Sensitive stats

    • hooverdam
      hooverdam
      Bronze
      Dabei seit: 12.11.2007 Beiträge: 59
      Nein, keine Angst, hier gehts nicht um Weicheier-Vpips und Mimosen-AFs.

      Sondern: Um die Aussagekraft der stats in Abhängigkeit anderer stats.

      Ich denke, viele kennen das Thema in einem Fall ganz gut, in der Verbindung von wtsd und AF: Um den AF zu validieren ("Ist er aggro oder foldet er einfach nur viel?") kann man den wtsd heranziehen. Ist er hoch, ist er tatsächlich eher aggro. [Irgendwann kapierten auch die Leute von pt und holdem manager, dass man einfach die Anzahl der aggressiven Handlungen als Maß der Aggressivität nehmen kann und schenkten uns die AFreq.]

      Meine Frage ist: Sind nicht nahezu alle stats untereinander abhängig? Und wenn ja, gibt es eine Möglichkeit, "sensitive stats" sinnvoll zu erzeugen und mit ihnen (z.B. im HUD) zu arbeiten?

      Stellt euch beispielsweise folgendes Szenario vor (lassen wir zur Verdeutlichung alle anderen, wichtigen Faktoren raus):
      villain A hat Afreqflop 50%, vpip 20%. villain B hat ebenso Afreqflop 50%, aber vpip 45%. villain A/B bets. Hero hat middle pair, medium kicker. Hero...?

      Es ist einleuchtend, dass villain Bs Aggression (obwohl exakt gleich häufig) viel weniger auf eine starke Hand schliessen lässt als die villain As. Es ist zum Beispiel auch völlig falsch anzunehmen, dass beide gleich häufig das board getroffen haben: villain A könnte alleine aufgrund seiner tighten range mit 40% Afreqflop sogar fast nur made hands betten, da er oft overpairs, andere pockets oder zumindest starke draws hält, wie sie mit guten Starthänden (vgl. JTs mit 86o) nun mal häufig sind. villain B muss auch (schwache) draws oder air betten, weil er mit seiner range hier nicht in 50% der Fälle eine made hand haben kann. Also sieht unser middle pair hier ganz anders aus.
      Wenn wir nur auf die AFreq oder - noch viel komplizierter - auf den AF schauen, können wir hier mit unserem middle pair keine so gute Entscheidung treffen wie jetzt.

      Bei meinen lowstakes sitzen auch noch ab und an paar LPs mit vpip >50%, bei denen ich tight foldete, weil sie nach den stats passiv waren. (Was in vielen Handbewertungen oder in Artikeln als Hauptentscheidungsmerkmal herangezogen wird.) Bis ich auf den Gedanken kam, "Hey die betten 10% weniger als ich, aber die gehen auch mit über doppelt soviel Händen an den Start, darunter eben auch mit ziemlichen Mist!".
      Bei den midstakes wäre so ein sensitives Maß für den wtsd interessant in Abhängigkeit von AF/Afreq oder oder...

      Wäre cool, wenn wir den Agression-stat schon in Abhängigkeit von AFreq (oder AF unter Berücksichtigung von wtsd) im HUD parat hätten, oder?

      Also,
      a) was haltet ihr von der Überlegung an sich? Irgendwelche Kritik, Verbesserungen, üble Denkfehler meinerseits?
      b) wenn es sinnvoll wäre, wie sollte unsere "sensitive aggression/wtsd/xy" berechnet werden? Wie geht das in pt?

      Danke schonmal fürs Feedback!
  • 2 Antworten
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Grundsätzlich hast du recht. Bedenken solltest du aber noch, dass die Wahrscheinlichkeit ein Pair zu floppen für AKo und 65o gleich ist. Also nur weil jemand preflop schlechtere Karten hält, ist die Wkt. ein Pair zu floppen nicht geringer. Trotzdem trifft der tightere Spieler natürlich öfter Top Pair und der loosere dagegen öfter nur middle oder bottom Pair. Aber wenn Hero nicht mal irgendein Pair schlägt, dann lohnt sich ein Fold bei einem passiven Spieler schon, denn an der Wahrscheinlichkeit, dass er das Board gehittet hat, ändert sich wenig. Die ist relativ unabhängig von der Loose- bzw. Tightnes. (Hand Reading ist trotzdem entscheidend.)
    • hooverdam
      hooverdam
      Bronze
      Dabei seit: 12.11.2007 Beiträge: 59
      Klar, mit völliger air werden wir keinen der beiden bis zum SD runtercallen.
      Aber es sind diese prinzipiellen Einschätzungen der handrange, die durch die bloße Betrachtung von Afreq oder AF völlig vernebelt sind, wenn der vpip nicht einbezogen wird.
      Nochmal auf die Wkt. zurückzukommen: Ein looser Spieler mit vpip 45% und Afreq 50% hat in ca. 20% der Fälle tatsächlich überhaupt keine made hand, unser middle pair ist da es wert, den SD zu sehen, evtl. sogar A high. Das ist imo schon ein grosser Unterschied zum 20% vpipler, bei dem ich mit A high no draws keine grossen sd-Ambitionen hege.

      Also, irgendjemand Lust, sich einen sensitiven Kombiwert auszudenken, oder warten wir brav, bis es pokertracker & co. und damit alle haben? ;)