66% bet/raise-EQ

    • Timoae
      Timoae
      Bronze
      Dabei seit: 18.09.2007 Beiträge: 223
      Zum betten/raisen im FL braucht man theoretisch 66% Eq, da man gegen schlechtere hände eine bet gewinnt und gegen bessere durch ein raise von villain 2 bets verliert.
      EV(bet/raise) = 0.66*1 + 0.33*(-2) = 0
      Dies ist natürlich nur ein theoretischer wert, da poker ein spiel mit unvollständingen informationen ist. (d.h. villain wird nicht ganz genau alle hände raisen können die gegen uns vorne sind, und natürlich auch nicht alle hände callen die schlechter sind)

      Da ich zu dem thema noch nichts hier im forum finden konnte wollte ich mal euch fragen, ob ihr noch einfälle habt, die einfluss nehmen auf die 66% regel.

      brainstorming der faktoren die die 66% grenze verändern:
      (- für weniger benötigte bet/raise-eq, + für mehr)

      - villain muss sich auch der 66(+- x)% frage stellen

      + schlechteren hände folden, bessere callen

      - aggressivität maniac: dadurch dass villain semi- bzw blufft, raist er auch hände gegen die ich eine deutliche eq edge habe, auf checks von mir aber keinen bluff bekomme (b/c 4 bluffinduce)

      + aggressivität tag: guter spieler der hart 4 value raist/3bettet/capped

      -- passivität: gegen ultra passiv bet/folden als optimale strategie mit slightly über 50% EQ (nur IP, oop kann man natürlich noch was weiter runter gehen --> crying valuebet)

      + rake vor erreichen des capped rake betrages (erster gedanke war wenn ich z.b. die 50cent capped rake im HU erreicht habe lässt sich der rake in bezug auf bet/raises 4 value!! komplett vernachlässigen?!? im gegensatz zum calldown, der immer im bezug zur potgröße steht)

      +- board strukturen (denke sehr schwer mit einzubeziehen, allerdings unglaublich relevant) die da wären: drawy boards, bluffy boards (z.b. A high rainbow unconnected im HU), scary boards (meist im bezug auf schlechtere folden, bessere callen)


      was meint ihr was noch einfluss nimmt?
  • 1 Antwort
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Ist ein sehr schwieriges Thema.
      Der Punkt, dass Villain viele schlechte Hände callen muss ist zB sehr wichtig. Wenn der Pot sehr groß ist, wird Villain auch viele Hände callen müssen, daher kann Hero viel valuebetten. Andersrum gilt das natürlich auch. Ok, ein wichtiger Punkt der da auch gleich mit reinspielt ist das Balancing. Wenn du gar nix hast bzw. einen Semibluff spielst, dann musst du betten um den Pot zu gewinnen. Es gibt also Hände mit deutlich unter 50% EQ, die du bettest - als Bluff. Daher wird Villain ja auch Hände mit wenig EQ runtercallen, weil er gute Pot Odds bekommst. Das führt dann wieder dazu, dass du dünner valuebetten kannst, auch unter 66% EQ. Durch das Balancing kannst du Villain vor die Wahl stellen. Entweder er foldet zu tight und du gewinnst überdurchschnittlich viel mit deinen Bluffs, oder er callt viel runter und dann gewinnst du mehr durch deine dünnen Valuebets.

      Protection ist auch immer ein Argument für eine Bet. Selbst wenn Villain nur bessere Hände callt, kann es besser sein zu betten um ihm keine Freecard zu geben. Dieses Thema wird ausführlicher in Theory of Poker beschrieben. Dort findest du auch Beispiele für die benötigte Equity für eine Bet am River. Negativ Freeroll usw.