[NL] Kann ein winning player süchtig sein?

    • roflolmoep
      roflolmoep
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2009 Beiträge: 134
      Hi all,
      habe mal bei einem hier in der Signatur ein Spruch gelesen, der ging sinngemäß so:
      Wenn man ein winning player ist - dann ist es keine Spielsucht.

      Ich denke der Spruch ist einerseits wahr, andererseits aber wohl vielleicht doch ironisch gemeint.

      Habe mir relativ früh in meiner online-Pokerlaufbahn auch einige Artikel über Spielsucht durchgelesen, da ich mich selbst als relativ suchtgefährdet einstufen würde.

      Habe mir damals gesagt: solange Du selbst nichts eincasht, besteht keine Gefahr süchtig zu werden. Habe bei Pokerstars mit den 5$ vom Intelliquiz zum ersten Mal um Echtgeld gespielt (ist jetzt ungefähr 6 Monate her).
      Die 5$ haben nur wenige Stunden gereicht, bis Sie verdonkt waren, da wusste ich allerdings auch noch nichts von Bankrollmanagment.
      Dass das Geld nicht bereits nach wenigen Minuten verdonkt war, verbuchte ich als kleinen Erfolg und dann hat es mich gepackt, ich habe mir die ersten Strategie-Artikel durchgelesen, das 2te Quiz gemacht, und ich glaube eins oder zwei von diesen 11$ Tickets gewonnen.
      Und daraus wiederum 109 Turnier$.
      Seit dem habe ich dann fast jeden Tag ein paar Stunden gespielt.
      Meine Bankroll hat sich ständig auf und ab bewegt.
      Mit dem Ergebniss, dass ich nach ein paar Monaten wieder broke war (Die 50$ von Pokerstrategy hatte ich mittlerweile bei nem anderen Anbieter ebenfalls verdonkt).
      Habe mir dann 4,40$ von nem Kollegen überweisen lassen, mich wieder hochgearbeitet, ihm das Geld zurücküberwiesen, und das Auf und Ab mit der Bankroll konnte von Neuem beginnen.
      Ich habe dann gemerkt dass es mit was Unterbewusstem bei mir zusammenhängen muss, dass ich immer wieder dass Bankrollmanagment missachte sobald ich eine gewisse Summe erspielt habe, und zusätzlich wahrscheinlich im Halb-Tilt.
      Wenn ich dann wieder im Keller bin, und ich mich zusammenreisse, dann läufts wieder gut.
      Aber das Schlimmste sind die Emotionen:
      Bei nem Up gehts mir gut, bei nem Down gehts mir schlecht.
      Können dauerhaft erfolgreiche Spieler solche Emotionen komplett abschalten?
      Bin ich schon süchtig?
      Alleine diese Frage hat mich in letzter Zeit sehr beschäftigt, habe dadurch weniger gespielt, und dafür mehr im Forum hier gelesen.
      Meine sozialen Kontakte würde ich fürs Pokern nicht vernachlässigen, aber Sorgen machen mir wie gesagt diese doch teilweise schon starken emotionalen Reaktionen, wobei ich mir gut vorstellen kann, das siese selbst bei sehr erfolgreichen Spielern wahrscheinlich auftreten, nur dass diese Ihr Spiel eben nicht so stark davon beeinflussen lassen.

      Die Tatsache dass ich auf "Fear Money" scheinbar viel besser spiele, als mit einer vernünftigen Bankroll hat mich dazu bewogen eine Einzahlung bei Full Tilt vorzunehmen, natürlich hatte ich die Gefahr mit der Sucht dabei die ganze Zeit im Kopf, und habe in einer gewissen Weise, wirklich so gespielt als seien diese 50 Euro (65$) wirklich entscheidend darüber, ob ich nun ein guter Spieler, oder einfach nur ein Süchtiger bin.
      Obwohl ich mir bei der Einzahlung gesagt hatte, dass ich das Geld quasi abschreiben muss, genau wie bei nem Poker-Pott, wenn die Chips erstmal in der Mitte liegen, dann sinds nicht mehr deine.
      Ich wollte eigentlich auch auf den Bonus "verzichten" da ich für mich persönlich in dem Bonus ein zu grosses Suchtpotential gesehen habe.
      Kaum war ich in der Software habe ich mich dann aber doch entschieden, es seit langem mal wieder mit Ring-Games zu probieren, da es mir dort leichter erschien den Bonus freizuspielen, durch die Take2 Aktion (25 Euro Bonus) und den Ersteinzahlerbonus habe ich es geschafft auf ein paar Tausend Hände break even zu spielen.
      Am Anfang lief es gut, aber wie eigentlich immer gings dann irgendwann (zu viele Tische, und höheres Limit) plötzlich recht steil bergab.
      Wollte dann eigentlich schon wieder auscashen, habe aber gesehen, dass man erst ab 100$ auscashen kann.
      Hatte also die Wahl nochmal was einzuzahlen, um auscashen zu können, oder das Geld jetzt wirklich abzuschreiben, und zu verspielen.
      Habe mich für Letzteres entschieden.
      Habe mir gedacht: egal, spielst halt noch ein paar Turniere, just for fun.
      Und siehe da, plötzlich läufts wieder rund.
      Ein paar ganz nette Platzierungen bei Mtts.
      Habe mir dann erstmal 100$ ausgecasht :f_grin:
      Hatte noch 50$ drauf, und habe mir gedacht: egal versuchst es nochmal mit mtts, die hohe zu erwartende Varianz lässt bei ner BR von 50$ logischerweise kein Managment zu, und trotzdem habe ich es nochmal geschafft, über 100$ zu kommen welche ich mir wieder gleich auscashen lassen habe.
      Ich kenne mich selber ganz gut, und bin mir recht sicher, dass ich sie ansonsten bestimmt schon verdonkt hätte.

      Jetzt frage ich mich, ob es nicht okay wäre, sagen wir mal jeden Monat, einen kleinen Betrag (sagen wir mal 50$), den man locker für sein "Hobby" investieren mag einzuzahlen, um sich ein paar nette Turniere zu leisten.
      Es ist klar, dass man dann oft "Broke" gehen würde.
      Oder muss ich wirklich, sagen wir mal den 100fachen Buyin bei mtts, erstmal eincashen, damit das im Sinne des Bankrollmanagments wäre?
      Ich sehe die Gefahr, wenn ich soviel auf dem Poker-Konto hätte, dann würde ich mich im schlimmstem Fall in einem Double or Nothing wiederfinden, mit der gesamten Bankroll.

      Bin ich süchtig?
      Ist es vielleicht nur die Angst süchtig zu sein, die mich hemmt mein bestes Spiel abzuliefern.
      Oder liegt es wohlmöglich daran, dass ich irgendwie ein gestörtes Verhältniss zu Geld habe?
  • 8 Antworten
    • Wannabe74
      Wannabe74
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2006 Beiträge: 144
      Irgendwie behandelt dein Beitrag sehr viele verschiedene Aspekte meiner Meinung nach.

      Ob du süchtig bist kann ich dir natürlich anhand deines Textes, einzig und allein wirkst du auf mich recht emotional :) Und ich denke, dass rationale Spieler eher ein dauerhaften Erfolg beim Pokern haben können.

      Zum Thema eincashen und Tuniere spielen. Wenn du Poker nicht spielen möchtest um damit erfolgreich zu spielen, sonder es als Hobby zu sehen, sehe ich kein Problem daran Tuniere außerhalb des BRM zu spielen. Manchmal gehen ich auch ins Casino nur um zu spielen, weil es mir Spaß macht. Das Geld ist für mich beim Betreten des Casinos schon weg und wenn es dann beim raus gehen doch noch da ist freu ich mich halt ^^ Prob ist, dass man so nur vorgehen kann wenn man nicht süchtig ist. Solltest du es sein (was ich bei weiten nicht beurteilen kann), dann solltest du vielleicht auch nicht eincashen, auch nicht wenn du das Geld beim Einzahlen schon abschreibst ;)
    • MagnumLemon
      MagnumLemon
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2008 Beiträge: 1.822
      Also ich kann dir dazu nur eines sagen. Wenn dir Pokern wirklich ernst ist, solltest du mit einem einmaligen Cash-In von $50 in der Lage sein, deine Bankroll aufzubauen. Natürlich sind $50 für NL SSS $10 oder $1-Turniere sehr knapp bemessen, aber man kann z.B. auch mit FL FR $0.05/$0.10 anfangen. Ist natürlich nicht jeder Mann's Sache, die Varianz ist dafür aber ausreichend gering, dass man sich relativ sicher hochspielen kann.

      Ich habe von der Handbewertungsverlosung vor einer Woche $50 auf eine neue Plattform überwiesen und nach einigen FL SH $0.10/$0.20-Händen direkt mit $0.15/$0.30 weitergemacht. In diesem Fall ging es gut, und ich habe diese Teil-BR nach 1000 Händen um 50% vergrößert. Es ist eine sehr gewagte Sache, aber ich war auch innerlich bereit, wieder ein niedrigeres Limit zu spielen, falls es nach unten geht.

      Dementsprechend solltest du, wenn es abwärts geht, dich auch nach "günstigeren" Alternativen umschauen. Wie gesagt, da gibt es Fixed Limit und auf Full Tilt gibt es auch NL $2 und $5, wo man mit einem Short Stack spielen kann. Sollte es NUR abwärts gehen, wäre es vielleicht besser, dich mit den Strategien genauer zu befassen und auch mal ein paar Hände im Forum zu posten.
    • roflolmoep
      roflolmoep
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2009 Beiträge: 134
      Original von Wannabe74
      Irgendwie behandelt dein Beitrag sehr viele verschiedene Aspekte meiner Meinung nach.

      Ob du süchtig bist kann ich dir natürlich anhand deines Textes, einzig und allein wirkst du auf mich recht emotional :) Und ich denke, dass rationale Spieler eher ein dauerhaften Erfolg beim Pokern haben können.

      Zum Thema eincashen und Tuniere spielen. Wenn du Poker nicht spielen möchtest um damit erfolgreich zu spielen, sonder es als Hobby zu sehen, sehe ich kein Problem daran Tuniere außerhalb des BRM zu spielen. Manchmal gehen ich auch ins Casino nur um zu spielen, weil es mir Spaß macht. Das Geld ist für mich beim Betreten des Casinos schon weg und wenn es dann beim raus gehen doch noch da ist freu ich mich halt ^^ Prob ist, dass man so nur vorgehen kann wenn man nicht süchtig ist. Solltest du es sein (was ich bei weiten nicht beurteilen kann), dann solltest du vielleicht auch nicht eincashen, auch nicht wenn du das Geld beim Einzahlen schon abschreibst ;)
      Erstmal danke für deine Antwort und Meinung, hätte nicht gedacht, dass tatsächlich jemand so einen langen post liest ;)
      Du hast natürlich recht, dass ich in dem Post ein paar Sachen durcheinander gemixt habe, in erster Linie ging es mir darum meine Sorgen von der Seele zu schreiben. Und mir gehts auch schon besser als vorher.

      Solange ich mit dem Pokern nur minimale Gewinne einfahre, und sogar Gefahr laufe wieder broke zu gehen, kann ich es nicht anders als ein "Hobby" betrachten, was allerdings nicht heisst, dass ich nicht auch einen gewissen Ehrgeiz habe erfolgreich zu sein. Zumal ich halt auch glaube, dass ich theoretisch dass Zeug dazu habe.
      Ich denke mal ich werde mir ein paar Tage Pause gönnen, und dann mit neuem Mut nochmals die Mission beginnen, mir eine echte Bankroll aufzubauen.
      Sollte es mir problemlos gelingen ein paar Tage nicht zu spielen, dann liegt es wohl eher an meiner letzten Vermutung, nämlich dem "gestörten" Verhältniss zum Geld.
      Ich werde mir die Tage noch weitere Gedanken machen, und habe die Hoffnung, dass dieser Thread mich irgendwie in die richtige Richtung lenkt.

      Original von MagnumLemon
      Also ich kann dir dazu nur eines sagen. Wenn dir Pokern wirklich ernst ist, solltest du mit einem einmaligen Cash-In von $50 in der Lage sein, deine Bankroll aufzubauen. Natürlich sind $50 für NL SSS $10 oder $1-Turniere sehr knapp bemessen, aber man kann z.B. auch mit FL FR $0.05/$0.10 anfangen. Ist natürlich nicht jeder Mann's Sache, die Varianz ist dafür aber ausreichend gering, dass man sich relativ sicher hochspielen kann.

      Ich habe von der Handbewertungsverlosung vor einer Woche $50 auf eine neue Plattform überwiesen und nach einigen FL SH $0.10/$0.20-Händen direkt mit $0.15/$0.30 weitergemacht. In diesem Fall ging es gut, und ich habe diese Teil-BR nach 1000 Händen um 50% vergrößert. Es ist eine sehr gewagte Sache, aber ich war auch innerlich bereit, wieder ein niedrigeres Limit zu spielen, falls es nach unten geht.

      Dementsprechend solltest du, wenn es abwärts geht, dich auch nach "günstigeren" Alternativen umschauen. Wie gesagt, da gibt es Fixed Limit und auf Full Tilt gibt es auch NL $2 und $5, wo man mit einem Short Stack spielen kann. Sollte es NUR abwärts gehen, wäre es vielleicht besser, dich mit den Strategien genauer zu befassen und auch mal ein paar Hände im Forum zu posten.
      Auch Dir vielen Dank für deine Antwort.
      Selbstverständlich werde ich mich weiterhin mit der Strategie befassen.
      Auch das Bewertungsforum werde ich ggf. nutzen.
      Es ist mir eigentlich auch klar, dass es normalerweise kaum ein Problem ist sich selbst aus 50$ ne Bankroll aufzubauen.
      Dies ist allerdings normalerweise sehr zeitaufwändig.
      Zeit ist etwas, was ich für Pokern eigentlich noch weniger gerne ausgebe als Geld.
      Wenn ich veruche mich super tight in Ring Games aufzubauen, dann kriege ich beim ersten Downswing eh gleich wieder ne Krise und tilte.

      Wenn ich mir jetzt also überlege, dass ich viele kleine mtts (so um 200 Leute), mit einem Buyin von 2-3 $ spiele, dann bräuchte ich nach der 100 Buyin Regel für mtts, also erstmal eine Bankroll, von 200-300$.
      Ab und zu spiele ich allerdings auch mal 11$ Turniere, wofür die Bankroll eigentlich ja 1100$ betragen müsste.

      Soviel Geld würde ich persönlich sehr ungerne auf einem Poker-Konto rumliegen haben.
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Ich möchte versuchen, aus meiner Sicht ein paar Dinge klarzustellen.

      1. Ja, auch als winning player kann man süchtig sein. Einfach deshalb, weil Spielsucht und Erfolg im Spiel zwei verschiedene Dinge sind. So wie Äpfel und Birnen, ist beides Kernobst.

      Es gibt erfolgreiche Pokerspieler, die ihre Gewinne postwendend an den Würfeltischen verspielt haben. Für mich sind das unter dem Strich Loser, auch wenn ich ihre Poker-Klasse nie erreichen werde.

      2. Ob du ein winning player bist, steht imo nach deinem Post nicht fest. Kurzfristige Gewinne sagen absolut nichts darüber aus, ob du auch auf lange Sicht gewinnen wirst. Dein Post lässt aber erkennen, dass es dir an Disziplin fehlt. Deshalb wage ich die Prognose, dass du in deiner jetzigen Verfassung auf Dauer dein Geld verlieren wirst.

      3. Ein erfolgreicher Pokerspieler hat seine Emotionen im Griff. Ich empfehle dir dringend, die Artikel und Videos aus der Psychologie-Abteilung von Poker Strategy durchzuarbeiten.

      4. Du musst dich jetzt entscheiden. Du kannst Poker zu deiner Unterhaltung spielen. Dann kannst du dir ein Limit setzen, wieviel du wöchentlich oder monatlich dafür zahlen möchtest. Wenn du dich an dieses Limit halten kannst, bist du wahrscheinlich wenigstens nicht spielsüchtig.

      Oder du möchtest Poker spielen, um zu gewinnen. Dann musst du viel Arbeit investieren. Du musst lernen, Rückschläge emotional zu verarbeiten. Du musst dich disziplinieren. Kurz: du musst dir eine professionelle Einstellung zulegen.

      Du hast die Wahl. Entscheide dich jetzt!
    • roflolmoep
      roflolmoep
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2009 Beiträge: 134
      Original von wespetrev
      Ich möchte versuchen, aus meiner Sicht ein paar Dinge klarzustellen.

      1. Ja, auch als winning player kann man süchtig sein. Einfach deshalb, weil Spielsucht und Erfolg im Spiel zwei verschiedene Dinge sind. So wie Äpfel und Birnen, ist beides Kernobst.

      Es gibt erfolgreiche Pokerspieler, die ihre Gewinne postwendend an den Würfeltischen verspielt haben. Für mich sind das unter dem Strich Loser, auch wenn ich ihre Poker-Klasse nie erreichen werde.

      2. Ob du ein winning player bist, steht imo nach deinem Post nicht fest. Kurzfristige Gewinne sagen absolut nichts darüber aus, ob du auch auf lange Sicht gewinnen wirst. Dein Post lässt aber erkennen, dass es dir an Disziplin fehlt. Deshalb wage ich die Prognose, dass du in deiner jetzigen Verfassung auf Dauer dein Geld verlieren wirst.

      3. Ein erfolgreicher Pokerspieler hat seine Emotionen im Griff. Ich empfehle dir dringend, die Artikel und Videos aus der Psychologie-Abteilung von Poker Strategy durchzuarbeiten.

      4. Du musst dich jetzt entscheiden. Du kannst Poker zu deiner Unterhaltung spielen. Dann kannst du dir ein Limit setzen, wieviel du wöchentlich oder monatlich dafür zahlen möchtest. Wenn du dich an dieses Limit halten kannst, bist du wahrscheinlich wenigstens nicht spielsüchtig.

      Oder du möchtest Poker spielen, um zu gewinnen. Dann musst du viel Arbeit investieren. Du musst lernen, Rückschläge emotional zu verarbeiten. Du musst dich disziplinieren. Kurz: du musst dir eine professionelle Einstellung zulegen.

      Du hast die Wahl. Entscheide dich jetzt!
      Erstmal Danke für deine Tipps.

      zu1.: Das stimmt wohl.

      zu2.: Ich glaube fest daran, ein winning player zu sein zu können, aber wie Du schon schreibst, wenigstens die Disziplin fehlt mir zur Zeit (bzw in gewissen Momenten).

      zu3.: Werde den Rat beherzigen.

      zu4.: Ich arbeite daran.
    • opabumbi
      opabumbi
      Black
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 22.396
      Habe nur den Ausgangspost gelesen (ja ich bin faul ;) )

      Winningplayer können auf jeden Fall süchtig sein. Spielsucht hat nichts damit zu tun ob man gewinnt oder verliert. Der grosse Vorteil des Winningplayers ist, dass er mit seiner Sucht Geld verdient, wobei ja die grosse Gefahr von Spielsucht ja gerade ist, dass man sich oft ruiniert. Diese Gefahr haben winningplayer (sofern sei bei Poker bleiben, BJ lässt grüssen) nicht. Aber von Winningplayer auf nicht Spielsüchtig zu schliessen ist falsch und ich sehe bei Winningplayer mit zunehmenden Limits eine erhöhte Suchtgefahr. Nicht nach den Spiel an sich, sondern nach dem Geld das es bringt...

      Zu deinen ups and downs. Als longterm solider Winningplayer kann ich dir sagen: Auch ich lasse mich von Sessions beeinflussen. Man kann das nicht einfach ausschalten, wichtig ist einfach, dass man es möglichst vom Privatleben trennen kann und sofort aufhört zu spielen, wenn es dein Spiel (negativ) beeinflusst. Aber jeder hier hat mal scheiss Laune, weil er einen grossen Betrag (halt in Relation zur BR) verdonkt hat oder könnte mal die Welt umarmen, weil er in 2h soviel verdient hat, wie seine Freunde im Monat

      Zu deinem Plan mit dem Einzahlen: wenn dein Ziel nicht ist im Poker langfristig Erfolge zu feiern und du es die leisten kannst (!!!!) 50$ im Monat zu verdonken, spricht nichts dagegen. Es gibt viele Funplayer und auch die haben ihre Daseinsberechtigung und wenn du die 50$ für Poker ausgeben willst, dann mach es. Andere sind Mitglied im Segelclub für das Geld oder was auch immer. Ganz wichtig sit einfach, dass du dich daran hälst. Also wenn die 50$ am 12. weg sind, nicht nachcashen!! du hast 50$ für dein Hobby/monat, und das muss reichen, wenn du broke gehst, dann spielst du nicht mehr bis anfang Monat.

      Nach deinem Post bezweifle ich, dass du jemals solider, langfristiger Winningplayer werden wirst (kein flame! und ich hoffe für dich, dass du es wirst, wenn das dein ziel ist). Aber BRM scheint für dich eher nervig zu sein und kleinere Gewinne werden sofort ausgecashed. Das ist ok. Aber nicht was ein Winningplayer ausmacht.
      Solltest du jemals den Schritt wagen wollen, cashe nicht einfach ein. Beschäftige vorher ausgibig mit der Theorie von Poker, halte dich an die hier gegebenen Tipps, beschäftige dich auch mit der Psychologie des Pokerns etc. Schliesse dich wenn möglich einer lerngruppe an und beteilige dich aktiv in den Poker(!!)foren.
      Wenn du das nicht willst ist das ein gutes Recht, und so lange du in Verhältnissen spielst, die dir deine finanzielle Situatin gut erlauben und du dich soweit im Griff hast nicht reingesuckt zu werden, spricht nichts dagegen for fun paar tourneys zu zocken.
    • roflolmoep
      roflolmoep
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2009 Beiträge: 134
      Original von opabumbi
      Nach deinem Post bezweifle ich, dass du jemals solider, langfristiger Winningplayer werden wirst (kein flame! und ich hoffe für dich, dass du es wirst, wenn das dein ziel ist). Aber BRM scheint für dich eher nervig zu sein und kleinere Gewinne werden sofort ausgecashed. Das ist ok. Aber nicht was ein Winningplayer ausmacht.
      Ich nehm das nicht als flame, sondern als konstruktive Kritik auf.
      Das ich ein "Problem" mit dem Bankrollmanagment habe, ist mir ja allerdings selbst schon vollkommen bewusst, und lässt sich wohlmöglich beheben.

      Wie komme ich in so eine "Lerngruppe", die Du erwähnt hast rein? Bzw was ist das?
    • Peter87
      Peter87
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2006 Beiträge: 13.565
      Original von wespetrev
      Ich möchte versuchen, aus meiner Sicht ein paar Dinge klarzustellen.

      1. Ja, auch als winning player kann man süchtig sein. Einfach deshalb, weil Spielsucht und Erfolg im Spiel zwei verschiedene Dinge sind. So wie Äpfel und Birnen, ist beides Kernobst.

      Es gibt erfolgreiche Pokerspieler, die ihre Gewinne postwendend an den Würfeltischen verspielt haben. Für mich sind das unter dem Strich Loser, auch wenn ich ihre Poker-Klasse nie erreichen werde.

      2. Ob du ein winning player bist, steht imo nach deinem Post nicht fest. Kurzfristige Gewinne sagen absolut nichts darüber aus, ob du auch auf lange Sicht gewinnen wirst. Dein Post lässt aber erkennen, dass es dir an Disziplin fehlt. Deshalb wage ich die Prognose, dass du in deiner jetzigen Verfassung auf Dauer dein Geld verlieren wirst.

      3. Ein erfolgreicher Pokerspieler hat seine Emotionen im Griff. Ich empfehle dir dringend, die Artikel und Videos aus der Psychologie-Abteilung von Poker Strategy durchzuarbeiten.

      4. Du musst dich jetzt entscheiden. Du kannst Poker zu deiner Unterhaltung spielen. Dann kannst du dir ein Limit setzen, wieviel du wöchentlich oder monatlich dafür zahlen möchtest. Wenn du dich an dieses Limit halten kannst, bist du wahrscheinlich wenigstens nicht spielsüchtig.

      Oder du möchtest Poker spielen, um zu gewinnen. Dann musst du viel Arbeit investieren. Du musst lernen, Rückschläge emotional zu verarbeiten. Du musst dich disziplinieren. Kurz: du musst dir eine professionelle Einstellung zulegen.

      Du hast die Wahl. Entscheide dich jetzt!
      super Post.

      Noch 2 Anmerkungen.

      a) zum Pokern gehört halt nicht nur Spielskills, sondern auch "soft-skill". Mit zweiterem meine ich, dass man ein solides BRM fährt, nicht tiltet etc. Beides ist wichtig und wenn man bei einem von beidem zu große leaks hat wird man kein winningplayer sein.


      Winningplayer können auf jeden Fall süchtig sein. Spielsucht hat nichts damit zu tun ob man gewinnt oder verliert. Der grosse Vorteil des Winningplayers ist, dass er mit seiner Sucht Geld verdient, wobei ja die grosse Gefahr von Spielsucht ja gerade ist, dass man sich oft ruiniert. Diese Gefahr haben winningplayer (sofern sei bei Poker bleiben, BJ lässt grüssen) nicht. Aber von Winningplayer auf nicht Spielsüchtig zu schliessen ist falsch und ich sehe bei Winningplayer mit zunehmenden Limits eine erhöhte Suchtgefahr. Nicht nach den Spiel an sich, sondern nach dem Geld das es bringt...


      Es gibt imo kein klaren Zusammenhang zwischen Limit und SUcht. Deswegen halte ich die Aussage "mit zunehmendem Limit eine erhöhte Suchtgefahr" für falsch. Ich denke, dass grade viele micro-midstack grinder Süchtig sind, während Highstack Spieler dieses Problem etwas seltener haben. Konkret auf NL bezogen: grade nl50-200/400 Spieler sind deutlich öfter süchtig als Spieler auf anderen Limits. Ist aber nur meine persönliche Meinung.