Diskussionsfragen zum Video "Fixed Limit - Valueraise mit Draws"

    • MagnumLemon
      MagnumLemon
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2008 Beiträge: 1.822
      Hab mir gerade dieses Video angeschaut:

      http://de.pokerstrategy.com/video/1019


      Dazu hab ich drei Fragen/Diskussionspunkte:

      1. Beim Pokern ist es ja so, dass man nach Möglichkeit versucht, die Aktion mit dem höchsten Erwartungswert zu wählen. Beim ersten Beispiel wird ein Flushdraw am Flop geraised. Ich bin der Meinung, wenn ich hier nur calle, komme ich besser weg, weil ich selbst prozentual weniger in den Pot gesteckt habe, mir unabhängig davon aber ein fester Prozentsatz gehört.


      2. An der Analyse sehe ich ein großes Problem. Es wird hier eine Aktion durchgeführt, die auf Erwartungen für die nächsten zwei Straßen basieren. Blöderweise darf man Turn und River nicht gleichzeitig sehen, sondern muss zwischendurch auch noch eine Entscheidung treffen. Wäre es daher nicht sinnvoller, die Berechungen nur auf Basis von einer Straße durchzuführen? Wie spiele ich am Turn außerdem weiter, besonders dann, wenn ich meine Hand nicht gemacht habe?


      3. Im letztem Beispiel besteht der Monsterdraw aus einem Flushdraw und einem OESD, wobei man das untere Ende des Straightdraws hält. Angenommen, man komplettiert die Straße, indem zum oberen Ende hin die richtige Karte kommt, läuft man nicht der Gefahr, dass man von einer höheren Straße dominiert wird, so dass man schließlich discounten muss und die magische Grenze von 50% unterschreitet?
  • 4 Antworten
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Original von MagnumLemon
      1. Beim Pokern ist es ja so, dass man nach Möglichkeit versucht, die Aktion mit dem höchsten Erwartungswert zu wählen. Beim ersten Beispiel wird ein Flushdraw am Flop geraised. Ich bin der Meinung, wenn ich hier nur calle, komme ich besser weg, weil ich selbst prozentual weniger in den Pot gesteckt habe, mir unabhängig davon aber ein fester Prozentsatz gehört.
      Was meinst du damit? Würdest du denn die Nutz (zB 44) raisen? Wenn ja, wieso?


      Original von MagnumLemon
      2. An der Analyse sehe ich ein großes Problem. Es wird hier eine Aktion durchgeführt, die auf Erwartungen für die nächsten zwei Straßen basieren. Blöderweise darf man Turn und River nicht gleichzeitig sehen, sondern muss zwischendurch auch noch eine Entscheidung treffen. Wäre es daher nicht sinnvoller, die Berechungen nur auf Basis von einer Straße durchzuführen? Wie spiele ich am Turn außerdem weiter, besonders dann, wenn ich meine Hand nicht gemacht habe?
      Richtig. Dieser Punkt ist sehr wichtig und sollte vorher bedacht werden. Nun ist es im Limit Hold'em aber oft so, dass wenn du deinen Draw am Flop raist, der Pot am Turn immer groß genug ist, dass du auch bis zum River drawen kannst. Die Bets die du am Flop in den Pot bringst, gehören dir anteilsmäßig entsprechend deiner Equity. Wenn vorher feststeht, dass du bis zum River drawst, kannst du mit den Odds Flop zu River rechnen.

      Was du am Turn tust, hat mit der Flopaktion nicht direkt zu tun. Dort wählst du dann wieder den Move mit dem höchsten EV. Ohne Showdown Value solltest du im multiway Pot checken und auf eine Freecard hoffen.


      Original von MagnumLemon
      3. Im letztem Beispiel besteht der Monsterdraw aus einem Flushdraw und einem OESD, wobei man das untere Ende des Straightdraws hält. Angenommen, man komplettiert die Straße, indem zum oberen Ende hin die richtige Karte kommt, läuft man nicht der Gefahr, dass man von einer höheren Straße dominiert wird, so dass man schließlich discounten muss und die magische Grenze von 50% unterschreitet?
      Ja, wenn man nicht auf die Nuts drawt, sollte man immer etwas discounten. Auch muss man ja bedenken, dass man noch Rake zahlt. Deswegen sind die Beispiele, wo der eigene Equityedge nur sehr knapp ist (FD 3-handed nur 2% Edge oder Monsterdraw HU nur knapp über 50%) auch nicht besodners gut um Valueraises mit Draws zu verdeutlichen. Der springende Punkt ist aber, dass man neben dem "Value" auch Foldequity generiert. Mag sein, dass du vielleicht nur 46% Equity hast, aber dadurch, dass du aggressiv weiterspielst, foldet dein Gegenr eventuell und du gewinnst den Pot manchmal auch unimproved. Dadurch gewinnst du letztendlich über 50%, obwohl deine Equity vielleicht nur 46% ist.
    • WinniePuuh
      WinniePuuh
      Bronze
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 627
      Diese ganzen Überlegungen funktionieren ja nur, wenn du in position zu mehreren Spielern bist, oder?

      Spricht, wenn ich nen FD habe, der direkt vor mir bettet und nach mir noch 3 spieler kommen, calle ich nur, sofern ich keine reads auf die anderen habe, oder?
    • FATE86de
      FATE86de
      Bronze
      Dabei seit: 11.07.2007 Beiträge: 796
      Original von WinniePuuh
      Diese ganzen Überlegungen funktionieren ja nur, wenn du in position zu mehreren Spielern bist, oder?

      Spricht, wenn ich nen FD habe, der direkt vor mir bettet und nach mir noch 3 spieler kommen, calle ich nur, sofern ich keine reads auf die anderen habe, oder?
      würde mich auch interessieren. wie spielt man, wenn nach einem noch gegner in der hand sind? sollte man lieber callen, um ihnen gute pot odds zu geben oder sollte man dennoch raisen und riskieren sich gegen eine bessere hand zu isolieren?
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Original von FATE86de
      Original von WinniePuuh
      Diese ganzen Überlegungen funktionieren ja nur, wenn du in position zu mehreren Spielern bist, oder?

      Spricht, wenn ich nen FD habe, der direkt vor mir bettet und nach mir noch 3 spieler kommen, calle ich nur, sofern ich keine reads auf die anderen habe, oder?
      würde mich auch interessieren. wie spielt man, wenn nach einem noch gegner in der hand sind? sollte man lieber callen, um ihnen gute pot odds zu geben oder sollte man dennoch raisen und riskieren sich gegen eine bessere hand zu isolieren?
      Richtig. Da gilt es abzuwägen. Je nach Board und Gegnern kann es auch dann sinnvoll sein zu raisen, wenn man denkt, die Spieler nach einem werden noch callen. Dabei geht man natürlich das Risiko ein, sich gegen den Flop Aggressor zu isolieren, was man nicht will. Diese beiden Punkte muss man gegeneinander abwägen und sich dann entweder für die passive doer die aktive Linie entscheiden.