Bin ich mein größter Feind???

    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      Dies soll jetzt nicht unbedingt ein Flennthread werden, trotzdem möchte ich ein paar Gedanken loswerden. Die Leute die mein Tagebuch lesen, wissen wohl, dass ich mich viel zu sehr über nutzlose Dinge aufrege. Einerseits neige ich manchmal zum tilten, obwohl dies sich mittlerweile etwas beruhigt hat. In meiner Fixed Limit Zeit war das viel schlimmer. Hauptsächlich rege ich mich in sehr unbedeutenden Situationen auf, wo an sich nicht viel passiert ist: nur schlechte Karten, Conti-bets kommen nicht an usw. Bad beats machen mir an sich nur noch etwas aus, wenn ich schon vorher auf 180 bin. Kann es sein, dass die psychologische Grenze mir mehr zu schaffen macht als das Spielen selber? Laut Brathase und Benjo liegen in meinem Spiel auch keinen größere leaks vor. Ich befürchte halt nur, dass der Anblick des vielen Geldes mich mehr beeinträchtig als mir bewußt ist. Auf NL10 oder NL25 war das eigentlich nie ein Problem. Selbstkontrolle dürfte an sich auch nicht unbedingt eine Hürde sein, da es im privaten Leben sehr gut klappt. Kann es sein, dass ich mich selbst zuviel unter Druck setze, das schnelle Geld zu machen? Kann man das in den Griff kriegen oder ist es nur eine Frage des Charakters? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, dass ihm die psycholigische Seite zu sehr zu schaffen gemacht hat?
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    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Hm ich kenne das. Auf den niedrigen NL Limits hat mich das sowas von nicht interessiert. Aber seit ich NL50 spiele, kann es schon manchmal sehr frustrierend sein. Ich mach dann ab und an auch mal total beschissene Moves, ueber die ich mich spaeter aergere. Ueber manche Bad Beats lache ich, ueber manche koennte ich mich echt aufregen. Aber Bad Beats gehoeren dazu. Genauso wie keine Karten zu bekommen. Was mich da eher stoert sind die 2nd Best Hands. Da man doch recht viel Geld verliert. Ich denke allerdings man muss sich nur dran gewoehnen. Trotz einigen schlechten Entscheidungen meinerseits ist meine Winrate bei ueber 4 PTBB/100 was mir zeigt, das ich mit diszipliniertem Spiel doch recht gute Gewinne erzielen kann (auch wenn andere durch diese Limits mit 6 oder mehr PTBB/100 fegen). So ein Private Coaching halte ich da immer fuer eine gute Sache. Man sieht ob man gut spielt und macht keine Tiltsachen. Wenn man dann gesagt bekommt, das man gut spielt, weiss man, woran man arbeiten muss.
    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      Also mit 22k Hände auf NL50Sh sollte ich mich aber so langsam an das Limit gewöhnt haben. Glaube ich müsste einfach mal frühzeitg aufhören, wenn ich merke dass es nicht läuft. Denn zur Zeit bin ich fast breakeven auf NL50, bedingt durch dumme calls und verpasste valuebets. Letztere wahrscheinlich aus respekt vor den großen Geldsummen. Für mich wäre es auch am besten solange auf NL50 zu bleiben bis ich diese psychologische Hürde überwunden habe. Leider fehlt mir auch etwas die Zeit, da ich 8 stunden täglich arbeite ( naja eher auf der arbeit bin) und somit nur abends spielen kann. Wahrscheinlich darf ich mir zuviele Gedankn machen und alle Faktoren nur als puzzle Stück zu einem ganzen Bild sehen -> den Erfolg auf höheren limits. Wenn ich die Hürde hier nicht schaffe, werde ich es wohl auch nie auf höheren Limits schaffen. Nur bin ich leider viel zu sturköpfig und zu ehrgeizig, einen Misserfolg als positive Entwicklung anzusehen. Wie sagt man so schön: Vom Fallen, lernt man gehen.
    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Also 22.000 Hände Break-Even ist schon arg. Ich würde wirklich mal etwas Coaching empfehlen. Entweder von anderen Usern oder eine professionellen Coach. Das ist zumindest eine Investition die sich lohnt. Vielleicht hast du auch einfach nur Leaks in deinem Spiel, welche dann dazu führen, das du tiltest. Ansonsten darf man sich wirklich nicht aufregen. Und wenn du merkst, du spielst nach einer Stunde kein gutes Spiel mehr, dann einfach aufhören.
    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      also ich hatte gestern beim brathasen coaching. er meinte, dass mein Hauptproblem, meine agressionen seien. Gott sei Dank meinte er aber auch, dass ich NL50 und NL100 nachhaltig schlagen könnte. Ergo, HAuptproblem liegt eben im psychologischen Bereich, aber ich denke ich habe heute einen kleinen schritt anch vorne gemacht. Habe nur sehr wenige Karten bekommen, wurde einige Male gebadbeated und trotzdem blieb ich ruhig. Am Wochenende werde ich mal kucken ob mir ein User über die Schulter shcauen kann. Des Weiteren wollte ich eh alle 2 Wochen einen privat coach buchen.
    • OrcaAoc
      OrcaAoc
      Gold
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 4.814
      Ich denke mit sowas haben sehr viele Leute Probleme und das Thema wird insgesammt ziemlich unterschätzt. Demnächst wird wohl 'Professional Poker 3' von Mark Blade rauskommen das genau auf diese Problematiken intensiv eingehen wird. Da der erste Teil der 'Proffesional Poker' Serie von sehr vielen Spielern als sehr gut eingeschätzt wird kann man das wohl guten gewissens kaufen sobald es da ist.
    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      Das Problem ist halt, dass ich nicht wirlich weiß was mein Hauptproblem ist. Entweder bin ich zu gierig und overplaye meine Hände zuviel, da ich auch overbets am river calle. Andererseits habe ich mich letzter Zeit gut im Griff, da ich mich nicht aufrege und ruhig bleibe und trotzdem mache ich diese dummen Fehler. Ist es mangels Konzentration, Ungedult auf einen besseren Spot und Aussicht auf das schnelle Geld oder alles zusammmen???? Ich weiß es nicht. Oder es kann sein, dass ich nicht mit den großen Beträgen umgehen kann. Wenn Professional Poker 3 wirklich diese Themen anschneidet, muss ich es mir wahrscheinlich kaufen, um mich zu verbessern.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.401
      Druck von innen ist ein sehr großes Problem. Ich kenn es sehr gut, besser als die meisten hier. Ich betreibe Sportschiessen im D-Kader, also Leistungssport. Schiessen ist bei gut antrainierter Technik im Wettkampf 90% Psychologie und 10% Technik. Wie kommt es, dass ich im Training über Bundesligaschnitt schiesse, im Wettkampf weit unter dem Ligaschnitt? Psychologische Barrieren. Ich bekomme sehr viel Druck von aussen, Presse, Familie, Mannschaftskollegen, Neider. Der Druck existiert aber nicht wirklich, ich bilde ihn mir nur ein. Mein Gedanke bei einem schlechten Schuss ist "was denken die Zuschauer jetzt?" Richtig wäre: "Wo lag der Fehler?" Ich werd jetzt daran arbeiten, dass mir alles scheissegal sein wird, was andere denken, welchen Platz ich belege, was für nen Ligaschnitt ich hab. Viele haben damit kein Problem, ich schon. Wer damit kein Problem hat, hat aber meistens ein anderes Problem: Sich selbst. Und das greift dann auch im Poker. Druck von aussen im Poker ist selten, ausser ihr habt irgendwelche Neider die euch verlieren sehen möchten, wenn ihr Schulden möglichst schnell durhc Poker bezahlen müsst o.ä. Das Ich ist aber immer da. Ich hab verloren, ich spiele schlecht. Ich spiele schlecht, also verlier ich usw. Das wird man natürlich auf sich selbst wütend, regt sich auf, was in schlechtem Spiel resultiert, ich verliere, ich spiel schlecht. Ich persönlich bin AUSSERHALB von Poker ein sehr gelassener Mensch. Ich bleibe IMMER ruhig, lass mich nicht aus der Ruhe bringen. Mittlerweile auch nichtmehr von schlechten Schüssen im Sport. Dass ich beim Poker so an meine Grenzen komme hat mich sehr überrascht. Poker zeigt einem das wahre Ich, und deshalb bin ich über jeden Tilt, jeden Down froh. Nutzt den Down um mehr über euch zu erfahren, an euch zu arbeiten und um ihn irgendwann nichtmehr an euch ranzulassen.
    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      @ chauchau der letzte Teil, den du anschneidest habe ich mittlerweile auch veriinerlicht und ich muss es sagen, es hilft wirklich. Seit 3 Tagen rege ich mich über keinen Bad Beat mehr richtig auf. (Paar Sekunden vielleicht) Das mit dem Leistungssport kenne ich nur zu gut. Ich war selbst in den Jugendnationalkadern vom Schach und Basketball und der Druck, der von außen auf dich zuschlägt ist enorm. Grade dann wenn niemand an dich glaubt. Umso größer ist dann die Enttäuschung, dass du zwar dem Kader angehörst, aber nie ein Spiel bestreiten kannst. Und genau dieser Umstand hat mich auch im Poker verfolgt, der Angst wieder zu scheitern. Mittlerweile habe ich eingesehen, dass ich nie wirklich scheitern kann. Alles gewonnene Geld ist ja eigentlich schon Bestätigung. Da ich arbeitsbedingt nicht viel spielen kann, wird es auch etwas länger dauern bis ich die Limits hochklettern kann. Gott sei dank scheine ich psycholigische Hürde doch Schritt für Schritt zu meistern und es ist mir auch egal ob Noobs, die erst 2 Wochen spielen mittlerweile ne höhere BR haben. Ich werde einfach mein Ding durchziehen und nicht emhr auf andere achten. Danke trotzdem an alle, die sich diesen Thread angenommen haben. Es ist wirklich wie eine Erleichterung, wenn man sich die Dinge von der Seele schreiben kann.
    • Vyntar
      Vyntar
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2007 Beiträge: 87
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    • Destolon
      Destolon
      Bronze
      Dabei seit: 29.04.2006 Beiträge: 4.204
      ganz ähnliche Gedanken hab ich in letzter Zeit auch öfters, konkret gehts um den aufstieg 2/4, den ich jetzt erneut angreifen will. 1/2 geht ganz easy, gute winrates, fast alle die zuschauen (incl. PS.de private coaches) bestätigen mir auch dass ich keine größeren leaks habe. Ganz nette Koinzidenz, dass heute morgen im Seminar ein Referat über MBSR (Mindfulness based stress reduction) gehalten wurde. Dabei wurde einiges angesprochen, was man meiner Meinung nach auch fürs Pokern sehr gut gebrauchen könnte, evtl ein Ansatz um Tilt tatsächlich ein stückweit vorzubeugen, oder aus der Tilt Falle wieder rauszukommen. Eigentlich ist dieser Ansatz gedacht für Leute mit chronischen Schmerzen, die auf keine diagnostizierbare somatische Ursachen zurückgehen. Diese Leute stehen sich meist durch ungünstige kognitive Muster sprichwörtlich selbst im Weg. Ein Weg hierraus ist MBSR und wir hatten eine Patientin da, die das im Rahmen einer Studie mitgemacht hat (ist noch ein recht neues Verfahren das gerade zwecks Kassenzuzahlung wissenschaftlich überprüft wird) und diese hat ziemlich positiv davon berichtet. Vielleicht schreib ich da mal ein bisschen mehr zu und wie ich meine einiges aufs Pokern übertragen zu können. Ich bin mir nämlich recht sicher, dass es Blockaden solcher Natur sind, die mir gute winrates auf 2/4 bisher versagt haben. Und ich finde hier wird es erst interessant ;)
    • liverdracon
      liverdracon
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2006 Beiträge: 7.792
      Hi Vyntar Kann es sein, dass du Philosophie oder so studierst?? :) Ich habe mir jetzt lange Gedanken über das Problem gemacht und auch mit einem Coach drüber gesprochen. Denke einfach, dass Bad Beats eben zu sehr mit dem Privatleben zusammenhängen oder mit der Charaktereinstellung. Ich habe bemerkt, dass Bad Beats mich sehr mitgenommen haben, wenn es privat schlecht lief ( was leider oft der Fall war ). Habe das ganze zu persönlich genommen und dachte die ganze Welt hätte sich wieder gegen mich verschworen. Schließlich bin ich zu dem Entschluß gekommen, dass Beats halt einfach zum Spiel gehören und ich bin dabei es mir abzugewöhnen. Klar geht das nicht von heute auf Morgen, aber immerhin habe ich mich beruhigt. Denn dadurch erspare ich mir viel Geld und könnte jetzt schneller emporsteigen. Erstaunlicherweise hatte diese Erkenntnis auch eine positive Auswirkung auf mein Privatleben und ich habe wieder die Lust was zu erreichen im Leben. Trotzdem ist es ein Unterschied ob du beats auf NL5 Nl100 oder Nl1000 erhälst solange noch der Bezug zum Geld vorhanden ist. Ich denke man muss sich halt Gedanken machen warum man spielt? Ist es des Geldes wegen? Spaß am Spiel? Oder einfach nur die Erkenntniss das Spiel stufenweise zu beherrschen, bzw der Ehrgeiz sich immer weiter zu verbessern. Denke am Anfang war ich auch sehr auf das Geld fixiert und wollte wie viele hier schnell viel Kohle verdienen. Mittlerweile steht die Verbesserung des Spiel im Vordergrund ( um alte Wunden zu heilen ) Wahrscheinlich bin halt einer, der oft fallen muss, um gehen zu lernen. Ich hoffe ich bin gleich am Punkt angelangt um aufrecht stehen zu bleiben und den langen Weg nach oben bestreiten kann ohne wieder hinzufallen.
    • Vyntar
      Vyntar
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2007 Beiträge: 87
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