Das "coinflip" Problem.

    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.171
      Hallo... eigentlich ist meine Frage recht einfach. Also die Situation kennt jeder; Tournament, man ist eigentlich gut dabei und bekommt JJ in MP2 oder 3, man raised 3BB und der SB der ca. die Hälfte der eigenen chips hat geht all-in. Der Einfachheithalber gehen wir jetzt mal davon aus, wir wissen mit 100%iger Sicherheit, dass wir gegen villain jetzt einen coinflip haben. Meine Frage ist nun ob es irgendwie eine Art 'anerkanntes' System, Konzept, Rezept oder wie auch immer gibt, um in Abhängigkeit von Stackgrößen, Blindgröße, Average Chip Stack usw. usf. herauszufinden bzw. zu bestimmen ob man diesen coinflip eingehen sollte oder nicht?! Real ist man sich natürlich nie ganz sicher und JJ ist ja sowieso so ne blöde Hand aber mal im Allgemeinen und gerade an die guten und erfahrenen Tourneyspieler. Gibt es da eine Art Formel? Zum beispiel, dass sollte ich den coinflip verlieren ich noch größer gleich 10BB habe oder soetwas? Und gehe ich ihn ab 10BB immer ein? usw halt! Danke für Meinungen und Diskussion. mfg
  • 12 Antworten
    • TryToGetYou
      TryToGetYou
      Black
      Dabei seit: 22.04.2005 Beiträge: 4.889
      von ner formel hab ich bei sowas noch nicht gehört. aber wie du schon sagst, es is sehr stack abhängig, wenns den eigenen stack sehr crippelt sollte man das nie callen. --> U can push a coinflip, but never call a coinflip. Das hat mal jemand berühmtes gesagt, der mir grad entfallen is. aber je kleiner die stacks, umso eher callen. meinetwegen, du hast 20BB er 10BB, da brauchst nur noch 7BB callen, das is easy. hast du 200BB und er pusht (theoretisch) 100BB,dann auf keinen fall.
    • Sanek
      Sanek
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2006 Beiträge: 363
      Also wenn du mit JJ 100%ig einen coinflip hast, dann bist du kleiner Favorit (53% oder so) Zudem kommt noch, du hast 3BB investiert, wenn der Pusher nicht in den Blinds sitzt, kommt noch 1,5BB Deadmoney hinzu. Allemal profitabel, wenn du das Turnier gewinnen willst.
    • kozip
      kozip
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 1.984
      am bubble keinen coinflip callen. wenn du ITM bist, dann spiel auf den ersten platz, sprich jede kleine edge ausnutzen. und coinflip + dead money ist eine edge.
    • kozip
      kozip
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 1.984
      wenn die payout plätze noch weit weg sind, dann ist ein coinflip ohne viel dead money, der dich beim verlust crippled auch -eV laut ICM.
    • pokerfreak18
      pokerfreak18
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2006 Beiträge: 6.028
      Ich glaube der Autor spricht vom MTTs;)
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.171
      Ja tue ich! Ich bin erstmal dankbar für alle comments und gerade den dead-money Gedanken hatte ich noch nicht in meine Überlegungen einbezogen. Trotzdem ist alles was gesagt wurde ein allgemein gebreites blabla... Gibt es nicht härtere Anhaltspunkte? Ich meine sagen wir 300 entrants, 180left. Ihr habt 20BB. 100%iger coinflip, nur die blinds sind deadmoney. Wenn ihr callt und verliert habt ihr noch genau 10BB. Call oder fold? Darum geht es mir doch. Die Bubbleüberlegungen und wenn man dann ITM usw. ist, ist ja dann eher spielstrategisch. Ließe sich nicht soetwas wie eine "Liste" aufstellen in Abhängigkeit davon wieviel BB ich im Falle des Verlustes noch habe oder so... Die Frage ist ja auch immer, wenn ich so mittendrin in einem tourney bin und above average, wieviel mehr ich im Falle eines coinflip-wins an chancen auf ITM ich tendenziell gewinne. Wobei die Sache mit keinen coinflip callen natürlich schonmal soetwas wie eine Art "Grundregel" wäre. Ich fasse also mal zusammen: -Stackabhängig -Bin ich hinter her crippelt, obwohl ich atm noch gut dabei bin, lohnt es sich nicht. -"You can push a coinflip, but never call a coinflip" -Am Bubble tendenziell keine coinflips eingehen -ITM, jede kleine Edge pushen.
    • pokerfreak18
      pokerfreak18
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2006 Beiträge: 6.028
      Mmh du hast n gesunden Stack warum aslo callen??? Wenn du im Push or Fold Modus bist biste dankbar dür jeden Coinflop also call. Bei 20BB n fold, solche Entscheidungen ha ich oft, da folde ich lieber;) Dead Money is im Push or Fold Modus natürlich super, das spricht also auch für einen Coin.
    • pKay
      pKay
      Black
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.171
      Naja,... also ich spiele nicht viele Turniere oder konzentriere mich auf die Theorie oder so ... halt nur mal so nebenbei!... Und wenn man sich jedes mal sagt: Naja ich habn gesunden Stack! Dann hat man irgendwann garkeinen mehr und ist wieder superschnell im push or fold modus! Push or fold ist von den Entscheidungen her natürlich immer "relativ" easy... Ich frage mich halt nur: Ist das alles? Ich meine, ist das normal, dass man wenn man tight spielt ein Turnier hauptsächlich (außer man hat n Run von guten Karten) im push or fold modus spielt? Ich beobachte halt, dass wenn ich sehr sehr tight spiele, ich in einem Turnier vielleicht so 3-6 Hände spiele. Wenn die erste contibet daneben geht vielleicht auch nur 2... Weil man eben immer total unter Druck ist. Ich will also herausfinden ob das "normal" ist oder ob ich was falsch mache...
    • kozip
      kozip
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 1.984
      in einem turnier hat man fast nur gute chancen gemütlich bis zum final table zu kommen, wenn man ein bischen glücklich ist. draws müssen ankommen, coinflips muss man gewinnen, blindsteals müssen klappen und auf eigene c-bets muss ab und zu gefoldet werden. ansonsten hangelt man sich nur mit müh und not mit vielen pushes hoch. da ist es sehr wichtig, einen bequemen chipstack nicht in einem coinflip zu verscherbeln. in HOH2 legt dan harrington AK (mit einem M von 22 und Q von 3) preflop weg, weil ein gegner (M von 10) preflop reraist und Dan ihn auf ein PP unter KK setzt. ich möchte die argumentationskette hier nicht abtippen, aber gegnerell macht es mit einem hohen M und Q mehr sinn, kleine stacks herumzupushen, als sich einer gefahr gegen einen anderen mittelgroßen stack aussetzten. und beim " kleine stacks herumzupushen" muss man dann wieder das glückliche händchen (siehe oben) haben, damit es klappt. ich will nicht sagen, dass alle am final table da nur durch glück sitzen, aber man verdankt seine platzierung nicht nur seiner überlegenen spielweise, sondern auch den karten, die man bekommt.
    • dayero
      dayero
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2005 Beiträge: 1.723
      also immer unter der annahme, daß du gegen seine pushrange ziemlich genau 50% equity hast: 20bb stack, 3bb raise, 10bb geht allin. sind für mich nach adam riese: 21,5bb pot, 7bb to call. dein potanteil ist etwa 10,5bb, du gewinnst im schnitt 3,5bb mit dem call, also 50% der 7bb zum callen. ist für mich fernab vom bubble immer ein call, so eine große edge kriegst du nie wieder.
    • karnikl
      karnikl
      Bronze
      Dabei seit: 28.11.2005 Beiträge: 383
      Ich spiele nur ab und zu MTTs, und wenn, dann um zu gewinnen. Bei SnGs ist der Bubble-ITM Unterschied ziemlich krass, bei MTTs machts nicht viel aus. Ich maximiere generell meine Chancen auf den 1.Platz. Wenn man MTTs auf Sieg spielt, sollte man am Besten nach Chip-EV spielen und den Coinflip als leichter Favorit mit dead money callen. Ich mache hier nur eine Ausnahme, wenn mich ein loss zum shortstack macht und der Tisch weak tight ist, so dass ich durch häufige steals meinen stack sicher ausbauen kann.
    • TMMG
      TMMG
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 352
      Original von dayero also immer unter der annahme, daß du gegen seine pushrange ziemlich genau 50% equity hast: 20bb stack, 3bb raise, 10bb geht allin. sind für mich nach adam riese: 21,5bb pot, 7bb to call. dein potanteil ist etwa 10,5bb, du gewinnst im schnitt 3,5bb mit dem call, also 50% der 7bb zum callen. ist für mich fernab vom bubble immer ein call, so eine große edge kriegst du nie wieder.
      guter mann!