mietminderung wegen bauarbeiten? (juristen gesucht^^)

    • MeSk4LiN
      MeSk4LiN
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2007 Beiträge: 2.717
      hallo leute.
      bei mir im haus finden seit über einem monat bauarbeiten in der untersten etage statt. dort wird irgendwie eine zukünftige gewerbefläche saniert..
      währed es im juni noch einigermaßen erträglich war mit dem lärm, geht das seit diesem monat eigentlich garnich mehr. die bauarbeiten sollen noch bis ende des monats dauern und es hört sich täglich vormittags meist lauter an, als es der fall war, als wir selber innerhalb unserer wohnung gebohrt haben. das nervt schon extrem, da man ja als student auch mal bissl länger schlafen will als bis um 8 und das unter diesen umständen nur schwerlich möglich is.. ich will nicht wisse, was leute machen, die nachts arbeiten MÜSSEN und dann am vormittach gerne mal die augen zumachen würden..
      jetzt stellt sich mir die frage, ob man unter solchen umständen nicht das recht hat, für den entsprechenden zeitraum eine minderung der mietkosten zu verlangen, da der wohnkomfort ja quasi für den halben tag extremst eingeschänkt ist. ausserdem gab es teilweise auch sehr unangenehme geruchsentwicklung im treppenhaus gepaart mit so ganz bösem feinstaub^^
      ich muss dazu sagen, dass ich natürlich die mietkosten für juni und juli schon beglichen habe..
      also ich würde mich freuen, wenn hier leute, die schon mit ähnlichen problemen zu tun hatten bzw ahnung davon haben, mal ihre meinungen zu möglichen vorgehensweisen darlegen könnten bzw mich über die entsprechende rechtslage unterrichten würden..

      so long and thanks for all the fish
      MeSk4LiN
  • 7 Antworten
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.529
      Musste mal googlen was da möglich ist.
      Aber da du die Miete schon bezahlt hast, wird da eh nicht mehr viel zu machen sein. Sowas bezahlt man dann immer "unter Vorbehalt".
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 7.615
      Ich meine neulich mal bei Gallileo gesehen zu haben das Bauarbeiten um die Wohnung kein Grund für Mietminderungen sind, esseidenn sie bauen dir nen Kohlekraftwerk vor die Tür oder so :) (soll heissen wenn durch das zu Bauende Objekt der Landwert der Wohnung sinken würde).
    • Lemeriel
      Lemeriel
      Bronze
      Dabei seit: 10.07.2008 Beiträge: 132
      Hier ist es grds. gut zusammengefasst.

      Bauarbeiten (erhebliche) in und am Haus, 6 Monate:22%
      Lärmbelästigung (extrem) durch Bauarbeiten: 60%


      Pauschal gilt


      Macht der Mieter jedoch trotz Wohnungsmängeln keinen Gebrauch von seinem Minderungsrecht und zahlt er vorbehaltlos die volle Miete, verliert er sein Minderungsrecht. Ständige Mängelrügen ohne Konsequenzen zu ziehen sind nicht ausreichend (LG Berlin NJW – MietR 97, 243; LG Aachen WM 92, 243; AG Frankfurt WM 92, 242). Eine anstandslose Zahlung der Miete führt aber frühestens nach 3 Monaten zum Verlust des Minderungsrechts (BGH WM 97, 488). Passiert trotz der Zusage des Vermieters, den Mangel zu beseitigen, nichts, muß der Mieter entweder die Miete kürzen oder ausdrücklich erklären, dass er die Miete nur unter Vorbehalt zahlt (OLG Stuttgart WM 97, 619). Beim Vermieter darf nämlich nicht der Eindruck entstehen, dass der Mieter sich mit den Wohnungsmängeln abgefunden hat (BGH WM 97, 488).
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 7.615
      Original von Lemeriel
      Hier ist es grds. gut zusammengefasst.

      Bauarbeiten (erhebliche) in und am Haus, 6 Monate:22%
      Lärmbelästigung (extrem) durch Bauarbeiten: 60%


      Pauschal gilt


      Macht der Mieter jedoch trotz Wohnungsmängeln keinen Gebrauch von seinem Minderungsrecht und zahlt er vorbehaltlos die volle Miete, verliert er sein Minderungsrecht. Ständige Mängelrügen ohne Konsequenzen zu ziehen sind nicht ausreichend (LG Berlin NJW – MietR 97, 243; LG Aachen WM 92, 243; AG Frankfurt WM 92, 242). Eine anstandslose Zahlung der Miete führt aber frühestens nach 3 Monaten zum Verlust des Minderungsrechts (BGH WM 97, 488). Passiert trotz der Zusage des Vermieters, den Mangel zu beseitigen, nichts, muß der Mieter entweder die Miete kürzen oder ausdrücklich erklären, dass er die Miete nur unter Vorbehalt zahlt (OLG Stuttgart WM 97, 619). Beim Vermieter darf nämlich nicht der Eindruck entstehen, dass der Mieter sich mit den Wohnungsmängeln abgefunden hat (BGH WM 97, 488).
      Ok dann hab ich das verwechselt mit was anderem Ignoriert meinen Post :D
    • MeSk4LiN
      MeSk4LiN
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2007 Beiträge: 2.717
      danke für die antworten und den nützlichen link..
      ich habe zwar die mite bezahlt, jedoch konnt ich ja anfang des monats noch nicht wissen, in welchem maße dieser lärm in den folgenden wochen auftreten würde..
      es bleibt mir jetzt also die möglichkeit im nächsten monat weniger miuete zu überweisen.
      den infos in obigem link zu folge ist bei sehr starler lärmbelästigung durch bauarbeite (was hier defnitiv der fall ist) eine mitemidnerung von 60% angegeben..
      ich würde mich eigentlich scon damit begnügen für die belastungen dieses monats und die leichteren des letzten monats im august einfach die halbe miete zu zahlen..
      bleibt nur die frage, wie ich mich am besten mit dem vermietbüro in verbindung setze bzw mein anliegen formuliere und begründe..
      hat jemand erfahrungen, wie man solche dinge am besten ausdrückt ohne zu fordernd zu klingen aber gleichzeitig auch die entschlossenheit und sachkenntnis zu vermittel??
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.529
      Ich glaube eher die Leute vom Mieterbüro werden dir einen Husten, du machst dir damit sicher keine Freude. Deine Kaution würde dann am Ende deines Mietverhältnisses sicher auch bis aufs Letzte ausgereizt. Könnte ich mir so vorstellen ...

      Wie lange sollen denn die Bauarbeiten anhalten? Waren diese angekündigt?

      --> Rechtsanwalt hilft weiter, aber ob sich das überhaupt lohnt ...
    • Tjorveh
      Tjorveh
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2006 Beiträge: 43
      Mal ein paar hilfreiche Links:
      Wiki Mietminderung

      Mietmängel und Mietminderung Baulärm

      Voraussetzungen der Mietminderung

      Klassischer Ablauf wäre:
      - Info an den Vermieter, dass man die Miete (gemindert wird die Bruttomiete inkl. Nebenkosten) aufgrund des Mangels (z.B. Haus wird gesprengt ;-) ) in Höhe von z.B. 20 % ab den (Datum) mindert, (bei den klassischen Fällen der Mietminderung, Schimmel, Wassereinbruch usw. erfolgt sogleich eine Fristsetzung zur Mängelbeseitigung), gemindert wird kraft Gesetzes, sodass weder eine Einwilligung noch eine Beantragung der Mietminderung zu erfolgen hat, daher dem Vermieter lediglich Bescheid geben, dass gemindert wird,
      - empfehlenswert ist eine angemessene Protokolierung der Mängel Mietminderung wegen Baulärm,
      - abschließend erfolgt bis zur Beseitigung des Mangels natürlich nur die Zahlung der geminderten Miete,

      Über die Höhe der Mietminderung wird häufig gestritten, so kann ich nur empfehlen nicht zu übertrieben zu mindern und seine Mietminderung mit den Fundstellen passender Urteile zu begründen.
      Durch die Mietrechtsreform von 2001 gilt auch bezüglich schon gezahlter Miete (bei die ja lediglich zwei Monate):
      "Der Mieter kann sein Minderungsrecht nicht (mehr) wegen vorbehaltloser Zahlung verlieren (so noch die alte Rechtslage bis zum 31. August 2001). Dies kann nur nach einem stillschweigenden Verzicht (in der Praxis unbedeutsam) oder nach den Grundsätzen von Treu und Glauben der Fall sein." Siehe auch Wikipedia-Link oben.

      Falls Du Dich zunächst beraten lassen willst, empfehle ich Mietervereine oder Verbraucherzentralen, da die RAs dort für eine Beratung meist nicht so viel verlagen, wie die freischaffenden Kollegen.

      Habe gerade noch Deinen Post zwei Beiträge über mir gelesen. Am besten Du faxt Dein Schreiben und lässt Dir die Übertragungsbestätigung ausdrucken (ist der schnellste Weg der Übermittlung und Du hast eine Zugangsbestätigung). Einscheiben oder persönliche Übergabe des Schreibens (soweit praktikabel) ist natürlich auch möglich.