Bankrollmanagement bei der Bigstack Strategie

  • 25 Antworten
    • Maunzekater
      Maunzekater
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2006 Beiträge: 212
      Hallo, ich habe eine ganze Zeit nach SSS gespielt, bis meine Preflop-Skills für BSS gereicht haben. Jetzt ist meine BR bei $280, ich spiele demnach auf NL10: --- Step 1: NL $0.02/$0.04 Aufstieg auf Step 2: $150 Ihr spielt NL $0.02/$0.04, bis insgesamt $150 auf eurem Account sind. Frühstens dann steigt ihr auf das nächste Limit, NL $0.05/$0.10, auf. --- Meine Frage ist folgende, das wird aus dem Text nicht ganz klar: beziehen sich die $150 auf das Spiel an einem oder auch an mehreren Tischen? Ich mache nämlich grundsätzlich 4-Tabling, da mir sonst zu wenig Action ist und ich unkonzentriert werde. Ich frage, weil in anderen Foren (2+2 etc.) oft davon die rede ist, dass man max. 5-10% seiner BR im Spiel haben sollte. Da ich sehr konservatives BRM betreibe, frage ich mich, ob 4-Tabling auf NL10 bei BSS nicht zu riskant ist. Denn dann habe ich ja $40 im Spiel, was etwa 20% meiner BR entspricht. Im Moment wächst meine BR um ca. $10 am Tag, bei exakt 1h täglicher Spielzeit. Ich fürchte mich nur vor einem Downswing, der dann bei 4 Tischen wohl auch heftiger ausfallen sollte :tongue: LG, Maunzekater
    • dayero
      dayero
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2005 Beiträge: 1.723
      wieviele tische du spielst, hat mit der varianz und deshalb auch mit dem brm nichts zu tun.
    • xanic
      xanic
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 1.439
      Habs nur mal überflogen, da ich jetzt keine zeit hab. Meine es fehlt die "Table-BR". Ist das immer fullstack???
    • xanic
      xanic
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 1.439
      kann einer mal kurz nochwas zu der letzen frage sagen?
    • RobDynamo
      RobDynamo
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 2.125
      Original von dayero wieviele tische du spielst, hat mit der varianz und deshalb auch mit dem brm nichts zu tun.
      Naja, so dumm finde ich es nicht, angenommen du bekommst an 2 Tischen derbe Badbeats kurz aufeinander die dich deinen Stack kosten. Wenn man jetzt tiltet sind mit Pech die 2 anderen Stacks auch weg. Ich meine gut, bei 280$ Bankroll wäre das noch zu verkraften. Aber mit 160$ oder so.... Da fand ich die Idee neulich ganz gut das man bei Limitaufstieg z.B. 2 Table altes Limit+ 2 neues spielt.
    • xanic
      xanic
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 1.439
      Ich meinte eigentlich die geschichte mit Fullstack. Hab ich das richtig verstanden, dass ich bei nl10 mit 10$, bei nl100 mit 100$ an den tisch gehe? gruß markus
    • RobDynamo
      RobDynamo
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 2.125
      Yep, man sollte entweder Fullstack (100BB) oder Shortstack (20 BB spielen) und ja bei NL 10 sind es 10$ und so weiter.
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Kann mir einer erklären, warum man entweder Full Stacked oder Short Stacked spielen soll? O.K., hier auf Ps.de wird nur entweder BSS oder SSS vermittelt, aber deswegen muss das ja nicht der heilige Gral sein. Z.B. findet man auf PS.de auch kein LAG-richtungsweisende Spielweise. Ich persönlich habe (und lerne jeden Tag auf die harte Tour dazu) NL HE per Turnier-Modus erlernt. D.h. ich fühle mich pudelwohl mit 30-50BBs. Ab >60BBs aber nicht mehr. Sowohl SSS wie BSS würden für mich zumindestens pro Tisch anteilig einen Rückschritt der PTBB/100 bedeuten. Natürlich liegt dies nur in enormen Leaks begründet, aber warum eine Middel-Stack-Strategie nicht sinnvoll sein soll, ist mir nicht besonders erklärlich.
    • Valiserthal
      Valiserthal
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 252
      Original von bigj Kann mir einer erklären, warum man entweder Full Stacked oder Short Stacked spielen soll? O.K., hier auf Ps.de wird nur entweder BSS oder SSS vermittelt, aber deswegen muss das ja nicht der heilige Gral sein. Z.B. findet man auf PS.de auch kein LAG-richtungsweisende Spielweise. Ich persönlich habe (und lerne jeden Tag auf die harte Tour dazu) NL HE per Turnier-Modus erlernt. D.h. ich fühle mich pudelwohl mit 30-50BBs. Ab >60BBs aber nicht mehr. Sowohl SSS wie BSS würden für mich zumindestens pro Tisch anteilig einen Rückschritt der PTBB/100 bedeuten. Natürlich liegt dies nur in enormen Leaks begründet, aber warum eine Middel-Stack-Strategie nicht sinnvoll sein soll, ist mir nicht besonders erklärlich.
      Der Grund wird folgender sein: Bei der SSS vermeidest du ein fehleranfälliges Postflopspiel, da du in der Regel am Turn AI bist oder gefoldet hast. Die BSS spielst du, da du dein Postflopspiel sehr gut je nach Gegner, Board und eigenen Karten durch unterschiedliche Betsize sehr stark variieren kannst. Ausserdem zeigt ein Stack > max Buyin an, das man schon was gewonnen hat. Ich denke das macht unterbewusst viel Respekt bei den Gegnern. Weiterhin kannst du mit der BSS Preflop ein wenig looser spielen und Postflop durch deinen großen Stack viel Druck machen auf Average
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Original von Valiserthal Der Grund wird folgender sein: Bei der SSS vermeidest du ein fehleranfälliges Postflopspiel, da du in der Regel am Turn AI bist oder gefoldet hast.
      Richtig, deswegen wird es ja Anfängern hier auch so empfohlen.
      Die BSS spielst du, da du dein Postflopspiel sehr gut je nach Gegner, Board und eigenen Karten durch unterschiedliche Betsize sehr stark variieren kannst.
      Das kann ich grundsätzlich auch mit einem Midstack. Lediglich die Bandbreite der möglichen Spielstile sinkt. Man kann halt nicht einfach mal zwischen TAG,LAG-Smallball,LAG-Longball,Hyperaggressive herumspringen. Aber die meisten erfolgreichen BSS-Spieler von PS.de spielen trotzdem an sich die ganze Zeit TAG. Natürlich sehe ich den Hauptgrund, warum BSS empfohlen wird: Maximaler Profit. Mit einem Midstack hat man vielleicht nur die halbe mögliche Gewinnrate wie mit einem Bigstack Bloß dafür muss man eben auch postflop sehr gut spielen. Solange man das noch nicht macht, so wie ich, was spricht dagegen lieber mit einem Midstack zu spielen, und sukzessive die Wohlfühlgrenze an BBs mit denen man am Tisch sitzen möchte nach oben zu schrauben?
      Ausserdem zeigt ein Stack > max Buyin an, das man schon was gewonnen hat. Ich denke das macht unterbewusst viel Respekt bei den Gegnern.
      Poker ist doch keinen Hahnenkampf. Ob ich Respekt bei den Gegnern hat, kann einen doch schnuppe sein. Natürlich muss man anders spielen, wenn man respektiert wird, als wenn nicht. Aber letzten Endes geht es doch nur darum bessere Entscheidungen zu treffen und somit die $$$ am Tisch abzukassieren.
      Weiterhin kannst du mit der BSS Preflop ein wenig looser spielen und ...
      Ein wenig looser ist doch stark untertrieben. Mit einem BSS kann man extrem loose spielen. Unabhängig davon, selbst wenn man tight spielt, können die anderen gegen einen aufgrund der Implied Odds die man ihnen mit dem BigStack eröffnen trotzdem u.U. sehr loose gegen einen spielen. Mit einem Midstack kann man de facto höchstens semi-loose spielen und die Villains sind auch inkorrekt darin, loose gegen einen zu spielen. Gerade auch deswegen ist es doch gar nicht so verkehrt, wenn man anfängt >SSS zu spielen, sich erst einmal mit sagen wir 40BB einzukaufen. Der hier Anfängern empfohlene NL-SHC z.B. ist an sich perfekt für einen MidStack. Natürlich ist er auch korrekt für einen BigStack, aber dort könnte man halt auch fast any2 spielen.
      Postflop durch deinen großen Stack viel Druck machen auf Average
      Im Turnier richtig, im Cashgame doch aber nicht. Womit soll ein BigStack einen MidStack bedrohen? Entweder ist ein Spielzug +EV oder nicht. Wenn der MidStack broke geht, na dann kauft er sich halt wieder ein. Ich will hier ja gar nicht andere dazu verführen mit MidStacks zu spielen. Ich wunder' mich bloss, warum hier in fast jedem Beispielhand-Thread und auch sonst immer darauf vehement gepocht wird: entweder Full oder Short. (als ob es ein Staatsverbrechen wäre mit einem Midstack zu spielen)
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Um zurück zum eigentlichen Topic zu kommen. Ich empfinde seit langem die BRM-Diskussion hier auf PS.de für unprofessionell. Letzten Endes sind alle BRM-Empfehlungen hier auf jahrelange Praxis zurückzuführen, aber durch keinerlei Rechnung hinterlegt. Dabei ist die erste Frage: Was ist gutes BRM? Meistens wird auf den RiskOfRuin geschaut, aber das ist purer Unsinn. Warum? Der RiskOfRuin ist immer 0, solange man sich überhaupt an ein BRM hält und WinningPlayer ist. Deswegen die bessere Frage: Was ist perfektes BRM? Natürlich das, das den höchstens +EV hat. Sprich, man muss herausfinden, man mit welchem BRM man nach meinethalben 100k Händen die höchste DURCHSCHNITTLICH zu erwartende Bankroll hat. Um diese Frage mathematisch zu beantworten, braucht es nur 2 Parameter: die Gewinnrate und die Standardabweichung (PTBB/100 + StdDev/100). Und es kann darauf an sich nur EINE optimale Antwort geben, nicht das Herumgefusche mit den ganzen persönlichen BRMs hier. Ich habe vor, im Laufe dieser Woche ein kleines Simulationsprogramm zu schreiben, dass ausgehend von diesen beiden Parametern und einem vorgegebenen BRM die zu erwartende Bankroll liefert. Dies sollte helfen die Frage nach dem perfektem BRM zu beantworten. Bevor ich mich in die Arbeit stürze, wollte ich nur das Modell hier dafür abchecken. Meinungen?
    • sammy
      sammy
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 5.315
      Original von bigj Um zurück zum eigentlichen Topic zu kommen. Ich empfinde seit langem die BRM-Diskussion hier auf PS.de für unprofessionell. Letzten Endes sind alle BRM-Empfehlungen hier auf jahrelange Praxis zurückzuführen, aber durch keinerlei Rechnung hinterlegt. Dabei ist die erste Frage: Was ist gutes BRM? Meistens wird auf den RiskOfRuin geschaut, aber das ist purer Unsinn. Warum? Der RiskOfRuin ist immer 0, solange man sich überhaupt an ein BRM hält und WinningPlayer ist. Deswegen die bessere Frage: Was ist perfektes BRM? Natürlich das, das den höchstens +EV hat. Sprich, man muss herausfinden, man mit welchem BRM man nach meinethalben 100k Händen die höchste DURCHSCHNITTLICH zu erwartende Bankroll hat. Um diese Frage mathematisch zu beantworten, braucht es nur 2 Parameter: die Gewinnrate und die Standardabweichung (PTBB/100 + StdDev/100). Und es kann darauf an sich nur EINE optimale Antwort geben, nicht das Herumgefusche mit den ganzen persönlichen BRMs hier. Ich habe vor, im Laufe dieser Woche ein kleines Simulationsprogramm zu schreiben, dass ausgehend von diesen beiden Parametern und einem vorgegebenen BRM die zu erwartende Bankroll liefert. Dies sollte helfen die Frage nach dem perfektem BRM zu beantworten. Bevor ich mich in die Arbeit stürze, wollte ich nur das Modell hier dafür abchecken. Meinungen?
      Naja, der RoR sagt halt aus, wie wahrscheinlich es ist, wenn man auf dem Limit bleibt, Pleite zu gehen. Es spielen die Winrate und die standardabweichung in den RoR mit hinein. Es ist DER entscheidende Wert, wenn es um ein sicheres BR Management geht. Er gibt an, wie viele Stacks man ca. braucht, um sicher auf einem bestimmten Limit spielen zu können. Natürlich steigt man noch entsprechend ab, wenn man zu tief fällt. Das ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme, da der RoR sich bei den von uns empfohlenden BR Managements meistens zwischen 1 und 7% bewegt (Dieser niedrige Wert ist natürlich NUR zu erreichen, wenn man schon gut spielt. Für schlechtere Spieler oder Anfänger wird er automatisch größer, da die Winrate niedriger ist). Das unsere BR Managements nicht auf Mathematik basieren, stimmt einfach nicht.
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Original von sammy Naja, der RoR sagt halt aus, wie wahrscheinlich es ist, wenn man auf dem Limit bleibt, Pleite zu gehen.
      Richtig, und der RoR ist einfach zu berechnen. Aber er spielt keine Rolle, da hier und auch mathematisch korrekt ein "dynamisches" BRM propagiert wird. Vorausgesetzt, es gibt wenigstens ein Limit auf dem man WinningPlayer, und vorausgeseztzt es gibt immer genügend kleinere Limits gibt (dies gilt, z.B. bei Everest kann man $0.00+0.00 für $0.10 Prizepool spielen), ist der RoR 0.
      Es spielen die Winrate und die standardabweichung in den RoR mit hinein. Es ist DER entscheidende Wert, wenn es um ein sicheres BR Management geht.
      Und genau den Begriff "sicheres" BRM attackiere ich. BRM ist eine EV-Entscheidung wie jeder andere Entscheidung eines Pokerspielers. Diese gilt es auch EV-mäßig zu behandeln. (Unabhängig davon, kann man das hier propagierte 20 BuyIn-BRM wohl kaum als sicher betrachten. Dies beinhaltet etwa einen RoR von 5! Soweit ich weiss, hast Du selber ein BRM von 50-60 BuyIns, das immer noch nicht sicher ist).
      Natürlich steigt man noch entsprechend ab, wenn man zu tief fällt. Das ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme
      Das ist keine Sicherheitsmaßnahme, das gehört zum BRM.
      , da der RoR sich bei den von uns empfohlenden BR Managements meistens zwischen 1 und 7% bewegt (Dieser niedrige Wert ist natürlich NUR zu erreichen, wenn man schon gut spielt. Für schlechtere Spieler oder Anfänger wird er automatisch größer, da die Winrate niedriger ist).
      Ich weiss zwar, dass Du deutlich mehr verdienst durch Pokern als ich, aber würdest Du ernsthaft einen RiskOfRuin von 1-7% als professionell bezeichnen. Ich spiele zwar deutlich geringere Stakes als Du, lebe aber davon, ein 1% Risiko ist zu viel!
      Das unsere BR Managements nicht auf Mathematik basieren, stimmt einfach nicht.
      O.K., rechne es mir vor.
    • Face12
      Face12
      Black
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 4.756
      Original von bigj Kann mir einer erklären, warum man entweder Full Stacked oder Short Stacked spielen soll? O.K., hier auf Ps.de wird nur entweder BSS oder SSS vermittelt, aber deswegen muss das ja nicht der heilige Gral sein. Z.B. findet man auf PS.de auch kein LAG-richtungsweisende Spielweise. Ich persönlich habe (und lerne jeden Tag auf die harte Tour dazu) NL HE per Turnier-Modus erlernt. D.h. ich fühle mich pudelwohl mit 30-50BBs. Ab >60BBs aber nicht mehr. Sowohl SSS wie BSS würden für mich zumindestens pro Tisch anteilig einen Rückschritt der PTBB/100 bedeuten. Natürlich liegt dies nur in enormen Leaks begründet, aber warum eine Middel-Stack-Strategie nicht sinnvoll sein soll, ist mir nicht besonders erklärlich.
      Midstack ist am unprofitabelsten.
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Midstack ist am unprofitabelsten. Warum? Erklärung? Ich persönlich mache damit 4-5PTBB/100 auf den Limits auf denen ich spiele. Selbst für einen BSS-Spieler ist das ein akzeptabler Wert (auch wenn diese als sehr gute Spieler auf etwa 10PTBB/100) kommen können. Einzig und allein, dass ich mit SSS massiv multigetabled auch einen höheren Stundenlohn komme, läßt dies in einem schlechten Licht aussehen. Aber mit SSS verbrennt man (zumindestens ich) zu schnell. Wenn man 6-8h im Schnitt pro Tag pokert, spielt das aus meiner Sicht eine wichtige Rolle. Wie auch immer, mich interessiert Deine fundierte Rechnung, warum MidStacks so unprofitabel sind?
    • sammy
      sammy
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 5.315
      Lass bitte dieses dauer gequote, das macht die Sache zu unübersichtlich ;) Zum Vorrechnen: Nimm dir die Formel für den RoR, setze eine angemessene Winrate und eine entsprechende Varianz ein, nehmen eine Wahl RoR zwischen 1 und 5 und berechne die dafür nötige BR... Ich selber spiele mit 30-50 Stacks, das stimmt. Jeder muss selbst entscheiden, mit welchem Risiko er spielen will. Am Anfang der Pokerkarriere finde ich ein etwas aggressivere BR-Management allerdings gut! Die niedrigen Limits sind oft so einfach zu schlagen... da kann man ein gewissen Restrisiko aus sich nehmen, um schneller hochzukommen. In dem Artikel sind doch keine Angaben gemacht, wie man sich bei höheren Limits verhalten sollte! Hier muss einfach jeder selber wissen, wie viel BR er haben möchte. Ich sage ja auch selbst immer, dass ich lieber mit mehr Stacks spiele, um den RoR klein zu halten. Natürlich muss immer eine Abwägung zwischen Risiko und Gewinnerwartung gemacht werden. Meine Gewinnerwartung ist auf höheren Limits natürlich deutilch größer. Und wer bitte sagt, ein Limit absteigen gehört nicht zum BR-Management? Es ist eine Sicherheitsmaßnahme, die natürlich in jedem vernünftigen BRM drinsteckt, genau so wie den RoR je Limit möglichst niedrig zu halten! Zu 1% RoR ist deutlich zu viel. Finde ich nicht. Du sagst es doch selber, die Chance, dass man Pleite geht, ist nicht nur 1%, da die Niedrighaltung des RoR nur eine der mögichen Sicherheitsmaßnahmen eines guten BR-Managements ist. Ich steige ja rechtzeitig noch ein Limit ab.... Nochmal abschließend.. ;) Wer professionell Poker spielen will, also ausschließlich davon lebt, dem würde ich niemals ein aggressives BR Management raten. Die professionellen Pokerspieler, die ich so kenne, die haben meist ein extrem konservatives BR Management von um die 100 Stacks, was ich in der Situation auch absolut angebracht finde.
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      O.K., meine Meinung bezieht sich eher zu folgender Situation: Einer der besten Spieler der Welt geht broke, sagen wir Phil Helmuth hat High Stakes 4 gespielt, Jonny Chan muss Einkommenssteuer in China zahlen, oder was auch immer. Glücklicherweise schauen die auf Ihr Bracelet und stellen fest, ich kann es für $500 ($X) verhökern. Welches BRM muss ich anwenden, um nach 100k Händen den meisten Profit zu erwarten. (Wir schließen so etwas wie Bacharat um die komplett Bankroll also aus, ist ja im Schnitt auch -$EV). Darum tret sich mein BRM-Simulations-(bisher nur in Gedanken)-Experiment. All dies hat nichts mit den Limits in den man spielt oder spielen könnte zu tun. Der Einfachheit halber würde ich in der Simulation für beliebige Limits gleiche Win-Rates einsetzen (in FL 2BB/100 vermutlich normal, siehe Mattias' Experimit), in NL mag dies sinken von Limit zu Limit. Aber Winning Players verfügen oft in verschiedensten Limits über zumindestens eine Mindest-Win-Rate, die ich da annehmen würde. Wenn dies zu spekulativ ist, dann nehme ich halt verschiedene WinRates für verschiedene Limits an. Wegen solcher Fragen poste ich ja bevor ich programmiere. Es gibt ein optimales EV-mäßiges BRM, es ist nicht schwierig zu berechnen (wenn die Annahmen stimmen, wenn nicht, dann bitte melden). Es gibt keinen Grund deswegen Hahnenkämpfe auszutragen. Sorry, aber 1% RiskOfRuin von allem Geld was man hat, ist zu viel. Bitte, wenn Du nicht der Meinung bist, dann treffen wir uns einfach an einer sächsischen schönen Eisenbahnbrücke, ich bringe ein Zettel mit, auf der ich irgendeine Zahl zwischen 1-100 schreibe, Du sagst mir irgendeine Zahl zwischen 1 und 100, wenn die gerade auf dem Zettel steht springst Du. O.K., 1% ist doch nicht soviel. Die Fahrt bis zur Brücke bezahle ich Dir auch. Wir wär's am Mittwoch, da habe ich noch nichts vor? (Ah, ich sehe gerade, dass Du in dem Deinem PS darauf eingehst, trotzdem ist mein Beispiel zumindestens lehrhaft aus meiner arroganten Sicht) PS: Mir geht es ja darum für uns Profis das optimale BRM herauszufinden. Adaptionen für Anfänger kann man darauf aufbauen, nicht umgedreht!
    • sammy
      sammy
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 5.315
      Hehe, 1% insgesamt ist zu viel.. ich habe nie etwas anderes behauptet :) Ich finde nur einen RoR von 1% je Limit nicht zu viel. Heißt ja nicht, dass ich dann Pleite bin, ich gehe ja rechtzeitig runter und verliere eigentlich nie mehr als die Hälfte meiner Bankroll... Ich weiß, was du meinst mit dem "idealen" BR Management. Bei NL kannst du, bei gutem Spiel, von einer konstanten Winrate von 4-5 PTBB ausgehen (bis einschließlich NL 1k). Was du allerdings beachten musst... 100k Hände reichen nie im Leben aus... rechne eher 1 Millione Hände, die Varianz ist einfach zu eklig ;) Zu der Eisenbahnbrücke... ich würde dieses Experiment nichtmal machen, wenn ich eine Zahl zwischen 1 und einer Millione wählen müsste.... aber ich habe ja auch in deinem Beispiel keine Möglichkeit, dem Tod zu entrinnen (was ich ja bei nem Bankrollmangement durch Absteigen der Limits habe). Ich glaube wir reden in diesem Punkt ein wenig aneinander vorbei. Die Chance, mit 1% sein gesamtes Geld zu verlieren, ist absolut unakzeptabel, da sind wir uns denke ich einig. Erneut abschließend: Ich finde so eine Simulation auf jeden Fall interessant und wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du mich gerne jederzeit fragen (aber bitte NICHTS Informatik technisches, obwohl ich es als Nebenfach höre ;) )
    • bigj
      bigj
      Global
      Dabei seit: 20.05.2005 Beiträge: 830
      Sorry, wenn ich wieder quote. Bin wohl zu sehr Akademiker um ohne Zitate auszukommen.
      Original von sammy Hehe, 1% insgesamt ist zu viel.. ich habe nie etwas anderes behauptet :) Ich finde nur einen RoR von 1% je Limit nicht zu viel. Heißt ja nicht, dass ich dann Pleite bin, ich gehe ja rechtzeitig runter und verliere eigentlich nie mehr als die Hälfte meiner Bankroll...
      So etwas meine ich mit "persönlichem BRM". Nicht das es falsch wäre, aber wo ist die mathematische, strategisch fundierte Grundlage. Ich operiere nach dem gleichen System, aber fühle mich unwohl. Verschenke ich Geld wegen Feigheit? Oder nicht, könnte ich eventuell deutlich mehr verdienen? Oder sollte man noch konservativer reagieren. Jeder hat hier je nach Bauchgefühl eine andere Antwort, aber von solchen Leuten leben wir ja eigentlich im Poker, also lieber kein BRM-Fisch mehr sein, sondern einfach durchrechnen.
      Ich weiß, was du meinst mit dem "idealen" BR Management. Bei NL kannst du, bei gutem Spiel, von einer konstanten Winrate von 4-5 PTBB ausgehen (bis einschließlich NL 1k). Was du allerdings beachten musst... 100k Hände reichen nie im Leben aus... rechne eher 1 Millione Hände, die Varianz ist einfach zu eklig ;)
      Erm ja, muss wohl wirklich 1 Million Hände durchsausen lassen. Wird wohl kein Kurzzeit-Beantwortungsprogramm werden. Es lohnt sich ja trotzdem.
      Zu der Eisenbahnbrücke... ich würde dieses Experiment nichtmal machen, wenn ich eine Zahl zwischen 1 und einer Millione wählen müsste.... aber ich habe ja auch in deinem Beispiel keine Möglichkeit, dem Tod zu entrinnen (was ich ja bei nem Bankrollmangement durch Absteigen der Limits habe).
      Genau das meine ich. Die Frage ist halt, sucht man nach dem scheinbar "riskanteren" Aufstieg oder nicht. Nicht mehr will ich beantworten.
      BTW, für 1:Million und gleichstehendem Betrag würde ich es annehmen! Erneut abschließend: Ich finde so eine Simulation auf jeden Fall interessant und wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du mich gerne jederzeit fragen (aber bitte NICHTS Informatik technisches, obwohl ich es als Nebenfach höre ;) )
      Ich frage hier wegen der zu beachtenden Parameter. Je härter die Kritik ist, desto besser. Am Mitwoch werde ich mich hinpflanzen und proggen.
    • 1
    • 2