SSS vs. BSS -Persönliche Erfahrungen-

    • LoyalFlush
      LoyalFlush
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2009 Beiträge: 79
      Salve,

      ich möchte hier ein paar Gedanken vorstellen, die ich mir zum Thema SSS vs. BSS gemacht habe.

      Ich hoffe, dass ein paar erfahrenere Spieler vielleicht einen Kommentar dazu abgeben können und dass ich damit vielleicht anderen Spielern, die ähnliche Erfahrungen mit der SSS gemacht haben, wie ich, ein paar frische Anregungen für ihr Game bekommen...

      Also: Ich habe die letzten Tage, nachdem ich meinen SK auf PartyPoker erhalten habe nach der SSS gespielt. Diese hatte ich zuvor auch im PlayMoney-Bereich ausgiebig getestet und für angemessen befunden.

      In der PlayMoney-Area hat der Spaß auch gut funktioniert, nur im RealMoney-Bereich nicht... Ich habe auf NL 0.05/0.10 gut 10 $ verloren. (Ein paar falsche Entscheidungen, die ich nicht mehr wiederholen würde und ein paar üble Bad Beats...)

      Dann habe ich mir Gedanken dazu gemacht, was ich besser machen könnte. Habe mir den HM organisiert und TableScanner Turbo und mich in die Basics eingearbeitet.

      Anschließend bin ich radikal auf dem Limit abgestiegen - auf NL 0.01/0.02 und habe dort weiter nach der SSS gespielt.

      Wie ich feststellen musste war das wesentlich erfolgreicher als auch NL 0.05/0.10. Der Grund ist klar, einerseits hatte ich meine Leaks Revue passieren lassen und mein Spiel im Nachhinein immer analysiert. Gut, aber da gibt es noch einen anderen entscheidenen Faktor. Gerade auf PartyPoker sind auf NL10 extrem viele SSSler unterwegs, die einem gewinnbringendes Spiel so gut wie unmöglich machen. Ich meine damit nicht, dass man notwendigerweise verliert, nur dass man keine großen Gewinne machen kann und nach 1k Hands die BR wieder so aussieht, wie vorher (oder schlechter...). Daher bin ich ganz bewusst auf NL 0.01/0.02 heruntergegangen, um auszutesten, wie die WR da ist. Wie ich also festgestellt habe, ist es dort wesentlich ertragreicher die SSS anzuwenden, weil dort einerseits sehr viele BigStacks unterwegs und andererseits sehr viele unerfahrene Spieler sind, die nach gar keiner Strategie handeln (=zocken).

      Ich konnte nach diesem Level-Wechsel also gut 3 $ wieder hereinholen. Also fehlten mir aber immer noch 7 $, um wieder auf meine anfängliche BR zu kommen...

      Ich habe mir also überlegt, mal in die BSS hereinzuschnuppern. Aufs eigentliche Spiel habe ich dann verzichtet und anstatt dessen Artikel und Videos studiert, um mir die Basics zu verinnerlichen. Odd-, Pot-Odd-, EV/BE-Berechnungen hatte ich vorher schon intensiv gelernt. Also fühlte ich mich gut genug ausgestattet, um dem Ganzen mal einen Versuch zu gönnen.

      Ich bin also als BigStack an zwei NL 0.01/0.02 Tische gegangen und habe dort in einer halben Stunde mein verlorenes Geld nach knapp 100 Händen (!) fast komplett zurückgewonnen.

      Ich weiß zwar nicht genau, woran das liegt, bzw. wo genau der entscheidende Unterschied zwischen SSS und BSS ist, würde aber behaupten, dass gerade auf den kleinen Limits diese Strategie (vermutlich abhängig vom Pokerraum in dem man ist) eine höhre WR aufweist. Ich selbst finde das Spiel mit der BSS wesentlich angenehmer. Klar, man muss sich stärker konzentrieren und mehr überdenken, aber gerade das macht für mich den Reiz aus. Da verzichte ich lieber auf zwei Tische, die ich sonst mehr gleichzeitig spielen könnte und sahne dafür auf den zweien mit der BSS richtig ab...

      Der größere Spielraum, sowohl was das Stack angeht und natürlich auch die SHs, macht die BSS auf jeden Fall zur Einsteiger-Strategie meiner Wahl.
      Zudem fährt man damit (auf jeden Fall bei PartyPoker) besser, da jeder der nach SSS aussieht ohnehin so gut wie nie gecallt wird... Und auf den kleinen Limits die Blinds einzusammeln und dafür ein so automatisches und langweiliges Spiel in Kauf zu nehmen, scheint mir nicht gerechtfertigt...

      Wie gesagt, dass ist meine Ansicht auf die Frage, was man nun besser spielen sollte.

      Das Ganze ist sicherlich sehr individuell und stark von der Situation und dem Pokerraum abhängig. Nur habe ich den starken Eindruck, dass zumindest bei PartyPoker die BSS in den kleinen Limits wesentlich wirksamer ist, als die SSS...

      Gut, ich hoffe, jemand hat Lust, dazu Stellung zu beziehen, oder mich vor folgenschweren Fehlern zu bewahren... :f_biggrin:

      Bis dahin,

      viel Erfolg

      LoyalFlush
  • 19 Antworten
    • Alpo
      Alpo
      Bronze
      Dabei seit: 06.04.2008 Beiträge: 341
      Hallo,

      deine Gedanken sind soweit nachvollziehbar, allerdings berücksichtigst du einige wichtige Punkte dabei nicht:

      1. 100 Hände sind keine Samplesize!
      2. mit der SSS spielst du kleinere Stacks, ergo höhere Limits bei gleichem BRM
      3. mit der SSS kannst du mehr Tische spielen, weil sie weniger Aktionen von dir fordert.

      Dass mit der BSS eine höhere Winrate/Hand möglich ist, stimmt. Allerdings ist unter Berücksichtigung von 2. und 3. ist deine Winrate/Zeit mit der SSS eventuell höher und du wirst mehr Rake, also auch mehr Rakeback generieren.

      Was du spielen solltest: Das, was dir mehr Spaß macht :f_grin:
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Ich spiele derzeit auch Party und zwar meistens SSS bis NL400. Und ich kann dir sagen, dass man mit der Startegie sehr gute Gewinne einfahren kann.

      BSS spiel ich auch öfters mal, aber eher nur zur Abwechslung und meistens nur NL50, klappt aber auch ganz gut.

      Also kann man sagen, dass beide Strategien gewinnbringend sind, wer hätte das gedacht ;)

      Ich würd dir empfehlen doch wieder SSS zu spielen, weil du da weniger Fehler machen wirst, als BSS und vor allem sind Fehler bei BSS viel teurer als bei SSS. Das sollte imo der Hauptgrund sein, warum man mit SSS anfängt. Die Strategie ist etwas leichter zu erlernen, darum solltest du meiner Meinung nach wirklich erstmal SS spielen und nicht nur 1k Hände, denn 1k Hände sind nichts. Du musst dich intensiv mit der Strategie auseinandersetzen und dich immer zu 100% daran halten. Dann spielst du mal min. 100k Hände und ziehst nochmal Bilanz.

      Und gerade Einsteigern sag ich immer: bitte nicht schon von Anfang an multitablen! Das bringt dir überhaupt nichts. Konzentrier dich lieber auf deine Spielentwicklung. Und das geht nur wenn man wenig Tische spielt. Lass auch besser erstmal die Stats weg. Versuch ohne zurecht zu kommen. Man kann auch ohne Statistiken Ranges schätzen. Das alles bringt dich schnell weiter. Du kannst dann später immer noch Stats verwenden und Multitablen und auch auf BSS umsteigen. Erspiel dir mal ne ordentliche BR und dann überleg dir den Wechsel nochmal. Vielleicht gefällt dir die SSS sogar so gut, dass nicht mehr wechseln willst.
    • LoyalFlush
      LoyalFlush
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2009 Beiträge: 79
      Hallo Alpo,

      danke für deine Antwort,

      klar 100 Hände sind keine Samplesize...! :f_biggrin:

      zu 2) Das Problem, was ich derzeit habe ist, dass meine BR nicht für NL 0.05/0.10 ausreicht und es bei PartyPoker nicht möglich ist auf NL 0.02/00.4 sich mit 20 BB einzukaufen - min. Buy-In sind da 2 $... Also schlechter Start für die SSS...

      Da bleibt mir im Moment nur die BSS, da ich bei SSS auf dem Limit echt die Krise kriege...

      Mein Plan ist mit der BSS auf 0.01/0.02 zu spielen, bis ich auf ca. 100 $ bin und dann das Limit zu erhöhen. Klappt es da immer noch genauso gut wie auf dem vorherigen Level, warte ich bis ich 200-250 $ habe. (In der Zwischenzeit werde ich ohnehin noch Geld aus zwei TAF-Aktionen erhalten...) Und dann werde ich einfach schauen... Aber SSS auf PartyPoker bei NL 0.05/0.10 werde ich nicht noch mal machen... Da ist mir einfach zu viel SSS-Traffic. :f_o:

      Dann lieber geduldig mit der BSS weitermachen, bis ich SSS auf 0.10/0.20 ausprobieren kann... Vielleicht verliebe ich mich aber auch so in die BSS und verfeinere diese bis zum Anschlag, dass ich komplett auf SSS verzichte...

      zu 3) Da muss ich dir zustimmen. Nur ich für meinen Teil bin gerne in Aktion. Da kann ich mein Spiel besser üben, und gleichzeitig ist es nicht so verflucht langweilig... :f_eek:

      :f_biggrin:

      Eine Frage habe ich: Wieso sollte der Rake mit SSS höher sein? Ich werfe doch selbst viel mehr Geld in die Pötte wenn ich BSS spiele. Da sollte doch mein Rake in diesem Fall höher sein?!

      Alright,

      Bis dann

      LoyalFlush
    • Mueslirocker
      Mueslirocker
      Bronze
      Dabei seit: 16.03.2009 Beiträge: 1.469
      Warum sind fehler bei der bss teurer als bei der sss ?

      Ob ich 2$ 100 bbs auf nl2 verliere, oder 2$ 20bbs auf nl10, macht keinen Unterschied.

      Ich habe ebenfalls die gleichen Erfahrungen gemacht wie der Threadersteller. Vorher viele tausend Hände mit sss auf nl10 BE rumgedonkt. Danach auf bss nl2 sh gewechselt, und sofort Gewinn gemacht. Ich war nach kurzer Zeit bei 150$, habe eine Weile nl5 gespielt und bin jetzt bei nl10 angekommen (430$).

      Mit der SSS würde ich vermutlich immer noch bei 50$ Bankroll stehen und würde mich langweiligen.
      BSS, gerade SH, macht um einiges mehr fun. :s_cool:
    • Alpo
      Alpo
      Bronze
      Dabei seit: 06.04.2008 Beiträge: 341
      Original von LoyalFlush
      Eine Frage habe ich: Wieso sollte der Rake mit SSS höher sein? Ich werfe doch selbst viel mehr Geld in die Pötte wenn ich BSS spiele. Da sollte doch mein Rake in diesem Fall höher sein?!
      Der Rake ist höher, weil du höhere Limits spielst.

      Nebenbei bemerkt: Ich wollte die BSS gar nicht schlecht reden, habe selbst nie SSS getestet. Das waren nur einige objektive Argumente, die für die SSS sprechen.

      Du solltest selbst ausprobieren, welche Variante dir am meisten zusagt. Profitabel spielen kann man sie alle. Wenn du allerdings mit der BSS anfängst, wirst du dich mit mehr Theorie befassen müssen, als dies mit der SSS zum Einstieg der Fall wäre...
    • LoyalFlush
      LoyalFlush
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2009 Beiträge: 79
      Hallo Renne,

      danke für deine Antwort.

      Deine Einwände machen Sinn.

      Nur bin ich da recht hin und her gerissen, was meinen Umgang damit angeht. Ich sträube mich ein wenig, deine Situation (NL400) auf meine (NL0.02) zu übertragen... :f_cool: Ich hoffe, du kannst das nachvollziehen...

      Auf den kleinen Limits wird soviel rumgedonkt, dass ich selbst, wenn ich mit der SSS mal ein AA auf die Hand kriege einen Bilderbuch-BadBeat à la 86 Doppelpaar bekomme... :s_mad:

      Zudem sind die Spieler in den unteren Limits so vertraut mit der SSS (selbst wenn sie diese selbst nicht anwenden mögen), dass wenn jemand, der 95 Hände nacheinander weggeworfen hat plötzlich auf 5 BBs raist, diese unter Garantie nicht callen werden... Gut, wie gesagt, das sind meine Erfahrungen. Du hast schon wesentlich mehr Hände hinter dir als ich, aber ich glaube nicht, dass ich mich durch einen Monat Automaten-SSS auf NL0.02 quälen kann.

      Auf der anderen Seite habe ich noch eine Frage an dich:

      Meinst du nicht, dass ich ebenso gut die BSS zu 100% erlernen und perfektionieren könnte? Ich sehe da keinen großen Unterschied. Die BSS ist komplexer, gut. Aber die SSS ist dafür so extrem simpel, dass da wirklich nicht viel zu lernen ist. (Sorry, das klingt vielleicht ein wenig überheblich, aber ich beziehe das auf die SSS an sich - nicht auf andere Faktoren, die auch in anderen Strategien Anwendung finden. Wie z.B. Pot-Odds, Odds, Bets, ICM, Check-Raises, Steal-Raises etc. etc. - Denn diese fortgeschrittenen Techniken brauche ich in jeder Strategie...)

      Bis dann

      LoyalFlush
    • chrischiberlin
      chrischiberlin
      Bronze
      Dabei seit: 05.12.2007 Beiträge: 13.112
      solang es leute gibt, die dich mit 86 callen, wirst du mit der sss immer gewinn machen können.
      wie du schon sagtest: auf den limits wird soviel rumgedonkt - genau davon pofitiert die aggressive, tighte spielweise der sss.

      bss zu lernen ist sicher auch nicht verkehr. wenn du die bankroll hast, würde ich dir das auch empfehlen :)
    • dermichael1
      dermichael1
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2009 Beiträge: 12
      Bei mir sind die Startbedingungen deutlich anders, da ich cashgames eigtl. v.a. auf partypoker spiele mein Startkapital aber auf 888.com liegt, wo ich eher sng und so spiel - hatte eigtl. nur 10€ eingezahlt um die freerolls spielen zu können, weil die bei party so fein sind und hab mir dann überlegt da mal die sss zu probieren (daher also auch die mikrolimits) und meine erfahrung: sss ist total super - einfach abc-pokern und man kann problemlos multitablen und gleichzeitig simpsons schaun (hört mal weg profis :D ) das nette ist, dass die Mathematik dir kaum eine chance lässt zu verlieren. Wenn man alles zu 100% befolgt, was in den Artikeln steht und man brav AJ folded und so weiter dann gehts ja nur kurzzeitig schief - hab zwar auch schonmal ein paar all-ins mit assen am stück verloren, aber einfach durchziehn und alles wird gut :-)

      Wenn ich direkt nach nem aufdoppler ne nette hand gekriegt hab und bevor ich vom tisch aufstehn konnte plötzlich bigstack war hab ich das zwar manchmal auch ein bissl probiert weiterzuspielen, aber ich sag ganz ehrlich: das ist komplizierter und da riskier ich zu viele fehler zu machen.

      Wenn du aber das Gefühl hast, dass sss langweilig ist und du mal ein paar plays auspacken willst und so (dafür ist da wirklich nicht viel raum), dann zock sng/mtt nebenbei - dann darfste auch endlich mal wieder 27o pushen wenn dir das fehlt :-P
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Was ich dir mit NL400 sagen wollte ist, dass wenn man SSS noch auf NL400 gut spielen kann, kann man das auf den niedrigeren Limits umso besser. Du brauchst dir da keine Sorgen machen. Wichtig ist, dass du dich zu 100% an die vorgegebene Strategie hälst, dann wirst du schon sehen, dass die Strategie auch bei dir funktioniert. Du musst einfach nur Geduld haben. Auf 1k Hände kann alles passieren. Du musst deutlich mehr Hände spielen, damit du siehst, wie gut die Strategie eigentlich funktioniert. Denn nur auf viele Hände gleicht sich das Glück und Pech mal aus. Darum darfst du nicht jetzt schon zweifeln. Klar wirst du auch Fehler gemacht haben, macht ja jeder am Anfang, du musst aber am Ball bleiben, dann klappts auch.

      Ich denke, dass SSS der bessere Einstieg ist, weil man ja anfangs noch recht viele Fehler macht und bei der BSS kommen solche Fehler einfach teurer, darum würde ich erst mit der SSS meine BR ordentlich aufbauen. Vorallem kannst du mit BSS aufgrund der geringen BR nur ganz kleine Limits spielen, was bedeutet, dass du noch länger brauchst, um mit deiner BR voranzukommen. Wird etwas dauern, bis man mal über 200$ BR etc. kommt, aber da muss man einfach durch, das ist halt so, ging mir nicht anders. Wenns dann mal läuft, merkt man erst so richtig, dass die SSS doch ne recht coole Sache ist. Wenns dir dann doch nicht gefällt, kannst du immer noch auf BSS umsteigen, nur dass du dann schon etwas mehr Ahnung von Poker hast und dir leichter tun wirst. Ein weiterer Vorteil ist, dass du dann als BS schon recht genau weißt, wie ein SSSler tickt. Das wird dir den Umstieg dann noch erleichtern, denn wie du weißt, gibts auf den niedrigen Limits doch recht viele SS-Spieler und die gewinnen ihr Geld meist eben von BSSlern. Darum bringt dir das viel mehr, als du denkst, weil du besser gegen SSSler adapten können wirst, je nach dem wie lange und intensiv du dich mit SSS beschäftigst halt. Und es gibt nur wenige BSler, die gut gegen SSSler zurechtkommen.

      Letzten Endes solltest du dich dann im Endeffekt aber für jene Strategie entscheiden, die du lieber magst. Ich sprech hier lediglich vom Einstieg.

      Achja, denk dran, nicht jeder 20BB-Spieler ist automatisch ein SSSler. Und auch jene die wirklich SSS spielen, können es nicht wirklich gut, weil fast jeder von der Startegie abweicht, der eine mehr, der andre weniger. Darum bist du, wenn du dich zu 100% an die Strategie hälst, im Vorteil. Von der Tischauswahl ists öfters mal etwas schwierig, darum musst du genau schaun, ob die SS-Spieler auch wirklich SSS spielen, ansonsten kannst du sie nämlich ignorieren und musst sie nicht als SSSler zählen.
    • MeiBra
      MeiBra
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 849
      Original von LoyalFlush

      Auf den kleinen Limits wird soviel rumgedonkt, dass ich selbst, wenn ich mit der SSS mal ein AA auf die Hand kriege einen Bilderbuch-BadBeat à la 86 Doppelpaar bekomme... :s_mad:

      vs

      Zudem sind die Spieler in den unteren Limits so vertraut mit der SSS (selbst wenn sie diese selbst nicht anwenden mögen), dass wenn jemand, der 95 Hände nacheinander weggeworfen hat plötzlich auf 5 BBs raist, diese unter Garantie nicht callen werden...
      Was denn nun? Werfen die jetzt weg, oder callen die mit jeden Crap, beides gleichzeitig geht ja nicht... ;)
    • LoyalFlush
      LoyalFlush
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2009 Beiträge: 79
      Hallo MeiBra,

      entschuldige:

      Ich hätte das deutlicher differenzieren sollen:

      I) "Auf den kleinen Limits wird soviel rumgedonkt, dass ich selbst, wenn ich mit der SSS mal ein AA auf die Hand kriege einen Bilderbuch-BadBeat à la 86 Doppelpaar bekomme... "

      ---> bezieht sich auf den mittelgroßen Anteil von Small- bis Mid-Stacks, die den Donkey spielen....

      II) "Zudem sind die Spieler in den unteren Limits so vertraut mit der SSS (selbst wenn sie diese selbst nicht anwenden mögen), dass wenn jemand, der 95 Hände nacheinander weggeworfen hat plötzlich auf 5 BBs raist, diese unter Garantie nicht callen werden..."

      ---> bezieht sich auf den größeren Anteil von Bigstacks und SSSlern, die eine ungefähre Vorstellung von dem haben, was sie da tun...

      Ich habe da unbedachterweise verschiedene Spielertypen beschrieben, ohne dies eingehend zu kennzeichnen...

      Bitte verzeihe mir meine Unaufmerksamkeit. :f_biggrin:
    • LoyalFlush
      LoyalFlush
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2009 Beiträge: 79
      Hallo Renne,

      danke für deine ausführliche Antwort.

      Ich gebe zu, dass ich dir nicht widersprechen kann und will. Deine Erfahrung allein spricht schon dagegen.

      Ich habe ja eingangs schon versucht deutlich zu machen, dass ich nicht behaupten möchte, dass SSS nicht funktioniert. Die Anzahl derer, die damit profitabel spielen belegt schon das Gegenteil.

      Aber ich habe eine Frage: Wie viele Hände sollte ich denn in etwa nach SSS spielen, bis ich mir ein objektiveres Bild davon machen kann?

      Mein Problem ist einfach, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass sich der grundlegende Umgang mit SSS-Spielern auf den kleinen Limits ändert, wenn ich nur mehr Hände spiele. Wie ich oben schon beschrieben habe, ist das Hauptproblem, dass wenn ich streng nach SHC spiele, wenn es ganz mies kommt, schon mal 98% meiner Blätter wegwerfen muss. Wenn ich dann allerdings weiter nach SHC spiele und im richtigen Moment einen PF-Raise durchziehe, verabschieden sich (in den allermeisten Fällen) fast alle Gegner aus dem Pott. Ich würde es ja nicht anders machen... Wenn ich jemanden auf SSS setze, dann weiß ich ja einfach, dass er nur die allerstärksten Hände spielt. Selbst wenn ich in einem Fall dann, sagen wir, ATs halte, werfe ich für diese eine Runde von 80-90 anderen Runden, einfach mal mein Blatt weg. Den kleinen Verlust kann ich ja durchaus erleiden, wenn ich nach BSS spiele und generell 20-30% der Hände in 5-15% der Fälle (oder mehr, wenn die Gegner es zulassen und ich sie aus dem Pott bluffen kann) (sehr) profitabel spielen kann.

      Dieser Erfahrung bin ich hier im Forum schon oft begegnet und kenne persönlich auch einige andere Leute, die ganz ähnliche Erfahrungen mit der SSS gemacht haben.

      Da ergibt sich einfach ein generelles Problem: Meine BR wird immer schmaler, da die Blinds permanent an ihr fressen. Dann bekommt man eine starke Hand und selbst wenn ein, zwei Gegner nach dem PF-Raise immer noch dabei sind, gehen diese dann entweder am Flop raus, wenn sie diesen nicht getroffen haben, weil sie ja davon ausgehen, dass ich entweder ein Set getroffen habe oder mindestens Top- oder Überpaar auf der Hand habe... und ich sammele die Blinds oder 5-10 cent ein...

      Dann gibt es ja auch noch den Fall, dass ich selbst nicht den Flop treffe und entweder aufgeben muss oder bei 11-15 outs im Game bleibe und trotzdem nicht meinen Draw treffe... Oder ich habe die Über-Nuts auf der Hand, kann aber den Pot gar nicht mehr aufblähen, weil ich ja nach SSS nur den 20-fachen BB habe und nach PF-Raise schon mindestens 4-5 davon verballert habe... Oder ich habe eine mittelstarke Hand, die ich Post-Flop schützen will. Wie mache ich das denn, mit 10-15 BB auf der Hand? Jeder der einen Draw auf Drilling, Straße, Flush etc. hat und einigermaßen loose unterwegs ist, callt das...

      So oder so, habe ich den Eindruck, dass ich mit der SSS im Regelfall viel mehr Geld verliere, als ich gewinne. Und selbst wenn ich regelmäßig gewinne, dann nur so kleine Pötte, dass der Aufwand für mich nicht gerechtfertigt ist.

      Mit der BSS fahre ich einfach besser. Ich habe so oft schon Hände, die ich normalerweise in die Tonne gehauen hätte so dermaßen ausgezahlt bekommen. 22 auf der Hand, 2TK auf dem Flop. Pott aufgebläht und abgesahnt...

      Oder QJo auf der Hand. Flop KA5 - die Min-Bet gecallt- Turn T...

      Mein Eindruck ist einfach, dass ich viel mehr Gelegenheit bekomme zu spielen und was noch entscheidender ist, durch meinen großen Stack auch in der Lage bin große Gewinne einzufahren.

      Klar, auf der anderen Seite reichen drei bis vier BadBeats aus, um 10$ zu verlieren... Ich denke allerdings, dass die größte Tugend bei der BSS ist, nicht zu tilten. Denn wenn man einigermaßen bei Verstand ist, weiß man, was man spielt...

      Also, es freut mich, dass du mit der SSS Erfolg hast. Nur habe ich einfach eine so große Hemmung dagegen entwickelt, zu glauben, ich könnte nur durch die Anzahl der Hände, die ich spiele grundlegende Reaktionsmuster meiner Gegner verändern...

      Na,ja - außerdem muss ich ja auch meine Boni freispielen. Wie lange soll ich denn da mit SSS auf NL2 rumeiern, bis ich mal aufsteigen kann um mehr Rake zu haben? Mit der BSS muss ich nur 5-10 Stacks gewinnen und kann im Level aufsteigen...

      Vielleicht hast du ja mal einen Graphen deiner Spiel-Entwicklung, den du hier mit ein paar Worten posten könntest. Vielleicht leuchtet es mir ja dann ein...? :f_biggrin:

      Danke

      Bis dann

      LoyalFlush
    • Bierb4ron
      Bierb4ron
      Black
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 21.096
      Meine BSS-Graphen sehen immer aus wie der Mount Everest.
      Und das bringt mich zum Ende des Tages hart auf tilt.

      Bei SSS ist man natürlich auch auf Glück angewiesen und hat swings, aber da berührt es mich nicht so toll...
      Hab ich nen Suckout an einem Tisch, gewinn ich an einem der vielen anderen Tische gleich wieder...

      100BB wieder aufholen is hart.... da fehlt mir klar die geduld für BSS.
    • SUPo003
      SUPo003
      Silber
      Dabei seit: 19.11.2006 Beiträge: 203
      @ LoyalFlush


      I) "Auf den kleinen Limits wird soviel rumgedonkt, dass ich selbst, wenn ich mit der SSS mal ein AA auf die Hand kriege einen Bilderbuch-BadBeat à la 86 Doppelpaar bekomme... "


      das hat für mich wenig mit der SSS o. BSS zu tun. ich müßte schon der größte vollpfosten auf der erde sein wenn ich diese bet nicht mit etwas besseren als AA/KK calen möchte.

      ich habe in einem anderen thread gelesen das viele BSS multi tabling spieler fast die selbe starthandcharts benutzen.gerade beim multitabeln sagen sie bringt man mehr fehler ins spiel wenn mann seine handrange erhöt.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Bei der BSS spielt man auch nicht viel mehr Hände als SSS. Da spielt man halt noch die kleinen Pockets und ein paar SC etc. aus den späten Positionen. Der einzige wesentliche Unterschied ist das Spiel nach dem Flop. Bei SSS ist am Flop meist die letzte Entscheidung zu treffen. Bei BSS ist am Flop noch lange nicht Schluss. Da hat man vielfälltigere und auch oft schwierigere Entscheidungen zu treffen, wo Fehler auch teurer bestraft werden, als bei SSS. Also glaub nicht, dass du bei BSS ganz anders spielst, es ist nicht viel Unterschied von der Kartenauswahl.
      Man kann dafür auf der anderen Seite von Fehlern der Gegner mehr profitieren. Haben halt beide Strategien Vor- und Nachteile. Zum Anfangen ist aber die SSS klar die bessere Wahl, weils einfacher zu spielen ist und gerade am Anfang macht man ja mehr Fehler. Darum ist SSS, zumindest für mich, klar die erste Wahl.

      Und das SHC ist sehr gut, und man kann, wenn man sich wirklich daran hält, schon sehr gute Gewinne einfahren, langfristig. Kurzfristig kommt es öfters mal vor, dass man nie Action kriegt, außer man ist geschlagen. Das ist halt so. Es dauert halt, man muss Geduld haben, auch wenns schwer fällt. Da muss man durch. Ich hab auch mit 50$ angefangen und es hat auch bei mir lange gedauert. Ich hab auch hier und da mal gezweifelt, weil ich einfach nicht voran kam (von der BR her). Ich hab aber einfach weitergemacht, bis es dann begann Früchte zu tragen.

      Also kurz:
      x Du musst vieeel Geduld haben.
      x Samplesize ist alles, kurzfristig kann alles passieren (min 100k Hände)
      x Halte dich an die vorgegebene Strategie (zu 100%, auch wenns mal schwer fällt) und entwickel dich weiter, also stetig weiterlernen (durch Steals/Resteals, SC Pushes, Squeezes usw... kommen nach und nach die Feinheiten dazu, die dein Spiel verbessern werden)
      x Schau nicht dauernd auf deine BR, blend sie am besten aus, während du spielst. Denk überhaupt nicht an Geld. Setz dir deine Ziele anders. Versuch einfach möglichst gut zu spielen. Wenn du verlierst, denk darüber nach, ob du richtig gespielt hast, nicht wieviel deine BR jetzt wieder geschrumpft ist. Ist sicher schwer und wird ne Weile dauern, bis das in den Kopf reingegangen ist. Vielleicht hilft dir die Psychologiesektion weiter. Mir hat der Inhalt dort schon weitergeholfen, auch wenn ich anfangs skeptisch war.
    • SUPo003
      SUPo003
      Silber
      Dabei seit: 19.11.2006 Beiträge: 203
      @ Renne01

      deinen letzten punkt ist nach der weiterbildung von entscheidenter bedeutung.
      bin 2 mal bankrott gewesen durch falsches spiel,suck outs dadurch tilt und dann wollte mann unbedingt das geld das man gerade verloren hat wieder reinholen.ergo ging die BR immer weiter in den keller bis man mit nichts da stand.

      bis dann
      immer ein gutes blatt

      SUPo003
    • CalaOL
      CalaOL
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2008 Beiträge: 66
      Nicht das ich irgendwie ein Experte bin :f_confused:

      Aber um welche Uhrzeiten spielst du hauptsächlich?

      Es ist tendenziell schon ein starker Unterschied, ob du morgens
      zwischen 5.00 - 8.00 oder abends 17.00-20.00 Uhr spielst.

      Ich versuche, wenn irgendwie möglich, zu US-Spätabend Zeiten zu spielen
      und erlebe dort echt die heftigsten Donk-Paraden, was dir als SSS ja
      zu gute kommt. Da muss man sich nur vor anderen deutschen SSSlern in
      Acht nehmen :s_biggrin:

      Aber ich kann dein Gefühl sehr gut nachvollziehen.
      Da tilten sich die Leute gegenseitig 100BBs um die Ohren
      und sobald man selber mal 4BB raised foldet alles sofort weg.

      Auf Lange Sicht ist ein Steal mit AA auch ein Gewinn ;-)
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      @SUPo003
      Jaja, das Problem hat glaub ich jeder schon mal gehabt, dass er sein verlorenes Geld sofort wieder reinholen wollte, nur dass einige halt gerade noch die Notbremse ziehen können.
      Tilt ist ein wirkliches Schreckgespenst, darum ist es wichtig nicht an Geld zu denken, immer positiv denken und versuchen fehlerfrei zu spielen. Das Geld kommt dann mit der Zeit von ganz alleine. Und wenn man merkt, dass man die Kontrolle verliert, einfach sofort alle Tische zu, egal wo man gerade sitzt. Dann aus und weg vom PC. Manche werden sich denken, dass das übertrieben sei, aber das ist das beste was man tun kann.

      Von den Tageszeiten her, ist es morgens leichter als abends, hängt aber auch von der Plattform ab. Ich spiel, wenn ich frei habe, eine Session am morgen und eine am abend und muss sagen, dass es am Abend nicht wesentlich schwieriger ist.
    • Chrizlle88
      Chrizlle88
      Bronze
      Dabei seit: 16.12.2008 Beiträge: 370
      HI ,
      ich will jetzt auch mal was Pro-SSS hier sagen ! Also ich habe jetzt insgesamt ca 110k Hände Overall SSS gespielt (ich weiss dass es nicht viele sind) , und ich bin von der SSS vollkommen überzeugt. Ich glaube ein riesiger fehler bei vielen Leuten ist , dass sie solche Strategien nach 1k Händen schon anzweifeln . Ich habe auch erst nach 10k Händen die ersten "richtigen" erfolge gespürt . Ich hatte auch downswings (habe 11 mal Kings nicht mehr gewinnen können) Aber die SSS ist echt Idiotensicher , man bekommt einen "Arbeitsplan" auferlegt mit gewissen Regeln und Gesetzen und muss diesen einfach nur stupide befolgen ! Manche Leute brauchen gerade diese(wie ich zbsp) , andere wiederrum kommen damit gar nicht klar und wollen ihren freiraum. Aber man muss dazu auch betrachten wofür man die SSS nutzt ?! Ist es nicht so , dass man die kleinen Limits so schnell wie möglich schlagen will ? Und gerade als Anfänger ist es wichtig hier eine "einfache" , "sichere" und "schnelle" Strategie zu haben mit der man die Limits aufsteigen kann . Wenn du NL50 oder NL100 dann mit der SSS immernoch schlägst , dann ist es ja auch dir überlassen deinen Individualismus zu nutzen und zbsp zu BSS oder FL etc umzusteigen.

      Ich sehe die SSS daher eher als einen Wegbereiter für Anfänger in die Onlinepokerwelt !

      Ich persönlich spiele die SSS weiter , weil es einfach sicheres Geld ist was Online rumliegt und eingesammelt werden will. Natürlich gehört im Aufstieg in den Limits auch mehr Content dazu , aber diesen Content braucht man falls man BSS spielen will sowieso !



      Und für alle denen 100k Samplesize viel erscheint. Man kann durch Multitabling (9 oder 12 Tische spiele ich) sowas von viele Hände in der Stunde shreddern , ich glaube bei 800 H/std. liegt mein Durchschnitt. Deswegen werdet ihr auch verstehen warum 1k Hände keine Samplesize sind.


      Grüße aus Hamburg