[Strategie] Pot-Manipulation statt Protection

    • the_typhoon
      the_typhoon
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2005 Beiträge: 1.362
      Pot-Manipulation statt Protection Wenn Beispielhände beurteilt werden lese ich häufig Sätze wie: "Da muß man doch protecten!". Solche Argumentationen sind meistens falsch, denn Protection gibt es im Omaha (eigentlich) nicht. Was ist Protection? Eine Definition aus dem Artikel "Protection“ in unserer Strategie-Sektion: Protection heißt übersetzt "Schutz; beschützen". Eine saloppe Erklärung des Prinzips der Protection lautet: Man muss seine guten Hände durch Bets und Raises beschützen. Man will sich den Pot sichern, die Gegner reduzieren und ihnen keine Chance geben, uns mit ihren schwachen Draws "wegzudrawen". Was ist Pot-Manipulation? Unter Pot-Manipulation versteht man, die Kontrolle der Hand durch Aggression (z.B. wie viele Spieler in der Hand bleiben, wie groß der Pot wird, wieviel man für ein Draw bezahlen muß) Die Potgröße ist so gut wie immer der wichtigste Faktor in einer Poker-Situation. Wenn man ein Royal-Flush bei einem 10$ Pot floppt ist der 649739 zu 1 Treffer ganze 10$ wert. Wenn man aber einen Gut-Shot in einem 220$-Pot trifft, ist dieser genau das doppelte nämlich 20$ wert. Den Pot möchte man immer dann vergrößern, wenn man eine Made-Hand hat, die bis zum Showdown kaum noch eingeholt werden kann oder ein sehr starkes Draw mit vielen Outs zu den Nuts hält. Schwache Draws spielt man – so lange sie sich noch nicht materialisiert haben – vorsichtig, da man mit ihnen nicht allzuviel Geld in den Pot werfen möchte. Interessant ist, daß man im Omaha Made-Hands die nicht sehr robust sind ähnlich wie schwache Draws vorsichtig spielt. Man spielt sie quasi wie ein Draw, bei dem alle Karten, die die Hierarchie der Hände nicht verändern Outs sind. Solche Hände zu spielen ist unangenehm, da man mit ihnen häufig nicht die Hand kontrollieren kann. Warum funktioniert das Prinzip der Protection im Omaha nicht mehr? Im Hold’em liegt, wenn man am Flop die Nuts hält, die eigene Equity, so gut wie immer über der Durchschnittsequity. Seltene Ausnahmen sind Situationen, in denen ein Gegner 14 oder mehr Outs hat (OESD+Flush-Draw; Mid-Pair + Flush-Draw). Im Omaha gehören derart starke Draws allerdings zur Tagesordnung, so daß man selbst mit den Nuts Heads-Up am Flop in Erwägung ziehen muß bis zum Showdown zu weniger als 50% die stärkste Hand zu haben, weil der Gegner auf einem sehr starken Draw sitzt, das man selbstverständlich auch nicht mit Aggression ausknocken kann. Zusammenfassend kann man also sagen, daß wir im Hold'em schauen ob wir noch vorne liegen und versuchen zu verhindern, daß sich die Hierachie der Hände nochmals verändert, während wir uns im Omaha damit abfinden, daß sich die Hierachie der Hände nochmals verändert. Wir schauen, ob wir am River vorne liegen und bereiten den Pot dementsprechend darauf vor.
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    • ChrisA3
      ChrisA3
      Bronze
      Dabei seit: 25.08.2005 Beiträge: 6.481
      Schön, dass hier mal offiziell was davon steht. Mir würden ein paar Beispiele dazu sehr gut gefallen ! Bspw: Wir haben AcKs9d7d, der Flop ist T86 mit 2 Hearts, Pot hat 5-6 Limper. Hero ist im BB. SB checkt, Hero sollte selber auch checken. Wenn alle checken, kann man einen blank Turn (2c ) dann gut 3/4 - ganzen Pot Valuebetten, wenn man aber am Flop gleich ne PSB raushaut, kann man supergut hinten sein, in einen großen Pott verwickelt werden aus dem man nicht mehr rauskommt, und im schlimmsten Fall kommt man HU All-in gegen AhThTdxx oder gar Ah9h7sxx. Das Problem scheint mir am meisten bei Straights aufzutreten und grade gegen Fische passiert es oft, dass wir am Flop beide die gleiche Straight haben, aber ich hab entweder nen Flushdraw dazu oder ein Set und die haben garnix. Heißt ich freerolle sie, sie können max 1/2 pot gewinnen und ich den ganzen. Sehr + EV sowas...
    • homerjaysimpson
      homerjaysimpson
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2006 Beiträge: 3.390
      typhon hast du schon meine mail bekommen?
    • the_typhoon
      the_typhoon
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2005 Beiträge: 1.362
      @ homer ja ich hab' den Artikel erst mal auch in dieses Forum gestellt, weil er sehr allgemein gehalten ist. Hättest du im bezug auf Omaha high noch viel hinzuzufügen?
    • the_typhoon
      the_typhoon
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      Dabei seit: 02.03.2005 Beiträge: 1.362
      Original von ChrisA3 Schön, dass hier mal offiziell was davon steht. Mir würden ein paar Beispiele dazu sehr gut gefallen ! Bspw: Wir haben AcKs9d7d, der Flop ist T86 mit 2 Hearts, Pot hat 5-6 Limper. Hero ist im BB. SB checkt, Hero sollte selber auch checken. Wenn alle checken, kann man einen blank Turn (2c ) dann gut 3/4 - ganzen Pot Valuebetten, wenn man aber am Flop gleich ne PSB raushaut, kann man supergut hinten sein, in einen großen Pott verwickelt werden aus dem man nicht mehr rauskommt, und im schlimmsten Fall kommt man HU All-in gegen AhThTdxx oder gar Ah9h7sxx. Das Problem scheint mir am meisten bei Straights aufzutreten und grade gegen Fische passiert es oft, dass wir am Flop beide die gleiche Straight haben, aber ich hab entweder nen Flushdraw dazu oder ein Set und die haben garnix. Heißt ich freerolle sie, sie können max 1/2 pot gewinnen und ich den ganzen. Sehr + EV sowas...
      Interessantes Beispiel. Omaha high ist zwar nicht meine Domäne, aber ich denke auch, ,daß hier checken der beste Zug ist. Zu 34% paired sich das Boar zu 35% kommt die 3. Flushkarte zu 25% kommt eine 9 oder eine 7 und wir werden von 7J bzw. 9J gebusted, hinzu kommt noch die Möglichkeit, daß wir mit einer wieiteren 97 den Pot teilen müssen. Natürlich überlappen sich die Wahrscheinlichkeiten, trotzdem haben wir hier locker weniger als 25% Equity und wenn uns weniger als 3 Gegner callen machen wir Verlust. Was du mit deinen Beispielhänden der Gegner verdeutlichst ist das Phänomen des Freerollings, das eng mit dem Thema Pot-Manipulation verwandt ist.
    • homerjaysimpson
      homerjaysimpson
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2006 Beiträge: 3.390
      Original von the_typhoon @ homer ja ich hab' den Artikel erst mal auch in dieses Forum gestellt, weil er sehr allgemein gehalten ist. Hättest du im bezug auf Omaha high noch viel hinzuzufügen?
      neine zum allgemeinen nicht aber wenn du willst, kann ich zu dem ganzen einen praxis artikel schreiben, wie man das ganze in der praxis anhand von beispielhänden macht!
    • the_typhoon
      the_typhoon
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      Dabei seit: 02.03.2005 Beiträge: 1.362
      Ok wenn das so ist, bist du damit beauftragt. Honorar beträgt wieder 50€.