Balancing auf trockenen Boards

    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      Wenn das Thema kürzlich erst angesprochen wurde, dann zeigt es mit bitte, dann werde ich da weiterschreiben...


      Ich habe gerade die Einleitung des Goldartikels http://de.pokerstrategy.com/strategy/fixed-limit/1164/ zu den "Standardlines advanced" gelesen und mir dann ne Frage gestellt, wie man auf trovkenen Board seine Lines balanct.


      Also die Standardlines sind ja sicherlich bekannt und machen auf draw oards auch sehr viel Sinn, z.B. wenn das Board

      J :heart: 9 :heart: 6 :club: zeigt und wir HU IP sitzen und einer bet gegenüberstehen.


      Wir spielen mit Madehands und Draws als default jeweils die Standardline call Flop raise Turn gegen unknown, sodass er nicht weiß, ob er jetzt sein PP runtercallen soll, weil wir nur nen draw halten können oder ob er es folden kann, weil wir immer nur mit Madehands diese Line spielen.


      Wir stellen den Gegner vor eine schwierige Entscheidung, sodass er, wenn er perfekt spielt, trotzdem so oft wie möglich einen Fehler macht.


      Spielen wir gegen absolute Vollfische, die alles runtercallen und damit immer den Fehler machen, wenn wir unsere Standardline mit ner starken Madehand spielen, dann adapten wir so, dass wir unsere Draws passiv spielen und nur noch die Madehands aggressiv, weil wir sie so maximal exploiten, was sie meistens nicht merken bzw. überhaupt darauf achten, wenn doch, werden sie natürlich all ihre schwachen Madehands folden und können genau abschätzen, wie viel Outs sie haben und wissen, dass wenn wir callen, dass sie dann valuebetten können. Daraufhin müssen wir wieder readapten, weil sie jetzt uns exploiten.
      Das werden dann sehr harte Kämpfe, die so gegen TAGs vorkommen können gegen Fische aber zum Glück fast nie.
      Das Gegenteil wäre natürlich der Rock, gegen den wir unsere Draws immer aggressiv spielen werden, weil er seine schwachen madehands folden wird und uns damit den Pot überlässt.
      (ich steh grad auf dem Schlauch, weil wir spielen doch unsere Madehands gegen den Rock auch aggressiv, um zu protecten und adapten ja damit geen ihn eigentlich gar nicht, oder? Vielleicht kann ja jemand was dazu sagen ;) )



      Soweit so gut.



      Angenommen, wir haben jetz das klassische drawless Board K :heart: 7 :diamond: 2 :club: .



      Dann ist es doch so, dass wir hier auch mit starken Madehands die Standardline spielen sollten, aber es gibt ja keine Draws, die wir semibluffen können, das heißt, wir müssen unsere Turnraisingrange auch mit Purebluffs auffüllen, sodass ein TAG nicht immer bet/fold Turn spielen kann.


      Das Problem daran ist, dass wir dafür 2,5 BB bezahlen und wenn er nicht foldet, schauen wir in die Röhre und haben sehr viel Geld dafür investiert.


      Man kann natürlich sagen: naja, ich spiele jetzt einfach all meine Hände entweder raise Flop oder fold flop, dann hab ich meine Line gebalanct und muss für einen Purebluff nur 1 BB bezahlen.

      Das bedeutet aber, dass wir für unsere starken Madehands nicht den maximal möglichen Payoff bekommen und damit Value verschenken...zudem kann es auch sein, dass Villain grundsätzlich Flopraises HU IP erst mal callt für 1 SB und wir müssen für unseren Bluff noch einmal 1 BB investieren, womit wir dann nur 0,5 BB gespart hätten im Gegensatz zur Standardline, aber der verlorene Value mit den starken madehands bleibt.

      Ein weiterer Nachteil ist, dass wir, wenn wir starke Madehands schon am flop raisen, bei einem flopcall sofort auf eine schwache Hand gereadet werden können und damit easy rausgeblufft werden, weil wir ja eh am Turn folden, wenn wir unimproved sind oder auch ein kleines Pair haben, dass wir nicht bis zum SD bringen wollen.



      Deshalb wollte ich fragen, wie ihr das vor allem gegen thinking TAGs macht, spielt ihr da wirklich mamnchmal cFrT als purebluff?


      Ist zwar sehr teuer, aber aufgrund der obigen Nachteile des direkten Flopraises wohl die einzige Alternative...zudem kann man dann auch mit schwachen Madehands den Flop callen, um villain vielleiucnt z einem check am Turn zu bringen, weil er Angst vor nem raise hat und wir damit nen billigen SD bekommen bzw. nicht von schlechteren Händen rausgeblufft werden.





      Also einfach die Turnraises mit Purebluffs auffüllen?



      Man muss ja purebluffs so oft spielen, dass das Verhältnis zu den guten Händen genau den gegnerischen Pot Odds entsprechen, um perfekt zu balancen und damit den perfekt spielenden Gegner am häufigsten nen Fehler machen zu lassen wenn ich das richtig in Erinnerung habe?!


      Also wenn der Pot am Turn nach unserem raise 6 BB groß ist, dann müssen wir in 1 von 6 Fällen nen bluff haben, ist das richtig?



      Wenn ja, macht ihr das auch so? Bzw. wie merkt ihr, dass ihr genau jedes 6. Mal einen bluff spielt und nicht jedes 4. Mal?
  • 3 Antworten
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.386
      So pauschal kann man da nicht antworten. Also als erstes wäre schon mal die Contibetwerte der Gegner interessant, dazu Deine Reads wie sie sich mit madehands/schrott verhalten wenn sie auf nem dry board gecalled werden, Sind sie dann in der Lage bzw. spielen oft c/f turn wenn sie auf nem K72 board gecalled werden. Wie schätzt Du ein wie der Gegner Dich sieht, hast du gg ihn schon auf trockenen boards gefloated und er hats gesehen? Das sind die Gedanken die Du Dir machen musst und nicht pauschal die Line losgelöst sehen, Analysen IMMER am entsprechenden Gegner durchführen.

      gn8
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      nani...nich so hochgreifen...OP will allgemeine aussagen (JA die gibt es, auch wenn immer alles vom Gegner abhängig ist...)...


      @topic:
      auf den drawless-boards bietet es sich an seine backdoors und overcards (oder semi-overcards, also overcards zur 7) am Flop zu floaten und am Turn dann neu zu evaluieren. Am Turn kann man dann entweder mit eingetroffenen Backdoordraws Semibluffen oder auch mal einen Purebluff einstreuen (wenn die Turnkarte halt auch wieder total dry ist).


      Ansonsten ist deine Range aber auch nich ganz unbalanced, da Villain nich weiß, ob du ihn runtercallst oder am Turn raiset...sein Inforvorteil besteht eigentl. nur darin, dass er alle starken Hände durchvaluebetteAchja...FreeSD-Raises kann man auch noch in seine Range packen ;)

      Achja...FreeSD-Raises kann man natürlich auch noch in die Range mitreinpacken.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Auf dry Boards ist ein TAG auch nicht all zu schlecht gebalanced. Zum einen peelt man manchmal am Flop (besonders bei größere Potsize wie nach cr Flop oder 3bet preflop) und gabelt am Turn einen Draw auf, den man dann semibluffen kann. Die andere Möglichkeit ist der alte free Showdownraise. Der hat zwar auch seine Nachteile, aber im Grunde ist er für Situationen entwickelt worden, in denen Villain auch mal bessere Hände folden kann, seine Range aber auch aus Bluffs besteht (d. h. Hero hat SD Value).

      Der Fall, dass im raised Pot in den PFA gedonkt wird, kommt hauptsächlich gegen Fische vor, so dass da Balancing nicht so wichtig ist. Deshalb sollte man seine starken Hände da auf jeden Fall entweder am Flop oder am Turn raisen, weil Fische any Pair auszahlen. Wie man mit schwachen Händen verfährt ist unterschiedlich. Gegen manche lohnt sich ein Float, da sie am Turn aufgeben; gegen anderer kann man mit SD Value einfach runtercallen um Bluff Induce voll auzuschöpfen. Gegen manche Gegner sollte man dagegen am Turn einfach aufgeben.