Der Poker "Staat"

    • HaenschenKlein
      HaenschenKlein
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2008 Beiträge: 10.889
      Hmmm, also eins vorab: Es handelt sich bei dem was ich jetzt folgt um eine Idee, ein Gedankenexperiment, eine kleine Träumerei und nichts Konkretes, bevor hier der ein oder andere aufgrund des Threadtitels auf die Idee kommt, es handelt sich um eine Einladung zum rumflamen. ;)

      Nach dem ich mir die ganzen Auswandererthreads bezüglich Thailand, Saint Marteen usw. komplett durchgelesen habe (aufgrund meines eigenen Wunsches irgendwann auszuwandern) ist mir immer wieder die Diskussion aufgefallen, ab welchem Limit und welcher BR man so ein Projekt realisieren kann. Es handelte sich dabei immer um relativ kleine, geschlossene Zirkel von 4-6 Mann und ich habe mir gedacht, dass es halt sau geil wäre, wenn man sowas als "relativ" große Community aufziehen könnte.

      Die Idee: Anmietung eines großen Hauses auf bspw. Saint Marteen und Errichtung einer Community die sich unabhängig und selbstversorgend auf Basis der örtlichen Richtlinien und Gesetzgebung zusammenlebt und vor allen Dingen organisiert um den Wohlstand seiner Mitglieder zu sichern und kontinuierlich auszubauen.

      Das Stelle ich mir so vor, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Highrollern und Low/Midstackes herrscht. Die Highroller (ab NL200) tragen die wesentliche Verantwortung für die Versorgung der Community und der Druck ist bestimmt groß. Auf der anderen Seite, wird für die Low und Midstakes (wie in einem richtigen Staat) ein Fortbildungsprogramm auf Basis der PS.de Vids und Artikel gezurrt. Die Low und Mids gehen quasi jeden Tag zur Schule und dort gibt es verschiedene Klassen, dem Limit entsprechend, also Nl10, 20, 50 usw. Sng/MTT Klassen, vielleicht Omaha?
      In diesen "Unterrichtsstunden" werden dem Limit entsprechend Vids analysiert und eine Gruppe von jeweils 2 Leuten, muss in Form eines Referats, dem Rest der Klasse einen wichtigen Artikel, einen neuen Artikel oder ähnliches vorstellen und präsentieren. Mit diesen Referaten ist jeder mal an der Reihe um die autodidaktischen Fähigkeiten zu schulen und von den anderen Referenten das Wissen komprimiert und frisch aufbereitet präsentiert zu bekommen.
      Jeden Tag wird es in der Schule auch eine Handanalyse-Doppelstunde geben. Dabei stellt jeder Schüler ein/zwei Hände vor, bei der er sich nicht sicher war oder die er einfach missplayed hat und die Klasse diskutiert darüber. Zusätzlich gibt es zweimal die Woche Einzelcoachings für jeden Schüler. Jeder Schüler erhält einen Coach mit dem er einen Monatsplan erstellt und Ziele für den Monat definiert.

      Als Gegenleistung für die Versorgung durch die Highroller sind die Schüler dazu verpflichtet, das Anwesen zu pflegen und alltägliche Dinge zu organisieren. D.h. einkaufen gehen, kochen, putzen, spülen usw. Muss das Auto eines Highrollers getankt werden, fährt der Schüler und erledigt dies. Haben zwei Highroller Lust am Nachmittag Tennis spielen zu gehen, geht der Schüler los und organisiert einen Platz. Das alles soll dazu dienen, den Highs das Leben so einfach wie möglich zu machen.

      Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die Highs die Schüler nicht als Leibeigene oder Padawane ansehen, sondern die next Generation derjenigen, die sobald wie möglich zur Prosperität des Staates beitragen und somit die Anderen entlasten.

      Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum ein Highroller so etwas tun sollte und nicht seine kompletten Winnings für sich allein behält? Nun ja, ich würde sagen das Gemeinschaftsgefühl und die Herausforderung einer unkonventionellen Lebensgemeinschaft zugehörig zu sein, die es schafft, jenseits aller Normen eine funktionierende, alternative Community zu schaffen.

      Ist zwar nur ein Beispiel, aber ich kenne privat einen Pokerspieler der ohne Probleme Pro sein könnte. Ich kenne sonst keinen Spieler dessen theoretisches Wissen über das Spiel so hoch ist und der auch am Tisch einfach nur beeindruckt. Er schlägt regelmäßig alle Limits und irgendwann casht er dann aus und kauft sich was schönes (Auto, Prada Mantel für 3K usw.) und dann fängt er mit 200$ auf Nl10 wieder an. Ich habe ihn mal gefragt, warum er nicht weiter aufsteigt und kompletter Pro wird? Er hat gesagt: "Ich will mein Leben nicht ausschließlich mit Karten verbringen, sondern mit Menschen". Seitdem denke ich auch extrem über meine eigene Vorstellung nach irgendwann soweit zu sein, damit mein Leben zu finanzieren. Es gibt bestimmt genug Nerds die täglich 14 Std. multitablen und denen soziale Kompetenz, Beziehungen, Empathie oder generell soziale Kontakte am Arsch vorbei gehen. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es einige gibt, die darauf nicht verzichten wollen. Und für die wäre das doch was.

      Nach diesem kleinen Exkurs zurück zum Thema. Die Schüler haben insgesamt 1 Jahre Zeit um sich auf NL100 hochzuspielen und zu etablieren. Sobald der Schüler bei Nl100 angekommen ist, fängt er an die Community mit einem Teil seiner monatlichen Winnings zu unterstützen. Ab NL200 gehört er zu den Highs und genießt alle Vorteile, steht aber auch in der Pflicht. Für die genaue Berechnung der montalichen Kosten wird ein besonderer Schlüssel zu Grunde gelegt, der ab NL100 und höher kalkuliert wie die monatlichen Kosten sind um die Grundbedürfnisse abzudecken. Zusätzlich wird eine Art Tagesgeldkonto mit guten Zinsen errichtet oder in andere Formen investiert, damit Geld zur Verfügung steht, falls mehrere Highs einen loosing month haben.

      Für diese Berechnung wird quasi ein "Finanzminister" gewählt, der den Haushalt im Überblick hat. Für das Schulprogramm ein "Bildungsminister" usw. Es werden also Ressorts geschaffen die sich damit beschäftigen was der Community hilft und die Existenz, bzw. den Fortschritt/Ausbau vorantreibt. Jedes halbe Jahr findet eine Vollversammlung statt, auf der die Amtsinhaber die Tätigkeiten, Zahlen, Aktivitäten ihres Ressorts der Community präsentieren um transparent zu sein. Auf dieser Vollversammlung werden auch Wahlen stattfinden und die jeweiligen Amtsinhaber entweder bestätigt oder ersetzt. Zusätzlich werden auf so einer Veranstaltung auch die neuen Highroller präsentiert, die es geschafft haben sich nach oben zu spielen und nun soweit sind, die Prosperität der Community zu unterstützen und auf diese Art und Weise etwas von dem zurück zu geben, von dem sie vorher profitiert haben. Erinnert vielleicht ein bisschen an eine Studentenverbindung, nur das die Pokerspieler dabei halt auch cool sind. ;)

      Für die Aufnahme neuer Schüler wird ein Sondergremium bestehend aus Coaches und Highs geschaffen, die den Bewerber auf Herz und Nieren prüfen. Was weiß er schon? Welche Voraussetzungen bringt er mit? Wie geht er mit Stresssituationen um usw.? Also eine Art Aufnahmeprüfung wie bei Unis.


      Irgendwie könnte ich noch den ganzen Tag damit verbringen hier weiter zu schreiben. Wahrscheinlich deshalb weil ich gerade mein Examensarbeit schreibe (Abgabe 01. Oktober) und mich über jede Möglichkeit freue die mich ablenkt. ;)

      Na ja, wenn von Euch jetzt kein tl;dr kommt, könnt ihr den Faden ja mal weiter spinnen. Welche Ideen hättet ihr noch für so eine Community, was wäre euch wichtig, was haltet ihr für richtig usw.?

      Und nicht vergessen, es handelt sich um ein Gedankenexperiment.

      Viele Grüße vom Schreibtisch,
      Andre
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