Implieds bei 3bet Coldcall gegen zwei Spieler mit kleinen PP

    • Quixote
      Quixote
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2007 Beiträge: 160
      Aus dem Artikel: http://de.pokerstrategy.com/strategy/bss/1572/2/

      Ausgangssituation:
      UTG raist pf, wir sitzen mit einem kleinen Pocket am Button...


      "…du coldcallst und einer der Blinds 3-bettet? Dann kommt es drauf an. Grundsätzlich gilt: Ein Fold ist ok. Jedoch muss man betrachten, dass du einen Call finden könntest, sollten einige Randbedingungen eingehalten werden:

      * Der Openraiser vor dir callt die 3-Bet. Du bist somit last to act.
      * Du kannst beide Spieler als loose und idealerweise als schlecht einstufen.
      * Du kannst dir hohe implied Odds geben.
      * Ist die Call20-Regel eingehalten (was gegeben ist wenn beide Spieler im Pot bleiben), kannst du dich aufgrund deiner Position für einen Call entscheiden."

      Meine Frage ist nun, wann man wirklich mit guten Implieds rechnen kann

      Wenn die Spieler loose sind, dann sinken Implieds aufgrund ihrer weiten Range mit der sie 3beten/callen. 3betet aber ein tighter Spieler, dann können wir häufig von einem Monster ausgehen, das uns bei einem Hit ausbezahlt und kriegen gute Implieds. Das würde dem Artikel aber widersprechen.

      Andere Meinungen?
  • 7 Antworten
    • mkei07
      mkei07
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2007 Beiträge: 157
      loose player bzw. schlechte Spieler gehen aber auch mit mid pair gutshots etc. in einem 3 bettet Pot broke. Tighte wohl eher nicht.
    • Quixote
      Quixote
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2007 Beiträge: 160
      Tighte Spieler haben aber selten ein Midpair oder Gutshot, sondern häufig ein Overpair am Flop und werden sich kaum von ihrer Hand trennen. Die Implieds sind deshalb höher. Das findeste auch in allen anderen Artikeln und ich finde es auch absolut einleuchtend.
    • Quixote
      Quixote
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2007 Beiträge: 160
      Eine einzige Reaktion? Ist die Situation so klar? Hab ich nen Denkfehler? Wurde das Thema bereits zerkaut? Ist da draußen noch jemand?
    • feYVGaMbLe
      feYVGaMbLe
      Bronze
      Dabei seit: 18.05.2007 Beiträge: 478
      Original von Quixote
      Meine Frage ist nun, wann man wirklich mit guten Implieds rechnen kann

      Wenn die Spieler loose sind, dann sinken Implieds aufgrund ihrer weiten Range mit der sie 3beten/callen.

      3betet aber ein tighter Spieler, dann können wir häufig von einem Monster ausgehen, das uns bei einem Hit ausbezahlt und kriegen gute Implieds. Das würde dem Artikel aber widersprechen.

      Andere Meinungen?
      It depends, wie immer im Poker.

      Es gibt weak-tighte Spieler, die im 3W3betP TPTK auf ugly Flops und OPs mit
      'nem gerigem GAP zum Board folden oder gar nur noch mit Monstersets weiterspielen.
      Es gibt Nits, die bringen jedes OP und TPTK rein und LAGs, die mit
      any Draw und TP ihren Stack reinschieben; genauso wie es LAPs gibt, die nur ab 2Pair+ broke gehen.

      Overall zählt einzig und allein wie light or tight ihre Brokerange in solchen
      Spots ist und das kann von Villain zu Villain sehr unterschiedlich sein, egal ob
      nun tight or loose. Das sind nur Tendenzen.

      Die Stats, aus denen Du - wie ich vermute - erst einmal grob abliesst, mit
      welchem Spielertyp Du es tendenziell zu tun hast, sind da immer nur ein
      erster Anhaltspunkt. Für 'ne komplette Statsauswertung hast Du sowieso
      nicht genügend Zeit und zudem müssen die aus den Stats gewonnen
      Hinweise auch noch mittels Spielerbeobachtung am Tisch unterfüttert werden,
      um 'ne wirklich reliable Informationsgrundlage zu bilden.

      Außerdem können da auch easy Sachen wie Image, Tabledynamik und History mit einspielen.

      Zur Illustration ...

      Beispiel 1: Villain könnte UTG seine Queens auf 'nem dry 34T Flop gegen Villain
      X reinbringen, gegen Dich aber sein OP folden, weil er weiß, dass du Da PRE
      nur auf Setvalue callst und UI keine Aktion am Flop gibst, weil Du JJ+ Preflop selbst ge3bettet hättest.

      Beispiel 2: Genauso gut könnte er selbst nur 'n PP bis TT/JJ halten, das er auf
      Setvalue callt, weil er damit keine 4bet spielen will.
      - weißt Du das, kannst Du die Implieds gegen UTG schon einmal besser einschätzen.

      Beispiel 3: Vielleicht neigt er zum Trapping und coldcallt da auch mal AA, die er
      dann aber auf any Board reinbringt.

      ... etc.

      Das ließe sich nach Belieben fortsetzen und den 3better haben wir jetzt auch noch vergessen.

      All das und vieles mehr gilt es erst einmal einzuschätzen, um sich die nötigen
      Implieds geben zu können und 'n Artikel kann das nicht wirklich hinreichend
      und abschließend darstellen, ohne über ellenlange Ausführungen und
      Beispiele ins Schwafeln zu kommen, so wie es mir passiert ist ;)

      Mach' Dir einfach jedesmal darüber Gedanken, wie loose or tight die Brokerange
      Deiner Gegner eingedenk der Situationsvariablen sein wird.
    • xn321
      xn321
      Bronze
      Dabei seit: 13.01.2008 Beiträge: 9.289
      LAPs?
    • feYVGaMbLe
      feYVGaMbLe
      Bronze
      Dabei seit: 18.05.2007 Beiträge: 478
      Loose-Passive + Plural "S" ;)
    • Quixote
      Quixote
      Bronze
      Dabei seit: 21.03.2007 Beiträge: 160
      Danke für die ausführliche Antwort :s_thumbsup:

      Würde daraus den Schluss ziehen, dass man overall eher selten einen profitablen doppelten CC findet, da man eben die Reads braucht, die du beschrieben hast.

      Was mich noch interessieren würde - bringst du in einer solchen Situation die Brokerange in Verbindung mit dem WTS, oder ist das ein zu spezieller Fall, um eine eine Tendenz herauszulesen?