eine kleine Geschichte

    • stillsebastian
      stillsebastian
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 1.377
      nun gut...bevor ich anfange sollete ich wohl folgendes sagen: nichts von dem was ich getan habe tut mir wirklich leid. Natürlich habe ich einiges getan was dumm war, aber in diesem Moment kann ich das alles nicht mehr ändern..und vielleicht will ich es auch nicht. Deshalb will ich euch alles erzählen was ich tat. Nicht um ein Mahnmal zu setzen sondern einfach um die Geschichte erzählt zu haben. Sie beginnt wie bei den meisten hier...mit Poker.

      Ich habe damit vor vielleicht 3 Jahren angefangen. Ein bisschen Kartenspielen mit Freunden. War wirklich lustig und nachdem ich sehr viel Freude daran gefunden hatte fand ich den Weg hierher. Natürlich hatte ich den Gedanken gefasst damit Geld verdienen zu können. An dem Punkt habe ich habe mir nie großartig Gedanken um Strategieartikel usw. gemacht. Klar....ich wusste alles besser und habe schon gegen all meine Freunde immer gewonnen. Kann ja im Internet nicht alles viel schwieriger sein. Was soll ich sagen...Mumpitz! Nachdem ich begriffen hatte dass ich durchgehend nur verliere hab ich mit mit den grundlegenden Artikeln etc. beschäftigt und wurde wohl einer von den kleinen winning players. NL 25 hatte ich geschlagen. Dann kam NL 50. Und hier zeigten mir die Jungs am Tisch deutlich meine Grenzen auf. Ich will mich nicht all zu lang fassen und kürze an dieser Stelle ein bisschen ab: es ging 3 mal rauf auf NL 50 und wieder runter.

      Auch wenn ich hier über das eigentliche Spiel keine Worte verlieren möchte, will ich ein bisschen was über mein Leben außerhalb des Katrenspiels verlieren. Ich machte einen großen Fehler: ich zog meine Beziehung mit in diesen Mist hinein. Heute schäme ich mich elendig dafür, was meine Freundin in dieser Zeit mitmachen musste. Ich erinnere mich an Nächte in denen ich unglaublich wütend ins Bett gakrochen kam und meine Freundin mehr oder weniger aus Versehen dabei aufweckte; sie mit meiner Wut über ein dämliches Spiel blästigt habe und damit die dümmsten Streite verursact habe die man sich in einer Beziehunmg nur vorstellen kann. Speziell erinnere ich mich an eine Nacht in der ich fucking NL 10 gespielt habe und so aufgebracht war, dass sie noch in der selben Nacht nach zu sich nach Hause gehen wollet. Die Beziehung ging letztlich in die Brüche...

      Zum Thema: Als ich zum dritten mal wieder absteigen musste fasste ich, nicht im Affekt sondern nach reiflicher Überlegung, den Entschluss, dass ich keine Lust mehr habe mich wieder hochzuarbeiten. Das restliche Geld war mir egal. Wenn ich in diesem Moment broke gegangen wäre, dann wäre es halt so gewesen und ich hätte Poker gequitet. Mein Kopf war völlig klar und ich fasste den Entschluss es beim Roulett zu setzen. Und so sollte es sein...

      Auch hier will ich mich kurz fassen. Deshalb sage ich nur: Der Plan ging auf und als ich wieder die Roll für NL 50 hatte beschäftigte ich mich eingehend mit Pokerstrategie. Ich las Bücher, Atrikel, schaute Videos usw. Kurzum, ich kam gut klar auf NL 50 und die Sache lief. Bis heute war der Plan nächsten Monat auf NL 100 umzusteigen.

      Denkste!!!
      Heute Nacht habe ich eine kleine Session NL 50 gespielt und habe am Ende 20$ Minus zu verzeichen gehabt.
      Dann kam mir die Idee dass ich die blöden 20$ ja noch fix beim Roulett wieder reinholen könnte. So wie ich es schon so oft getan habe. Dies ist die 3. Stelle an der ich mich kurz fassen will:
      Ich habe heute Nacht in 2 min. den Großteil meines Geldes an einem Roulettisch verloren. Jetzt bin ich wieder da wo ich vor 2 Jahren war...bei einer knappen Roll für NL 20.

      Ich will mich nicht beschweren, ich habe mit Poker einiges an Geld verdient und mir von dem Geld viele schöne Sachen gekauft. Ich war mehrmals im Urlaub und habe eine schöne Xbox mit allerlei Firlefanz in meinem Zimmer stehen.
      Ein bisschen weh tut es trotzdem, aber Jungen weinen nicht.

      Man mag sich an dieser Stelle fragen: warum schreib ich den Scheiß hier überhaupt. Wie gesagt ich habe nicht vor irgendjemandem davon abzuraten pures Glückspeil zu betreiben. Ist alles eure Sache und ich finde es auch heute noch völlig berechtigt sich zu diesem Schritt zu entscheiden wenn man sich über die Konsequenzen klar ist. Rückblickend bin ich selbst bei Roulett BE...und bin damit wohl gut bedient.

      An dieser Stelle möchte ich euch alle bitten von Mitleid-Beurkundungen und Flames abzusehen...das ist nicht Sinn diese Posts.
      Und wenn ihr mich fragt was der Sinn dann ist: ich wollte nur eine kleine Geschichte erzählen, die zu folgendem führt:

      Heute bin ich wieder mit dem selben Mädchen zusammen, die damals all den Quatsch mit mir mitmachen musste. Mit diesem wundervollen Mädchen mit dem ich damals wegen blöden 30$ down so gestritten habe dass sie aus meinem Bett aufgesprungen ist und sagte: " Basti, lass mich damit in Ruhe oder ich gehe!" ...Und um Gottes Willen, es war wirklich nicht einfach sie wieder von mir zu überzeugen ;)

      Das ist die Stelle an der ich stehe. Wenn ihr mich jetzt fragt ob ich aufhöre Karten zu spielen, dan muss ich klar sagen: Nein! Ich werde weitermachen und irgendwann wieder da stehen wo ich vor ein paar Stunden war...ich bin mir sogar sicher ich werds weiter scheffen. Klar bin ich irgenwo spielsüchtig, aber das kann mir nicht mehr anhaben.
      Heute wurde mir lediglich etwas klar:

      Scheiß auf das dämliche Geld...ich bin so glücklich!

      P.S.: Für den Fall, dass dieser Post nich in die Sorgenhotline passt: verschiebt ihn irgenwohin...wenn gehts nich ins BBV ;)

      edit: nehmt mir die Rechtschreibfehler nicht übel...hab beim schreiben ein paar bier getrunken ;)
  • 4 Antworten
    • rabschi
      rabschi
      Global
      Dabei seit: 05.02.2007 Beiträge: 225
      coole story eigentlich :) hatt sich nett gelesen :)

      zum poker- bzw. roulettethema
      ich glaube mit ein bisschen disziplin und ohne deine rouletteausflüge würdest du nicht ganz so an Poker zweifeln :P longterm ftw. und abtilten bei freundin ist auch nicht schön!!! meiner meinung nach unterscheiden sich dort die schlechten von den guten pokerspielern. Ich denke Emotionslosigkeit spielst da ne ganz große rolle. die einen tilten mega ab weil sie 10-15 badbeats am stück bekommen haben und drehen völlig ab weil doch alles bisher so gut lief usw. und die anderen nutzen solche phasen einfach nur um an ihrem spiel zu arbeiten (videos coaching handbewertung usw.) weil man einfach nie genug an seinem eigenen spiel machen kann. gut andere machen das natürlich auch im up aber das sind die ausnahmeathleten ^^

      Zu deiner Freundin:
      Erstmal respekt an deine Freundin das sie das überhaupt geduldet hat (machen nicht viele:P ) und schön das es ein happy end gab bei euch...alles gute vll klappts ja diesmal besser


      ich würde vorschlagen finde einfach ne klare linie beim pokern...wenn du genau weisst das deine gamblerseele irgendwann eh wieder zum vorschein kommt und du wieder roulette spielst würde ich es gleich lassen...
      ganz oder garnicht...und wenn ganz dann vergess nicht wieder deine freundin :P
    • michaelg5pro
      michaelg5pro
      Bronze
      Dabei seit: 18.12.2006 Beiträge: 2.628
      Man hätte vielleicht die Beziehung besser regeln können, nach dem dritten Streit im Bett nur noch gemeinsam nächtigen, wenn du nicht spielst. Andererseits, wenn sie die Natur dieses Spiels nicht versteht - wozu freilich Aufregung und Frust gehören (selig die vermeintlich resistenten Emotionslosen) ... wenn sie da kein Verständnis hat. - aber ist alles noch gut ausgegangen. Ob das mit dem Poker darüber hinaus dann langfristig gut geht spielt dann doch fast keine Rolle mehr, nur hast du dich dafür entschieden, dass dem doch so sein soll.

      Roulette kann man auch problemlos spielen. Gut, zum aufbauen oder gar wieder aufbauen einer BR oder gar noch mit dieser ist es wenig geeignet, aber man kann dort schließlich auch locker mal gewinnen.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Ich habe den Thread mal hierher verschoben, da er in der Sorgenhotline ganz und gar nicht passte.

      2 Dinge, die mir aufgefallen sind:

      1. Jeder setzt seine Prioritäten natürlich anders, aber Dein Text liest sich, als wäre Dir Deine Freundin jetzt um so wichtiger. Sollte diese Deutung richtig sein, dann mache nie wieder den Fehler, Hobby > Freundin. Egal, ob es sich dabei um Poker, Dein Auto oder Deinen Fußballverein handelt. Wenn Frauen sich in einer Beziehung zurückgesetzt fühlen, gibt es entweder Feuer oder man wird direkt vor vollendete Tatsachen gestellt.

      2. Gamblen ist was feines und macht sicherlich auch Spaß, aber sei Dir darüber im Klaren, dass Du mit Roulette immer -EV laufen wirst. Wenn Du damit leben kannst und willst, ist das absolut okay, aber Roulette wird halt immer ein Spiel bleiben, wo Du nur mit Glück gewinnen kannst.

      Sowohl für Deine Beziehung wie auch für Deine zukünftige Pokerkarriere - viel Erfolg :)
    • stillsebastian
      stillsebastian
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 1.377
      so...guten morgen!
      bin grade aufgewacht und hab durchaus n bisschen schädelweh. Bin gestern Nacht noch zu besagtem Mädchen gefahren und hab nochn paar Bier getrunken. Anschließend hab ich den Post geschrieben und bin wieder mal zu ihr ins Bett gekrochen. Diesmal ganz friedlich und bin vorzüglich neben ihr eingeschlafen.

      Klar ist mir meine Freundin jetzt wichtiger und ich käme im Leben nicht drauf mich wegen Poker wieder mit ihr zu streiten. Man muss vielleicht zu der ganzen Geschichte noch sagen, dass ich mich damals von ihr getrennt habe. Folglich ging die Beziehung nicht am Kartenspiel kaputt, aber dieses Spiel hat mit Sicherheit deutlich an ihr genagt.
      Wie gesagt...ich werde nich aufhören Karten zu spielen. habe grade bei nem neuen Anbieter eingecasht (der keine roulettische hat ;) ) und werd dort mit ordentlich rb und fd-bonus spielen.

      Mit meinem Mädchen bin ich momentan seit 6 Monaten wieder zusammen. Sie sieht Poker als mein Hobby und will gar nicht dass ich damit aufhöre. Lediglich ich sehe die Dinge heute anders.

      Das happy end schwingt sozusagen im subtext mit.