Über den Staat, oder Reflektionen zum Thema "Verbot des Onlinepokerns"

    • HappyHarry
      HappyHarry
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 6
      In verschiedenen Bereichen dieses Forums habe ich Artikel zum drohenden Verbot des Onlinepokerns gelesen und nun will ich auch mal meinen Senf dazutun. Wir, oder zumindest die Mehrheit der Bevölkerung, haben in den vergangenen Jahren Regierungen gewählt, die den Bürger vor allen nur erdenklichen Gefahren zu bewahren versuchten. Selbst wer absolut keine Lust hat zu Arbeiten wird vom Staat versorgt und bekommt teilweise mehr als mancher Arbeiter. Das Rauchen schädlich ist wissen eigentlich alle und dennoch werden haufenweise Gesetze erlassen, die den Menschen vorschreiben, was sie zu tun bzw zu lassen haben. Dann das Thema "Gewaltverherrlichende Computerspiele". Wenn irgendein Spinner mal wieder seinen Lehrer massakriert, sind eben die Computerspiele schuld und müssen verboten werden. Das ist ja auch so viel einfacher, als nach den wahren Ursachen suchen zu müssen. Und wo wir gerade beim Thema Gewalt sind: Brutale Filme - das geht ja gar nicht und auch in den Nachrichten wird nichts mehr gezeigt ausser "heile Welt". Bleiben wir noch einen Augenblick bei den Computerspielen: Autorenn-Simulationen könnten einen jungen Führerscheinneuling dazu verleiten, auch im realen Straßenverkehr zu rasen und andere Menschen zu gefährden. Werden also auch verboten. Dann verbieten wir auch gleich noch den gesamten Straßenverkehr, denn die Zahl der Verkehrstoten ist viel höher als die Zahl der Opfer durch Onlinegaming. Alkohol verursacht auch viel Leid und muss demnach auch verboten werden. Adrenalin kann auch süchtig machen - also verbieten wir auch gleich alle Extremsportarten wie Bungee-Jumping, Drachenfliegen, Free-climbing. Die neuen Extremsportarten sind dann eben "Extrem-auf-dem-Stuhl-sitzen" oder "Extrem-den-Fingernägeln-beim-wachsen-zusehen". Oder eben Schach. Obwohl: Dabei geht es darum, Figuren zu Opfern, zu schlagen und einen amtierenden König zu sürzen. Könnte jemanden dazu verleiten, revolutionäres Gedankengut zu entwickeln, Terrorist zu werden und zu versuchen die Regierung zu stürzen. Muss also auch verboten werden. Der "mündige Bürger", der in der Lage ist, selbst über sein Leben zu bestimmen ist also in den Augen der uns beherrschenden Politiker nur ein Fabelwesen aus der Märchenwelt. Die Bürger dieses Landes sind zu doof, um allein geradeaus zu laufen und deshalb müssen sie vor sich selbst und allem anderen geschützt werden. Es ist sind aber nicht nur die Deutschen und ihre Regierung. Wir leisten uns in Brüssel einen EU-Apparat der so sinnvolle Sachen wie den maximal zulässigen Krümmungsgrad einer Banane regelt oder Vorschriften zum Umfang von Hühnereiern erlässt und dann, um sich von diesen Anstrengungen auszuruhen, einen aus Steuermitteln finanzierten "Bildungsurlaub" auf einer lauschigen Südseeinsel gönnt. Ich weiß nicht, wieso die Menschen diese Entwicklung nicht erkennen und sich wehren. Wir deutschen sind anscheinend zu einem Volk von Schafen geworden, das Angst vor der eigenen Stärke hat. Zu was das Volk fähig sein kann, hat doch die friedliche Revolution in der DDR 1989 gezeigt, Oder nicht??? Möchte man da nicht dem Volke zurufen "Erhebt Euch! Ihr habt nichts zu verlieren als Eure Ketten!!"? HappyHarry
  • 10 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.633
      Bitte nichts gegen die EU-Kommission. In diesem Fall ist sie unser Freund. Vielleicht sogar der einzige, der etwas bewirken kann.
    • dhw86
      dhw86
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2006 Beiträge: 12.263
      soweit ich es verstehe ist doch das ziel von 95% der politiker, wiedergewählt zu werden um nochmals ein nettes gehalt sowie lebenslange pension einzustreichen. schade dass es keine lobbyisten der onlinepokerbranche gibt die mit ordentlich kohle ein paar politiker kaufen können :( ich muss zugeben, mein ziel wäre es ebenfalls die eigene tasche zu füllen. nunja harry, wie soll ichs dir sagen: politiker sind auch nur menschen
    • mcashraf
      mcashraf
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 12.382
      Original von dhw86 soweit ich es verstehe ist doch das ziel von 95% der politiker, wiedergewählt zu werden um nochmals ein nettes gehalt sowie lebenslange pension einzustreichen. schade dass es keine lobbyisten der onlinepokerbranche gibt die mit ordentlich kohle ein paar politiker kaufen können :( ich muss zugeben, mein ziel wäre es ebenfalls die eigene tasche zu füllen. nunja harry, wie soll ichs dir sagen: politiker sind auch nur menschen
      Wenn man keine Ahnung hat... -denk Dir den Rest-
    • cyberbull
      cyberbull
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 88
      Das Phänomen ist leider nicht auf Deutschland beschränkt :-D Interessant ist doch, dass hinter der Regulierungswut ja immer einzelne Interessen stecken (Alkohol verbieten macht z.B. medizinisch/suchtpsychologisch sicher mehr Sinn als das Cannabisverbot) und sehr selten ein altruistisches Motiv wie das "Wohl der Gesellschaft" (gibt's das eigentlich??). Beim Thema Gambling/Wetten/Casins/Lotto usw. wird zwar auch das Allgemeinwohl als Alibibegründung vorgeschoben (z.B. Schutz vor Spielsucht), die eigentlichen Driving Forces sind aber sehr offensichtlich, auch in Deutschland (genau wie hier in der Schweiz oder in den USA etc.): Erhaltung von lukrativen Einnahmenquellen mächtiger Interessenvertreter (z.B. Staatsmonopol für Spielbanken -> gute Steuerzahler). Dass es anders geht, zeigt z.B. die Drogenpolitik der Niederlande, die Wirtschaftsförderung von Irland oder eben die gesetzliche Regelung des Gamblingbereichs in Grossbrittannien: Menschliche Eigenschaften (wie Lust auf Rausch und (Gewinn-)Spiel) oder wirtschaftliche "Naturgesetze" (z.B. Investitionen fliessen dahin, wo die Rahmenbedingungen die Renditechancen erhöhen statt vermindern) werden nicht ignoriert und verteufelt, sondern als Fakt angenommen und möglichst vernünftig geregelt statt verboten. Da wir von demokratischen Staatssystemen sprechen, bleiben für die Einflussnahme in unserem Sinne (also z.B. für eine vernünftige Legalisierung von Onlinepoker) nur zwei Schienen: so viele Gleichgesinnte finden, dass handlungsfähige Mehrheiten entstehen (viel Glück!!) oder genügend Einfluss/Macht/Geld, um die demokratischen Entscheidungsprozesse per Lobbying zu beeinflussen/abzukürzen/zu umgehen (noch viel viel mehr Glück!). Wie Metallica schon rockte: Sad but true... oder? Aber: weiss jemand was Besseres? Denn frei nach Chuchill (oder so): Demokratie ist als Staatsform noch am wenigsten beschissen....
    • Quentin73
      Quentin73
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2005 Beiträge: 17.257
      In der heutigen Zeit vermisse ich auch am meisten den Zusammenhalt der Leute. Hauptsächlich wird nur noch ans Geld gedacht und damit verbunden ans Ego. Es ist eine seltsame Gleichgültigkeit entstanden. "Haste was, biste was". Prestigedenken ist auch sehr wichtig. Na ja, die Politik lebts ja auch vor. Langfristiges Denken und planen ist, außer man hat einen krisensicheren Job, nicht mehr möglich. Hat jemand so einen? Dadurch entsteht dann die Existenz-/Zukunftsangst und es werden kaum noch Kinder in diese Welt gesetzt. Die Politik gaukelt den Bürgern dann noch das tolle Wachstum vor und fertig ist der Lack. Alles in allem ein Teufelskreis aus dem es nicht so leicht ist rauszukommen.
    • nobbone
      nobbone
      Bronze
      Dabei seit: 27.09.2006 Beiträge: 197
      Ich weiß nicht, wieso die Menschen diese Entwicklung nicht erkennen und sich wehren. Wir deutschen sind anscheinend zu einem Volk von Schafen geworden, das Angst vor der eigenen Stärke hat. Zu was das Volk fähig sein kann, hat doch die friedliche Revolution in der DDR 1989 gezeigt, Oder nicht??? Möchte man da nicht dem Volke zurufen "Erhebt Euch! Ihr habt nichts zu verlieren als Eure Ketten!!"?
      Meine Rede seit Jahren. Ich bin dabei.
    • Zocker007
      Zocker007
      Global
      Dabei seit: 20.04.2005 Beiträge: 1.776
      Original von Quentin73 In der heutigen Zeit vermisse ich auch am meisten den Zusammenhalt der Leute. Hauptsächlich wird nur noch ans Geld gedacht und damit verbunden ans Ego....
      Politik ist Minderheiten beschneiden und den Bürgern zu vermitteln, sie würden meist zur Mehrheit gehören und es ihnen deshalb ja ganz gut ginge. Minderheiten sind beispielsweise Rentner, Raucher, Arbeitslose, Kinder, Studenten, "Glückspieler" usw.
    • nobbone
      nobbone
      Bronze
      Dabei seit: 27.09.2006 Beiträge: 197
      Original von Zocker007
      Original von Quentin73 In der heutigen Zeit vermisse ich auch am meisten den Zusammenhalt der Leute. Hauptsächlich wird nur noch ans Geld gedacht und damit verbunden ans Ego....
      Politik ist Minderheiten beschneiden und den Bürgern zu vermitteln, sie würden meist zur Mehrheit gehören und es ihnen deshalb ja ganz gut ginge. Minderheiten sind beispielsweise Rentner, Raucher, Arbeitslose, Kinder, Studenten, "Glückspieler" usw.
      Scherzkeks. Gerade bei uns wird doch nur von und für Minderheiten Politik gemacht. Andere halt: Ökoromantiker etc. Die Mehrheit hat schon lange nichts mehr zu melden. Oder hat dich jemand gefragt zum EU-Einstieg, Dosenpfand, Atomausstieg, Anti-Diskriminierungsgesetz? Oder hast du einen der Leute die im Bundestag sitzen dir aussuchen können? Wann hat das letzte Mal die Partei regiert die bei der Wahl am meisten Stimmen hatte?
    • mcashraf
      mcashraf
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 12.382
      Original von nobbone Oder hast du einen der Leute die im Bundestag sitzen dir aussuchen können?
      Erststimme, anyone?
      Original von nobbone Wann hat das letzte Mal die Partei regiert die bei der Wahl am meisten Stimmen hatte?
      ?( 16. Wahlperiode seit November 2005 (CDU/CSU)
    • cyberbull
      cyberbull
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 88
      Oder hat dich jemand gefragt zum EU-Einstieg, Dosenpfand, Atomausstieg, Anti-Diskriminierungsgesetz? [/quote]Also ich bin Schweizer, und dank der sog. direkten Demokratie hier wurden wir tatsächlich gefragt, ob wir in die EU (resp. damals die "EU light", den EWR) wollten - und "vom Staat" mit Propaganda bombardiert, dass das Land untergeht wenn wir nein sagen. Dann gab's halt trotzdem ein solches Nein, und weil das Land soviel ich sehe noch existiert, stehen ein paar Politiker bis heute eigentlich ziemlich doof da... Ach ja, wir hatten auch mal darüber abgestimmt, unsere sagenhafte (Miliz-)Armee abzuschaffen. Ist doch geil. Wurde leider abgelehnt, weil viele Menschen zuviele diffuse Ängste hatten (also ohne sich lächrlich zu machen, können die Dir auch nicht genau sagen, warum sie eine Armee brauchen:-). Hätte mich schon interessiert, wie das dann umgesetzt worden wäre und wofür man die Milliarden der Rüstungsbudgets eingesetzt hätte... Was ich eigentlich sagen wollte: ich bin mir nicht sicher, ob "die Mehrheit" auch immer die Weisheit kennt, sprich dass sie weiss, was unterm Strich am besten wäre.... aber welches System wäre denn besser als ein demokratisches?