Problem mit Ranges

    • Kiirby
      Kiirby
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 1.184
      Ich habe ein Problem damit, nach Ranges zu spielen.
      Bin ja quasi noch anfänger und spiele auch erst NL25, wo man ja eigentlich ABC Poker spielen kann. Also würde Quasi Level 1 thinking schon fast genügen.

      Allerdings bin ich ja hier um etwas zu lernen und habe in den Strategie Artikeln nichts gefunden, was meine Frage beantworten könnte.

      Und zwar geht es mir darum, dass ich von mehreren Spielern seien es Freunde oder die ganz großen immer höre. "Okay gegen seine Range bin ich vorne also mach ich das und das".

      Sprich wir geben V ne Range und überlegen uns, mit welchem Prozentualen Anteil er in diesem Spot den und den move machen könnte. Wenn wir denken wie haben die Range beat gehen wir Broke bzw. tuen das, von dem wir denken, dass es uns das meiste Value bringt.


      Nun habe ich aber nich so wirklich den Plan wie ich das anstellen soll.


      Okay ich habe seine Preflop Range. Ich bin im CO mit A :club: K :heart: und er callt mein 4BB Raise im BU. VPIP von 20 und einem PFR von 15 auf eine unbegrenzte Handanzahl. Sagen wir wir spielen gegen einen Typen der einfach immer gleich spielt und sehr wenig moved.
      Wir setzten ihn nun also erstmal auf auf 22 - 99, KJ - AQ evtl. noch so etwas wie 67s - QJs bzw. A :spade: Jx

      So der Flop kommt nun K :spade: Q :spade: 8 :heart:

      Wir Treffen also TPTK und setzten unsere Protection Bet. Er callt nun.
      Seine Range grenzt sich also ein auf grob gesagt 88, 67s - TJs, KQ, AQ.
      Gegen diese Range haben wir im Equilator etwa 51% Equity.

      der Turn blankt und wir setzten erneut eine Protection/Valuebet. Diesmal fast Potsize. Ich würde sagen hier wirft er alles bis auf KQ, 88, KJ, 9T und evtl die SC's weg. Seine Range ist nun also nurmehr 67s - QJs, 88, KQ weg.

      Gegen diese Range haben wir eine Equity von 31%. am Turn kommt der Flush an. Das würde heissen wir hätten gegen seine am Turn genannte Range eine Equity von 0%. D.h. also wir müssten Check/Fold spielen !?
      Blankt nun der River allerdings haben wir eine Equity von 33%.
      Also spielen wir Check/Call bis zu einer Betsize von 1/2 Pot.

      Alles jetzt mal ganz streng genommen. Muss man dann natürlich dem gegner anpassen. Wieviel % seiner Hände moved er rum, ist er ein Donk usw. usw.


      Wie gesagt ich hab keine wirkliche Ahnung und es wäre super wenn ihr mich bisl aufklären könntet.

      :X
  • 2 Antworten
    • feanor1980
      feanor1980
      Black
      Dabei seit: 21.05.2007 Beiträge: 1.349
      So, wie du es oben im Bsp. gemacht hast ist es im Grunde schon richtig und wenn deine Annahmen stimmen ist es dann wohl c/f bzw. c/c. Abgesehen davon vernachlässigst du Reads und deine Ranges finde ich gegen Unkown zu tight... Aber man sieht mal wieder wie wichtig Position sein kann, dann wäre es ein einfacher cb.

      Auch die Art und Weise wie du die Range-Analyse machst ist in der Praxis (4+tabling) kaum durchführbar und eher für die Sessionanalyse geeignet.

      Ich überlege mir am Flop, welche Hände die er coldcallt mich beat haben und welche ich schlage. Dann kommen persönliche Reads dazu: spielt er auf so einem drawy Board, starke Hände slow oder fast for Protection. Und wie spielt er seine FDs? Raist er die gerne oder spielt er diese passiv? So komme ich schon auf eine gewisse Range die V haben kann und habe mich im Grunde schon auf eine Madehand oder einen Draw bei V festgelegt. Aussgehend davon wird am Turn neu evaluiert: Ich bette ernaut und Villain callt. Jetzt schliesse ich mal slow gespielte Monster à la 88, KQ, (QQ+), sowie pure Air bei den meisten Gegnern komplett aus. Gebe ihm jetzt TP, weake Madehand oder einen Draw, auch hier der Blick auf die Reads und Stats (wie hoch ist sein Turn AF, wie spielt er üblich Madehands, Draws?). Am River wird halt, je nachdem ob ich im mehr Draws oder Madehands in die Range gepackt habe, je nach Karte, for Bluffinduce oder for Value gespielt evtl. auch eine Blockbet als Bluffprotection bei ankommenden Draws.

      So in etwa schaut bei mir der Denkprozess während der Hand aus.
      Equityprozentwerte lasse ich zum grossen Teil aussen vor, und verlasse mich auf mein Gefühl und meine Erfahrung. Bestimmte Werte helfen mir da einfach kaum weiter, da sich auf den späten Streets nochmal anders ändern kann durch die Action. Mir reichts da ungefähr zu wissen ob ich mich vorne sehe (->bet,raise,trap) oder ob ich hinten bin (->check,fold,bluff).
      Equityprozente werden imo wichtig wenn am vor All Ins gestellt wird und sich an den späten Streets durch die nicht mögliche Action nichts mehr verändern kann.
      Aber es ist immer gut wenn man viel mit dem Equilator rum spielt, um ein Gefühl dafür zubekommen auf welchen Boards man eine gute Equity hat...
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Wie bereits gesagt, grundsätzlich liegst du mit deinen Annahmen nicht falsch. Während des Spielens ist es aber kaum möglich solche Rechnungen anzustellen.

      Es reicht aus hier in grob Kategorien zu unterteilen. Im obigen Beispiel wären das im Falle eines Calls deines Gegners...

      => Stärkere Hand die dich schlägt
      => Schwächere made Hand die dich ausbezahlt
      => Draw
      => Bluff Call zur Vorbereitung eines Floats

      Am Turn helfen dann auch Stats weiter, bei den meisten normalen Gegner ist ein Turnraise immer ein starker Zug!

      Da scheiden Draws meistens aus (die werden eher am Flop geraist) und ein Float wäre jetzt schon ein Bluffraise. Schwächere made Hands wollen einen billigen Showdown, also kannst du dort meistens von stärkeren amde Hands ausgehen und ganz selten Draws/Bluffs. Dem entsprechend kannst du folden.

      Was am Tisch hilft ist wenn du dir einfach immer ein paar Hände aufzählst die du schlägst und ein paar gegen die du vorne liegst.

      Kommt z.B. am River der Flush an und du bettest erneut...welche schlechtere made Hand callt zwei Streets und callt auch noch am River? Fallen dir dort keine ein, hast du auch keine Valuebet.

      Da ist schon viel Übung dabei und das kann man dir leider nicht ersparen. Es hilft auch, im nachhinein deine Hände mit Hilfe des Equilators zu analysieren um ein Gefühl dafür zu bekommen.