Odds&Outs mit Rest kombinieren

    • Vratyras
      Vratyras
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2008 Beiträge: 64
      Hallo.
      Ich habe vor ein paar TAgen wieder mit dem Pokern angefangen, und gerade den letzten Artikel aus der Bronze Sektion gelesen. (Hab mir Odds&Outs so lange aufgehoben.. ;) )
      Jetzt stellt sich für mich aber die Frage, wie ich die aus diesem Artikel gewonnenen Infos mit dem Rest meiner Spielweise in Verbindung bringen kann.
      Sagen mir Odds&Outs nur, ab wann ich mit einem Draw callen kann?
      Bisher habe ich z.B. einen FD am Flop in früher Position mit vielen Gegnern meistens C/R gespielt um eben ordentlich Geld in den Pot zu bekommen.
      Wo hilft mir in dieser Situation das Wissen um Odds&Outs?

      Oder nehmen wir an, ich sitze mit OESD gegen 3 Gegner im BU und alle haben zu mir gecheckt. Wie spiele ich jetzt? Meine Überlegung wäre jetzt gewesen: Pot Odds ausreichend: Bet, wenn nicht: Check. Ist das korrekt?

      Oder : Ab wann darf man mit einem Draw raisen statt nur zu callen?

      Ich hab echt das Gefühl irgendwas übersehen zu haben. Die Odds&Outs sagen immer nur "Spiel" oder "Spiel nicht", aber eben nicht, wie man spielen soll..

      Ich bitte um Aufklärung, danke euch ;)
  • 7 Antworten
    • amayaner
      amayaner
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2009 Beiträge: 2.267
      Hallo,

      Odds und Outs sind keine Strategie bzw. das ist kein Strategieartikel. Es ist lediglich eine mathematische Gegebenheit, welche Dir sagt, ob Du profitabel weiterspielen kannst auf den Streets Flop zu Turn und Turn zu River.

      Wie Du deine genaue Strategie wählst, das bleibt Dir überlassen. Aber es wäre für uns hilfreich, wenn Du uns deine Spielart mitteilst. Denn zwischen FL und einem No Limit SNG besteht ein erheblicher Unterschied in der Spielweise von Draws.
    • coxiXY
      coxiXY
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2008 Beiträge: 1.854
      naja eigentlich erfährst du durch Odds&Outs nur wie oft du deinen Draw treffen wirst.

      Wenn du am Flop eine chance von über 50% hast das dein Draw ankommt solltest du betten um mehr value zu bekommen, da du hier gegen made hands im prinzip vorne liegst. Dies wird aber eher selten der Fall sein da du hier FD+OESD brauchst z.B.

      Öfters ist es der Fall dass du nur in weniger als 50% der Fälle deinen Draw triffst. Eigenltich wäre es ja dann hier nicht sinnvoll zu betten, da dein Gegner ja das gleiche bezahlen muss aber er öfter am Showdown gewinnt. Der Grund warum man hier trotzdem betten kann ist, dass dein Gegner ja ab und an noch foldet, vor allem wenn er vorher schon zu dir gecheckt hat. Hier gehst du im prinzip davon aus das Foldequity + die Fälle wo dein Gegner callt und du deine Draw triffst am Ende +EV sind. Wenn du weisst das ein Gegner immer callt solltest du nicht betten.

      zu deinen Beispielen:
      ein FD am Flop hat weniger als 50% am river anzukommen, also ist es hier fatal zu checkraisen, bis auf dein Gegner blufft oft und foldet dann auf einen reraise, was nicht so oft der fall sein sollte. Hier würde ich eher hoffen das alle checken und wenn doch jemand raist, kannst du eben nach dem prinzip von Odds&Outs schauen ob du noch callen kannst.

      Wenn du einen OESD hälst und 3 gegner checken zu dir solltest du nur betten wenn du dir ziemlich sicher bist, das deine gegner hier sehr oft alle folden(-> Semibluff) Ansonsten sei glücklich das du ne Freecard bekommst.

      Natürlich gibt es auch ausnahmen... z.B. könntest du im 2. Beispiel auch betten(nicht zu groß) in der Hoffnung, dass am Turn auch wieder zu dir gecheckt wird, weil du ja schon stärke gezeigt hast und du dir dadurch im endeffekt 2 Karten gekauft hast...

      Ich hoffe du verstehst was ich meine :f_grin:

      Viel Glück noch an den Tischen :)

      EDIT: haha fixed limit, man sollte immer zuerst schauen wo man schreibt. Mein post bezieht sich auf NL, ist mir jetzt aber auch zu schade zum löschen ^^
    • olli13
      olli13
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2006 Beiträge: 1.012
      doppelt
    • olli13
      olli13
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2006 Beiträge: 1.012
      Original von coxiXY
      Wenn du einen OESD hälst und 3 gegner checken zu dir solltest du nur betten wenn du dir ziemlich sicher bist, das deine gegner hier sehr oft alle folden(-> Semibluff) Ansonsten sei glücklich das du ne Freecard bekommst.
      Oder alle 3 callen, dann ists for value.
      Siehe Artikel: Wann kannst du mit Draws am Flop for Value raisen?
    • Vratyras
      Vratyras
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2008 Beiträge: 64
      Hi.
      Meine Spielart ist FL. Hab das nicht erwähnt, weil der Thread im FL Forum steht, aber jetzt wisst ihrs auch :)

      @coxi:
      Danke für die vielen Tipps. Aber welche davon kann ich auch bei FL anwenden?
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Für dein Problem gibt es sogar einene extra Artikel ab Silber: Wann kannst du am Flop mit Draws for Value raisen?

      Draws am Flop aggressiv zu spielen kan zwei Gründe haben. Zum einen wenn es ein Semibluff ist und du versucht deine Gegner zum Folden zu bringen. Darum soll es hier aber einmal nicht gehen. Der zweite Fall ist der, dass du so viele Outs hast, dass deine Gewinnwahrscheinlichkeit sehr hoch ist. Wie hoch sie genau sein muss, hängt von deiner Gegneranzahl ab. Je mehr Gegner, desto weniger Equity brauchst du, da du anteilsmäßig weniger einzahlen musst. Wichtig dabei sind die Odds von Flop zu River.

      Wenn du einen starken Draw hast, dann weißt du bei Fixed Limit, dass du mindestens bis zum River dabei sein wirst. Wenn du am Flop zum Beispiel einen Flushdraw hast, dann wirst du den fast nie unimproved am Turn folden, weil du dort die Odds bekommst zu callen. Wenn du also am Flop schon weißt, dass du sowieso die Turn- und die Riverkarte sehen wirst, dann kannst du am Flop auch gleich mit den Odds Flop->River rechnen. Bei einem Flushdraw sind die 2:1, d. h. du hast eine Equity von 1/(1+2) = 33%.

      Nun mal angenommen es gab vor dir eine Bet, es haben 3 Spieler gecalled und du bist last to act. Wenn du jetzt raist, werden vermutlich 4 Gegner diese Zusatzbet callen. D. h. auf diese Zusatzbet bekommst du Odds von 4:1. Auf deinen Flushdraw bekommst du aber wie schon erwähnt Odds von 2:1, d. h. von jeder zusätzlichen Bet die am Flop in den Pot wandert profitierst du.
      Oder mit anderen Worten: 5-handed liegt die Durchschnittsequity bei 20%. Dein FD kommt in 33% der Fälle an, d. h. von jeder zusätzlichen Bet ist dein Profit 13%.

      Verallgemeinert heißt das: Liegt deine Equity über Durchschnittsequity bzw. sind die Odds auf die Bet höher als die Odds auf den Draw, so kannst du for value raisen. Die Odds Flop->River geben in FL also darüber Auskunft, wann man einen Draw for value raisen/betten kann.
    • Zocker007
      Zocker007
      Global
      Dabei seit: 20.04.2005 Beiträge: 1.776
      Ich finde es immer wieder schön daß mit Laborbedingungen argumentiert wird.

      Das fängt an über die Frage wann ist man schon mal closer der action, viel häufiger gibts die Situation in den Blinds, über die Tatsache, daß man am Turn ui häufig 1BB für inkorrekte Odds (dann ja nur noch 16%) zahlen muß, bis hin zu reverse implied bei paired Board, non Nutflush oder Straight bei plötzlich 3-suited board über runner-runner oder auch 3-Betting und somit trotz closing action aufkommender Isolationsgefahr.
      Oder daß ich dann manchmal crying callen muß mit marginalen Händen wie Ace high oder einem anstatt des Monsters aufgegabelten kleinen Paar.

      Ich bin sehr skeptisch was dieses Raise 3-Handed bei Monsterdraws als Standardplay angeht. Hauptargument dafür wäre Balancing.