Downswings ein paar gedanken

    • Sakrieleg
      Sakrieleg
      Bronze
      Dabei seit: 17.06.2007 Beiträge: 209
      Hier mal ein paar Gedanken von mir zu Downswings. Ich hab das Rad sicherlich nicht neu erfunden(war vllt so ähnlich auch schon mal da). Hatte diesen Text mal vor ner Weile für mich geschrieben und denke es hilt vllt auch noch ein paar anderen. Kritik und Verbesserungsvorschläge sind erwünscht.


      Ups and Downs im Poker
      Im näheren werde ich nun den Downswing und seine Auswirkungen auf unser Spiel, unser Leben aber auch Losungsansätze betrachten.
      Am Anfang ist es wohl wichtig den Downswing an sich zu definieren:
      Ich werde hier nun nicht eine genaue Definition vorgeben sondern beschäftige mich hauptsächlich damit wann ein Downswing anfängt und welche Swings noch zum normalen auf und ab zählen.
      Ich denke wenn es um Downswings geht sollte jeder für sich(wobei durchaus mit hilfe von tools oder anderen Spielern) die Werte(Also die BI's, Stacks, BB) definieren. Wobei man Idealer weise ein Zusammenspiel aus Ehrfahrung, sowohl eigene aber vor allem auch objektiver Personen die das/die selbe Limit/Variante spielen, und eigener Einstellung zu downswings(z.B. sollte jmd. der 24tabling betreibt leichter mit 5Stacks Downs umgehen als jmd der 4tablet, jedoch nicht nur table anzahl abhägig sondern auch Playstyle, BRM usw) als Basis für die Werte nimmt. Ich denke diese Definition ist durchaus zwecksmäßig da man dadurch eine Diskussion bzw einen Erfahrungsaustausch zwischen ehrfahrenen und unerfahrenen Pokerspielern ermöglicht, da jeder nach seiner Definition schon einen Downswing hatte und man nicht erst 200k Hände spielen musste um mitreden zu können. Diese Definition entfernt automatisch die Problematik die z.B. mass grinder mit lowlimit Spielern haben die über einen 10 buy in down reden wenn für einen selbst 20 Buy ins zum normalen auf und ab gehören.

      Jetzt aber zum Downswing selbst:
      Ich denke das Hauptproblem bei einem Down im gegensatz zu einem Up ist wahrscheinlich, dass man im allgemeinen davon ausgeht, dass man sein Limit schlägt. Somit ist der Upswing im Prinzip einfach nur ein etwas übertriebener Ausdruck der edge und der darraus folgenden Gewinnerwartung. Im Downswirg allerdings passiert nun das genaue Gegenteil von dem was man selbst erwartet bzw. man nimmt an, dass man es "verdient" gewinn zu machen und es passiert das genaue Gegenteil. Das führt zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit von Poker oder ähnlichem(so sieht man z.B. auch bei vielen Leuten in der Sorgenhotline ein großes unverständniss gegenüber Bad Beats).



      Das große Problem in der Denkweise ist also, dass man, da man sich im Poker eine langfristige edge gibt, davon ausgeht kurzfristig zu gewinnen.

      Mögliche Lösungsansätze sind folgende:

      Man muss sich auch im Downswing sicher sein, dass man das Limit schlägt. Und wenn nicht auf ein Limit absteigen dass man sicher schlägt
      Man sollte im Downswing möglichst wenig an seinem Spiel rumbasteln(damit sind vorallem varianzerhöhende plays oder Erhöhung der Tischanzahl gemeint die aus der einzigen motivation das geld schnell wieder zurückgewinnen zu wollen entstehen) damit Punkt 1 nicht in Frage gestellt werden kann
      Man sollte vor allem in Einzelsituationen von dem ergebnissorientierten Denken wegkommen.( Selbst K2ovsKK hat immer noch 5% Equity passiert also immer noch jedes 20te mal)Ich denke hier liegt der schlüssel da man selten in eine session schon tilt oder mit der intention nicht sein a-game zu bringen reingeht. Oft aber im downswing nach ein paar bad beats auf tilt gerät somit sollte man also versuchen diese situationen soweit wie möglich neutal zu sehen und seine konzetration auf die nachanalyse der gespielten hand oder den nächsten tisch zu legen. Auch denke ich ist es nicht sinnvoll zwecks tiltvermeidung gebustete turniere beim cascalade nicht nachzuanalysieren da man wahrscheinlich einen Bad Beat kassiert hat, hiermit nimmt man sich wertvolle möglichkeiten auf notes oder genauere möglichkeiten die range des gegners einzuschätzen. Wenn man vorallem von dem gedanken: "ich habe es verdient diese Hand zu gewinnen da mein gegner schlecht gespielt hat oder ein fish ist" wegkommt gibt es noch eine art von Bad Beat und zwar die gegen regulars dort gibt es nehmen wir an beide spielen nahezu perfektes Poker gegeneinander zwei Szenarien:

      1.Der Bad Beat:Man geht all in weil man Value aus seiner Hand haben will und der reg called weil er unsere range beat hat nur diesen Teil der range nicht, und der gegner suckt aus hier muss man sich denk ich bewusst werden dass keiner der beiden einen fehler gemacht hat und man langfristig gesehen gegen diesen Gegner weder Verlust noch Gewinn machen wird.
      2.Der CoolerMan geht wieder aus value gründen all in der Gegner called weil er unsere gesammte range bzw. unsere momentane hand beat hat und seine hand hällt. Hier muss man auch sehen dass niemand etwas falsch gemacht hat und letzlich keiner verliert/gewinnt gleichzeitig muss man fals solche situationen zu oft auftreten auf passen dass man nicht falsch adapted weil man glaubt die gegner range sei zu klein. ( Der standard gedanke ist hier meist wenn ich jetzt pushe callt der mich doch sowieso mit einer besseren hand
      Man sollte sich bewusst werden welche Ausmaßen ein Downswing haben kann und diese auch zu akzeptieren.(denke hier muss man in ein denken hinein dass den down erwartet ihn aber nicht fürchtet) -> sobald der Downswing aber das Ausmaß eines normalen Downswings(siehe Definition des Downswings) übertritt sollte man zuwieder Punkt 1 und 2 handeln und sich intensiv mit seinem Spiel beschäftigen.

      Auswirkung von Swings auf das Privatleben: Hier muss man unterscheiden zwischen Berufsspieler und Hobbyspieler(hauptsächlich durch den Wert der Beträge für den spieler definiert) hobbyspielern sollte es relativ leicht fallen poker zu vergessen. Bei Berufsspielern ist es hingegen ganz normal und so zu sagen teil des Berufes so wie ein Selbständiger ja auch die ups and downs seiner Firma mitlebt und gefühlsmäßig mit dabei ist. Ich bin also absolut dagegen zu versuchen das miese Gefühl zu unterdrücken oder weg zu trainnieren da es:
      1. auch den spaß am erfolg nimmt, da man so denke ich nicht über den up freuen kann, wenn man sich über den down nicht ärgert
      2. nimmt es einem auch die motivation nach/in einem down an sich zu arbeiten. Ich würde sogar soweit gehen das jmd der das geschaft hat keinen/kaum spaß mehr am pokern hat und damit insgesamt auch kaum mehr weiterkommt
  • 7 Antworten
    • shakin65
      shakin65
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2005 Beiträge: 21.597
      ich bin mir sicher, der ein oder andere wird sich bei manchem gedankengang wiederfinden. vielen dank dafür =)

      ich glaube allerdings dass die wenigsten spieler, ob berufs- oder freizeitspieler, mehrere bad beats wegstecken ohne sich zu ärgern (über den grad des ärgerns lässt sich da sicherlich streiten). allerdings werden die guten (semii)pros sich kaum oder nicht allzuweit von ihrem a-game entfernen. im gegensatz zu vielen hobbyspielern.

      ansonsten gibt es wie ich finde auch einige sehr interessante artikel zum thema downswing in den hilfreichen sng links:
      Jmans Gedanken zu Downswings

      Beispielhände aus einem Downswing
    • Bjoerniboy
      Bjoerniboy
      Black
      Dabei seit: 15.06.2008 Beiträge: 5.130
      Ein von mir sehr erprobtes Mittel gegen potentielles tilten ist auf jeden fall: cascade tables! Finde das gerade bei Bad Beats sehr nützlich auch wenns jetzt trivial klingt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich so wesentlich besser spiele. Und reads klappen auch, einfach bei einigen Aktionen Hand replayer (@stars) auf den anderen Monitor ziehen und dann kann man da ganz gechillt seine Notes schreiben.
      Ansonsten guter Beitrag =)
    • xxpokerladyxx
      xxpokerladyxx
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2008 Beiträge: 210
      Original von Bjoerniboy
      Ein von mir sehr erprobtes Mittel gegen potentielles tilten ist auf jeden fall: cascade tables!
      Bei mir ist das genau andersrum. Ich spiele seit 3 Tagenausschließlich mit maximierten Tischen (alle hintereinander). Sobald ich also meine Aktion (z.B. Push) ausgeführt hab kommt sofort der nächste Tisch hoch. Somit sehe ich das Ergebnis nicht direkt...Sprich ich sehe nicht ob ich in die bessere Hand gepusht hab oder ausgesuckt wurde (für den Fall das ich die Hand verliere und damit buste). Da ich davon ausgehe dass mein Play in der Situation gut war interessiert mich das Ergebnis eigentlich auch nicht wirklich.

      Als ich meine Tische noch nebeneinander angeordnet hab und den Ausgang der Allins sehen musste, hat mich das teilweise schon sehr auf Tilt gebracht wenn der Midstack mal wieder mit J3o callt und mich aussuckt. Jetz öffnet sich einfach ein neues sng im Hintergrund und ich kann entspannt weiterspielen.

      Natürlich analysier ich meine Sessions im Nachhinein und sehe die Ergebnisse, aber dann bringt mich nichtsmehr auf Tilt :)
    • Bjoerniboy
      Bjoerniboy
      Black
      Dabei seit: 15.06.2008 Beiträge: 5.130
      hä? cascaded tables sind doch = maximiert. Also mehr oder weniger, es geht ja darum dass du die showdowns nicht mitbekommst und das ist dort ja genauso. Hast du es gerade mit tiled tables verwechselt? oder ich?! ^^
    • xxpokerladyxx
      xxpokerladyxx
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2008 Beiträge: 210
      nein ich meinte schon cascade...und auf meinen (kleineren) Bildschirm sind bei 14 sngs die Tische auch nichtmehr fast maximiert ;)

      aber du hast schon recht, bei cascade funktioniert das im prinzip genauso :)
    • hazzelde
      hazzelde
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2008 Beiträge: 1.733
      Für mich kommt der entscheidende Punkt nicht so deutlich rüber: Man kann Varianz nicht ändern, aber man kann an seinen Leaks arbeiten. Jeder hat Leaks und dessen sollte man sich gerade in einem Downswing bewusst werden.
    • Philgod88
      Philgod88
      Bronze
      Dabei seit: 08.05.2008 Beiträge: 984
      es gibt denke ich niemanden, der sich nicht über bad beats ärgert und mal bischen ausrastet, wenn dies in serie vorkommt. hat jeder von uns schon mal erlebt. manche sessions sind nun mal sick, da kann man nichts ändern. Letzlich kann man sowas aber nur stoisch hinnehmen, es ist nun mal teil dieses business! damit habe ich mich schon lange abgefunden. solange man die richtigen entscheidungen trifft, kann man nur noch warten was das board bringt. solange man a-game spielt ist man auf kurs.