe, sondern generelles Mobbing von Mitschülern.
    • Calemann
      Calemann
      Silber
      Dabei seit: 03.12.2006 Beiträge: 4.686
      Ich finds auf der einen Seite falsch den Lehrern einen Vorwurf zu machen, klar sind es zu einem Teil Pädagogen, aber nur im entferntesten Sinn Erzieher (Grundschullehrer mal ausgeschlossen). Mobbing gibt es auch noch in Berufsschulen o.Ä. wo die Schüler/Azubis eigentlich schon reif genug sein sollten um eben keine Erziehung mehr zu brauchen.

      Ich hab es allerdings auf der Schule auch so erlebt, dass die Lehrer meistens nicht wirklich was gegen solche Typen unternommen haben. Mit Worten kommt man bei denen eben auch nicht weit. Vielleicht mal ermahnt oder Nachsitzen gegeben, aber das verstärkt wahrscheinlich eher noch den Hass auf das Mobbingopfer, da die Schuld dafür dann bei ihm gesucht wird.

      Ein Kind fängt nicht von alleine an andere Kinder zu ärgern oder hat von Geburt an einen größeren Selbstbehauptungsdrang als andere. Das kommt imo ausschließlich von den Eltern, sie alleine sind für die Erziehung verantwortlich.
      Jetzt könnte man zwar sagen, dass manche auch durch falsche Freunde etc. so werden, aber bei denen gilt eben genau das gleiche, die werden auch nicht einfach so zu Schlägertypen. Ist wie in der VWL (und genauso unrealistisch), wenn jeder sein Maximum leistet geht es allen gut ;)
    • Jayston
      Jayston
      Black
      Dabei seit: 14.07.2005 Beiträge: 9.369
      Lösung kann immer nur von außen kommen


      Is das wirklich so? Ich hab mich, während ich den Text gelesen hab, immer gefragt was man als gemobbter selber dagegen machen könnte bzw. an sich verändern könnte, um sich vor einigem zu schützen.

      In den Sinn kam mir sowas wie "Über alles Lachen" oder "Sofort alles petzen" etc

      Denke das sowas eher selten helfen wird da man dann einfach noch weniger Respektiert wird.
      Und inkongruent werden, indem man plötzlich der cooslte sein will und anfängt zu rauchen, saufen, etc bringt auch nix.. Klar das das alle lächerlich finden.

      MEINE MEINUNG:
      In der Grundschule meinten 2 Jungs, dass sie zusammen stark sind und mich ärgern/hänseln können. War mir scheißegal.

      Irgendwann sind sie handgreiflich geworden und dachten, da sie zu zweit sind hab ich angst vor ihnen.

      Was hab ich gemacht: Den einen hab ich ausgeknockt, der zweite landete im Gebüsch. Natürlich war mein Vorteil dass ich schon immer sehr sportlich und kräftig war, aber dass kann man sich auch durch Training erarbeiten. Auf jeden Fall waren die danach ganz schön höflich zu mir und später war ich sogar mit denen Befreundet.

      Auge um Auge...Frag mich was passiert wäre, wenn der junge in der vierten Klasse in nen Karateverein gegangen wäre und er den ersten, der ihn wegen seines Aussehens hänselt mit nem Handkantenschlag ausknockt.

      Denke nicht dass sowas nochmal passiert wäre...

      Es ist heutzutage einfach so dass der stärkere gewinnt. Wenn ich später kinder hab, kriegen die bevor sie in die schule gehen auf jedenfall ein paar boxstunden von mir^^
    • larseda
      larseda
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 9.299
      Viele haben doch heute keiner Elternhäuser mehr sondern nur ne Mutter ...
      Das ist es halt einfach sich durchzusetzen und die Mütter haben recht wenig rückhalt, falls die Kinder es drauf anlegen.


      Zum Thema Lehrer
      Im heutigen Schulsystem wird jedes Fach von einem "Spezialisten" unterrichtet.
      Das beginnt spätestens in der 5. Klasse, weil ja nicht mehr jeder Erwachsene Winkelbeziehungen oder Potenzrechnung kann.
      Daher haben die meisten Kinder ca 10 Lehrer. 1-2 davon sehen sie bis zu 4 Stunden die Woche. Wobei man bedenken muss, dass der Lehrer dabei 25 Kinder sieht.
      Also 4h pro Woche, in der ein Lehrer ein Kind sieht, soll er es erziehen und ihm Werte fürs Leben mitgeben. na dann viel erfolg.
      Viele Kinder sehen Dieter Bohlen öfters nen einzelnen Lehrer ...

      Wo soll denn bitte die soziale Bindung herkommen, wenn ein Lehrer 10 Klasse hat und keinen Schüler mehr als 3h die Woche sieht ? und ohne soziale Bindung ist jede Erziehung hinfällig.
      Und davon, dass immer mehr Schulen zusammengefasst werden, damit die Schulwege grösser werden ... Was zu einer immer grösseren Distanz zwischen Elternhaus bzw Kind und Schule führt ... davon will ich gar nicht erst anfangen.


      Das Ganze ist ein gesellschaftliches Problem, eine Änderung der Werte ...
      Hin zu mehr Materialimus und Egoismus und weg von sozialen Themen
    • ThESoNiC
      ThESoNiC
      Bronze
      Dabei seit: 30.09.2006 Beiträge: 5.890
      lehrer sind kein eltern-ersatz
    • HansNeuGier
      HansNeuGier
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2008 Beiträge: 817
      hmm ich denke mit einm box kurs für mobing opfer kann viel bewirken werden,,nicht nur körperlich.
    • idreamofmoni
      idreamofmoni
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2007 Beiträge: 1.067
      die morde in winnenden oder wie das kaff heisst sind durch nichts zu rechtfertigen, und mitleid hat der junge auch nicht verdient. nichtmal ansatzweise.